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van Alex Olma
24. Juni 2009 – 14:51 Uhr

Chaos = Ordnung, die wir nicht verstehen

Wie hinlänglich bekannt, gibt es zu iPhone-Produktveröffentlichungen generell Chaos.

Chaos bei den Aktivierungen. Chaos im App Store. Chaos beim Push. Chaos ums Tethering oder die MMS. Chaos bei den Jailbreakern. Überall…Chaos.

Beginnen wir unseren Streifzug durchs Kuddelmuddel bei dem unverhältnismässig hohen Ansturm. Diese Weblog hatte in der letzten Woche mit einem Ansturm der fünf bis sieben-fachen Besucherzahl gegenüber ’normalen‘ Zeiten zu kämpfen (und sich Dank des neuen Servers ganz gut geschlagen).

Als am Freitag alle neuen 3GS-Geräte gleichzeitig auf die Aktivierungsserver von Apple zugreifen wollten, streckte diese kurzfristig alle Viere von sich. Auch wenn vereinzelt (wie beispielsweise hier in den Kommentaren beschrieben) eine zweistellige Anzahl von Versuchen unternommen werden musste, irgendwann quetschten sich alle durch die – sicherlich nicht dünne – Leitung.

Im (mobilen) App Store sah es ähnlich aus. Ich persönlich flog zwar nur zwei-dreimal aufgrund zu hoher Nachfrage raus. Andere – mir zugespielte Erfahrungsberichte – kämpften anscheinend härter. Trotzdem war auch das alles nur ’semiproblematisch‘.

Als jedoch am gestrigen Dienstag mit BeejiveIM die erste sinnvolle Push-Anwendung freigeschaltet wurde, implodierte nach kurzer, aber erfolgreicher, Testlaufzeit das System. Auf Seiten der Anwendungs-Entwickler rangelte man mit ‚Spinning Wheel-‚, ‚Crashing‘- und ‚Connection‘-Problemen.

Die ‚Push‘-Skalierung versagte erst gegen Mittag. In den frühen Morgenstunden (6 Uhr) testete ich mit einem Freund die ganz aktuell veröffentlichte Anwendung und war komplett begeistert. Am Abend konnte ich mich nicht in einige Account einwählen, geschweige denn eine Nachricht versenden. Vor zwei Stunden war BeejiveIM sogar kurzfristig komplett aus dem deutschen App Store verschwunden. Wenn man ganz still ist, kann man praktisch die schwitzenden Server im Hintergrund spüren…

Große Verwirrung auch beim Tethering und den MMS. Während die Amerikaner damit wenig Probleme haben, weil AT&T höchstpeinlich nicht rechtzeitig seine Infrastruktur auf die Reihe gebracht hat, ist in Deutschland das große Schweigen ausgebrochen. Nach mehrfachen Hotline-Aussagen, Tethering bei T-Mobile würde 25 € (!) extra kosten, habe ich bei der Pressestelle nachgefragt.

„Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis wir hier konkret werden können“, war die relativ unbefriedigende – aber offizielle – Antwort. Nichtsdestotrotz funktioniert mit einer richtigen Datei die Tethering-Freischaltung.

Experimente, sowohl technischer als auch anbieterseitiger Art, sollte jeder nur auf eigene Gefahr durchführen.

O2, offizieller iPhone-Anbieter in UK traf dazu bereits eine klare Aussage: Die iPhone-Verbindung kann am Laptop für £15 genutzt werden, wer dies nicht extra bezahlt wird ausgeschimpft und abgeklemmt.

Under those terms we reserve the right to charge customers making modem use of their iPhone or disconnect them. If customers wish to use the Internet Tethering feature on their iPhone 3G or iPhone 3G S, we recommend taking the Bolt On which is available from Friday 19 June.

Apropos abgeklemmt. Auch dem Dev-Team ging so langsam das Muffensausen. Großspurig kündigte man in der letzten Woche den 3G-Unlock an und lieferte dann tagelang nicht aus. Erst waren die PINs, der SIMs Schuld, dann das YouTube. Was am gestrigen Dienstag schlussendlich mit ‚ultrasn0w‚ Online gestellt wurde, scheint zu funktionieren. Trotzdem häufen sich im gleichen Zusammenhang die Fehlerberichte was den Jailbreak angeht. Fehlendes ‚Push‘, kein YouTube und (gewohnt) hunderte von Kommentaren, die trotz allen Bemühungen keinen Empfang bekommen.

Außerdem hätte ich gerne erklärt (rhetorische Frage!), welches der drei Werzeuge (PwnageTool, QuickPwn oder redsn0w) zu Verwenden sind…

Das Tohuwabohu geht weiter. Mit Geohot. Der junge Mann hat bereits wenige Tage nach der 3GS-Vorstellung Code im iBoot des neuen Gerätes ausführt und springt freudigen Schrittes in eine mögliche Jailbreak-Zukunft. Für Endanwender ist jedoch bislang keine Software verfügbar.

Verfügbar war lediglich eine bunte Auseinandersetzung an der Hacker-Front. Die AugenInternet-Zeugen verfolgten dabei ein wirres Gerangel um Spenden. Das Dev-Team rief (erstmals) zu einer finanziellen Unterstützung auf, um ein 3GS-Testgerät zu erwerben. Daraufhin steuerte der Inhaber von QuickPWN.com runde 1.500 Dollar bei, die jedoch das Dev-Team ablehnte und lieber seine Domain zurück hätte. Der gute Mann war während Firmware 3.0 Beta-Zeiten immer wieder durch (ininoffizielle) Jailbreaks in die Schlagzeilen gekommen und fiel damit beim Dev-Team in Ungnade.

Zählen wir Firmware-Veröffentlichung und den iPhone 3GS-Start zusammen, reicht mir die Summe an Chaos in den letzten sieben Tagen erst einmal aus. Deshalb zum Abschluss (ganz unchaotische) zwei beruhigen Bilder, der lange erwarteten iPhone-Schutzfolie im Retro-Stil.

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via Infectious

Ach.

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