Nuance stellte Ende September mit Dragon Recorder (kostenlos; App Store-Link) eine kleine Diktat-App in den iOS-Store. Darüber aufgezeichnete Audio-Notizen, die natürlich auch mit jeder anderen iPhone-Software erstellt werden können, lassen sich zu dessen Niederschrift Dragon NaturallySpeaking (PC) oder MacSpeech Scribe (OS X) vorlegen. Das Problem: Beide Programme kosten jeweils über 100Euro.
Wer auf die Technik aus gleichem Haus, nur ein wenig günstiger, zugreifen möchte, installiert Dragon Dictation (kostenlos; universal; App Store-Link) und mailt sich die eingesprochenen und anschließend in Schriftzeichen übersetzten Textblöcke zu. Das funktioniert zwar, ist aber viel zu umständlich.
Deshalb rufen wir Pastebot (2.99€; App Store-Link), einen alten Bekannten mit pfeilschnellem Push der Zwischenablage, wieder auf den Plan.
Kurze Anmerkung zum Video: Die Spracheingabe und dessen anschließende Übersetzung funktioniert auch mit einer grammatikalisch korrekten und obendrein sinnvollen Satzsyntax.
Today, we managed to crack open Siri’s protocol. As a result, we are able to use Siri’s recognition engine from any device. Yes, that means anyone could now write an Android app that uses the real Siri! Or use Siri on an iPad!
The iPhone 4S sends identifiers everywhere. So if you want to use Siri on another device, you still need the identfier of at least one iPhone 4S. Of course Apple could blacklist an identifier […].
Applidium, französischer Entwickler der ehemals populären VLC-Portierung für den App Store, zeigt eine interessante Machbarkeitsstudie fürs Siri-Protokoll. Einschlägige ‚Bastlerkreise‚ dürften nun nach einer Handvoll ‚freien‘ IDs lechzen. Eine praxistauglich Softwareausarbeitung im großen Stil erwarte ich durch die serverseitige Authentifizierung allerdings nicht.
US-Only. Weiterhin gilt: iTunes Match startet vorerst ausschließlich in den USA, benötigt ein amerikanisches iTunes-Konto und zur Anmeldung eine US-Kreditkarte. Die Bezahlung der 25 US-Dollar erfolgt vom Account-Guthaben, falls der notwendige Geldbetrag dort vorhanden ist. Der Dienst lässt sich ohne VPN oder andere Zugangsbarrieren weltweit nutzen.
Erkennung. Über iTunes gekaufte Musiktitel wurden (bei mir) in allen Fällen erkannt. Für selbst digitalisierte CDs und (Kauf-)Downloads aus anderen Quellen, ist dies (bei mir) für einige Titel nicht der Fall. Ärgerlich: Einzelne Musikstücke, der sonst komplett erfassten CD (die in dieser Form und Edition auch im amerikanischen iTunes Store existiert!), ergeben kein ‚Match‚. Für diesen Fall existiert keine Möglichkeit, iTunes von der Song-Zugehörigkeit oder dessen Besitz zu überzeugen.
Schlimm ist das allerdings nicht, da die jeweiligen Melodien auf Apples Server hochgeladen werden und in ihrer bestehenden Qualität neben den abgeglichenen Titeln auch zur Verfügung stehen. Perfektionisten ärgern die ’schwarzen Schafe‘ trotzdem…
25.000 Musiktitel – das von Apple gesetzte Limit. Gezählt werden Uploads und ‚erkannte‘ Songs aber keine über den Store erworbenen Kauftitel.
DRM. Für Musik mit DRM-Vergangenheit kann iTunes Match dessen Resozialisierung vornehmen. Allerdings gilt dies nur für Stücke, die im US-Store erworben und/oder dessen Account zuvor für die Wiedergabe autorisiert wurde. Ausprobieren konnte ich dies aufgrund einer fehlenden DRM-Testdateien nicht.
iTunes Match is currently available only in the United States. Songs purchased outside of the United States iTunes Store containing DRM will not be matched or uploaded to iCloud.
If a song contains DRM and is no longer available on the iTunes Store for purchase, the song is uploaded to iCloud and made available for download in protected DRM format. You will be required to authorize your computer or device for playback.
A song will not be uploaded to iCloud if the song contains DRM, was purchased using a different Apple ID, and could not be matched.
Lokale Musik bleibt erhalten. Wer seine Musik auf iCloud spielt, ändert erst einmal nichts an der heimischen Bibliothek. Ist ein selbst digitalisiertes Album allerdings komplett erkannt, können die lokalen Daten gelöscht und als ‚frische‘ 256-kbps AACs noch einmal aus dem Netz geladen werden. Der Prozess lässt sich über intelligente Wiedergabelisten automatisieren.
