Notizabgleich ‘Yojimbo’ / Fernzugriff ‘Webjimbo’

von alex olma | 21. Januar 2010 | 14:58 Uhr

Das iPhoneBlog kontaktieren mittlerweile über 50-Prozent Macintosh-Benutzer. Sagt Google Analytics. Die Windows-Besucher mögen mir daher verzeihen, wenn hier die eine oder andere exklusive OS X-Software Erwähnung findet. Natürlich geschieht dies nur im Zusammenhang mit einer entsprechenden iPhone-Integration.

Diesmal wurde ich mit der Nase auf eine Desktop-Anwendung namens Yojimbo aus den Bare Bones-Studios hingewiesen. Das sind die Jungs, die auch BBEdit zusammenschrauben. Yojimbo ist eine Notizverwaltung, die mit verschiedensten Dateitypen umgeht und das Organisationsprinzip von Schlagworten, Labels und Suchbegriffen verwendet.

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Der Anwender findet sich in einer sehr schlichten Eingabemaske wieder, die praktisch ohne Lernkurve auskommt. Neben ein paar selbsterklärenden Knöpfen zieht man seine Unterlagen direkt ins Programm-Fenster. Sein ‘Zeug’ speichert Yojimbo in einer SQLite-Datenbank, so das man mit zukunftssicherem Blick der Anwendung unzählige Texte und Bilder zum Fraß vorwerfen darf. Falls die Entwicklung einmal eingestellt werden sollte, oder man sein Archiv auf eine neue Software umziehen möchte, dürfte dies keine unüberwindbaren Probleme aufwerfen.

Hier im Fokus sollen jedoch die einzelnen, bei Bedarf zu verschlüsselnden, Notizen stehen, die sich über MobileMe synchronisieren.

MobileMe-1.jpg

Damit lässt sich die gesamte Datenbank mit zwei Macintosh-Rechner und der jährlichen Apple-Gebühr komfortabel auf dem gleichen Informationsstand halten.

Webjimbo.jpg

Yojimbo bietet (bis jetzt) keine eigene iPhone-Anwendung, lässt sich jedoch mit der Zusatzsoftware Webjimbo (Flying Mac) um diese Fernwartung erweitern. Die kleine Software läuft in eurer Menüleiste und kümmert sich um die Port-Weiterleitung und eine Konfiguration welche Daten ‘von außen’ geändert werden dürfen. Das iPhone initiiert seinen Web-Zugang über eine individuelle URL (‘http://findme.flyingmac.com/XXX’) und greift direkt auf die heimische Datenbank zu.

Die benötigten Konfigurationsschritte für die Ersteinrichtung lassen sich an einer Hand abzählen. Nach der gegenseitigen Authentifizierung könnten vom iPhone aus Notizen angelegt, durchsucht und editiert werden.

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In meiner Testkonfiguration habe ich Yojimbo sowohl auf dem MacPro als auch MacMini installiert. Die Datenstände gleichen sich über MobileMe ab. Der MacMini hängt konstant im Netz und gewährleistet mit Webjimbo den Zugriff auf meine Yojimbo-Datenbank vom iPhone, auch wenn ich einmal nicht Zuhause bin. Ändere ich Einträge von Unterwegs, gleichen sich MacMini und MacPro nach der Rückkehr automatisch wieder ab.

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Aus dem gleichen Haus wie Webjimbo stammt auch FarFinder mit der entsprechenden iPhone-Anwendung (kostenlos; App Store-Link) für den Zugriff auf ganze Dateistrukturen des heimischen Macs. Auch von Unterwegs, insofern der Computer in den heimischen vier Wänden eingeschaltet vor sich hin tickert.

Bemängeln lässt sich speziell bei FarFinder/Webjimbo die teils sehr angestaubte Präsentation. Zwei separate Programm-’Installer’ sind Anfang 2010 einfach unzeitgemäß. Trotzdem funktioniert die Software und hält was sie verspricht.

Eine nachgeschobene Einordnung in das Programmangebot anderer ToDo-, Notiz- und Datenbank-Programmen erscheint mir jedoch sinnvoll. Mittlerweile gibt es fast unzählige Dienstleister, die sich euren Niederschriften annehmen wollen. Dabei ist es schwer, eine konkrete Eingrenzung vorzunehmen was unter diese Kategorie fällt. Spannt man den Bogen sehr weit, fallen Evernote oder Google Wave ein. ‘Tabellenartiger’ kommt Bento derzeit in Version 3 heranmarschiert. 1Password richtet seinen Fokus auf geheime Aufzeichnungen während Things mehr die täglichen Aufgaben ins Blickfeld rückt. Und so ließe sich die Liste fortführen…

Alle Programme besitzen iPhone-Anwendungen, die sich verschieden gut und schlecht synchronisieren lassen. Dabei deckt das Programm-Spektrum unterschiedlich hohe Sicherheitsstufen ab – von mir doch egal bis verschlüsselt. Für was man sich entscheidet, hängt von den ganz persönlichen Bedürfnissen ab. Yojimbo und Webjimbo tragen dabei einen anderen (eher privaten) Ansatz bei, den ich entgegen dem Bedürfnis für ‘alle-unsere-Daten-in-die-Wolke’ einmal vorstellen wollte.

