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van Alex Olma
30. Dezember 2010 – 14:27 Uhr

Was kann der Apple TV?

In Finnland ist die zweite Apple-TV-Generation aktuell noch nicht verfügbar. Deshalb musste für mich ein deutscher Weihnachtsmann tätig werden. Aus dem Pool der ersten Million an verkauften Geräten ging deshalb mindestens ein Exemplar nach Helsinki.

Apple nutzt auch für diese Hardware sein vom iPad und iPhone bekanntes iOS-Betriebssystem als Unterbau. Entgegen den mobilen Geräten ist für den Nutzer bislang jedoch keine App-Store-Verbindung möglich und deshalb noch keine Installation von Drittanbieter-Software vorgesehen. Das Fundament scheint jedoch gelegt. Daher ist mit Spannung abzuwarten, ob wir im nächsten Jahr beispielsweise das iPhone als Spiele-Controller für Apps auf dem Apple TV am großen Flachbildfernseher sehen werden.

Doch was ist schon jetzt im Zusammenspiel mit den mobilen Geräten möglich?

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Die offensichtlichste Schnittstelle ist ‚AirPlay‚, die drahtlose Übermittlung von Video- und Audio-Inhalten an den Apple TV. Die ‚Video‘-Applikation des iPads übergibt darüber lokale Videodateien an die Set-Top-Box. Wer sich während eines Filmabends den Ausflug in die Badewanne nicht nehmen lassen möchte, schaltet kurzerhand auf den 10-Zoll-Bildschirm um. Im Bademantel lässt sich anschließend die aktuelle Abspielposition zurück auf die Wohnzimmer-Mattscheibe werfen. Gleiches gilt für Musik- oder Podcast-Inhalte in Audio-Form. Vom mobilen Gerät lässt sich die verdoppelte Abspielgeschwindigkeit nutzen während dies bei der Wiedergabe über iTunes oder das Apple-TV-Verzeichnis nicht möglich ist.

Wer der Großmutter einen Apple TV an die moderne Flachbildröhre klemmt (und ins WiFi einbindet), kann seine Fotos vom iPhone oder iPad beispielsweise in Form einer Diashow übertragen. Zum allgemeinen Unverständnis lassen sich keine selbst aufgenommenen iPhone-Videos aus der Fotoanwendung an den Apple TV schicken. Befindet sich das gleiche Beweg-Bildmaterial jedoch nach einem iTunes-Sync in der iPod- beziehungsweise ‚Video‘-Anwendung (siehe Home Sharing), lässt es sich abspielen. Eine mehr als komische Einschränkung.

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‚AirPlay‘ ist auch in der neusten iTunes-Version für Windows und dem Mac implementiert. So lassen sich in einem gemeinsamen Netzwerk Inhalte aus Apples ‚beliebtem‘ Media-Verwaltungsprogramm (fern-)abspielen. Wer nicht direkt an Maus und Tastatur sitzt und die Wiedergabe kontrolliert beziehungsweise initiiert, greift zu Apples ‚Remote‚-Anwendung. Darüber lässt sich eine entlegene iTunes-Mediathek aus der Ferne steuern.

Neben dem Apple-Videoverleih fehlt in Europa außerdem die Netflix-Anbindung. Dessen ‚IP-Check‘ widmeten wir uns bereits Anfang Dezember. Lassen wir einmal Flickr, MobileMe und das Podcast-Verzeichnis außer Acht, strömen nur Medien-Inhalte auf den Apple TV, die im iTunes-Index gelistet sind. Für diverse Audio- und Video-Formate bedeutet dies eine Konvertierung beziehungsweise der Wechsel des Medien-Containers. Dazu stehen unzählige Anwendungen zur Verfügung. Die aktuellen Nightly-Builds von HandBrake umfassen mittlerweile ein Set an Voreinstellungen für die zweite Apple-TV-Generation. Unter den Bezeichnungen Miro Video Converter, Evom, Videora oder Movies2iPhone finden sich ähnliche Mitbewerber, welche die Liste an Alternative noch lange nicht erschöpft.

Für Mac-Benutzer sei an dieser Stelle erneut die ‚Mediathek‚ zum Download von Sendungen aus dem Fundus der ARD, ZDF, 3sat, NDR, SWR, WDR, ARTE und SF als grandioser (Geheim-)Tipp empfohlen.

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Wer seine Videos konvertieren lässt, kann anschließend über ‚Folder Actions‚ oder Zusatzsoftware wie Hazel die fertig zusammengeschusterten Dateien automatisiert in seine iTunes-Bibliothek importieren. So stehen diese später auch für das Apple TV zum Abspielen bereit. Wer unterwegs ist und eine Apple-TV-taugliche ‚Fern-Konvertierung‘ zeitsparend bereits aus der Ferne anstoßen möchte, kann auf AirVideo zurückgreifen. Dort lassen sich Videos, neben der Live-Konvertierung, auch einer Vorab-Umwandlung unterziehen. Damit lässt sich der Filmabend gleich nach der Rückkehr in die heimischen vier Wände beginnen.

Leider ist der Zugriff von App-Store-Drittanwendungen für eine direkte Video-Ausgabe an den Apple TV aktuell noch über eine private Schnittstelle von Apple eingeschränkt.

Im Bereich ‚Eigenentwicklungen‘ (ohne tiefgreifende Software-Modifikation) macht sich derzeit Erica Sadun mit ihren Programmen ‚AirFlick‚ und ‚AirPlayer‚ kräftig verdient. AirPlayer transformiert den Mac in eine AirPlay-taugliche Abspielstation und nimmt Videos vom mobilen iOS-Gerät entgegen. AirFlick serviert dem Apple TV Dateien und (Stream-)URLs auch außerhalb von iTunes. Noch fällt die in Version 0.15 vorliegende Software rudimentär aus, implementierte jedoch bereits eine automatische Transkodierung.

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Apropos Non-iTunes-Streams: Die Mac- und PC-Anwendung ‚Airfoil‚ von Rogue Amoeba, kürzlich auf Version 4.0 aktualisiert, sendet aus allen anderen Computer-Programmen Audio-Signale an AirPort Express-Lautsprecher, das iPad und iPhone sowie den Apple TV. Wer den Ton des aktuellen YouTube-Videos oder die Spotify-Musikwiedergabe synchron in mehreren Räumen empfangen möchte, schleust das Signal über Airfoil.

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Für den Apple TV bleibt in seiner jetzigen Form erhebliches Verbesserungs-Potenzial. Das iOS-Fundament und die bereits gelungene Einbindung von iPhone und iPad zeigt jedoch die umfassenden Möglichkeiten auf, wohin die Reise noch gehen könnte und weshalb mit einer Investition von 119 Euro (Affiliate-Link) derzeit überhaupt nichts falsch gemacht werden kann.

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