Der asiatische Branchendienst DigiTimes berichtet, dass Apple derzeit über 60-Prozent der weltweiten Touch-Display-Produktion auf sich vereint. Damit sollen unter anderem 40 Millionen iPads in diesem Jahr vom Band laufen. Analysten bewegen sich mit ihren Schätzungen in vergleichbaren Regionen.
Seit einigen Wochen finden sich Berichte über zwei ’strategische Investitionen‘ in den Nachrichten. Dabei steht die Zahl von $3.9 Milliarden US-Dollar im Raum, die angeblich zur Sicherung von LCD-Panels aufgewendet wurde. Tim Cook, Apple-Manager für das operative Geschäft, verglich bei der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen diese Aufwendungen mit der Sicherstellung der Nachfrage für Flash-Speicher im Jahr 2005. Spezifischer wurde er für den jetzt im Raum stehenden Geldbetrag nicht.
Die zweite Zahl erklimmt die Höhe von $7.8 Milliarden US-Dollar, die in Richtung Samsung für „IT-Komponenten wie Displays, Flash-Speicher und Prozessoren“ fließen soll. Laut AllThingsDigital könnten beide Zahlen auch im direkten Zusammenhang stehen.
Die große Apple-Nachfrage für Touch-Displays soll laut Quellen des aktuellen DigiTimes-Artikels mit einem Mangel für Mitbewerber einhergehen.
Sources from tablet PC makers also pointed out that the component shortage is causing their shipment volumes to be unable to catch up with their orders, especially for second-tier players. Touch panels are currently suffering the most serious shortage due to Apple holding control over the capacity of major touch panel makers such as Wintek and TPK, and with US-based RIM, Motorola and Hewlett-Packard (HP) also competing for related components, second-tier players are already out of the game, the sources noted.
Wie man die Zahlen auch dreht und wendet: Derzeit sprechen die unspezifischen beziehungsweise überhöhten Preise der Mitstreiter eine ziemlich deutliche Sprache. Viele der künftigen Konkurrenten wie BlackBerry oder HP haben noch gar keine Preisaufstellungen vorgelegt. Das Motorola Xoom ($600 – $799 US-Dollar) und das LG Transformer (999Euro) liegen (deutlich) über der aktuellen iPad-Generation.
Telltale Games adaptiert die grandiose Zemeckis-Triologie der 80er-Jahre. Trotz offizieller Lizenz spielt man hier nicht die drei Blockbuster simple nach, sondern bekommt eine individuell gestrickte Geschichte rund um Marty McFly, Doc Brown und natürlich den DeLorean geliefert. Dies ist die erste von fünf Episoden des Zeitreise-Abenteuers.
Das Entwicklerstudio Telltale Games gründete sich aus alten LucasArts-Veteranen und ist im App Store bereits mit Titeln wie ‚Monkey Island Tales 1 HD‚ (5.49€; App Store-Link) oder ‚Sam & Max Episode 1: The Penal Zone for iPad‚ (5.49€; App Store-Link) vertreten. Für diese Produktion half Bob Gale, ehemaliger Co-Screenwriter der Original-Filme, aus. Den Charakteren spendierte man eine aufwendige Sprachausgabe. Christopher Lloyd portraitiert auch im Alter von 72 Jahren noch selbstständig sein digitales ‚Ich‘ von vor knapp drei Jahrzehnten. Michael J. Fox spricht der verblüffend ähnlich klingende AJ LoCascio – dazu gilt es unbedingt das kurze ‚Behind the Scenes‚ anzuschauen!
Das klassische Grafik-Adventure mit Cartoon-Einschlag im ‚Point-and-Click‘-Stil liefert eine, wie ich finde grandiose Story. Die Interaktionen vom Benutzer gestalten sich nicht extrem umfangreich sondern fallen sehr spezifisch aus. Das bedeutet: Man klickt nicht konstant auf dem Bildschirm herum sondern rätselt zu überwiegenden Teilen der Spielzeit. Der Joystick für die Steuerung eures Hauptcharakters blendet sich dort ein, wo ihr den Finger auflegt. Über das Hilfe-Menü lassen sich Tipps zur aktuellen Aufgabe einblenden oder rekapitulieren, was zuvor geschehen ist.