Webjimbo kostet $30 und ist als 20-tägige Testversion verfügbar. Yojimbo langt als Einzelplatzlizenz mit $39 in eure Tasche und darf 30 Tage ausprobiert werden.

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  • http://twitter.com/nielskob Niels Kobschätzki

    Als langjähriger Yojimbo-Nutzer (schon zu 10.4-Zeiten; und inzwischen wieder davon weggekommen inzwischen) muss ich jetzt mal meinen “Standard”-Rant zu diesem Produkt abgeben:
    Ich habe Yojimbo schon ziemlich früh angefangen zu nutzen, habe es lange benutzt und bin dann aber aus unterschiedlichen Gründen davon weggewechselt.

    a) Die Jungs benutzen CoreData und eine SQLite-Datenbank für ihr Datengrab. Mit 10.5 wurde Time Machine eingeführt und das verträgt sich nicht so gut mit SQLite-Datenbanken. Es gibt Nutzer, die haben sehr große Datenbanken (meine 900 MB waren da teilweise noch recht klein) und dann hat man ein Problem. Ändert man nur ein Byte in der Datenbank, sichert Time Machine die komplette Datenbank.
    Reaktion von BareBones: Apple hat uns CoreData an die Hand gegeben, CoreData funktioniert nicht richtig mit Time Machine. Das ist nicht unser Problem sondern Apples. Sie werden das nicht fixen und von ihrem Modell nicht weggehen. Das einzige mir bekannte Workaround: Auf der Dropbox speichern und dann gibt's ja ein Backup über Dropbox – das ist aber auch nur begrenzt und diese Datenbank will ich nicht bei einem externen Dienstleister haben.

    b) Auf die Nutzer wird überhaupt nicht gehört. Das beste Beispiel sind “Nested Folders”. Eine der häufigsten Fragen, die es auf der ML (inzwischen Google Group) bezog sich auf den Feature-Request von Nested Folders. BareBones Reaktion seit Jahren: Folder reichen, Nested Folder brauch man nicht, wir werden es nicht implementieren – egal wie viele Leute das wollen (irgendwann haben sie dazu sogar ne FAQ eingeführt…)

    c) In Sachen Produkt-Updates haben sie sich immer sehr bedeckt gehalten. Es gibt keine Roadmap, nichts. Die Updates in der 1er-Version waren dürftig und der Aufschei in der GoogleGroup beim Zweierupdate ziemlich groß — zu wenig neue Features, als dass das ein Majorupate mit Update-Gebühr rechtfertigt. Vor allen Dingen weil die Time Machine- und Nested Folder-Problematik immer noch nicht behoben ist.

    d) MobileMe mag nicht immer den Kram syncen. Es gibt anscheinend eine ganze Reihe Leute, die Probleme mit dem Sync haben — hatte ich auch mehrfach. Barebones ist da sehr hilfreich aber ich habe auch mehrfach von Fällen gelesen wo nichts geholfen hat. Und den Sync wieder zum Laufen zu bringen über MobileMe ist ziemlich zeitaufwendig…

    Ich würde übrigens auch nicht damit rechnen, dass jemals eine iPhone-Version kommt o.ä., BB hat sich da nicht eindeutig geäußert aber bis jetzt sah das eher schlecht als Recht aus. Vor allen Dingen wenn man sich so anschaut wie BB bis jetzt auf Feature Request u.ä. bei Yojimbo reagiert hat. Auf Webjimbo wird man weiterhin angewiesen sein. Ich hab übrigens allein schon aus Stromrechnungsgründen keine Lust meinen iMac dauernd am Laufen zu halten…

    Btw. aufgrund der äußerst schlechten Erfahrungen über die Jahre wie BareBones auf den ML von Yojimbo reagiert hat, würde ich nie wieder ein BB-Produkt kaufen.
    Meine Alternative lautet übrigens EagleFiler und Evernote. Alles was ich auch unterwegs brauchen könnte und Notizen kommt nach Evernote. EagleFiler ist das echte Datengrab und wird teilweise über die Dropbox gesynct (es gibt mehrere Datenbanken und bestimmte synce ich). Da es eine kleine SQLite-Datenbank für den Index hat und der Rest in einzelnen Dateien aufbewahrt wird, funktioniert es auch sehr gut mit TimeMachine. Nicht ganz so hübsch aber weitaus weniger Probleme und auch nirgends eine ähnlich gefühlte “Arroganz” den Nutzern gegenüber wie bei BB…

  • http://www.iphoneblog.de iphoneblog

    Luft machen hat gut getan, oder? :)

    Nein, ich möchte dir gar nicht widersprechen da ich das Programm in keinerlei Dauereinsatz hatte. Nur dabei finden sich die meisten Fehler, Kanten und Ecken.

    Bei so manchen MobileMe-(Miss-)Geschichten vertraue ich jedoch nicht unbedingt auf die Unfehlbarkeit des Apple-Services. Dafür hat dieser in der Vergangenheit bereits zu viele Aussetzer produziert.

    Danke für die umfangreichen Einblicke. Insbesondere den Punkt der Außenkommunikation (für Updates, etc.) kann ich persönlich nachvollziehen.

  • Pingback: ‘Presence’ – Mac-Dateizugriff von unterwegs – iPhoneBlog.de

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