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van Alex Olma
17. April 2021 – 21:52 Uhr

1 Cent pro gestreamten Song – Apple trommelt für Apple Music

Apple Music hat erstmals preisgegeben, was Musiker:innen für die Wiedergabe eines Musikstücks bei dem Streaming-Dienst erhalten: Es werde im Durchschnitt rund 1 Cent pro Stream bezahlt, hieß es am Freitag in einem Schreiben an auf Apple Music vertretene Künstler, wie das Wall Street Journal berichtet. Die „Penny pro Stream“-Vergütung von Apple Music liege deutlich über Spotify: Der Marktführer zahle im Durchschnitt nur rund ein Drittel bis die Hälfte eines Cents pro Stream.

Leo Becker | Heise.de

Spotify wehrt sich mit Händen und Füßen dedizierten Webseiten gegen den Vergleich der finanziellen Ausschüttung pro gestreamten Song. Teilweise gerechtfertigt: Apple Music hat im Gegensatz zu Spotify kein werbefinanziertes Angebot, das zwangsläufig anders abrechnet.

Apples offener Brief an Künstler:innen – in dem sie ihre Position darlegen – ist ohne Frage ein PR-Manöver im (Rechts‑)Streit mit Spotify. Es darf aber außerdem als Marketing für Musikverleger verstanden werden.

Ob’s hilft, sei dahingestellt. Musiker:innen wissen, was sie auf welcher Plattform verdienen. Uns Abonnenten und Abonnentinnen dürfte die Vergütung der Musiker ebenfalls recht egal sein, weil man im Streaming-Zeitalter ohnehin nicht explizit aussucht an welches Label anteilig unsere 10 Euro fließen.

Die Major-Labels dürften allerdings zuhören. Für viele Jahre konnten sie mit Spotify auf den gemeinsamen Feind Apple zeigen. Während den „iTunes Music Store“-Tagen vereinte die iPod-Firma so viel Entscheidungsmacht auf sich, dass sie die Regeln für den Musikverkauf diktierten.

Das iPhone beendete Apples einflussreiche Position in der Musikbranche. Das Schreckgespenst Raubkopie verlor an Schlagkraft als das Smartphone unser primärer Computer wurde. Die dauerhafte Onlineverbindung führte mit Streaming zu neuen Geschäftsmodellen – bereits im Jahr 2008 schaffte es die Spotify-App in den App Store.

Apple verschlief den Streaming-Trend und Spotify baute sich eine Vormachtstellung aus, die inzwischen ähnlich unangenehm für die Labels ist, wie zu den ehemaligen „iTunes Music Store“-Hochzeiten.

Und weil Spotify weiterhin das Streaming-Volumen hat, heißen Musiklabels die (durchschnittlich) höhere „Penny-per-Stream“-Quote von Apple willkommen. Hauptsache man verhandelt über die Rechtevergabe mit vielen Mitbewerbern.

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