Bevor man jedoch seine Zeitreise beginnt, sollte das iPad einmal komplett durchstarten. An der Performance knapst des Apple Tablet, wenn nicht genug Arbeitsspeicher freigeräumt ist. Ein Hinweis darüber fehlt leider. Wenn die Zwischensequenzen holpern, Musikstücke bei ihrer Wiedergabe einige Sekunden springen oder die Sprachausgabe nicht lippensynchron läuft, nervt das.
Ansonsten gilt: Zuschlagen und sich erstklassig unterhalten lassen.
Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Wenn sie müssen, dann scheinen sie auch zu können: Die US-Filmgesellschaft Warner Bros. bietet mit den Blockbustern ‚Inception‚ und ‚The Dark Knight‘ seit heute zwei Filme als universal App-Store-Pakete feil. Die sogenannten ‚App Editions‘ lassen sich kostenlos herunterladen und bieten über einen ‚In-App‘-Kauf den kompletten Spielfilm an.
Die Software-Bundles beinhalten die Wiedergabe-Option per UMTS- oder WiFi-Streaming, einen Offline-Mode, exklusive Musik-Stücke sowie Bildergalerien und vielfache Auswahlmöglichkeiten für Sprachen und Untertitel.
Ohne jegliche Extras und Sprachversionen lassen sich beide Filmstreifen auch im Angebot von iTunes erwerben. Als Kaufversion kostet ‚Inception‚ dort 13.99Euro (iTunes-Link). Die interaktive und mehrsprachige App-Fassung schlägt lediglich mit einem Euro mehr (iTunes-Link) zu Buche. ‚The Dark Knight‚ ist in seiner iOS-Verpackung zwei Euro teurer (iTunes: 5.99Euro / App Store: 7.99Euro) als über den iTunes-Store.
Während für Independent-Filme diese Art des digitalen Werbe- und Vertriebskanals ideal erscheint, fühlt man sich von einem großen Inhaltsanbieter wie Warner Bros. ein wenig auf die Schippe genommen. Warum hinkt das iTunes-Angebot bezüglich der Sprach- und Untertitel-Auswahl dem jetzigen App-Store-Angebot so drastisch hinterher? Auf die interaktiven Fähigkeiten und Spielereien möchte ich (trotz ‚iTunes Extras‘) erst gar nicht eingehen…
Warner Bros. selbst gibt an, dass Film-Angebot in Form von iOS-Apps auszurollen, damit es in mehr Ländern verfügbar ist. Die Los Angeles Times berichtet, dass über den App Store 23 zusätzliche Ländern in ‚den Genuss‘ dieser beiden Filme kommen. Apples Angebot für bewegte Streifen hinkt dem mobilen Software-Store kräftig hinterher, woran die Filmgesellschaften selbst nicht ganz unschuldig sind…
Der ‚In-App‘-Kauf birgt gegenüber dem ‚klassischen‘ Filmverkauf über iTunes erhebliche Unterschiede (sowohl positiver als auch negativer Art und Weise) was die Synchronisation und Re-Download-Möglichkeit anbelangt. Für zwei Filme vom identischen Anbieter scheint dies derzeit noch überschaubar. Sollten jedoch mehrere Filmstudios diesen Weg einschlagen, werden Angebote durch ihre unterschiedliche Aufstellung nicht mehr nachvollziehbar. Ganz zu schweigen von einem App-Store-Chaos, wenn ab sofort ‚pro Film eine App‘ entsteht.
