To-Do-App Clear ritt vor neun Tagen die unverkennbare iOS-Hype-Welle. Dass der minimalistische Software-Ansatz kontrovers aufschlägt, war im Vorfeld klar. Nichtsdestotrotz konnte das UK-Entwicklerstudio Realmac 350.000 Kopien für jeweils 79 Cent verkaufen und verdiente nach Apples 30-Prozent-Steuer bislang 200.000Euro.
Die interessanteste Zahl, die Produktmanager Nik Fletcher gegenüber The Guardian äußert, sind für mich allerdings die 3.000 App-Store-Downloads, die Nutzer als E-Mail-Geschenk verschickten.
Tim Nudd stellt für Adweek alle 84 iPhone-Werbespots zusammen, die seit 2007 ‚ausgestrahlt‘ wurden. ‚Hello‚ leitete vor exakt fünf Jahren, ebenfalls zum Oscar-Wochenende, die Serie von 30-Sekunden-Spots ein.
Bemerkenswert ist die ausgeprägte Lernkurve, die hinter den einzelnen Kampagnen steht. Noch im Jahr 2008 wurde erklärt, welchen Wert der vollwertige Internet-Browser auf einem Telefon hat. Die ‚Geschichte‘ wiederholte sich als Facetime, AirPlay und das Retina-Display in die Smartphone-Welt einzogen.
It’s hard to think of a product that’s had a greater impact on the culture in the past five years than the iPhone. Thanks to TBWA, it’s gotten remarkable advertising to match.
Distimo zeigt: Amazons Appstore funktioniert erst, seitdem es in Amerika das Kindle Fire gibt. Die Überraschung: 42 der Top-110-Anwendungen für die 7-Zoll-Entertainment-Maschine erwirtschafteten über die Weihnachtsmonate mehr Geld als seine Software-Verwandten im alteingesessenen Android Market.
Entgegen Google und Apple hält Amazon weiter seinen Daumen auf der Preisschraube für digitale Inhalte, die er ohne Entwickler-Rückfrage nach oben oder unten setzt. Einspruch scheint unerwünscht: Am heutigen Morgen löscht der Onlinehändler mehrere tausend Kindle-Bücher des Bestands der ‚Independent Publishers Group‚, der sich gegen „vorteilhaftere Verkaufsbedingungen“ zugunsten des Versandhauses (!) wehrte.
Amazons Plattform gründete sich im Android-Revier, wildert seitdem jedoch hinterrücks an alle Ecken dieser Länderei. Das Kindle Fire daher nur als ‚ein Modell‚ unter diversen Android-Tablets zu bezeichnen, ist komplett unangemessen. Trotz gleicher OS-Wurzeln stellt das ‚Fire‘ eine eigene Gerätefamilie dar.
Bill Weir wurde in Absprache mit Apple zu Foxconn geladen, um für Nightline die 141 einzelnen Arbeitsschritte bis zu einem verkaufsfertigen iPhone nachzuvollziehen. Die Fabrik im chinesischen Shenzhen beschäftigt 235.000 Arbeiter – das entspricht ungefähr der gesamten Einwohnerzahl von Krefeld oder Halle.
I’d love to see an hour or two of raw footage, to get a better idea of what it’s really like inside one of those factories. But in general, I thought it was a fair report […].
Skobbler, ein Technologie-Start-up mit Firmensitz in Berlin, zog im Oktober 2009 mit einer Navigationssoftware in den App Store. Vorgestern erklärte das Unternehmen im Blog und per Pressemitteilung, dass die seit Sommer 2010 veröffentlichte Android-Version eingestellt wird. Begründet wurde die Entscheidung mit: „Bezahl-Apps auf Android [sind] derzeit aus skobbler-Sicht nicht rentabel„.
Ohne die aufgeworfenen Behauptungen zu hinterfragen, vervielfältigte sich (wie gewohnt) die ‚News‘ im Netz. Mir kam das Statement gegenüber der Thematik zu populistisch aufbereitet vor und schien lediglich aufs mundgerechte Nachplappern ausgerichtet.
Marcus Thielking, einer der Gründer von skobbler, beantwortete mir ein Bündel an Nachfragen, die sowohl meine Kritik der vereinfachten Darstellung zum Ausdruck bringen sollen, aber auch zusätzliche Einblicke ins Spannungsfeld der zwei mobilen Betriebssysteme liefert.
Alexander Olma: Auf welche Quelle beziehen Sie sich mit dieser Aussage: „Googles mobiles Betriebssystem Android hat bei der weltweit verbreiteten Stückzahl Apples iOS den ersten Rang abgelaufen.„?
Marcus Thielking: Wir treffen unsere geschäftlichen Entscheidungen auf der Grundlage aller uns vorliegenden Marktkenntnisse, die sich aus einer Vielzahl von Quellen ergeben – ein Beispiel dazu: http://historilla.com/smartphone-and-app-growth.
