Bits und so #425 (Los watchOS)
iOS 9: der Split-Screen-Mode fürs iPad
Jason Snell titelt richtig: „The iPad won the keynote.“1
Slide Over, Split View und Picture in Picture ändern fundamental die Bedienung des Tablets. Ich tippe diese Zeilen in der neuen Notiz-App, die sich den iPad-Bildschirm im Querformat mit einem Safari-Fenster teilt. Beide Apps sind vollständig sichtbar, aber komplett unabhängig von einander zu steuern. Ich kann Textauszüge und Bilder per Copy & Paste übernehmen. Ich kann auf die korrekte Schreibweise von Namen und Zitaten achten ohne umständlich zwischen den Apps hin und her zu springen. Klicke ich einen Link in meiner Notiz-App an, öffnet er sich auf der anderen Bildschirmhälfte in Safari.
Diese neue Erweiterung, mit der sich das iPad erstmals ernsthaft vom iPhone absetzt, lässt sich sowohl produktiv einsetzen, aber auch beim Lümmeln auf der Couch. Es bedarf wohl keiner Erklärung, warum die Kombination aus Twitter + einer Live-(Sport‑)Veranstaltung genau diesen Mode braucht. Genauso offensichtlich ist die Combo: Facebook Messenger + Giphy.com; oder der ‚Bild in Bild‘-Mode für einen FaceTime-Videoanruf.

Split View ist dem iPad Air 2 vorbehalten2. Ich schreibe diese Gerätebeschränkung dem 2 GB Arbeitsspeicher sowie dem A8-Prozessor zu. Für den Nutzer darf es keinen Performance-Unterschied geben, egal welche zwei Apps er kombiniert. Und natürlich ist die Funktion ein Wink mit dem Zaunpfahl auf ein iPad mit noch größerem Bildschirm.
Neben der Bildschirmteilung, die intern den Projektnamen ‚Medusa‘ trug, hat mich die fast ausschweifende Aufmerksamkeit für Bluetooth-Keyboards überrascht.

Neben den ‚Shortcuts‘, über die man per Tastatur nun durch Mail oder Safari pflügt, bekommen wir mit iOS 9 auch einen CMD-Tab-Switcher, so wie wir ihn vom Mac kennen. Vorbei sind die Zeiten in denen wir jedes Mal die Finger von der Tastatur heben mussten um die App zu wechseln.
Aber auch Bildschirm-Tipper bekommen Unterstützung: Die ‚Shortcut Bar‘, die je nach Anwendung angepasste Funktionen mitbringt, kennen wir bereits aus diversen App-Store-Apps. Apple räumt dafür jetzt systemweit Platz auf der QuickType-Tastatur ein.
Legt man zwei Finger auf den Bildschirm (egal wo), wechselt man in den Cursor-Mode, der Textstellen präzise anvisiert und markiert. Das geht übrigens auch auf dem iPhone.

Kombiniert man das neue Fenstermanagement und die (Bluetooth‑)Tastaturerweiterungen mit der iCloud-Drive-App (➞ Einstellungen ➞ iCloud ➞ iCloud Drive) sowie den Deep-Link-Funktionen, nimmt das iPad mit iOS 9 in diesem Jahr einen der größten Sprünge.
Apple Music – Worldwide

