Der Preis ist heiß.

Im letzten Monat feierte ich meinen 35. Geburtstag. Kein besonderes Datum, trotzdem kratzte der Jahrestag allerlei überraschende Gedanken auf. Unter anderem habe ich darüber nachgedacht, wie viele dumme Kaufentscheidungen ich in meiner jungen Erwachsenenzeit gefällt habe. Dinge, die ich nicht brauche, Zeug, das ich nicht benutze und Kram, der sein Geld nicht wert war.

Doch ich bereue keine dieser Anschaffungen, weil ich daraus gelernt habe: Von Gegenständen, die ich häufig verwende, mit denen ich die meiste Zeit verbringe, kaufe ich grundsätzlich das jeweils beste Modell – die überlegene Ausführung. Qualitätsklasse A+ wenn man so will. Egal in welcher Kategorie: Die beste Kaffeemaschine, den besten Schreibtischstuhl, die besten Kopfhörer, die beste App und natürlich auch das beste Smartphone.

Es ist nicht nur die Qualität des Produktes, die es beispielsweise langlebig macht, die Garantie oder der Service, die oft damit einhergehen, sondern allem voran der ideelle Wert. Ein Preisschild drückt nie aus, welche Freude mich mit einigen Käufen verbindet. Wie ich mich für eine hübsche Software begeistern kann, auch wenn sie weniger Funktionen als der unattraktive Gratis-Konkurrent hat.

Ich bin jemand, der bereit ist, für eine clevere Verpackung und einen simplen Setup-Prozess extra zu zahlen. Das klingt a) furchtbar und b) nach einem übersteigerten Konsumverhalten, führt durch die strenge Eigenauswahl aber insgesamt zu weniger einzelnen Käufen. Mein PowerBook G4 war im Jahr 2001 unverhältnismäßig teuer, lief mit seinem 400-MHz-Prozessor aber länger als alle anderen Notebooks, die mein damaliger Arbeitgeber zur gleichen Zeit kaufte. Das Gerät bootet ohne Mühe heute noch, 14 Jahre später, und behielt seine, für mich kaum in Worte zu fassende, Faszination.

IPhoneBlog de Powerbook G4

Das Beste ist beileibe nicht immer auch das teuerste Produkt. Meine Kopfhörer kosten keine Tausend Euro; Klamotten-Marken sind mir ausnahmslos egal. Interesse für Autos habe ich bis heute nicht entwickelt. In erster Linie muss ich mich mit dem Produkt identifizieren. Es muss zu mir passen; ich möchte damit gerne Zeit verbringen (und auf der anderen Seite keine Zeit mit Dingen verschwenden, die ich nicht mag).

Wer das kauft was er liebt, wird (vorerst) nicht wieder kaufen müssen. Der Preis ist nur eine Komponente, die ein Produkt beschreibt – keinesfalls zweitranig, aber eben auch nur ein einzelner Aspekt. Ich will kein Vertu-Handy, aber bitte jedes Jahr ein neues iPad – weil ich es täglich verwende. Mit Vergnügen.

The old hoary chestnut that “Apple only wins because its advertising tricks people into paying too much” was raised in my Twitter feed last night, and while the holders of such an opinion are implicitly saying others are stupid, my take runs in the opposite direction: it’s not that people are irrational, it’s that human rationality is about more than what can be reduced to a number. Delight is a real thing, as is annoyance; not feeling stupid is worth so much more than theoretical capability. Knowing there is someone you can ask for help is just as important as never needing help in the first place.

Ben Thompson | „Bad Assumptions

Apple, als derzeit teuerste börsennotierte US-Firma, mit einem nicht mehr vorstellbaren Barvermögen, die primär das Premium-Preissegment bedient, steht grundsätzlich im Fokus derartiger Preisdiskussionen, weil die Werte, über die gesprochen wird, so abstrakt sind, ausschließlich dem persönlichem Geschmack unterliegen und sich nicht vergleichen lassen.

Bereits früher, als iPod-Underdog, wurde Apple ähnlich wahrgenommen. Der Konzern schaffte es, seine Preise für Produkte so zu wählen, dass sie ein bisschen wehtun. Offizielles Zubehör und Speicher-Upgrades sind heute noch Paradebeispiele.

Andererseits kann man mit Gewissheit davon ausgehen, das ein neues iPhone nicht 2, nicht 8 und auch nicht 10 Monate nach seinem Verkaufsstart für die Hälfte des Preises erhältlich ist. Der Werterhalt ist ein geschätztes Argument für Erstkäufer (die eigentlich gewohnt sind für Technik draufzuzahlen).

Umgangssprachlich ist es die ‚Apple-Steuer‘, von der dann gesprochen wird. Und sie ist nicht von der Hand zu weisen: Zusätzliche 48 GB für ein iPhone 6 kosten 100 Euro. Und wenn du dir dein Gerät nicht über die nächsten zwei Jahre durch konstantes Löschen und Umverteilen von Daten madig machen möchtest, zahlst du besser gleich den Aufpreis. Mit 16 GB ist das iPhone 6 für mich nicht das beste Gerät.