Direkt anschließend darf ich Sie zitieren mit: „Dennoch gibt skobbler, der Entwickler der erfolgreichsten deutschen App des Jahres 2011, bekannt, seine eigene Navigationsapp nur noch für Apples iTunes-App-Store weiterzuentwickeln.“ Auch hier fände ich es spannend zu erfahren, welche Fakten den Titel der „erfolgreichsten deutschen App des Jahres 2011“ bestimmen.
Im „App Store Rewind 2011“ nannte Apple die erfolgreichsten Apps des Jahres im deutschen iTunes-Store. Dort lag „GPS Navigation 2“ von skobbler auf Platz 9 unter den meistgekauften Bezahl-Apps des Jahres und war damit als einzige deutsche App unter den Top10 vertreten, die ansonsten wie üblich von amerikanischen Apps dominiert wurden. Zudem zeigt Apple auch aktuell GPS Navigation 2 als beste „deutsche“ App auf Platz 6 der Top25-Kauf-Apps im Rahmen der 25 Mrd.-Downloads-Aktion.
Im Beschreibungstext ihrer Android-Anwendung werben Sie mit den Worten „best-selling navigation app in serveral countries for months.“ Ist es Ihnen möglich diese Behauptung mit ein paar eigenen Download- oder Verkaufs-Zahlen zu unterfüttern? Konkurrenten wie TomTom, Sygic oder Navigon liegen allesamt preislich (erheblich) über Ihrer Android-Software, weisen allerdings (erheblich) mehr Bewertungen auf und ließen bislang noch nicht verlauten, dass das Android-Geschäft vergleichsweise schlecht läuft.
Die Aussage basiert auf allen Marktdaten, die uns zur Verfügung stehen. Unsere Navi-App wurde in allen Versionen und Plattformen insgesamt über 2,2 Millionen mal heruntergeladen und stand fast das ganze Jahr 2011 hindurch – wie auch heute – in der Navi-Kategorie des App-Stores auf Platz 1. Dass teure Premium-Navis eine höhere Zahl an Bewertungen haben, ist nicht unbedingt verwunderlich: Wer viel Geld für eine App ausgibt, hat auch eine höhere Motivation, Kritik oder Lob zu äußern.
Die „wirtschaftliche Sinnhaftigkeit“ durch den „übermächtigen Wettbewerber“ Google mit seiner „kostenlosen Turn-by-Turn-Navigation“ würde mich näher interessieren. ‚Google Maps navigation‘ existiert seit 2009 in den USA und erreichte Europa im April 2010. Die Android-Version von skobbler startete in Deutschland meines Wissens im Sommer 2010. Was hat sich gegenüber der damaligen Konkurrenz-Situation, in die bereits gestartet wurde, jetzt geändert?
Wir glauben, dass Android viel Potenzial bietet, und auch der offene Ansatz ist uns sehr sympathisch. Als wir die Android-App damals entwickelten, kam Google fast gleichzeitig kostenlos auf den Markt. Dieser negative Marktimpuls machte es uns schwer, im Androidmarkt Fuß zu fassen – obwohl unsere App durchaus ordentlich heruntergeladen und genutzt wurde. Wir haben dann vergeblich darauf gehofft, dass im Android Market eine Zahlungsbereitschaft entsteht, die mit dem Apple-Umfeld vergleichbar ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Entwicklung einer komplett neuen Produktversion (analog GPS Navi 2) für die vielen, fragmentierten Android-Versionen sehr aufwendig ist, wird man unsere Entscheidung nachvollziehen können. Trotzdem verfolgen wir weiter den Ansatz, die OpenStreetMap für die Android-Plattform zu erschließen. Damit beziehen wir uns sowohl auf Kartentechnologie für Dritte als auch auf eigene Apps abseits der Autonavigation.
Sie schreiben: „Bereitschaft zum Download von bezahlten Apps bei Android-Nutzern [ist] deutlich schwächer ausgeprägt als bei iOS-Nutzern„. Ihre iPhone-App kostet aktuell im deutschen App Store 1.59€ (iTunes-Link); die gleichnamige Android-Version wurde kostenlos angeboten, oder täusche ich mich da?
Sie haben Recht. Auf Basis der von Ihnen zitierten Annahme haben wir uns auch damals zu dem kostenlosen Ansatz entschlossen. Spätestens durch den beinahe gleichzeitigen Eintritt der Google Maps Navigation hatte sich die Frage für unsere Online-Navi-App mit Basisumfang dann auch endgültig erledigt.
