Im Herbst letzten Jahres stellten wir euch die iPhone-Applikation Podcaster vor. Alleine aus technischer Sicht war das Programm damals recht unspektakulär, brachte durch seine App Store-Ablehnung jedoch ein Fass von schäumenden Entwicklern zum überlaufen.
Als offizielle Apple-Absage galt damals die ‚duplizierte iPhone-Funktionalität‘. Entwickler Almerica (Twitter-Account) verkaufte daraufhin Versionen seiner Software per manueller Paypal-Zahlung über den Adhoc-Vertrieb, bis ihm Apple komplett den Hahn abdrehte. Es wird jedoch gemunkelt, das der ‚Eigenvertrieb‘ der teils $9.99- bzw. $0.99jetzt $4.99-teuren Software die Entwicklungszeit erfolgreich refinanziert hat…
Eine – nach eigenen Aussagen – abgespekte Version („The app is a stripped down version of Podcaster. I took it down to basics and gave it a really good foundation.“) erreicht jetzt als ‚Rss Player‘ (1.59€; App Store-Link) doch noch den App Store. Darin ist es möglich RSS-Feeds mit Audioinhalten ohne 10MB-Limit über das Mobilfunknetzwerk herunterzuladen. Derzeit werden Dateien natürlich nur solange aus dem Netz gezogen, wie das Programm geöffnet bleibt.
Alex Sokirynsky fährt jedoch weiterhin zweigleisig und bietet einen Aktivierungs-Code für ‚den Podcaster‘ in Version 1.4 über seine private Webseite zum Download.
Warum es Apple toleriert, dass zugelassene iPhone-Entwickler ihre Software vorbei am App Store veräußern und dessen offizielles Programm auch ohne Download-Begrenzung – für eine offensichtlich Megabyte-intensive Applikationen – zulassen, bleibt mir schleierhaft.
In der Telefonkonferenz zu den ersten Apple Quartalszahlen 2009, zeigte Tim Cook den zugeschalteten Journalisten auf Nachfrage konkurrierender Produkte ein bisschen die Zähne indem er sagte:
We approach this business as a software platform business. We are watching the landscape. We like competition as long as they don’t rip off our IP [Intellectual property]. And if they do, we will go after anyone who does.
Obwohl Cook keine Produkt- oder Firmen-Namen nannte, antwortet die Palm Pressestelle vor wenigen Tagen mit einem Kommentar gegenüber John Paczkowski, Digital Daily:
„Palm has a long history of innovation that is reflected in our products and robust patent portfolio (31 pages of patents in Google Patent Search), and we have long been recognized for our fundamental patents in the mobile space,” she told Digital Daily. “If faced with legal action, we are confident that we have the tools necessary to defend ourselves.“
Den (teils erzwungenen) ‚Trash-Talk‘ sollte man nicht überbewerten. Auch in Amerika richtet sich die Patentvergabe und -Bestätigung nicht automatisch an Denjenigen, der am lautesten weinend und schreiend am Boden liegt.
World of Apple verlinkt aktuell ein Patent-Dokument mit der Nummer 7.479.949, das uns bereits seit Mai 2008 verfolgt – damals noch mit einer inoffiziellen Bezeichnung: ‚The iPhone Patent‘.
Der jetzt vom ‚US Patent Office‘ abgesegnete – und 358 Seiten starke – Schrieb trägt den Titel:
Das Schriftstück ist auf den 20.01.2009 datiert und enthält als Patent-Begünstigten (unter anderem) Steve Jobs und Scott Forstall.
Ohne mir das umfangreiche Manuskript komplett zu Gemüte geführt zu haben, klingt die Zusammenfassung stark nachdem, was das iPhone an Technik beinhaltet. Mögliche Streitigkeiten überlasse ich Anwaltsbüros und Gerichten:
A computer-implemented method for use in conjunction with a computing device with a touch screen display comprises: detecting one or more finger contacts with the touch screen display, applying one or more heuristics to the one or more finger contacts to determine a command for the device, and processing the command. The one or more heuristics comprise: a heuristic for determining that the one or more finger contacts correspond to a one-dimensional vertical screen scrolling command, a heuristic for determining that the one or more finger contacts correspond to a two-dimensional screen translation command, and a heuristic for determining that the one or more finger contacts correspond to a command to transition from displaying a respective item in a set of items to displaying a next item in the set of items.
So könnte jeder Morgen losgehen. Wie bereits am gestrigen Montag veröffentlicht Apple einen neuen iPhone-Werbespot. Darin wirken die folgende drei (kostenpflichtigen) Applikationen mit:
Beim Namen Ponoko klappert es eventuell noch bei dem einen oder anderen Podcast-Hörer in den Ohren: Wie in der ‚Bits-und-so‘-Weihnachts 25C3-Folge aus Berlin kurz angesprochen, stellt euch der Online Design-Shop eine kleine persönliche Fertigungsanlage für jegliche Produkte zur Verfügung.
Man kann auf deren Webseite nicht nur seine eigenen Artikel entwerfen und sich dann zusenden, sondern sich auch das Material und die Einzelteile für bereits geplante Fabrikate bestellen und diese mit einem Laser in die gewünschten Maßen zurechtschneiden lassen.