Apple Music war ein schwer zu ertragender Abgang einer ansonsten guten Keynote.
The new Apple Music service/app/thing occupied the celebrated “one more thing” position, and it was painful to watch. Apple used five presenters—Jimmy Iovine, Trent Reznor, Drake, Zane Lowe, and Eddy Cue—to try to explain what Apple Music is and why we should care, and they all failed.
Zu keinem Zeitpunkt rechtfertigte Apple Music sein ‚One more thing…‘-Label. Insbesondere wenn jeder, wirklich jeder, vorab wusste dass Apple seinen Streamingservice zur WWDC vorstellt.
Apple geht grundsätzlich respektvoll mit der Zeit seiner Zuschauer um. Für die letzten 40 Minuten der gestrigen Veranstaltung war das nicht der Fall. Es war eine konfuse Präsentation, der es nicht half mit den technischen und finanziellen Eckdaten (Preis, Verfügbarkeit, Offline-Playlisten?, Katalogumfang? etc.) bis zum Schluss zu warten, beziehungsweise diese Fragen einfach zu überspringen.
Natürlich kann man keinen Musikservice vorstellen ohne dabei auch Musik vorzuspielen – und trotzdem wirkt das kurze Anspielen von Songs grundsätzlich fehlplatziert. Man hätte das Gewicht der musikalischen Abschnitte auf die vorproduzierten Clips verlagern sollen. Die funktionierten nämlich. Die ausschweifenden Demos erklärten dagegen wenig; diverse Floskeln fielen doppelt und dreifach.
Apple Music huscht mit iOS 8.4 in drei Wochen auf alle iOS-Geräte (und auf den Mac, PC sowie später Android). „It’s a big deal.”
Das kippt die Musikindustrie abermals in eine Richtung, die sie vor ein paar Jahren noch konsequent ablehnten. Musikstreaming ist nicht neu, aber so zersplittert wie sich derzeit die unzähligen Teilnehmer aufstellen, hat es irgendwie auch noch nicht richtig angefangen. Apple Music hat das Potenzial, das zu ändern.
Es ist kein Zufall, das Apple gestern den iPod aus der Menüzeile seiner Webseite schubste, der dort über ein Jahrzehnt das Image der Firma prägte. So viel Pathos hilft aber nicht, wenn man es nicht gleichzeitig schafft Apple Music kurz und knapp zu erklären. Dem iPod gelang das in einem einzigen Satz: „One thousand songs in your pocket.”
„All the ways you love music. All in one place.“ fehlt Fokus, und das merkte man in der gestrigen Präsentation.
Jetzt im Videostream: die Keynote der WWDC 2015

Ein Mitschnitt der heutigen Veranstaltung steht ab sofort als Stream online. Mit El Capitan, Apple Music, iOS 9 und watch OS 2 gibt es eine Menge an Details zu entpacken. Apples Homepage ist dafür in diesem Moment die erste Anlaufstelle.
Live und in Tweets: die Keynote der WWDC 2015
Ab 19 Uhr unserer Zeit startet gleich die Keynote der diesjährigen WWDC. Jeder kann mitschauen – übers Web am iPhone und iPad oder an einem Apple TV.

Seitdem Apple streamt, ist ein akribisches Mitschreiben während dieser Events für mich überflüssig nur mäßig spannend. Unter anderem weil ich davon ausgehe, dass jeder der hier mitliest, nebenbei auch zuschaut.
In den vergangenen Jahren habe ich deshalb diese ‚Live-Beiträge’ nur mit ein paar kurzen Kommentare begleitet. Dieses Jahr überlasse ich die Geschichtsschreibung der nächsten zwei Stunden den besten Tweets, die ich dazu in meiner Timeline finde.
Einige meiner lustigsten Keynotes erlebte ich im ‚Tweet-Stream‘ – unabhängig davon wie unterhaltsam die eigentliche Bühnenshow war. Genau davon keine Aufzeichnung zu besitzen, fand ich immer besonders schade.
Ob’s klappt, ob’s überhaupt übertragbar ist, weiß ich nicht.
Den Versuch, unser aller Abendprogramm mit ein paar treffenden Tweets zu untermalen, wird aber gewagt. Mit einem Klick geht es zur Einzelseite, die ich im Verlauf der Keynote wiederholt aktualisiere.
Euch und mir: Viel Spaß!

Overcast: Podcast Player (+ Video)
In ein paar Stunden startet die WWDC 2015. Das wird zu vielen Meinungen führen. Meinungen, die unter anderem in Podcasts wiedergegeben werden. Für meinen Podcast-Konsum bin ich kürzlich auf Overcast (kostenlos; universal; App-Store-Link) gewechselt und habe den Grund in ein kurzes Video1 verpackt.