Nichtsdestotrotz ist ein Kurzfilm-Vertrieb in App-Form, wie er beispielsweise bei ‚Ein Paar – Der Film‚ (0.79€; App Store-Link) umgesetzt wurde, durchaus geeignet. Diese Projekte haben oft gar nicht erst die Möglichkeit, in das iTunes-Sortiment aufgenommen zu werden.
Bei großen Produktionen mit doppeltem Digital-Angebot jedoch, das unterschiedliche Vor- und Nachteile bezüglich der Technik, als auch der inhaltlichen Präsentation, dem Nutzer quasi ‚zur Recherche‘ vorlegt, bleibe ich mehr als skeptisch.
Apple Ankündigungen sind dieser Tage gewöhnlich von allerlei Aufmerksamkeit begleitet. Für kritischediskussionswürdige Meldungen vervielfacht sich das Raunen im Nachrichtenwald. Hier einige dieser Stimmen aus den vergangenen 24-Stunden.
Pam Horan, publisher of the Online Publishers Association, says the trade organization’s members — a group that includes Time Inc., Hearst, Conde Nast, Bloomberg, National Geographic and, yes, Forbes — are worried the new regime doesn’t give them the flexibility they need to serve their customers.
Naturally, publishers also aren’t jazzed about Apple’s insistence that users have to opt in to have their information shared with publishers. […] “It limits the ability to gather audience insights to build the right products. With this inability to know who your consumers are, it really affects the ultimate product for the consumer.”
‚Sich dumm zu stellen‘, ist ein zugegeben cleverer Ansatz.
This, of course, isn’t about the readers. It’s not even about Apple’s App Store. It’s about the clash of two different business models. One that sells the customer to the highest bidder through a product and the other that sells a product directly to the customer. […] Put simply, publishers don’t want readers to opt in, because they know readers will prefer to opt out. Transparency is not a friend of publishers who for decades made a mint by selling out readers to advertisers and list brokers.
Konsumenten mit eigener Meinungen sind ganz schlimm!
Apple takes a 30 percent cut of every transaction. In other words, Apple is eating the people that provide the things that make the iPad special. […] Apple should take a cut. Just not an amount so significant it might kill the people who have helped make the iPad experience so great.
Hätten wir nur damals nicht diesen Prototypen gekauft…
The bigger question now is whether this is just Apple’s way of taking a cut of a business it helps create by virtue of the iPhone platform’s popularity, or is Apple knowingly kneecapping other streaming music services in preparation to launch its own streaming music service for the iPhone in the coming months?
Think about it: Competing music services have for years now been free to offer streaming music to iPhone users, basically giving Apple free market research data and at the same time priming the market by getting early adopters hooked on the experience. Then it comes along and changes the rules of the game, offers its own competing service, and cleans up on both ends — either stealing away users of competing service by offering a cheaper and more integrated music service itself, or profiting off its competitors subscribers without having to pay the music licensing fees they are.
‚Freie‘ beziehungsweise werbefinanzierte Dienstleistungen sind weiterhin möglich. Hohe Lizenzkosten für Musik- oder Film-Anbieter sind ohne Frage ein Problem (…übrigens auch ohne ein App-Store-Abo-Modell).
Rhapsody’s president Jon Irwin issued a statement and amongst noting that it would be “economically untenable,” he also noted that they will be “collaborating with our market peers in determining an appropriate legal and business response to this latest development.”
Obwohl kein Anspruch auf einen App-Store-Sitzplatz besteht, sehe ich die Problematik für ‚kleine‘ Anbieter, die mit Abhängigkeiten von geringen Margen arbeiten müssen.
Experts said that the first step in an antitrust analysis is to determine whether Apple is a dominant player in the market, which, in turn, requires an an assessment of the relevant market at issue.
Zwei Experten, zwei Meinungen. Das Apple in Zeiten mit ‚hunderten‘ von bevorstehenden Tablet-Ankündigungen eine ‚dominante Marktmacht‘ innehat (was die eigentlichen Medien-Inhalte betrifft) – oder gar ein Monopol – will ich nicht glauben.
