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van Alex Olma
11. Januar 2017 – 15:08 Uhr

„Auf die nächsten 10 Jahre!“

Phil Schiller sprach mit Steven Levy zum runden iPhone-Geburtstag.

Schiller hopes that 50 years people will look back at this point and say, “Wow, they didn’t realize how much was to come — in fact, others missed it because they were busy running around looking for other things. Everyone has their opinions at this point, but it could be that we’re only in the first minutes of the first quarter of the game,” he says. “I believe this product is so great that it has many years of innovation ahead.”

Phil Schiller on iPhone’s Launch, How It Changed Apple, and Why It Will Keep Going for 50 Years

Später mehr dazu.

10 Jahre ist eine lange Zeit. Und irgendwie auch nicht. Das iPhone revolutionierte schlussendlich nicht (nur) die Mobilfunkbranche, sondern zog Furchen durch die gesamte Computerindustrie. Das iPhone war nicht wie ursprünglich angenommen ein teures Telefon, sondern ein preiswerter PC.

Das geschah aber noch nicht mit dem iPhone Classic, dem iPhone 3G, 3GS oder iPhone 4. Rückblickend waren das alles Nischenprodukte. Erst mit dem iPhone 4s, im Oktober 2011, ging das Hockeyschläger-Diagramm steil.

Peak iPhone

Heute, im Jahr 2017, fallen Prognosen wie „Peak iPhone“. Der Zenit sei überschritten; ein Höhepunkt erreicht. Immer wenn sich jemand mit einer solchen Überschrift hervorwagt, finde ich das ein bisschen amüsant. Diese Artikel, von denen wir im letzten Jahr einige hatten, beziehen sich nämlich fast immer nur aufs quantitative Wachstum. Genau genommen das Wachstum gegenüber dem Vorjahr und primär im Verständnis von Wall Street. Selten wird in diesen Artikeln zwischen der Apple Aktie (AAPL) und Apple der Firma (mit ihren Produkten) unterschieden.

Fest steht: Wer heute ein Smartphone will, der hat auch eins. Wachstumsmärkte wie China sind in Angriff genommen. Sie sind noch (lange) nicht erobert, aber sie sind zumindest besetzt.

Q1/2015 war für Apple ein beispielloses Monsterquartal. Die neue Bildschirmgröße des iPhone 6 und 6 Plus resultierten in 74.5 Millionen verkauften iPhones. Alles in nur drei Monaten wohlgemerkt. Das sind Momente, in denen die Aussichten von Analysten und (ganz normalen) Kunden zusammenfallen. Apple hatte durch das iPhone viele dieser Momente in den letzten Jahren.

Die Jahre 2015 und 2016 verliefen anders.

Apple litt – eindeutig selbstverschuldet – im letzten Jahr unter einer miserablen Informationspolitik. Man tat sich schwer Analysten die rückläufigen iPhone-Zahlen zu erklären. Man stolperte geradezu durch einige Telefonkonferenzen der Quartalszahlen, in denen keine Story zu erkennen war.

Das MacBook-Pro-Event vermisste einen Ausblick, mit der Apple vielen der leidenschaftlichen Mac-Kunden, die ihrer Kritik anschließend Luft machten, den Wind aus den Segeln hätte nehmen können. Apple hätte diesen Kunden sehr einfach eine Zukunft von macOS versichern können.

Ich bin mir sicher, Apple zieht den Mac in den nächsten Jahren nicht nur mit. Er wird ein strategisches Puzzleteil im Line-up bleiben. Auch Tim Cook ist sich sicher. Eine offensichtlich geleakte Mail ist aber nicht annähernd so bestärkend wie ein offizielles Statement.

Die AirPods, ein fundamentaler Bestandteil der Geschichte rund ums iPhone 7, missglückte. Apple verzichtete darauf die Verzögerung des Verkaufsstarts zu erklären.

Von der schlechten Informationspolitik für Kunden und dem fehlenden Ausblick für Wall Street sollte man jedoch nicht die eigentliche Produktqualität in Frage ziehen. Das iPhone, das iPad, die Watch und das MacBook sind besser als jemals zuvor und das beste Argument für eine erfolgreiche Zukunft.

Wette nicht gegen das Smartphone!

Ich teile die Sorgen, das Apple den nächsten Trend – der vielleicht Google Home, Amazon Echo oder Microsoft HoloLense einschließt, verschlafen könnte, weil es ihnen durch das iPhone zu gut geht. Große Firmen fahren, oft geblendet durch den eigenen Erfolg, nicht selten an die Wand. Erfolg verdeckt Fehler und erfolgreiche Firmen scheitern nicht selten weil sie einfach still stehen und die eigene ‚Cash Cow‘ nicht hinterfragen. Nokia und BlackBerry fallen mir dafür als erstes ein.

Als eine echte Herausforderung erachte ich es außerdem die eigenen Angestellten mit coolen Produkten in der Firma zu halten. Es ist nur begrenzt spannend am Update von iOS 10.3 zu arbeiten, wenn man als kleines Start-up auch die Möglichkeit hätte Löcher in altbackene Branchen zu schießen. Die Abgänge von Daniel Gross und Chris Lattner sind dieser Tage dafür die besten Beispiele.

Doch davon abgesehen: Das Smartphone ist weit entfernt von einem Peak. Schon heute ist absehbar, dass unser Telefon in den nächsten Jahren das Finanz- und Transportwesen umkrempelt – ganz zu schweigen von Kamera-Companys wie Nikon oder Canon.

Nochmal Schillers Zitat:

Schiller hopes that 50 years people will look back at this point and say, “Wow, they didn’t realize how much was to come — in fact, others missed it because they were busy running around looking for other things. Everyone has their opinions at this point, but it could be that we’re only in the first minutes of the first quarter of the game,” he says. “I believe this product is so great that it has many years of innovation ahead.”

Schiller trommelt zum 10-jährigen iPhone-Geburtstag nicht aus Prinzip. Er trommelt nicht weil das iPhone im Moment Apples übermachtiges Standbein ist, sondern weil er weiß, dass das Smartphone auch in den nächsten Jahrzehnten für uns alle wichtig bleibt.

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