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van Alex Olma
10. Juni 2010 – 13:10 Uhr

Änderung der App-Store-Entwicklervereinbarung: Auswertung für ‚unabhängige‘ Werbeanbieter gestattet

Apple überarbeitet seine iOS-Entwicklervereinbarung im Abschnitt 3.3.9, die erst nach „schriftlicher Genehmigung“ eine Verwendung von Statistik-Werkzeugen zum Einfangen von „werberelevanten“ Informationen erlaubt. Sollte der Nutzer einer Verarbeitung seines Aufenthaltsortes, der UDID-Gerätenummer und „anderen Daten für explizite Reklameschaltungen“ zustimmen, dürfen diese – ausschließlich von „unabhängigen Werbeanbietern“ – verarbeitet werden.

Die Textpassage über den „independent advertising service provider“ lautet wie folgt:

[…] an advertising service provider owned by or affiliated with a developer or distributor of mobile devices, mobile operating systems or development environments other than Apple would not qualify as independent […]

via AllThingsDigital

Es gehört nicht viel Interpretationskraft dazu, aus dem Textabschnitt herauszulesen, dass die von Google im letzten Dezember akquirierte Werbebude ‚AdMob‘ sich nicht als „unabhängig“ qualifiziert. „Adsense-Reklame“ dürfte den derzeitigen Großteil der werbefinanzierten Anwendungen im App Store ausmachen. Unter Berücksichtigung über die am 01. Juli startende iAds-Plattform, mit der Apple selbst in die Werbevermarktung einsteigt, steckt ordentlich Zunder hinter der aktuellen Textänderung.

BusinessWeek.jpg

via Businessweek

Zum Hintergrund: Im Dezember 2009 krallten sich sowohl Apple als auch Google zwei Anbieter für mobile Werbung. Google legte für AdMob mehr Geld auf den Tisch als Apple, wodurch sich Cupertino zum Kauf von Quattro Wireless entschied.

Die beiden US-Firmen stehen sich mittlerweile in vielen Geschäftsbereichen gegenüber. So vermietet Googles YouTube seit Jahresbeginn digitale Filme und schießt damit auf das iTunes-Verleihgeschäft. Mit Google Voice ist Mountain View bereits seit längerer Zeit (in den USA) auch Telefonanbieter, bekommt eine native Anwendung jedoch nicht durch den App-Store-Genehmigungsprozess. Seit Anfang Juni spürt die mobile Suchmaske von Google – ohne iTunes-Hilfe – auch App Store-Anwendungen auf.

Auf der anderen Seite schafft Apple in iOS 4 einen Platz für Microsofts ‚Bing‘ als dritte Suchmaschine.

Der jetzt geänderten Entwicklervereinbarung ging der ‚Unmut‘ über ‚Flurry Analytics‚ voraus, die durch integrierte App-Frameworks neue iPhone-Geräte auf dem Cupertino-Campus aufspürten und diese Daten veröffentlichten. Apple untersagte daraufhin die Datenauswertung durch Drittanbieter komplett, die unter den oben aufgeführten Bedingungen jetzt wieder gelockert wurden.

-> D8: Steve Jobs on iAds Restrictions

Verständlicherweise zeigt sich AdMob-Gründer Omar Hamoui nicht erfreut über den anvisierten Fahrplan der Apple-Politik.

Let’s be clear. This change is not in the best interests of users or developers. In the history of technology and innovation, it’s clear that competition delivers the best outcome. Artificial barriers to competition hurt users and developers and, in the long run, stall technological progress.

via AdMob

Er kündigt an, das Gespräch mit Apple zu suchen: „We’ll be speaking to Apple to express our concerns about the impact of these terms.“.

Die Bezeichnung ‚Kriegserklärung‘ fällt im Zusammenhang mit Apple und Google seit mehreren Jahren. Auch für diesen ‚Kriegsschauplatz‘ fand sie wieder reichlich Verwendung. John Battelle „It’s Official – Apple Kicking Google Out of iWorld“ sieht Apple den Fehdehandschuh werfen, während John Gruber es einen „dick move on Apple’s part“ nennt, aber trocken feststellt: „Google started this.“.

DirektiPad

Bemerkenswert bleibt, das Steve Jobs mit seiner Aussage „Search Hasn’t Happened On Mobile Devices“ Recht zu behalten scheint. Anders lässt sich das verstärkte Interesse von Google an Reklame-Schaltungen innerhalb von Anwendungen nicht auslegen. Anfang Juni stellte AdMob neue Werbeformate und eine überarbeitete iPad-Integration vor, die (zumindest vorerst) für die Apple-Plattform hinfällig sein dürfte.

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