With great power, comes great responsibility, and all that. But we’re not there yet. It does look like competition is coming — and fast. And so Apple should be allowed to implement the changes to their ecosystem as they see fit. The market will decide if they’re the right ones or not.
Wie sich die Abonnements technisch aufstellen, hat Podcast-Kollege Hetzel an dieser Stelle einmal detailliert aufgeschrieben. Durch die Bindung an den iTunes-Account lassen sich bestehende Abos automatisch an neue Geräte übertragen. Das ist komfortabel für die Kunden. Update: Inhalte sind jedoch beim ‚In-App‘-Kauf nicht außerhalb der Anwendung verfügbar. /Update
Letztendlich läuft die Diskussion auf die Frage hinaus, ob sich der App Store mit seinem Abo-Modell, der damit verbundenen (iTunes-)Werbeplattform und den rasant ansteigenden Benutzerzahlen für Anbieter von Inhalten in der Zukunft noch ignorieren lässt. Wenn man zu der Übereinkunft gelangt, das dies nicht der Fall sein sollte, gilt es sich mit den neuen jetzt durchgesetzten Regeln zu arrangieren. Einigen Anbietern wird dieser Prozess schwieriger fallen als anderen.
Die Deutsche Telekom stellt am heutigen Morgen die Aufzeichnung der gestrigen Pressekonferenz zum ‚Video-on-Demand‘-Abruf. Neben der ‚Travel & Surf‚-Option fanden in der einstündigen Veranstaltung auch ‚mobile Bezahlsysteme‘ Erwähnung. Als kontaktloses Zahlungsmittel soll dabei ‚Near Field Communication‚ (NFC) im Mittelpunkt stehen. Die Mobilfunktelefone kommunizieren dabei über einen Funk-Chip mit einer entsprechenden Gegenstelle wie beispielsweise einem Ticket-Automaten oder Scannern für Bonusprogramme.
Für die nächste iPhone-Generation gehört eine NFC-Hardware-Implementation zum heißen Gerüchtekreis des laufenden Jahres – Apple stellte bereits entsprechendes Personal ein, zeichnet mögliche Patente und erntete dafür eine Menge Presse.
Ein bisschen mehr (Gerüchte-)Feuerholz fand sich auf der gestrigen Pressekonferenz der Deutschen Telekom. Obwohl die offizielle Pressemitteilung keine zukünftigen Partnern aufführte, nennen ‚ausgegebene (Print-)Informationsunterlagen‘ Apple und Samsung mit einem NFC-Portfolio. Ein Beweis ist dies für ein iPhone 5 mit NFC-Technologie nicht im Geringsten. Trotzdem liegt es nahe, insbesondere wenn man Apples Hardware-Zyklus von jeweils einem Jahr zwischen zwei iPhone-Generationen betrachtet.
Auch Googles ehemaliger Häuptling Eric Schmidt betonte auf seiner gestrigen Keynote die Wichtigkeit des Kurzstreckenfunks speziell in Bezug auf Werbeangebote. Neben Reklameschaltungen und Bezahlung sind jedoch noch unzählige andere Anwendungsfälle mit ‚Near Field Communication‘ vorstellbar.
If you attempt to cheat the system (for example, by trying to trick the review process, steal data from users, copy another developer’s work, or manipulate the ratings) your apps will be removed from the store and you will be expelled from the developer program.
Im ersten Gedankenschritt klingt das nachvollziehbar. Wer möchte Apps, die ‚Nutzerdaten‘ stehlen oder sich über ‚manipulierte Ratings‘ in den Hitlisten nach oben arbeiten, richtig? Zu bedenken bleibt jedoch, dass es sich bei den zusammengetragenen ‚Vorgaben‘ um keinen fest geschriebenen Gesetzestext handelt, sondern eine Interpretation weiterhin explizit dem jeweiligen App Store-Prüfer unterliegt. Nicht umsonst beschreibt Apple die Aufstellung als „lebendiges Dokument“ bei dem „neue Apps auch neue Fragen aufwerfen können, die sich dann in neuen Regeln widerspiegeln„.
