‘State of the Jailbreak’: ein Monat mit Firmware 3.1.3
von alex olma | 2 März 2010 | 18:57 Uhr
Seit dem 02.Februar 2010 steht die iPhone-Firmware 3.1.3 zum Download bereit. Neben einigen Fehlerkorrekturen (Batterieanzeige, nicht startende Drittanbieter-Anwendungen sowie Nachbesserungen für japanische Tastaturen) enthielt die Software-Aktualisierung (7D11) eine neue Modem-Firmware (05.12.01) und brachte die Tethering-Funktion für anbieterunabhängige iPhones zurück.
Aus Jailbreak-Perspektive warnte das Dev-Team (wie gewohnt) davor, dass neue iPhone OS einzuspielen. Die vormals verwendeten Exploits zur ‘Befreiung’ der iPhone-Software bügelte Apple aus – Downgrade-Anleitungen funktionieren eingeschränkt. Am 10.Februar spürte Sherif Hashim eine neue Baseband-Sicherheitslücke auf.
Bislang fand dieser jedoch keine Umsetzung in ein Jailbreak-Softwarewerkzeug. Ob die Firmware 3.1.3 überhaupt die Beachtung des Dev-Teams finden wird, steht generell in Frage. Eine Veröffentlichung bedeutet, dass Apple die eigene Schwachstelle vor Augen geführt wird, und in einer kommenden Version ausgemerzt werden kann.
Mit nicht mehr als einer lustigen Randnotiz beschäftigt sich 9to5mac: Aus einer Steve Jobs-Email möchte man herauslesen, dass das von ihm benutzte iPhone mit der ausrangierten Firmware 3.1.2 (7D11) seinen Dienst verrichtet. Mutmaßungen, welche daraufhin die Legitimität der Firmware 3.1.3 anzweifeln, entbehren jeder rationalen Grundlage.

Nichtsdestotrotz: Die Anbieter von kommerzieller Jailbreak-Software haben ein selbstverständliches (Kunden-)Interesse an einer erneuten Öffnung des iPhones. ZodTTD, Anbieter für Emulatoren im Cydia-Store (n64iphone, psx4iphone, etc.), verzeichnet einen Rückgang des Datenverkehrs um 25-Prozent.
Die lose Hacker-Gruppierung scheint ihre Ressourcen jedoch nicht auf eine 3.1.3-Freischaltung auszurichten, sondern widmet sich einem seit Sommer 2009 schwellenden Problem, dem Push-Fix. Durch fehlende Zertifikate für iPhones, die an iTunes vorbei aktiviert wurden, kam es zu ‘fehlgeleiteten’ Push-Benachrichtigungen. Die ganze Geschichte gibt es hier zum Nachlesen: http://www.cmdshft.ipwn.me/pushfix/; der PushFix von anethema findet sich im NERV Repository, wie hier (http://www.cmdshft.ipwn.me/blog/?p=481) erklärt wird.
Ein Diskussions-Brennpunkt beim Thema iPhone-Jailbreak ist und bleibt ‘Piracy’. John Herrman verfasste mit seinem Artikel: ‘The Myth of iPhone App Piracy‘ am gestrigen 01.März auf Gizmodo eine (sicherlich) argumentationsfreudige Position.
Ob man beim Lesen der Argumentation den neu komponierten ‘Jailbreak-Song’ (Vimeo-Link) hören muss, überlasse ich dem ganz persönlichen Gusto.
[jailbeak] Infinidock – das rollende iPhone-Dock
von alex olma | 11 Januar 2010 | 08:49 Uhr
Kurz vor Weihnachten veröffentlichten die Cydia Store-Entwickler Ryan Petrich und Grant Paul eine Jailbreak-Anwendung, die sich ‘ProSwitcher’ nennt. Das Softwarepaket für inoffizielles Multitasking im Stil vom Palm Pre webOS erfreut sich seitdem, zur schnellen Navigation durch unterschiedliche Anwendungen, großer Beliebtheit. In Kombination mit ‘Backgrounder’ laufen Programme auch beim Fensterwechsel im Hintergrund weiter. Mit regelmäßigen Performance-Aktualisierungen hat sich das kostenfreie Paket über die letzten drei Wochen auf meinem iPhone erfolgreich gegen eine Deinstallation gewehrt.


