Daten-Komprimierung für den Urlaub? Opera 6.0 steht für iPad und iPhone in den App-Store-Startlöchern
Der ‘Opera Mini Web Browser‘ (kostenlos; universal; App Store-Link) verjüngt in Version 6 seine Optik und passt sich den neuen iOS-Geräten (inklusive ihrer Bildschirm-Auflösungen) an. Erwähnenswert ist das deshalb für mich an dieser Stelle, weil Browser-Dritthersteller, wie beispielsweise der hier erwähnte Opera, Optionen zur Traffic-Minimierung mitbringen. Über dünne und teure Urlaubs-Leitungen ist es sicherlich nicht unklug, sich ein paar Megabyte einzusparen.
Doch Opera ist nicht allein: Auch iCab (1.59 €; universal; App Store-Link) beherrscht Webseiten-Komprimierung (via Google Mobilizer) oder blendet Bilder auf bestimmten URLs aus.

Wovon ich dringend abrate sind Dienste wie Onavo, die über einen Betriebssystem-Proxy euren gesamten Datenverkehr – inklusive aller Account- und App-Informationen – durch einen externen Server leiten. Auch wenn die App angenehm ‘bunt’ ausfällt und die Versprechen hoch sind, bleibt das Risiko unverhältnismäßig. Zumindest je nachdem, für wie wichtig man seine privaten Daten erachtet…
Auch Opera schleust den gesamten Datenverkehr des Browsers (zur Reduktion) über ihre eigenen Server. Unterschied hier: Opera ist a) ein renommierter Hersteller und geht b) ‘lediglich’ mit Browser-Daten um, die c) von Webdiensten eine Verschlüsselung erhalten können. Teilweise nicht perfekt, aber mindestens berechenbar.
Content-Lieferanten auf mobilen Plattformen wählen iOS

Ach, schade. Die oben abgebildete Grafik sieht auf den ersten Blick so vielversprechend aus. Insbesondere dann, wenn man eine Überschrift wie “80% of Mobile Video Views Happen on Apple Devices” wählt.
Hier die Fakten: FreeWheel.tv ist ein 2007er-Startup, das fünf Milliarden Video-Ads im ersten Quartal 2011 über (DRM-geschützte) Werke von amerikanische Videoproduzenten auslieferte. Ein Trend für Inhalte, die von Nutzern erzeugt wurden, ist daraus folglich nicht abzulesen. Außerdem: Die Zahlen für ‘mobile video viewing‘ nehmen lediglich ein einziges Prozent aller ‘Online-Views‘ in Anspruch.
Nichtsdestotrotz: Die FreeWheel-Referenzliste ist namenhaft und dessen Aussagen unzweideutig:
It also reflects the development priorities of content producers and distributors: they optimized their content first for the Apple platforms, with Android a later priority.
Mit dieser Annahme im Hinterkopf darf man sich einen aktuellen ‘Mobile Mix Report‘ als Lektüre schnappen.

Dieser enthüllt: Android greift sich 53-Prozent vom globalen Smartphone-Markt, überlässt jedoch 50-Prozent aller App-Umsätze der iOS-Plattform*.
When breaking down all revenue driven by apps, 50% came from iOS apps (as opposed to 39% for Android). This represented a 6% month-over-month growth for Apple.
* Millennial Media zählt monatlich 142 Millionen einzelne ‘Impressions‘ von 5.500 unterschiedlichen Geräten.
‘Path’ lehnt Google-Angebot ab und Twitter schnappt sich TweetDeck
Die Vermutungen waren richtig: Foto-App ‘Path‘ lehnte ein Google-Kaufangebot von $100 Millionen US-Dollar ab.
Why? As Kincaid tells us, we heard that there was one term of the offer that was the breaking point—basically Google could fire Morin at any point. Either a month after a deal or a year. Also the search giant gave no guarantee as to what Morin’s title and position would be at Google.
Oh weh. Jungs, passt auf euch auf. Insbesondere weil die Zahlen eines speziellen Konkurrenten schlicht beeindrucken.
Instagram zählte nach den ersten drei Monaten ‘lediglich’ eine Million registrierte Nutzer.
Und auch ums $41 Millionen-Dollar-Baby ‘Color‘ ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden…

