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van Alex Olma
24. März 2022 – 9:19 Uhr

„Have iPhone Cameras Become Too Smart?“

Nein. Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Trotzdem bleibt es eine lesenswerte Kolumne1.

In January, I traded my iPhone 7 for an iPhone 12 Pro, and I’ve been dismayed by the camera’s performance. On the 7, the slight roughness of the images I took seemed like a logical product of the camera’s limited capabilities. I didn’t mind imperfections like the “digital noise” that occurred when a subject was underlit or too far away, and I liked that any editing of photos was up to me. On the 12 Pro, by contrast, the digital manipulations are aggressive and unsolicited. One expects a person’s face in front of a sunlit window to appear darkened, for instance, since a traditional camera lens, like the human eye, can only let light in through a single aperture size in a given instant. But on my iPhone 12 Pro even a backlit face appears strangely illuminated. The editing might make for a theoretically improved photo—it’s nice to see faces—yet the effect is creepy.

Kyle Chayka | The New Yorker

Letztes Wochenende fragten mich Freunde, ob ich ihre Taufe fotografiere. Die Lichtverhältnisse in der Kapelle waren unselig. Drinnen war es relativ düster; die Gäste standen rückseitig beleuchtet vor einer großen Fensterfront.

Ein iPhone 7 wäre hier gottlos überfordert; mit einer Systemkamera musste man wissen, wie man gleichzeitig die Taufpaten, Eltern, die Pastorin und das Baby erkennbar ablichtet.

Aber ich hätte der Familie natürlich auch erzählen können: „the effect is creepy“.

Moderne Smartphone-Kameras ermöglichen auch ungeschulten Personen die Teilnahme an moderner Fotografie. „I didn’t mind imperfections“ ist deshalb eine ziemlich elitäre Haltung.

Obendrein gleicht die Smartphone-Software viele der (großen) Nachteile des kleinen Sensors aus. Was Wechselobjektive und große Sensoren bei Systemkameras ermöglichen, hievt der Taschencomputer durch Rechenpower auf Augenhöhe.

Das „Processing“ ist allem voran den Hardware-Kompromissen geschuldet, und findet kaum Verwendung für verspielte Effekte.

Und trotzdem greift genau hier eine berechtigte Kritik. Die Kritik, dass sich einige smarte Bearbeitungen nicht komplett deaktivieren lassen (Rauschunterdrückung selbst bei ProRAW). Die Kritik, dass die Kamera zu selbstständig handelt (beispielsweise welches Objektiv sie verwendet).

Wie gesagt: Ich empfinde dies als berechtigte Kritik, und trotzdem erwarte ich eine automatische Objektivkorrektur des Ultraweitwinkels, eine intelligente Belichtung von Gesichtern, eine richtige Entscheidung der Farbtemperatur und ja, generell das Entfernen von Bildrauschen.

Google, Samsung, Sony und Apple haben über die letzten Jahre unterschiedliche „Stilrichtungen“ für ihre Fotos entwickelt. Hier gibt es kein Richtig oder falsch: Kamerahersteller interpretieren. Apples „Fotografische Stile“ brechen seit dem iPhone 13 erstmals mit diesem klassischen Look des iPhones.

Und sie tun es auf eine Art, die für jeden nachvollziehbar und (kreativ) anzuwenden ist. Bitte mehr davon! Also bitte mehr „smart“.


  1. Die passenden Fotos, die dieser Artikel benötigt hätte, aber nicht hat, reicht John Nack nach. 

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