Als Letztes würde ich gerne Ihre zitierte Quelle für die Unterscheidung zwischen Android und iOS hinterfragen. ‚Mobile Zeitgeist‘ zieht (meiner Meinung nach sehr vereinfachte) Rückschlüsse eines einzelnen Statistik-Anbieters, dessen ‚All-Time‘-Charts gerade erst am vergangenen Freitag, durch Apples eigene Auflistung, zu großen Teilen widersprochen wurde. Ihr englischsprachiger Blogbeitrag zur heutigen Meldung zitiert GigaOM mit einem Artikel, der bereits 10 Monate alt ist. Ohne hier ins Detail zu gehen frage ich mich generell, warum Sie keine eigenen Zahlen vorlegen, die den Unterschied der beiden mobilen Betriebssysteme deutlich machen und Ihre „wirtschaftliche“ Entscheidung, ’skobbler Navigation‘ für Android nicht weiterzuentwickeln, darstellen?
Wo auch immer Sie hinsehen, Sie werden bei jedem Anbieter unterschiedliche Zahlen finden, je nach Herkunft und Interesse des Unternehmens. Wir möchten dieses Spiel nicht mitspielen, denn es ist nicht unser Geschäft, die validesten Zahlen herauszugeben. Wir entwickeln Apps, und wir müssen diese Leistung wie jedes andere Unternehmen auch durch Umsätze gegenfinanzieren. Bei unserer Marktbetrachtung beziehen wir aus nachvollziehbaren Gründen (siehe auch die vorigen Punkte) nicht nur eigene Erfahrungswerte mit ein, sondern bedienen uns auch vieler anderer Quellen (z.B. Marktanalysen, Erfahrungen anderer Entwickler). Wenn unsere Marktbeobachtung uns irgendwann annehmen lässt, dass wir auch eine Android-Navi wirtschaftlich sinnvoll vertreiben können, dann werden wir das tun. Bis dahin konzentrieren wir uns auf Android auf die Weiterentwicklung unserer OpenStreetMap-Kartentechnologie und eigene Apps außerhalb der Autonavigation.
Über Storify sortiert man Beiträge aus Twitter, Facebook und Co. auf einem vereinten Zeitstrahl und erzählt darüber eine Geschichte. Was bislang (nur) mit Drittanwender-Apps wie Tweet Library (7.99€; universal; App Store-Link) oder am Desktop-Browser funktionierte, ist jetzt auch über eine offizielle iPad-Anwendung (kostenlos; App Store-Link) möglich.
Die ‚Drag & Drop‘-Bedienung, mit der Bilder, Videos, Webseiten und Tweets in die Chronik fliegen, ist supersimpel gehalten. Mit dem iPad im Schoß sammelt man so beispielsweise auf Konferenzen Kurznachrichten ein, die dessen ‚Nearby‘-Teilnehmer in ihren sozialen Netzwerken hinterlassen – in Echtzeit und mit nur einem einzigen Fingerstrich.
Robert Scoble interviewte das vielversprechende Start-up zum Release ihrer iPad-App in dieser ersten Version.
Hin wie her: Microsoft kann es sich nicht leisten, seine Office Suite zurückzuhalten. Apples iPad zeigt bereits, dass man auch ohne den Platzhirsch arbeiten kann. MS hat mittlerweile den Zeitpunkt verpennt, das Kunden auf ihre Software warten. Die Situation ähnelt dem Mac, wo Word und Excel gegenüber jüngerer, flexiblerer und preiswerter Software den Anschluss verlieren.
Die Diskussion, die unausgesprochen im Raum steht, betrifft das Enterprise-Segment. Die Office Suite ist das stärkste Verkaufsargument für die kommenden Windows-Tablets. Da die Geschäftskunden allerdings schon jetzt in großer Stückzahl abwandern, ist Zurückhaltung unangebracht – fast gefährlich.
Anders gesagt: Ohne iPad-Office wird’s für Microsoft im Tablet-Markt schwer – (vorerst) nicht finanziell, aber perspektivisch.
Screens (15.99€; universal; App Store-Link) empfehle ich aus eigener Erfahrung für alle VNC-und RDP-Fragen, bei denen vom iPhone oder iPad aus auf einen Mac oder PC zugegriffen werden soll. Die soeben veröffentlichte Version 2.0 wirft das ohnehin bereits aufgeräumte Design noch einmal intelligenter zusammen und vereinfacht das Setup, um auch von unterwegs auf die heimischen Rechner zuzugreifen. Viel simpler richtet man einen solchen Fernzugriff kaum noch ein – Konfiguration und Design wirken mit dieser Aktualisierung erwachsen.
Die Beta-Version des kostenfreien Updates durften sich unter anderem Rene Ritchie (iMore) und Federico Viticci (MacStories) anschauen und einen detaillierten Beitrag formulieren. Ich verweise im gebündelten Rundumschlag auf den neuen iCloud-Sync, der PC-Konfigurationen drahtlos zwischen iOS-Geräten abgleicht sowie die Unterstützung von AirPlay Mirroring, die den kompletten Remote-Bildschirm auf einen Apple TV und die daran angeschlossene Bildröhre wirft.
Screens 2.0 ist aktuell die angeratene Software, um vom mobilen iOS-Apparat auf die schwere PC-Maschine zuzugreifen.