Es gilt jedoch die Frage zu stellen, inwieweit Entwickler Anwendungen mit neuen Funktionen dem ‚Genehmigungsprozess‘ überhaupt vorlegen, die an unbekannte Grenzen stoßen und diese bewusst oder unbewusst überschreiten, wenn ihr Entwickler-Konto auf dem Spiel steht. Die prominente Erweiterung in der ‚Einleitung‘ der ‚Review-Richtlinien‘, in der sich die jetzigen Auszüge wiederfinden, jagt mir zumindest einen kalten Schauer über den Rücken.
Denken wir einmal nicht an Sternchen-Manipulationen oder Design-Klau sondern den nicht minder populären Fall der Anwendung Camera+. Entwickler Tap Tap Tap hat hier eindeutig die Grenze der App Store-Hüter übersprungen. Sogar mit Anlauf. Aber eine Diskussion um die Verwendung der Hardware-Buttons (beispielsweise als Foto-Auslöser) halte ich trotzdem für wichtig. Hätten sie das Gespräch darüber auch angestoßen, wenn ihre anderen, lebenserhaltenden Apps wie Calcbot, Convert oder Voices 2 durch die Kündigung des Entwickler-Accounts auf dem Spiel gestanden hätte? Ich denke, die viermonatige (Verkaufs-)Abstinenz war eine gerechte Strafe…
Klar, auf der Nase herumtanzen lassen würde ich mir als App-Prüfer nicht. Wer über 943 Apps innerhalb von neun Monaten in den App Store einstellt, gehört gebändigt. Genauso zählt der unlautere Gebrauch von Promocodes und dessen Benutzung über Fake-Konten mit Bewertungs-Tricks unterbunden. Trotzdem dürfen die anderen (Hundert-)Tausend-Entwickler nicht unter einem einzigen verwirrten Geist leiden. Die Kollateralschäden wäre zu hoch. Ich würde deshalb gerne die ‚Guidelines‘ als das betrachten, als das sie sich selbst sehen, als ein „lebendiges Dokument„. Der Rauswurf eines Entwickler(-Studios) kündigt diese ‚lebendige‘ Zusammenarbeit jedoch auf, weshalb mir die neue Formulierung „will be expelled from the developer program“ schlicht und ergreifend zu populär platziert ist.
Hier ein paar weiterführende Gedanken zu Apples Abo-Modell, das mit der heutiger Pressemitteilung ein paar griffigere Formen annahm.
Amazons Kindle-Buchverkauf ist, nach ein wenig Bedenkzeit im Zusammenhang mit der aktuellen Ankündigung, vielleicht kein von mir gut gewähltes Beispiel gewesen. Trotzdem stellt das Online-Versandhaus auch diverse digitale Abo-(Tageszeitungs-)Angebote bereit, die von der Apple Neu-Regelung betroffen wären. Ändert sich das jetzt vielleicht?
Die aktuelle Umgestaltung betont einleitend explizit ‚Abo-Services‘ wie „beispielsweise Magazine, Zeitschriften, Videos, Musik, etc.„. Das bedeutet nach dem heutigen Stand der Informationen, dass auch Netflix seine Abo-Dienstleistung als ‚In-App‘-Kauf mit der 30-Prozent-Abgabe an Apple anbieten muss.
Der Ansatz für das jetzt vorgelegte Abo-Modell ist interessant, weil es Verlagshäuser dazu herausfordert mit einem extrem einfachen („One-Click“-)Bezahlsystem zu konkurrieren. Es wird spannend sein zu verfolgen, ob diese Herausforderung angenommen wird oder ob man sich unter Gequengel und Jammern dem von Apple vorgegebenen System zuwendet. Dabei zu bedenken bleibt: Bereits jetzt fließt ein guter Anteil des Verkaufspreises von Print-Ausgaben an den Vertrieb mit seinen LKWs und Kiosk-Besitzern.