(Vimeo)
Eine kleine Ergänzung, weil ich mir nicht sicher bin ob’s im Beitrag richtig rüberkam: Die Apple Watch behält als Podcast-Fernbedienung im gleichen WiFi-Netz die Verbindung zum iPhone. Der Bluetooth-Kopfhörer, der mit dem Telefon verbunden ist, ist auf die kürzere Bluetooth-Reichweite beschränkt. Zwar kann sich der BT-Kopfhörer auch direkt mit der Uhr koppeln, ist derzeit dann aber limitiert auf die Musik, die man lokal auf der Uhr synchronisiert.
- Alle meine Videos finden sich über die Suche hier im Blog, YouTube, Vimeo oder im Podcast-Feed (iTunes-Link). ↩
MightyDeals und Noka Studio [Sponsor]
MightyDeals ist erneut mein Sponsor in dieser Woche. Ihr aktuelles Highlight-Angebot: ein Design-Bundle aus 500 Vektorgrafiken von Noka Studio.
Die Kollektion wiegt 530 Megabyte und umfasst ein Dutzend Kategorien – von Logos für Feiertage, über (Speisekarten‑)Symbole für Restaurants, bis zu klassischen Stempelmotiven. Die flachen Icons aus der Rubrik Schule und Kalender interessieren ganz bestimmt auch App-Entwickler.
Alle Grafiken liegen als lupenreine EPS-Dateien vor, die ohne Qualitätsverlust auf jede Größe gezogen werden können. Das beste Detail: Alle Motive sind nicht nur privat zu verwenden, sondern ohne Einschränkung auch geschäftlich – beispielsweise für die nächste Weihnachtskarte an die Kunden oder für die Firmenwebseite.
Noka Studio verkaufte diese Designer-Kollektion bislang für 850 US-Dollar. In den nächsten Tagen ist sie für 17 US-Dollar zu laden. Klickt euch unbedingt zum Preview durch.
Vielen Dank an MightyDeals, die dieses Rabatt-Angebot von Noka Studio – sowie viele andere mehr – realisieren und das iPhoneBlog.de unterstützen.
‚Relook‘ retuschiert Porträtfotos
„Eitelkeit ist das letzte Kleid, das der Mensch auszieht.“

(Vimeo)
Relook (universal; 3.99 €; App-Store-Link) erzielt außergewöhnliche Ergebnisse. Es ist eine diese Apps, die mich kurz innehalten lässt: „Dafür brauchten wir vor ein paar Jahren noch Photoshop!“ Nicht (nur) die Prozessorpower, sondern allem voran das Wissen, wie und wo man den digitalen Pinsel ansetzt. Heute nimmt man vier Euro in die Hand und legt zwei Finger auf.
Ich habe ernsthaft den heutigen Vormittag damit verbracht die beigelegten Demo-Gesichter aufzuhübschen. Die gröbsten ‚Touch-ups‘ lassen sich bereits mit einer Handvoll an freien Minuten erledigen.
Super-verständlich: Zu jedem Tool aus den Kategorien Retuschieren, Formbearbeitung, Farbtöne und Looks, sind Erklärvideos vorhanden (die sich auch auf der Webseite anschauen lassen). Ein Werkzeugwechsel verläuft absolut flüssig. Ich habe nie darauf gewartet, dass eine Änderung greift. Das Ergebnis sind sehr natürliche Effekte. Um mit Relook ein Gesicht zu entstellen, muss man sich sehr unbegabt anstellen.
Der Export eines geshoppten Porträts lässt sich mit einem In-App-Upgrade als PSD-Datei an den Desktop übergeben – inklusive aller Ebenen. Mir reicht es das Bild verlustfrei zurück in die Fotobibliothek zu spielen. Das dabei in Version 1.0 die Exif-Metadaten flöten gehen, ist nicht nur mir, sondern auch dem Entwickler aufgefallen. Ein Bugfix hängt bereits im App-Store-Reviewprozess.
Das Level an Professionalität, die hinter Relook steckt, merkt man am (optisch) dezenten Auftritt der App – vom Logo über die iTunes-Screenshots bis zur eigentlichen Benutzeroberfläche. Das sei deshalb so ausdrücklich betont, weil diese Kategorie von Apps zu Ausrutschern geradezu einlädt.