Mit Infinidock veröffentlicht Grant Paul in der letzten Nacht nun sein kleines Solo-Projekt: ein iPhone Dock-Tweak. Das, was Apple auf maximal vier Programmsymbole am unteren Ende jeder Homescreen-Seite an fester Position begrenzt, entfesselt Inifinidock. Die $0.99 Cent-Systemverfeinerung lässt euch mehrere Anwendungen à la SixRows zusammenrücken und aktiviert einen unbegrenzten Scrolling-Spaß.
Auf horizontaler Ebene lassen sich damit beliebig viele Anwendungen unterbringen. Eine weiteres Update (‘Stack’-Integration) ist bereits angekündigt. Wer jedoch schon jetzt einen persönlichen Anwendungsfall erkennt, interessiert sich vielleicht für unsere kurze Anwendungs-Demonstration.
*music: Infinity – Kamarius (CC)
Inoffizieller ‘N64iPhone’-Emulator + offizieller NES-Emulator ‘Nescaline’ im App Store (Update)
von alex olma | 22 Dezember 2009 | 08:59 Uhr
Sonntag noch angekündigt, heute im digitalen Jailbreak-Paradies angekommen: der N64-Emulator von ZodTTD mit dem bezeichnenden Titel ‘N64iPhone’.
Genau genommen ist es ein erster Technik-Versuch, der noch keine finanzielle Ausgabe (egal wie gering der Betrag sein mag) rechtfertigt. Trotzdem macht es Freude, die Nintendo-Polygone über den senkrechten iPhone-Bildschirm hüpfen zu sehen. Gesteuert wird per Accelerometer oder WiiMote, was bereits erstaunlich präzise funktioniert.
Leider fällt diese Genauigkeit nicht wirklich auf, da die 3D-Objekte manchmal schnell und oft langsam über den Bildschirm hüpfen. Das ist gar keine Kritik, da ich in einem ersten Gedankengang an die historischen Speichersteine der Plastikbox, mit keiner so lauffähigen Umsetzung gerechnet hätte. Welche, der digitalen Abbilder (die hoffentlich als Original vorliegenden!) starten, ist vom Zufall gesteuert. Und auch auf eine Soundausgabe muss derzeit noch verzichtet werden. Ein paar Impressionen sind dagegen mit tanzenden Klängen untermalt.
DirektSmooth (HD-Video)
‘N64iPhone’ – über Nacht noch auf Version 0.6 gehoben – bleibt vorerst ein netter Zeitvertreib für Freunde der Technik.


Ein Freund dieser Technik ist auch Jonathan ‘NervGas’ Zdziarski, der an dieser Stelle bereits mehrfach im Zusammenhang mit dem Dev-Team und für die Aufdeckung von iPhone-Sicherheitslücken Erwähnung fand. Zdziarski hat seit der gestrigen Nacht seinen NES-Emulator ‘NES 3′ vom Cydia-Repository in das offizielle Verkaufsgeschäft von Apple portierte und zugelassen bekommen.
Das Programm findet sich unter dem Namen ‘Nescaline’ (5.49 €; App Store-Link).
Emulatoren kommt aufgrund der oft mehr als graugefärbten Rechtslage dabei immer eine besondere Bedeutung zu. Nescaline bringt fünf Spiele Huckepack im Gepäck, und lässt ‘lizenzoffene’ (Homebrew-) ROMS aus dem Internet nachladen. Natürlich hat es nicht lange gedauert, bis jemand versucht hat auch offizielle Nintendo-Software mit dem Emulator (erfolgreich) zu starten. Entgegen dem C64-Emulator ist dabei nicht einmal der (Jailbreak-)Zugang per SSH in den spezifischen Dateibaum notwendig, sondern lediglich eine ‘richtige’ Internetadresse.
Sein Entwickler bestätigt, das er die Rechtslage in die Hände (seiner) Kunden (über-)gibt.

In welchem Ausmaß sich Apple mit dieser App Store-Zulassung auf Konfrontationskurs mit den streitfreudigen Nintendo-Anwälten einlässt, scheint zweifelsfrei. Dagegen unwahrscheinlich ist, das die Verfügbarkeit von Nescaline über die Weihnachtszeit hinaus, in der jetzigen Version mit dem Nachladen von .NES-Dateien aus dem Internet, Bestand hat.
Update
Wie zu erwarten, verschwindet ‘Nescaline’ soeben weltweit wieder aus dem App Store.
Schlechte Idee: Webdienstleister schließen Kunden aus
von alex olma | 4 Dezember 2009 | 10:46 Uhr
Das iPhone zeichnet sich für Unmengen von Web-Verkehr aus. Im AdMob-Werbenetzwerk vereint das Apple-Telefon mittlerweile 50-Prozent des mobilen Datenaufkommens auf sich. Weltweit. Und dabei ist der von Google akquirierte Reklameanbieter keine kleine Nummer.

