Ungleiche Vergleiche

Wer das nächste Mal eine IDC-Statistik liest oder ein Zahlenspiel von Gartner rezensiert (geschweige denn darüber bloggt), und nach (s)einer Meinung sucht, sollte zuvor 'Winning' and 'losing' gelesen haben.

Might I kindly submit that the market share versus profit share debate, like much of the “journalism” surrounding Apple and Google, has more to do with tech culture war shenanigans than actual analysis. Arguing over which single metric best indicates who is “winning” is reductionist and silly. There’s no good reason for it, other than to satisfy a partisan streak that, to one extent or another, resides at the heart of almost all tech commentary. I’m of the opinion that market share and profit share are valuable data points, but like any other types of data, they’re only useful when placed in the proper context.

Andrew Philip Clark

Die Diskussion zwischen Marktanteil und Gewinn hat einen Punkt erreicht, bei dem verstanden wurde das sich ohne korrekten Sinnzusammenhang keine direkte Beziehung zwischen iOS und Android ziehen lässt.

IPhoneBlog de Dominance Apple Samsung

To put this another way, looking at 'smartphone share' or 'profit share' or 'platform share' all tell you something about the industry, but all three metrics mislead you if you try to treat them as a way to see who's 'winning', because 'winning' means different things for Apple, Samsung or Google. After all, Google may well still make more money from searches on iOS than it does from searches on Android. There's no easy way to fit that into any of these charts. 

On market share / Benedict Evans

Google verdient 95-Prozent seiner Umsätze mit Werbung. Ihre Services, von YouTube bis Maps, bemessen Erfolg in Marktanteilen. iOS ist dagegen Apples Verkaufsargument für Post-PC-Hardware.

Die Gegenüberstellung ist derzeit spannend, weil Apple mit Services wie iCloud, Karten und dem App-Store-Softwarekatalog versucht die eigene Plattform attraktiv zu halten während Google, gebeutelt durch (Software-)Desaster von Hardware-Buden und Mobilfunkprovidern, sich anstrengt eine hochwertige Marke wie das Nexus zu etablieren und für sein unmodifiziertes OS trommelt.

‚NewsBlur‘ – zuckrige RSS-Freuden

Mittlerweile hat Google den Link zu Reader komplett aus seiner Menüzeile im Web entfernt. Auch die Verweise zu ‚More‘ und ‚Even More‘ enthalten kein Ergebnis mehr. Wer die Adresse zu seinen RSS-Feeds nicht kennt (reader.google.com), sitzt schon jetzt, 38 Tage bevor dort endgültig die Lichter ausgehen, vor der Tür.

IPhoneBlog de NewsBlur

Das Netz braucht Alternativen. NewsBlur ist ein solcher (bereits vier Jahre alter) Gegenvorschlag mit Potenzial. Speziell nachdem in dieser Woche ein Re-Design online ging, das sowohl die Web-Version als auch die Apps für iPhone + iPad (kostenlos; universal; App-Store-Link) versüßte.

Die Rahmenbedienungen gleich vorweg: Der Dienst veranschlagt 2 US-Dollar pro Monat, lässt sich mit 64 Feeds (und minimalen Einschränkungen) aber beliebig lange ausprobieren.

NewsBlur’s traffic increased 20 times over after Google’s announcement, Clay said. What’s more, many users seem to be sick of the uncertainty that comes with relying on a free service like Google Reader. About half NewsBlur’s users pay $24 a year.

Adrianne Jeffries / The Verge

Gabe Weatherhead kam der Aufforderung zum Probelauf nach. Seine umfangreichen Beschreibungen und zahlreichen Screenshots finden sich hier.

Seinem Review sei hinzugefügt: NewsBlur ist ein klassischer RSS-Reader für eine technikfreundliche Zielgruppe. Die Keyboard-Shortcuts im Browser und die anzupassenden Darstellungsoptionen (über-)erfüllen den Anspruch geekiger Software. Wer RSS-Vorerfahrung mitbringt, hat viel anzuklicken. Feedly-Freunde dagegen kippen rücklings vom Stuhl.

Die iOS-Apps hinterlassen einen übersichtlicheren Eindruck, sparen jedoch nicht an Funktionen gegenüber der Web-App. Das Aktivitätslog führt Buch welche Feeds zuletzt hinzugefügt wurde, welche Story man bereits in welches Netzwerk gepumpt hat und welchen Twitter-, ADN- oder Facebook-Menschen man folgt.

Durch die (verschachtelten) Feed-Ordner und Abo-Links, die NewsBlur als OPML-Datei oder direkt aus dem Google Reader übernimmt, wischt man einhändig. Nur ganz selten verschluckt sich die native App und zeigt einen Eintrag erst nach erneuter Aufforderung. Und der Sync ist verdammt schnell. Eine globale Suche durch alle gelesenen und/oder ungelesenen Feeds fehlt.

NewsBlur’s Alleinstellungsmerkmal steckt in seiner Intelligenz, die Geschichten nach Schlagwörtern, Autor oder Überschrift ausblendet beziehungsweise in den Fokus rückt. Wie gut die antrainierten Routinen – über Bewertungen mit Daumen hoch, Daumen runter – funktionieren, kann ich noch nicht fundierte abschätzen.