IPhoneBlog de Powerbook G4 plus iPhone 6

Die Bezeichnung das Beste ist immer sehr subjektiv und der Wert, den man persönlich dafür bestimmt, lässt sich oft nicht einfach nur über das Produkt selbst erklären. „Delight is a real thing“ fraß sich als Zitat aus dem oben verlinkten Artikel von Ben Thompson bei mir fest. iPhones agieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind Teil eines Ökosystems, das zu dessen Auf- und Abwertung beiträgt.

Zur Querfinanzierung gehören beispielsweise Apple TVs, die die eigenen Familienvideos nicht durch Pepsi-Werbung unterbrechen („Samsung smart TVs inserting ads into third-party apps“), Reparaturen mit einem Quäntchen Kulanz und das alle Updates für Betriebssysteme inklusive sind.

Worauf ich hinaus will: Der alleinige Fokus auf Preis, der außer Acht lässt wie gerne man einen bestimmten Computer, eine spezielle Kamera oder ein Smartphone-Gattung verwendet, war für mich selten ein erfolgreicher Kauf.

iOS-Grundlagen #014 – Kurzbefehl spart Eingabe von langen E-Mail-Adressen

via Patrick Welker

(Vimeo / YouTube)

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„Stabilität und Performance“? iOS 9 wird mehr als das.

For 2015, iOS 9, which is codenamed Stowe (after the ski resort in Vermont), is going to include a collection of under-the-hood improvements. Sources tell us that iOS 9 engineers are putting a “huge” focus on fixing bugs, maintaining stability, and boosting performance for the new operating system, rather than solely focusing on delivering major new feature additions. Apple will also continue to make efforts to keep the size of the OS and updates manageable, especially for the many millions of iOS device owners with 16 GB devices.

Mark Gurman | 9to5Mac

Zwei Stunden später steht iOS 8.3 für registrierte Entwickler zum Download und iOS 8.4, Projektname Copper (benannt nach dem Skigebiet in Colorado), ist für einen Releasetermin „nach der Apple Watch“ im Gespräch. Nicht zu vergessen: Erst letzte Woche erschien eine neue Beta von 8.2.

Das mag alles gar nichts bedeuteten und lediglich den Weg zu iOS 9 aufzeigen, so wie wir ihn klassisch in den letzten Jahren erlebten. Andererseits besteht die iOS-Landschaft nicht mehr nur aus einem iPhone und einem iPad. Wir sind bei diversen Gerätegrößen angelangt (dessen Software sich unterscheidet), einem Apple TV, der möglicherweise eine zentrale Rolle für HomeKit einnimmt, einer Apple Watch, einem möglichen iPad Pro sowie dem geräteübergreifenden Apple Pay und Health. Ein jährlicher Rundumschlag, der in den letzten Jahren immer an den Hardware-Zyklus gebunden war (egal ob iOS fertig war oder nicht), scheint nicht mehr effizient.

Ich bin mir sicher, dass wir langfristig immer auf eine einheitliche iOS-Versionen blicken. Die Zeiten, in denen Apple jedoch jedes Jahr nur eine große iOS-Version für alle Geräte vorstellte und dann auslieferte, scheinen alleine aufgrund der Produktvielfalt vorbei. Das würde auch den Fokus „auf Stabilität und Performance“ von iOS 9 erklären, wenn dieser Release in erster Linie die unterhalb des Jahres entwickelten Features der Punkt-Generationen zusammenführt.

IPhoneBlog de Beta Final

Quelle: Will Hains

Mit dem Schwerpunkt Fehlerbehebungen fällt schnell der Begriff ‚Schneeleopard-Jahr‘. iOS 6 war für mich damals bereits ein geeigneter Kandidat, der eine Tick-Tock-Strategie (Tock = neue Features, Tick = Verfeinern), so wie Intel sie für seine Chips prägte, verdient gehabt hätte. Darauf folgten iOS 7 mit einem fundamentalen Design-Umschwung sowie iOS 8, das unter der Haube komplett umräumte. Beide Versionen verstärkten das Verlangen nach einer verfeinerten Ausarbeitung der neuen Features. Apples letzter Herbst-Release hat so viele (notwendige) Baustellen eröffnet, dass in den letzten Monaten die Priorisierung in Frage gezogen wurde.

Das Problem ist mittlerweile jedoch nicht mehr, das Apple sich kein ‚Snow Leopard‘- Jahr einräumt, sondern das iOS dem jährlichen Zyklus entwachsen ist. Mac OS 10.6, die besagte ‚Schnee Leopard‘-Veröffentlichung, war ebenfalls kein Pause-Jahr, sondern legte die wesentlichen Grundsteine, die in den darauf folgenden Jahren nötig waren. Viele der damals angegangenen Technologie waren keine Feature-Elfmeter, die sich leicht verkaufen lassen. Apple berücksichtigte dies in seiner Vermarktung, beispielsweise durch den erstmals signifikant günstigen Preis.