Nun sollte man denken, das die Inhaltsanbieter mit Freuden über diese Zuwächse an bislang unerreichten Lesern und potenziellen Werbekonsumenten, allgemein auch als ‘Kundschaft’ bezeichnet, durch die Decke springen.
Aus deutscher Perspektive, weit gefehlt. Zumindest wenn man die Aussagen des Springer-Konzerns, zukünftig iPhone-Nutzer nur über eine App Store-Bezahlanwendung zuzulassen, nicht als Publicity-Gag abtut. Die Online-Werbepreise müssen schon ziemlich im Keller sein, wenn die einmalige 79 Cent-Anwendung das finanzielle Ruder herumreißen soll. An den Inhalten oder einer aufgeklärten Internet-Nutzerschaft kann es ja wohl kaum liegen…
Seit dem gestrigen Donnerstag deaktivierte WolframAlpha, die semantische Online-Wissensbank, den Zugriff auf die iPhone-optimierte Suchdarstellung. Seit Mai streckten sich dessen Algorithmen-Fühler ins Netz. Die 40 €-treue iPhone-Anwendung landete Mitte Oktober im App Store (39.99 €; App Store-Link). Das 500 kb-Programm leistet dabei eine hübsche, mit einigen Tastaturkürzeln mehr bestückte Schnittstelle zur Webanwendung. Nicht mehr, nicht weniger.
Surft man dieser Stunden mit dem iPhone auf http://wolframalpha.com, wird mit einem App Store-Link der eindeutiger Kaufhinweis vermittelt. Die ‘Computing-Api’ der Anwendung ist natürlich kein Hokuspokus sondern übermittelt nur die ‘richtigen’ Signale, die durch einen UserAgent-Check im mobilen Safari ausgeschlossen wird. Verbirgt man seine iPhone-Identität, beispielsweise mit dem ‘UserAgent Faker’ über ein Jailbreak-iPhone, erhält man den Hinweis über die App Store-Anwendung nicht. Im Fall von WolframAlpha macht dies jedoch keinen Unterschied, da sich der Hinweis über die Bezahlanwendung einfach schließen und über die ‘nicht-optimierte’ Suche des Webdienstleisters benutzen lässt. Außerdem kann man weiterhin auf die mobile Webseite unter http://www.wolframalpha.com/mobile zurückgreifen.


Nichts liegt mir ferner, als die rechnende Wissensmaschine ohne einen Funken Werbung mit den Druckerzeugnissen des angesprochenen Zeitungsverlegers auf eine Stufe zu stellen. Leider liegt mir bis jetzt jedoch keine offizielle Stellungnahme vom WolframAlpha-Team zur Deaktivierung der iPhone-Maske vor. Daher lässt die Kombination der Abschaltung von http://www.wolframalpha.com/iphone/ im Zusammenhang mit dem App Store-Hinweis, der übrigens bereits Mitte Oktober auf http://www.wolframalpha.com eingeblendet wurde, auf keine positive Bilanz (um im entsprechenden Sprachstil zu verbleiben) des Internetdienstleisters blicken.
Jailbreak-Sofware: Orbit 1.1, Quickwidgets und SmartScreen
von alex olma | 22 November 2009 | 14:31 Uhr


Apple muss mit priorisierter Dringlichkeit an einer schnellen und übersichtlichen Homescreen-Navigation arbeiten. Es bleibt bis zum heutigen Tag unverständlich, das man von der letzten (im Zweifelsfall der elften) Homescreen-Seite nur einseitig rückwärts navigieren bzw. mit dem Home-Knopf ‘ausschließlich’ zurück auf die erste Seite springt kann.
Die Jailbreak-Software Orbit liegt seit wenigen Stunden in Version 1.1 vor. Die Neuerungen wurden lange erwartet. Mit einem Doppeldruck auf den ‘Home Button’ springt man jetzt in die Übersicht, von der sich alle Homescreen-Seiten aufrufen lassen. Für mich haben sich, die im Cydia Store investierten $1.99, längst amortisiert.
Bei der inoffiziellen App Store-Konkurrenz kann man generell noch mehr Geld ausgeben, muss es aber nicht. Derzeit erleben sogenannte Widgets für den ‘Entsperren’-Bildschirm Hochkonjunktur. SmartScreen und QuickWidgets schicken sich an, direkt aus dem ‘Lockscreen’ heraus Programmstarter und Schaltfläche für Kleinst-Applikationen zu werden.
Vorweggeschickt sei: Die Installation von beiden Jailbreak-Programmen kann man sich zu dieser Zeit getrost sparen.
QuickWidgets ist kostenlos, klickt sich jedoch nur sehr widerspenstig und ist in seinen Konfigurationseinstellungen eine wahre Designhölle. SmartScreen bietet sich sowohl in einer kostenfreien Lite-Version, als auch in einer $5-Bezahlvariante an, bei der die Widgets separat nachinstalliert werden müssen. Derzeit spricht die Herstellerseite von 15 verfügbaren Anwendungen, davon lassen sich in Cydia (von mir) jedoch nur vier aufspüren. Die Testversion ist limitiert auf drei gleichzeitig installierte Widgets.
Die zwei hervorgehobenen Lockscreen-Anwendungen sind natürlich nicht alleine und bekommen auch in Zukunft mehr ‘Bits-und-Byte’-Freunde. Jay Freeman, der Mann hinter Cydia, arbeitet im Verbund an einem Lockscreen-Framework namens Cydget.
Wie dem auch sei, dieser Beitrag dient zur Aufforderung an Apple mehr Informationen im Standby-Display abzubilden und sich eine flinke Homescreen-Navigation auszudenken.