NewsBlur ist Open Source. Das Prinzip der integrierten Blurblogs, bei denen man anderen NewsBlur-Leuten folgt und Einträge kommentiert, halte ich für verschwendete Liebesmüh. Diese Diskussionen sind in etablierten Netzwerken wie Twitter oder auf Facebook wesentlich zukunftssicherer aufgehoben.

Und noch eine Anmerkung in eigener Sache: Die Volltext-Feed-Adresse für das iPhoneBlog lautet www.iphoneblog.de/feed (die beiden Vorschläge, die euch derzeit NewsBlur anbietet, sind nicht aktuell/richtig).

In Comic-Kontur: Halftone (2)

IPhoneBlog de Halftone 2

Halftone ist eine dieser klassischen ‚Ein-Zweck-Apps‘ – in diesem Fall für Foto-Spielereien. Mit Sprechblasen, Panelrahmen und Schraffur-Filtern lassen sich Bilderstreifen im unverkennbaren Comic-Look erstellen. Die Stempel sind albern. Die unterschiedlichen Seitenlayouts, die die skizzenhaften Storyboards formen, zeigen sich jedoch dezent zurückhaltend. Genau deshalb hält sich die iPhone-App (0.89 €; App-Store-Link) seit ein paar Jahren in meinem Foto-Ordner.

Halftone 2 (App-Store-Link) ist eine neu geschriebene Version für das iPad, die sich kostenlos ausprobieren lässt und alle zusätzlichen Funktionen als In-App-Kauf für insgesamt 5.99 € freischaltet – so wie FiftyThree’s Paper.

iPhone Ad: Music Every Day

DirektMusicEveryDay

„Every once in a while, a revolutionary product comes along that changes everything.“

– Steve Jobs, 09. Januar 2007

„Hello, future losers!“ – Poker Night 2

Ein düsterer Hinterhof, tief hängender Zigarettenrauch, beißender Kneipengeruch und ein verhängnisvoller Pokertisch – keine Wohlfühlatmosphäre. Doch dann wird’s gesellig. Eure Karten-Kumpel sind Sam (aus Sam und Max), Brock Samson (Venture Bros.), Claptrap (Borderlands) und Ash Williams (Army of Darkness).

GlaDOS (Portal) moderiert die Texas- beziehungsweise Omaha-Hold’em-Partien.

DirektTelltalePoker

Poker Night 2 (4.49 €; universal; App-Store-Link), aus den Telltale Studios, vermischt unterhaltsame Videospiel-Comedy mit humorlosem Glücksspiel. Vor kitschigem Klaviergedudel verprasst ihr Spielgeld – In-App-Käufe oder Zeitstrafen gibt es nicht. Die (englischsprachigen) Reaktionen und Phrasen eurer Mitspieler sind exzellent gescriptet. Trotz unvermeidbarer Wiederholungen bin ich den Gags und kecken Sprüchen auch nach zwei Stunden noch nicht überdrüssig – auf lange Sicht scheint dies jedoch unvermeidbar.

Poker Night 2 erschien für Xbox, PlayStation und PC bereits vor einem Monat. Die damaligen Kritiken waren kein Bluff.

If you are looking for a good poker game, then this is a no-brainer, but even if you aren’t a huge poker player don’t overlook this. The witty conversations and fleshed-out characters make this a fantastic little game, with very little holding it back.

Joshua Derocher / Destructoid

Dropbox lässt Mailbox wachsen

IPhoneBlog de Mailbox Dropbox

Dieses Mailbox (kostenlos; universal; App-Store-Link), seit März Mitglied der Dropbox-Familie, enthüllt soeben seine iPad-Version (im Querformat).

Der nächste logische Schritt: ein eigener E-Mail-Dienst?

Windows 8: Weniger walten, mehr schalten.

DirektWindows8

Von den 64 GB-Speicher des Asus VivoTab Smart stehen ‚out of the box‘ die Hälfte zur Verfügung. Ansonsten: Faire Werbung.

We recently surpassed the 100 million licenses sold mark for Windows 8. This number includes Windows licenses that ship on a new tablet or PC, as well as upgrades to Windows 8.

Blogs.Windows.com

Vor drei Jahren, zum Start von Windows 7, waren es ebenfalls 100 Millionen Lizenzen nach den ersten sechs Monaten. Zum Vergleich: Apple verkaufte im Jahr 2009 noch kein einziges iPad. In den letzten zwei Quartalen waren es zusammengerechnet 42.5 Millionen.

Trotz App-Sandbox unverzichtbar: TextExpander 2.0

TextExpander (4.49 €; universal; App-Store-Link) ist trotz den systembedingten iOS-Einschränkungen eine absolute Empfehlung, obwohl die neue 2.0 nicht vom Hocker reißt. ‚Fill-in-Snippets‘ sind eine nette Erweiterung; die optische Aufbereitung verbleibt weiterhin nüchtern.

David Sparks schnipselte einen kompakten Zusammenschnitt von dem unentbehrlichen iOS-Tool, dessen SDK noch viel mehr App-Entwickler einbauen sollten.