Ohne Jailbreak aber mit deutlicher Ablehnung: GBA4iOS

IPhoneBlog de gba4iosapp

GBA4iOS, ein aktualisierter ‚Game Boy Advance‘-Emulator von Riley Testut, installiert sich auf iPhones und iPads auch ohne Jailbreak. Die App verteilt sich außerhalb des App Stores über Apples ‚Developer Enterprise Program‚ (unterschrieben von ChinaVDI (Beijing) Technology Co., Ltd.). Bereits die vorherige Version des Emulators ließ sich so über den Dienst von MacBuildServer zertifizieren.

So to do this the easy way, a user submits Testut’s Github code to MacBuildServer, which automatically builds the app, signs off on it with the company’s own enterprise program account, and installs it directly to the user’s device.

Nick Statt | „Super Mario Zips Through A Loophole In Apple’s App Restrictions

Apple stoppte den Spaß zeitnah.

Verbunden mit dem Download spielt sich parallel ein iOS-Profil ein (-> Einstellungen -> Allgemein -> Profil), dessen Aktionsradius gänzlich unbekannt ist (wenn man als Entwickler nicht selbst baut und unterschreibt). Mehr als ausdrücklich von der Installation abraten, kann ich daher nicht.

Update:

[update] Angreifbar: Belkins WeMo-Serie

IPhoneBlog de WeMo

Auch die letzte Hürde überwanden die IOActive-Forscher anscheinend: Die Authentizitätsprüfung des Binaries wollen sie umgangen haben, indem sie aus der Originalfirmware den zum Signieren der Binärdatei verwendeten privaten Schlüssel extrahierten. Damit steht der Weg offen, beispielsweise im Heimnetz mittels ARP-Spoofing allen Internet-Verkehr über ein Wemo-Gerät umzuleiten, interessante Daten an Dritte weiterzugeben oder als Proxy weitere Hosts im internen Netz anzugreifen.

Heise.de

Der Countdown für einen Fix läuft. Doch nicht erst seit gestern.

IOActive said it decided to recommend that people immediately stop using WeMo devices after Belkin representatives failed to respond to several private notifications CERT made about the threats.

Dan Goodin | Ars Technica

Fast bedauerlich als die gravierende Sicherheitslücke selbst ist die fehlende Beachtung, die Belkin seit Herbst 2013 für das WeMo vermissen lässt.

Update: Belkin kümmerte sich bereits Ende Januar beziehungsweise Anfang Februar um entsprechende Firmware-Updates. Die aufgezeigten Lücken sollen damit nach eigenen Aussagen komplett geschlossen worden sein.

(Danke, @gr4y!)

Apples gelebtes Desinteresse am Geschäft mit Werbung

IPhoneBlog de Mad Ad Men

The lack of data both companies deliver is frustrating for marketers because these notoriously opaque giants sit atop incredible troves of information about what consumers actually buy and like, as well as who they are and where they live. One person familiar with the situation exec said Apple's refusal to share data makes it the best-looking girl at the party, forced to wear a bag over her head.

Kate Kaye | „Why Can't Amazon And Apple Catch a Break on Madison Ave?

Apples Umsatz aus iTunes, Software und Services entspricht in etwa der Hälfte von Googles Hauptgeschäft. Das bedeutet (auch): Apple kann es sich (locker) leisten seine iAds-Nutzerdaten an Partner nur sehr ausgewählt weiterzugeben.

Man mag argumentieren, dass ihre Produkte davon profitieren. Dass Kunden deshalb zu iPhones greifen. In der Praxis jedoch, in der Apple Tracking-Cookies untersagt und 'Identifier for Advertisers' einführt, bleibt die direkte Korrelation spekulativ. Würde man Kunden geradeheraus fragen, kämen Privatsphäre und Datenschutz aber wahrscheinlich ganz gut weg.

Der eigentlich schockierende Unterton, dem der AdAge-Artikel mitschwingt, ist die Enttäuschung der Werbeindustrie, dass zwei Firmen, Apple und Amazon, gegen den Strom schwimmen (können).