Bildnachweis: SlashGear
Dagegen ‘unter Dach und Fach’ scheint die hinlänglich vermutete TweetDeck-Akquisition von Twitter für rund $40 Millionen US-Dollar. Soweit jedenfalls die Quellen von CCN. TechCrunch berichtete bereits Anfang Mai von Verhandlungen.
So ganz verstehen muss ich die Strategie wahrscheinlich nicht. Dachfirma UberMedia soll mit seinen diversen Clients (EchoFon, TweetDeck, etc.) rund 20-Prozent der Twitter-Nutzerschaft abdecken. Unter Betrachtung der angebotenen Software, die sich der offiziellen Schnittstelle bedient, scheinen dies (in irgendeiner Weise) ‘Pro’-User zu sein. Ein erweiterter Funktionsumfang beziehungsweise andere Darstellungs-Bedürfnisse sind offensichtlich. Klar, würde Twitter.com diese Zielgruppe gerne auf seiner eigenen Webseite wissen.
Nichtsdestotrotz: Die API für Drittsoftware wird man, bei klarem Verstand, nicht abdrehen. Deshalb lebt man auch in Zukunft mit zusätzlichen Clients. Die Frage ist hier vielmehr, wie Twitter sich seine eigene Schnittstelle monetarisiert. Und ich vermute, dass diese (schwierige) Entscheidung noch nicht finalisiert wurde und man daher die (leichte) Alternative über eine Akquisition gewählt hat.
50% Rabatt auf Duden-Apps