Dort kostenlos zum Download angeboten wird derzeit eine Eps-Datei, die den Bauplan für einen ‚iPhone Dokumenten-Scanner‘ beinhaltet. Wer haufenweise Zeug mit der (zugegebenermaßen) bescheidenen iPhone-Kamera ablichtet, darf über eine Bestellung nachdenken.
Ansonsten tut’s für die digitale Erfassung der meisten Artikel sicherlich auch ein haushaltsüblicher Flachbrett-Abtaster…
Mit lustigen Neonkreisen bizarre Stirnband-Smileys einkesseln klang im ersten Moment ganz vielversprechend und sah im bunten Gewand recht unterhaltsam aus. Ist es absolut nicht und entpuppt sich als komplette Fehlinvestition, bei der mich die investierten fünf Testminuten am meisten schmerzen.
Als Webseiten- oder Blog-Betreiber muss darf man sich eventuell mit der Verwaltung eines Google Adsense-Accounts beschäftigen, welcher einige Werbe-Cent zur Finanzierung des Server-Webspaces beiträgt. Oder auch nicht.
Um seine Ausbeute Einkünfte komfortabel im Blick zu behalten, ist die Aufwendung von 0.79€ notwendig. iEarn bietet eine Übersicht der letzten Einnahmen, die individuell aufgeschlüsselt nach Zeitraum und Klick-Statistiken angezeigt werden können.
iPhone-Entwickler ’nuudles‘ setzte mit ‚Osu!‘ ein Musik- und Rhythmusspiel im Stile vom Nintendo DS Elite Beat Agents um. Aus einer Selektion von freien und kommerziellen Musiktiteln lässt sich auswählen, die anschließend mit eurer Fingereingabe taktvoll begleitet werden. Verschiedenste Gesten sind notwendig um die Lebensleiste und erreichte Punktezahl hoch zu halten.
Seit letztem Herbst befindet sich das Spiel in einer geschlossenen und danach offenen Beta-Testphase und ist derzeit über Cydia für iPhones mit Jailbreak herunterzuladen. Eine offizielle App Store-Version ist eingereicht und wartet auf das Go! von Apple.
Über das schon etwas länger verfügbare iShoot von Ethan Nicholas bin ich erst jetzt gestolpert und darf eine wärmste Empfehlung aussprechen. Das rundenbasierte Strategiespiel lässt euch mit unterschiedlichen Panzer-Geschossen auf andersfarbige Kettenfahrzeuge ballern. Das Prinzip kennen alle Freunde der Worms-Serie aus dem Hause Team 17 nur zu gut.
Der richtige Schusswinkel, die dazu passende Feuerkraft und Position wollen gefunden werden, um eure abgefeuerte Munition im anvisierten Ziel einschlagen zu lassen.
In der letzten Nacht erreicht ‚Read‘, ein weiterer iPhone-Werbespot, das Internet.
Als Applikation zum ‚Lesen‘ auf dem Apple Telefon werden vorgestellt: Yelp (kostenlos, ausschließlich im US-Store), OsiriX (15.99€, App Store-Link) und Classics (3.99€, App Store-Link)
Bjango lässt euch mit einer iPhone-optmierten iStat-Systemanzeigen den Gesundheitszustands eurer Macs kontrollieren. Unter Beobachtung stehen Statistiken und Graphen für die CPU, den verwendeten Speicher, die Lüfter oder den verbleibenden Festplattenplatz – alles und noch viel mehr verschnürt in einer schnuckligen App Store-Applikation.
Auf dem bzw. den zu beobachtenden Mac-Computern ist dazu eine kleine kostenfreie Zusatzsoftware notwendig, die sich beim ersten Verbinden des iPhones mit einer fünfstelligen Nummer autorisiert. Im heimischen Netzwerk bleiben euch durch die Verwendung des automatischen Bonjour-Netzwerkservices, komplizierte Port- oder IP-Eingaben erspart. Mit ein ein bisschen mehr Aufwand lässt sich die Verbindung jedoch auch aus dem 3G-Netz herstellen und gibt euch so die Möglichkeit von überall die wichtigsten System-Angaben zu kontrollieren.
Zusätzlich gibt’s eine Einsicht in die technischen Statistiken des iPhones, für dessen Implementation schon Applikationen für den App Store abgewiesen wurden. Hier kann man beispielsweise seinen ‚Unique Identifier‘ oder die WiFi Mac-Adresse einsehen und per E-Mail versenden. Für mich sehr hilfreich, wenn Entwickler mir noch nicht veröffentlichte iPhone-Programme via Adhoc-Brücke zukommen lassen wollen – diese Zahlen- und Nummernkombination konnte ich mir bislang nämlich noch nicht einprägen…
Das Tracerouting und Ping Diagnose-Werkzeug, welches auch im eingebetteten Herstellervideo zu sehen ist, ermittelt für alle erwünschten Internetadressen dessen zurückgelegte IP-Strecke.
Fazit
Wer eine ausgelastete Rechenmaschine zu Hause stehen hat und gerne über dessen Zustand informiert bleibt, freut sich darüber nicht ständig eine VNC-Verbindung öffnen zu müssen. Das Programm kommt in einer optisch übersichtlichen Verpackung, die sich sehr intuitiv und iPhone-like bedienen lässt und seine 1.59€ wert ist.