An eine ähnliche Verwunderung erinnere ich mich, als das iPhone im Jahr 2007 ohne Mobilfunkprovider-Branding und ohne vorinstallierte Trash-Software startete. Das hat den Markt (bis jetzt) nicht komplett umgekrempelt aber gezeigt, dass ein Modell mit Fokus auf Kundenzufriedenheit ebenfalls funktioniert.

Photosmith versteht RAWs

IPhoneBlog de Photosmith RAW

Die mit Abstand populärste Nachfrage für den Fotografie-Workflow mit der iPad-App Photosmith (17.99 €; App-Store-Link), die ich hier zuletzt im Mai 2012 begutachtete, betraf das RAW-Format. Die nun veröffentlichte Version 3.1 beackert genau dieses Thema.

For many photographers, camera raw rendering right on iPad will be a real game-changer, as this will be the first time they can view full-resolution raw photos on iPad, without first converting to JPG in camera or computer. And to render raw files in batch, automatically creating sized thumbnails for rapid Grid View and full-screen viewing…this is a huge step for not just Photosmith, but mobile digital photography.

Photosmith Blog

Meinen Amateur-Ansprüchen reicht gewöhnlich ein hochaufgelöstes JPEG. Für diesen Probelauf erstellte die RX100 jedoch ausnahmsweise ein 20-Megabyte-ARW, das ich anschließend über ein Camera Connection Kit (Affiliate-Link) aufs iPad jagte (hier die Liste aller unterstützten Kameras). Das aktuelle Lightroom-Plugin überspielte anschließend die dann bereits sortierten und verschlagworteten Bilder ohne Qualitätsabzug in die Bibliothek der Desktop-Software von Adobe. Beeindruckend.

Nicht minder beachtlich: Eine ausführliche Erklärung der iPad-Software steht in Form eines PDF-Handbuchs auf stattlichen 212 Seiten bereit (Direktlink).

Wem die Desktop-Software Lightroom noch unbekannt ist, empfehle ich den englischsprachigen Ersteinstieg ‚Discover Lightroom‚ als Video-Workshop der geschätzten Podcast-Kollegen Marquardt und Hetzel.

Google ändert Android-Zugriffsrechte auf Speicherkarten

IPhoneBlog de SD Speicherkarten Android

SD-Karten für den Ausbau des internen Telefonspeichers waren bislang ein populäres Android-Argument. KitKat, Version 4.4 von Googles Betriebssystems, schießt den ehemaligen Vorzug ab.

KitKat will make your SD Card completely useless: per the Android API specification, apps can no longer write files to your SD card. And Samsung is following it.

Tod Liebeck

Nicht komplett korrekt. Play-Store-Apps schreiben nach der Änderung, die keinen prominenten Platz in den Release-Notes bekam, nur noch in ihr eigenes Verzeichnis. Löscht der User diese App, wirft das OS auch die Dateien auf der Speicherkarte weg. iOS lässt grüßen.

Die offizielle Begründung: Google möchte verhindern das Apps ihre Dateien an unterschiedlichste Orte streuen. Die Änderung betrifft alle Nutzer, die Dokumente auf separaten Speicherkarten ablegen, Entwickler, die ihre Apps erst entsprechend anpassen müssen um weiterhin zu funktionieren und Programme wie beispielsweise Dateimanager, die ihre bisherige Funktion (Löschen, Kopieren, Verschieben, etc.) auf dem eingeschobenen Speichermedium verlieren.

Microsoft zieht Office für das iPad angeblich vor

IPhoneBlog de Office MS iPad

Office for iPad — which I’ve recently heard is codenamed „Miramar“ — isn’t dead. In fact, it’s likely to make it to market ahead of Microsoft’s touch-first version of Office (codenamed „Gemini“) according to a couple of my sources.

Mary Jo Foley | ZDNet

Mittlerweile geben bereits drei Quellen zu Protokoll, das Microsoft seine Office-Suite für das iPad nicht mehr aus firmenpolitischen Gründen verzögert.

‘Webseiten als Apps‘ – und immer an die Leser denken?