Die Duden-Apps der Firma Paragon befinden sich noch bis Ende Mai mit einer Preis-Ermäßigung von 50-Prozent im App Store. ‘Das deutsche Universalwörterbuch‘ (14.99 €; App Store-Link), ‘Die deutsche Rechtschreibung‘ (9.99 €; App Store-Link), ‘Das Fremdwörterbuch‘ (9.99 €; App Store-Link) sowie ‘Das Synonymwörterbuch‘ (9.99 €; App Store-Link) sind immer noch keine Meister der hübschen Benutzeroberfläche, helfen jedoch im (täglichen) Kampf mit der Sprache.
Alle Apps laufen sowohl auf iPhone, iPad und natürlich auch iPod touch. Ein kleiner Teil des Wortschatzes ist mit akustischer Sprachausgabe hinterlegt. Auf Lernkarten lassen sich Begriffe vormerken und abfragen. Zwei lupenreine Vorteile gegenüber den Print-Fassungen. Durch diese temporäre Preissenkung fallen die gebundenen Bücher (Affiliate-Link) zudem aktuell doppelt so teuer aus, wie die identischen iOS-Sprachreferenzen.
Bleibt die Frage: Akzeptieren Schulen eigentlich schon digitale Nachschlagewerke?
Alternativen sollen jedoch nicht unerwähnt bleiben: Das Onlinewörterbuch CanooNet ist ebenfalls mit einer iPhone-App im App Store vertreten (kostenlos; Link). Nach 20 kostenlosen Suchanfragen lässt sich die Vollversion per ‘In-App’-Kauf für 14.99 € nachrüsten.
GoPano micro + Dot: 360°-Aufnahmen mittels iPhone-Aufsatz
iPhone-Adapter für Panorama-Aufnahmen liegen scheinbar schwer im Trend. Kickstarter-Projekt ‘GoPano micro‘ erreichte bis zum 14. Mai 2.685 Unterstützer und geht folglich demnächst in Produktion.
Auch Operation: ‘Dot‘ möchte $20.000 US-Dollar an Startkapital eintreiben. Nach fünf Tagen ist bereits die Hälfte dieser Summe vorgemerkt. Die restlichen 41 Tage sollten daher kein Problem darstellen.
Entgegen GoPano wirkt Dot wesentlich kleiner, ist mit $98 US-Dollar aber auch doppelt so teuer.
Falls alles glatt läuft, steht ein (Qualitäts-)Vergleich diesen Sommer ins Haus. Ich habe das iPhoneBlog für beide Projekte vorgemerkt.
[update] Patent-Drama abgeschmettert: Apple zeigt seine Lizenzen
Das Patent-Drama um Lodsys, mit seinen juristischen Drohungen an Indie-iOS-Entwickler für ‘In-App’-Kaufangebote, habe ich an dieser Stelle bislang umschifft. Die Forderung nach 0.5-Prozent aller Einnahmen aus den jeweiligen iOS-Verkäufen, hielt ich für absurd. Insbesondere wenn die dazugehörige Infrastruktur als Teil des Entwickler-Pakets angeboten wird oder zumindest in dieser Form im App Store Verbreitung findet. Ganz abgesehen davon, scheint das angesprochene Patent ohnehin niemand nur fachkundigen Anwälten verständlich.
Eine Reaktion von Apple ist daher das Zünglein an der Waage, in welche Richtung sich die Androhungen entwickeln. Die Sperrfrist von 21 Tage läuft in den nächsten Tagen ab.
Am heutigen Abend erfolgte diese (lang erwartete) Apple-Reaktion. Und sie fiel eindeutig aus.
Apple is undisputedly licensed to these patents and the App Makers are protected by that license
Macworld.com publiziert das ganze Schriftstück.
First, Apple is licensed to all four of the patents in the Lodsys portfolio. As Lodsys itself advertises on its website, “Apple is licensed for its nameplate products and services.” See http://www.lodsys.com/blog.html (emphasis in original). Under its license, Apple is entitled to offer these licensed products and services to its customers and business partners, who, in turn, have the right to use them.
Kurz zuvor schrieb Craig Hockenberry einen offenen Brief an Steve Jobs:
In and of itself, paying half of a percent of our App Store sales to Lodsys isn’t going to put us out of business. The fear we have is that this is the first step on a very slippery slope.
Damit kann ich mir die Links zu vorher exzellent verfassten Analysen hier, hier, hier und hier eigentlich sparen. Schön, dass Apples Rückendeckung gegenüber den iOS-Entwicklern stimmt. Dies dürfte auch die kommende WWDC-Stimmung deutlich anheben.
Update
And keep in mind, there’s nothing stopping another patent troll from going after small developers with some other random patent Apple doesn’t have a existing license for — this might well just be the tip of the troll iceberg. I would imagine there are some serious conversations going on in Cupertino right now about writing a basic patent indemnification clause into the iOS developer agreements — and if Google is smart, they’re talking about it in Mountain View as well.
Hector: We Negotiate with Terrorists – ein ‘Telltale’ NSFW-Adventure
Freigegeben ab 17 Jahren. Nicht zu unrecht: “He’s British; he’s drunk; and he’s got quite the potty mouth.”
Wer Spaß auf derben, definitiv schwarzen und auch ein bisschen dreckigen Humor – mit starkem Akzent-Einschlag aus der englischen Sprache – hat, knobelt freudig durchs ‘Point-and-Click’ Hector am iPad (5.49 €; App Store-Link). Auf die iPhone-Fassung von Episode eins im letzten Jahr (2.99 €; App Store-Link) folgt nun dessen Tablet-Version. Nummer zwei und drei der Trilogie sollen noch bis zum Ende von 2011 erscheinen.
Die Lösungen für aufgeworfene Rätsel liegen (hoffentlich) ausserhalb eurer gewöhnlichen Hirnströmungen. Der Animationsstil findet sich in vergleichbaren Regionen wie Telltales ‘Zurück in die Zukunft‘ oder ‘Monkey Island‘. Die Sprachausgabe samt Wortfindung drückt den Ausflug jedoch in extrem unterhaltsame Sphären.
Wer noch unschlüssig (über sein eigenes Sarkasmus-Verständnis) ist, testet die Lite-Ausgabe an (App Store-Link).
3D-App: Head-Tracking mit iPad- und iPhone-Frontkamera
Die Frontkamera am iPad oder iPhone versucht Lage und Bewegung des Benutzer-Kopfes einzufangen und dadurch einen räumlichen 3D-Effekt auf dem Bildschirm zu erzeugen. Aus einem Universitäts-Projekt entstand zuerst ein (populäres) Demo-Video und jetzt die entsprechende App-Store-Anwendung ‘i3D‘ (kostenlos; universal; App Store-Link).
Das Ergebnis ist unter den gegebenen Voraussetzungen (Dissertationsarbeit, App-Store-Beschränkungen, kein stereoskopisches Display, etc.) durchaus beeindruckend, in der Praxis jedoch nur Spielerei. Von der brillenfreien 3D-Optik dürften wir dieses Jahr trotzdem noch eine ganze Menge hören. Sowohl Nintendos 3DS hält gute Titel im Repertoire; Google kündigte eine Android-Integration an und Apple führt seit geraumer Zeit entsprechende Patente im eigenen Portfolio.