Metadaten. iTunes Match beschützt Metadaten. Ein Eintrag im Kommentarfeld „ripped by DJ XY“ wird in dieser Form auch auf iCloud geschickt. Beispiel: Mein iTunes auf dem Mac Pro besitzt ein Album, das von iTunes Match korrekt erkannt wurde und damit (ohne erneuten Upload) auch in der iCloud liegt. Das MacBook Air sieht über den identischen iTunes-Account den kompletten iCloud-Musikbestand und zieht sich eine ‚frische‘ Version dieser Songs. Nehme ich Anmerkungen darin vor (cmd + I), wie beispielsweise im Kommentarfeld, werden diese Infos nach einem ‚Match‘-Sync auch dem Mac Pro zugesteckt.
Auf identischem Weg gleicht die Bibliothek auch ‚Playcounts‘ ab, die anzeigen wie oft ein Titel bereits gespielt wurde. Genauso gilt: Legt man am iPhone eine neue Wiedergabeliste an, erscheint diese kurze Zeit später auch an allen eigenen Desktop-Rechnern.
Unterbrechungsfreie Wiedergabe. Beispiel: Nur die zwei ersten Titel eines Albums wurden aus der iCloud geladen. Am Ende des zweiten Songs spielt der Musikplayer trotzdem mit Song drei weiter und unterbricht damit nicht den Hörgenuss. Dies gilt allerdings auch für mobile Geräte wie dem iPhone, die im UMTS-Netz unterwegs sind.
Wer mit einem begrenzten Datenvolumen seines Vertrags kämpft, und nicht zuvor über sein heimisches WiFi das komplette Album aus der iCloud geladen hat, verpasst hier unter Umständen, dass sich das iPhone die benötigten Megabytes der neuen Songs einfach selbst herunterlädt.
Update: Unter -> Einstellungen -> Store lässt sich generell die Verwendung von Mobilfunktdaten abschalten. Damit wird allerdings auch der automatischen Download von Apps über das UMTS-Netz deaktiviert./Update
Apple TV. Apples Set-Top-Box gilt (natürlich) auch als kompatibles Gerät, das Zugriff auf die vollständige iCloud-Bibliothek hat.
Erstes Fazit. Die zweifelsfrei größte Neuerung verbirgt sich in der Re-Download-Möglichkeit von Musik. Was bei Apps von Beginn an möglich war, schafft Apple nach langem Anlauf auch für Musik. Mit Blick in die Vergangenheit, ist dies ein gigantischer (Verhandlungs-)Erfolg mit dessen Industrievertretern, den ich exklusiv Cupertino zuschreiben möchte.
Im Vergleich: Google Music kümmert sich entgegen ‚iTunes in the Cloud‚ nicht im geringsten um Nutzerfreundlichkeit, eine praxistaugliche Integration oder um die Änderungen eines Status quo.
Ohne Frage: iTunes Match lädt durch mehr Freiheiten an diversen Stellen zu ‚Piracy‚ ein. Einen anderen Weg zum Neuanfang scheint jedoch nicht vorstellbar. Wer sich vor diversen Jahren die CD-Kollektion der Beatles ausgeliehen und auf seinen Rechner gespielt hat, gibt für das (nahezu) identische Angebot nicht noch einmal hunderte von Euros aus. Ohne iTunes Match würde diese Musik nie (offiziell) in die (i)Cloud wandern und spaltet damit private Mediatheken. ‚Match‚ ist der Kleber, der den alten und neuen Umgang mit Musikstücken überbrücken soll. Zumindest scheint dies die Vorstellung der beteiligten Parteien.
Zukunftsaussichten fallen schwer. Apple setzt ganz klar auf ein Download- und kein Streaming-Konzept. Bestehende Kunden, dessen Musik-Bibliothek nicht ausschließlich aus iTunes-Käufen besteht, denken nicht lange über die 25 US-Dollar für ‚iTunes Match‘ nach. Die Frage bleibt, ob neue Kunden gewonnen werden können oder ob diese Zielgruppe eher zu Rdio und Spotify tendiert.
Fest steht: Durch Apples Cloud-Service wird der Umgang mit lokalen Musikdateien, die man beliebig löschen und sich jederzeit wieder neu besorgen kann, erheblich erleichtert. Die Integration zickt an einigen Stellen noch, ist (mit den kleinen Wolken-Symbolen) allerdings äußerst liebevoll gestaltet und macht mir selbst iTunes am Desktop eine Spur sympathischer.
*Alle selbstproduzierten Videos gibt’s auch als Podcast in iTunes.