Es vergeht selten eine Woche in der ich nicht gefragt werde wo die iPhoneBlog-App bleibt. Meine 23-Zeichen-Antwort: „Mir fehlt der Mehrwert.” Die lange Antwort, die auch mein generelles Problem mit dem 'Webseiten-als-App'-Trend ist, versuche ich hier anzureißen.

Jeder braucht eine App. Alles ist eine App.

Die allererste Frage, die sich jeder Nachrichten-(Blog-)Anbieter stellen sollte, und nur auf diese Kategorie von Anwendungen beziehe ich mich im Folgenden1, lautet: „Was kann ich für meine Leser tun?

Erst danach kann man sich in Details verlieren. „Wie zugänglich sind die Artikel?”, „Wie gut lassen sich die Texte konsumieren?”, „Mit welchen Argumenten überzeuge ich Leser mir einen ihrer wertvollen Homescreen-Plätze zuzuteilen?” oder „Welcher Aufwand ist dafür zumutbar?

Drei häufig genannte Pluspunkte für eine Webseite, die in eine App-Store-Form gegossen wird, gilt es vorab zu entschärfen:

  • Push, der augenblickliche Hinweis über neue Artikel, rangiert bei den Befürwortern gewöhnlich recht hoch. Vergessen wird, dass man die Kontrolle seines Nachrichtenstroms damit aus der Hand gibt. Das bezieht sich sowohl auf die zeitliche Auslieferung (Nachts, im Kino, etc.), das quantitative Aufkommen („Wie oft lasse ich mich nerven?”) aber auch die Qualität („Welcher Artikel ist einen Push wert?”). Wer nicht erst seit gestern Push-Nachrichten empfängt, kennt die versehentliche 'Test-Eilmeldung' oder das klingelnde Pop-up zur Schlafenszeit. Eine (halb-)eigene Infrastruktur, beispielsweise über Broadcasts oder dedizierte Dienste, ist nicht schwer einzurichten und verfügt über weitaus mehr Optionen, die sich auf die persönliche Nutzung besser abstimmen.
  • Offline-Verfügbarkeit. Kümmert das wirklich noch irgendwen im Jahr 2014? Ich frage rhetorisch aber ernsthaft. Die Anzahl der Orte, an denen ich tatsächlich ohne (oder mit sehr schlechtem) Internet dastehe, hat sich inzwischen stark reduziert. Und meistens sind es dann auch Gelegenheiten (beispielsweise im Flugzeug), in denen ich kein aktuelles Tagesgeschehen verfolge, sondern mich zeitloserer Literatur, in Readability oder iBooks, zuwende. Selbst wenn ich an 'Top-Meldungen' Interesse hätte: Ohne Querverweise, auf Originalquelle, Kommentare und Meinungen, sind Nachrichten für mich ohnehin nur noch schwer zu konsumieren (hauptsächlich inhaltlich aber auch durch die Unsitte, bloß keine Leser mit Links von der eigenen Seite wegzuschicken).
  • Layout — gerne auch als 'optimierte Darstellung' bezeichnet. Unabhängig davon, dass ein Großteil aller News-Apps nur eine Webview einblendet, bricht die mobile Ansicht nicht selten in eine unattraktive Listendarstellung um, die sich kaum von einem gewöhnlichen Feedreader-Abbild unterscheidet. Einer der wenigen positiven Nebeneffekte: Werbebanner kippen ebenfalls weg. Dafür nimmt man jedoch oft ein extrem abgehangenes Design in Kauf (ungleich hübscher RSS-Software).

Der Browser, die bessere Wahl.

Auf die (vermeintlichen) Pluspunkte folgt die Kritik. Durch welche Feuerreifen springt der Leser für eine News-App?