Die 30-Prozent-Abgabe für digitale Transfer- und Werbe-Leistungen ist für Publisher zwar ungewohnt, sollte aber eigentlich nicht verwundern. Insbesondere dann, wenn man sich an die Infrastruktur eines anderen, bereits groß ausgebauten Vertriebskanals, andockt. Erwartet man allen Ernstes einen ‚Gratis-Fahrschein‘? Das erinnert ja fast an diese ‚Kostenlos-Kultur im Internet‚…
Interessant wird es auch für Musik-Dienstleister. Einige der Streaming-Angebote sollen weitaus weniger als 30-Prozent vom Verkaufspreis als Marge einstreichen. Hank Williams schlussfolgert in seinem Weblog, dass Apple bewusst (Musik-)Anbieter mit knapp kalkulierten Konditionen ausschließt:
But Apple is not stupid, so they have certainly run the numbers. And so it seems that they have decided that they now have a platform that is so popular, that the services that can’t afford to pay them 30% are not needed anymore. In fact, perhaps it might be more accurate to say, these services aren’t *wanted* any more.
Bislang eher schwammig in der Pressemitteilung formuliert, ist die folgende Aussage:
Darüber hinaus müssen Verlage künftig auf Links in ihren Apps verzichten (beispielsweise zu einer Webseite), die es Kunden ermöglicht Inhalte oder Abos außerhalb der App zu kaufen.
Inwieweit Apple dies verfolgt und Apps mit offensichtlichen Link-Platzierung (oder schlimmer noch: ‚Klick-Farmen‘) daraufhin ablehnt, bleibt abzuwarten. Ebenfalls zu gedulden gilt es sich, wie ‚die Verlage von der Möglichkeit Gebrauch machen, zusätzliche Daten der App Store Kunden abzufragen‚. Apple unterstreicht, dass der Umgang mit diesen zusätzlichen Nutzer-Informationen unter ‚die Datenschutzrichtlinien der Verlagshäuser‚ fällt und nicht unter die Apple-Bestimmungen. Voraussetzung soll dafür jedoch sein, dass den Kunden „eine offensichtliche Wahl gelassen wird„. Auch hier wird erst die Praxis zeigen, was von diesem Versprechen übrig bleibt.
Als ‚Deadline‘ für die App-Store-Umarbeitung der Drittanbieter-Programme existiert derzeit übrigens der 30. Juni. Dieser Termin liegt noch zirka vier Monate in der Zukunft. All Things Digital berichtet von einem Memo an Entwickler, das bereits Mitte Januar das Weblog Monday Note zitierte:
For existing apps already in the App Store, we are providing a grace period to bring your app into compliance with this guideline, […] To ensure your app remains on the App Store, please submit an update that uses the In App Purchase API for purchasing content, by June 30, 2011.
(Mir) berichten Entwickler, dass aktuell noch keine Option in iTunes Connect existiert, die das Anlegen der neuen Abos ermöglicht. Inwieweit die finale iOS 4.3-Version dafür von Nöten ist, bleibt abzuwarten. ‚The Daily‚ zeigte bereits vor zwei Wochen, dass ein Abo-Modelle auch unter iOS 4.2.1 eingearbeitet werden kann. Das Murdoch-Fabrikat genießt jedoch eine ganz ‚individuelle‘ Apple-Betreuung, die nicht vergessen werden darf. An Spekulationen über ein Veröffentlichungsdatum von iOS 4.3 beteilige ich mich daher aus dieser Richtung nicht.