Apple arbeitet nicht wie andere Firmen, die ein technisches Leistungsspektrum abstecken, es umsetzen und dann zum Marketing latschen und es verkauft haben wollen. Das Team rund um Phil Schiller ist bereits bei der Zielsetzung, Ausarbeitung und finalen Festlegung, welche Funktionen es in den nächsten Release schaffen, beteiligt.

Apples Marketing ist nicht nur ein ‚wie man es verkauft‘, sondern gleichermaßen ‚wie man es verwendet‘. Apple braucht heute nicht mehr den großen Paukenschlag, der mit einem Versionssprung einhergeht. iOS kann Funktionen über das Jahr verteilt anbieten, anstelle sie alle gleichzeitig aufzufahren (und dann in der Ausarbeitung Monate hinterherzurennen). iOS 9 könnte der erste Versuch in diese Richtung sein.

iOS-Grundlagen #013 – Bildschirmhelligkeit -1

via Justin Searls

(Vimeo / YouTube)

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‚1Writer‘ schreibt die besseren Notizen

IPhoneBlog de 1Writer

Die Lust an Notiz-Apps ist stark abhängig von persönlichen Präferenzen. Der reine Funktionsumfang ist mittlerweile fast nie mehr das Unterscheidungskriterium. Zuletzt habe ich Drafts (7.99 €; universal; App-Store-Link), Simplenote (kostenlos; universal; App-Store-Link) und Vesper (2.99 €; App-Store-Link) verwendet, immer wieder auf größere Services wie OneNote (kostenlos; App-Store-Link), Evernote (kostenlos; universal; App-Store-Link) und Quip (kostenlos; universal; App-Store-Link) zurückgegriffen oder kurze Textnotizen sogar in mächtige Schreibanwendungen wie Editorial (6.99 €; universal; App-Store-Link) und Byword (2.99 €; universal; App-Store-Link) getippt. Für die ‚Post-it‘-Disziplin besteht kein Mangel an hervorragenden Apps, sondern das Problem, die für sich richtige Software zu finden.

Eine App, die ich bislang nicht auf dem Schirm hatte, sich aber vom ersten Start an richtig anfühlt, ist 1Writer (2.99 €; universal; App-Store-Link). Ich mag das Layout mit seinem Spagat zwischen schlicht und funktionsfähig. Die zusätzliche Tastaturzeile für schnelle Markdown-Formatierungen sticht dabei besonders hervor. Dort finden sich nicht nur Formatierungshilfen, sondern auch eine linke und rechte Pfeiltaste, mit der sich die Cursor-Position korrigieren lässt.

Die Ordner-Struktur erlaubt die Trennung von digitalen Notizzetteln und (in meinem Fall) Entwürfen für Artikel. Die Suche pflügt pfeilschnell durch verknüpfte Dropbox-Ordner – auch dann wenn dort Hunderte von Dateien schlummern.

1Writer war bereits letzte Woche im Podcast meine App-Empfehlung – hier die Video-Auskopplung, und begeistert auch in der dritten Testwoche noch.

Camera Plus [Sponsor]

IPhoneBlog de Camera Plus

Camera Plus (App-Store-Link) besitzt eine Funktion, für die sich alleine bereits diese Kamera-App lohnt: ‚AirSnap‘ verbindet zwei iPhones, zwei iPads oder jeweils ein iPhone mit einem iPad, kabellos und rüstet so eines der mobilen Apple-Geräte zum Fernauslöser um – inklusive Live-Videobild. So knipsen Profis ihre Selfies (weil sie wissen, dass sie im Bild stehen).

Das zweite Gerät, der Auslöser, stellt sogar alle Kameraeinstellungen aus der Ferne ein. Das Gruppenfoto soll nun doch lieber ein Gruppenvideo werden? Zur Kamera müsst ihr dafür nicht rennen.

Camera Plus ist kein Newcomer im App Store. Nach 27 Millionen Downloads, die die App seit 2009 gesammelt hat, wählte Apple die Kamera-Software ganz frisch zu einer ihrer ‚Besten Apps aus 2014‘. Zurecht: Das Layout ist verständlich, auf Höhe der iOS-8-Zeit (Handoff, Extensions, etc.) und nicht unnötig überladen. Trotzdem bietet es ausgefeilte Filter- und Bearbeitungsmöglichkeiten. Aus jedem Menü führt euch eine kurze Schüttelgeste zurück in den Aufnahme-Mode. Das ist simple wie brilliant.

Natürlich hat Camera Plus deutschsprachige Menüs und funktioniert als Universal-App gleichermaßen auf iPhone wie iPad – und ist deshalb aus dem Stand heraus ‚AirSnap-fähig‘.

Fotos und Videos sagen oft mehr als Worte. Schaut mal bei Global Delight vorbei, die verstehen es ihre famose App in Szene zu setzen.

Werbung: „Make Music with iPad“

Nicht meine Musik, aber gutes Marketing.

iOS-Grundlagen #012 – Safari: Webseiten durchsuchen

(Vimeo / YouTube)

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