  • Update-Pflicht. Lokale Software-Pflege ist mittlerweile leicht; die serverseitige Aktualisierung des Webauftritts bleibt jedoch unschlagbar. Bei App-Updates besteht immer die Möglichkeit, dass etwas reißt, dass man seine Leser mit (technischen) Informationen, die nicht im Geringsten ihr Problem sind, belästigen muss. In fünf App-Store-Jahren gab's hier schon alles. Von: „Bitte noch einmal neu Einloggen" bis zu „Installiert die App doch einfach neu". Durch den App-Store-Prüfprozess geschieht die Behebung von nervigen Fehlern nicht im Handumdrehen.
  • Logins. Eine News-App, die einen eigenen Browser anbietet, hat keinen Zugriff auf die Passwörter im iOS-Schlüsselbund, den iCloud-Tab-Sync oder individuelle Lesezeichen. Wie oft investierte ich schon Extra-Minuten nur um einen simplen Flattr-Klick abzusetzen (weil mein Third-Party-Browser im Twitter-Client sich nicht den Login speicherte)? Antwort: zu oft. In einem Webview-Webbrowser ist man nie Zuhause, sondern immer nur Gast.

Wo bleibt also der Leser, die Leserin? Wie definiert sich der Mehrwert für seine/ihre Nutzung einer Webseite, die lediglich in eine App gestopft wurde?

Aus Perspektive der Kunden sehe ich selten Vorteile. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. TouchArcade verquickt beispielsweise ein Game-Review mit der dazugehörigen Diskussion im Forum. Das schafft die Webseite so nicht. News-Aggregatoren wie reddit oder Hackers News profitieren von dedizierten Apps, weil deren Webauftritte eine Katastrophe sind. Eine bessere Darstellung und ein angepasste Navigation über Gesten macht hier einen deutlichen Unterschied auf 4-Zoll.

Nicht jede Webseite braucht eine App.

Es ist keinesfalls Lieblosigkeit, mit der (große) Nachrichten-Webseiten ihre Apps aufstellen. Die Anwendungen sind häufig einfach nur überflüssig. Wer einmal das Paradebeispiel der New York Times auf dem iPad ansprang, will garantiert nichts mehr von der Download-App hören. Ein (responsiver) Webauftritt kann soviel besser sein.

Realität ist: Die Vorteile einer dedizierten News-App liegen auf Seiten der Anbieter. Die App eröffnet ein (potenzielles) Monetarisierungsmodell, bindet Leser und bekommt im App-Store-Verzeichnis und auf dem Homescreen seiner Nutzer mehr Sichtbarkeit.

IPhoneBlog de Paper 101

Natürlich bleibt 'die App' nur ein Angebot. Niemand ist verpflichtet die Nachrichten eines Blogs oder einer News-Schleuder in Form ihrer App-Store-Software zu konsumieren. Und trotzdem darf man den fehlenden Respekt bemängeln, eine App anzubieten, die hauptsächlich einen Mehrwert für seinen Betreiber schafft. Volltext-RSS-Feeds sind tabu, zusammengestrichene Download-Programme dagegen gang und gäbe. Einen derart gedankenlosen Umgang mit der Zeit von den eigenen Lesern halte ich für fahrlässig.


  1. Mir ist bewusst, dass ein derartig ungezielter Rundumschlag unfair ist. Eine konkrete Zuordnung sei den Interessenten der jeweiligen News-Angebot zugeschrieben. Vorlieben fallen nämlich ganz unterschiedlich aus. Wem eine Publikation jedoch tatsächlich wichtig ist, den kümmert eine richtige Verteilung von Ressourcen und Prioritäten.

Design-Details von Facebooks ‚Paper‘

IPhoneBlog de Facebook Paper

Facebooks Paper ist vorerst nur in den USA erhältlich, weil das Zuckerberg-Netzwerk Content-Deals mit dortigen Medienanbietern für die News-Sektion schloss (ab 55:45).

I haven’t been an avid Facebook user for some time, but the design and attention to detail on Paper is unmatched, and is worth sharing with other designers.

Brian Lovin

Lovin übertreibt nicht. Sein Gif-Depot der Animationen zeigt, was in ausgewählter Form auch dem iOS-OS gut zu Gesicht stehen könnte. Am beeindruckendsten finde ich den verzögerten Gummiband-Effekt in den Einstellungen (1), den beispielsweise der iOS-Kalender schon in Ansätzen beherrscht sowie die geschachtelte Liste der 'Likes' (20).

Paper ersetzt bei mir seit Tag 1 die Standard-Facebook-App.