Zum jetzigen Zeitpunkt gilt es lediglich festzustellen, dass die Nachrichtenangebote sich erst einmal auf die Lauer legen. ‚The Washington Post‚ (kostenlos; App Store-Link) verlängert in einem gerade veröffentlichten Update die „full-access subscription“ für eine begrenzte Zeit. Inwieweit andere Anbieter ihre Dienstleistungen ausbauen oder vorerst eventuell alles beim Alten belassen, wird sich zeigen. Das man für diese Entscheidung auf die Mitbewerber schielt, ist nur allzu verständlich.
Am heutigen Tag gibt Apple seine lang erwarteten Abo-Pläne für Produzenten von Magazinen, (Nachrichten-)Zeitungen sowie Musik- als auch Film-Angebote preis. Dabei bestimmen die Inhalts-Anbieter den Preis sowie dessen Abo-Laufzeit. Diese kann „wöchentlich, monatlich, zweimonatlich, vierteljährlich, halbjährig oder jährlich“ erfolgen. Kunden sind in der Lage, über die Einstellung ihres Benutzerkontos ein (sich automatisch verlängerndes) Abonnement abzuschließen, einzusehen und zu kündigen. Für die (finanzielle) Abwicklung der ‚In-App‘-Käufe verlangt Apple seinen bekannten 30-Prozent-Anteil.
Ein Steve Jobs Zitat erklärt in der soeben veröffentlichten Pressemitteilung die Erweiterung des Systems:
Our philosophy is simple—when Apple brings a new subscriber to the app, Apple earns a 30 percent share; when the publisher brings an existing or new subscriber to the app, the publisher keeps 100 percent and Apple earns nothing. […] All we require is that, if a publisher is making a subscription offer outside of the app, the same (or better) offer be made inside the app, so that customers can easily subscribe with one-click right in the app.
Bedeutet: Wählt der Kunde den Weg über den App Store zum ‚In-App‘-Kauf, behält Apple für die Abwicklung der Transaktionen seinen 30-Prozent-Anteil ein. Das ‚In-App‘-Angebot muss identisch oder (preislich) besser aufgestellt sein, wie ein Abo außerhalb des App Stores. Den Publisher wird zugestanden, Abonnements auf ihrer Webseite weiter zu verkaufen und diese in der iPad- oder iPhone-Anwendung zu verwenden. So kann beispielsweise eine bestehende (Webseiten-)Kundenschaft einen (freien) Zugang zur App erhalten. In diese Transaktionen und das dahinter geschaltete Abo-Modell mischt sich Apple nicht ein und gestattet, dass ein Zugang über die App bereitgestellt bleibt.
Der Publisher trägt Sorge dafür, dass er entsprechende Authentifizierungs-Prozesse in die iOS-Software implementiert. Obwohl die Anbieter von Inhalten ihr Abo-System auch am App Store vorbei mit Kunden abwickeln können, darf kein Link in der Applikation (beispielsweise zur Webseite) bereitgestellt werden.
Kunden, die per ‚In-App‘-Kauf bezahlen, entscheiden eigenständig darüber, ob sie dem Anbieter der Inhalte ihre persönlichen Nutzerdaten wie Namen, E-Mail-Adresse und Postleitzahl bereitstellen möchten.
Harte Vorgaben, die allerlei Geschrei auslösen werden. Die Inhaltsanbieter werden nicht in der Lage sein, den an Apple abzutretenden 30-Prozent-Anteil auf die Kunden umzulegen. Das ‚In-App‘-Angebot muss „identisch oder besser“ ausfallen, als das Abonnement außerhalb des App Stores.
Diese zweigleisige Schiene, die Apple damit fährt, zeichnete sich bereits ab. Wie die Auswirkungen und Reaktionen der Verlagshäuser ausfallen, bleibt mit Spannung abzuwarten. Ebenso aufregend (und noch ungeklärt): Was machen iBooks-Konkurrenten wie das Amazon Kindle oder der Netflix-Filmverleih zukünftig?