Egal in welcher App: Sobald sich die iOS-Tastatur auf den Bildschirm zur Texteingabe legt, lässt sich das iPhone 4S ans Ohr heben und löst dadurch die Funktion zum Sprachdiktat aus.
Das spart den Druck aufs Mikrofonsymbol und verhindert obendrein die sozial unverträgliche ‚Beam me up, Scotty‚-‚Walkie-Talkie‘-Verwendung.
Trotz einjähriger Entwicklersperre bekommt Charlie Miller (natürlich!) seine Anerkennung für das Auffinden der iOS-Schwachstelle in den Release Notes von iOS 5.0.1. Miller musste zuvor seine eingereichte Beispiel-Anwendung im App Store gegen Kritik verteidigen:
Apropos 5.0.1: Apple bestätigte in einem zeitnahen und ungewöhnlichen Statement vergangenen Freitag, dass noch nicht alle Problem-Kombinationen, der sich zu schnell entleerenden Akkus, behoben sind.
“The recent iOS software update addressed many of the battery issues that some customers experienced on their iOS 5 devices,” an Apple spokesperson told The Loop. “We continue to investigate a few remaining issues.”
More than 10 years after Napster, one of the key pillars of the music business is ringtones, a business that peaked around 2005 […] If you’re reading this, you probably haven’t paid for a ringtone since 2007, and you probably don’t know anyone who does. But there it is, generating two-point-one-billion dollars.
Solche Zahlen deprimieren (mich). Insbesondere weil die Vermutung naheliegt, dass der größere Umsatzanteil (immer noch) aus unseriösenAbofallen stammt. Am einmaligen 99-Cent-Kauf lässt sich wenig meckern. Und solange mir in der U-Bahn kein ‚Crazy Frog‚ ins Ohr springt, ist die Extraportion Individualität für’s eigene Telefon zu verkraften.
Entgegen obskuren Hintergrundbildern und komischer App-Auswahl/Sortierung (ich bin übrigens weiterhin sehr froh, dass Apple keine ‚iOS-Themes‘ anbietet), leiden bei grellen Signallauten aber immer auch Mitmenschen. Dies wird oft ‚vergessen‘ und paart sich obendrein (freizügig) mit einem ausgeprägten Mangel an Geschmack – zumindest aus meiner Erfahrung.
Im besten Fall bleibt das generelle (Geschäfts-(Um-))Feld der involvierten Anbieter fragwürdig. Die ehrlichste (und fantasievollste) Methode scheint daher auch in Zukunft das selbst erstellte Sound-Byte.
An (Gratis-)Apps, die unter iOS alle nach dem gleichen Muster funktionieren, besteht kein Defizit. Doch auch hier drückt die Branche ihre (scheinbar) vorherrschende Geschmacksverirrung aus: Ringtonium (kostenlos; App Store-Link) und Klingelton-Designer (kostenlos; App Store-Link) sind nach viertelstündiger App-Store-Recherche zwei der weniger grausamen Vertreter ihrer Gattung, die aus bereits gekaufter (!) Musik ohne Zusatzkosten (!) einen eigenen (!) Klingelton schnipseln.
Dribbble.com entwickelte sich in den vergangenen 1.5 Jahren zu einer schöpferischen Ursuppe bestehend aus Design-Schätzen, Pixel-Geistesblitzen und Indie-Talenten. Selbst ohne kreative Ader bereitet es große Freude, sich durch die dort veröffentlichten Grafik-Ergüsse zu klicken.
Auf Apples Telefon liefert Balllin‘ (1.59€; App Store-Link) eine liebevoll gepflasterte Auffahrt zur Bilder-Bibliothek, mit dessen Grafiken sich auch mustergültig der eigene iPhone-Standby-Bildschirm verzieren lässt.
iOS 5.0 exposed some interesting things like custom urls for the Settings App. Now you can type in a url and go to specific screens or even turn things on. You can use our aHomeIcon App to create Home screen icons on your phone to quickly go to the screen you want (aHomeIcon -> Add -> Url : Enter the custom url)
Wer sich Schnellwahltasten für (oft genutzte) Systemeinstellungen auf den iOS-Hauptbildschirm legen möchte, installiert aHomeIcon (kostenlos; App Store-Link) und bedient sich danach der bereits klickbaren Link-Sammlung. Über diese Kurzwahl-Apps (mit individuellen Programm-Symbolen) springt man direkt vom Homescreen in ein Untermenü der bevorzugten Einstellungen (Helligkeit, Bluetooth, WiFi, etc.).
Update
Kai ergänzt diesen Beitrag mit einem tollen ‚Pref-Paket‘ in unseren Kommentaren. Danke!
Update II
Andrang spornt an: Hier der Link zur passenden Subseite der stilsichern Shortcuts.