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van Alex Olma
26. Juli 2018 – 14:37 Uhr

‚Search Ads‘ starten in Deutschland

Die zentrale Info vorab: ‚Search Ads‘ werden ab dem 2. August – also ab nächsten Donnerstag – im deutschsprachigen App Store angezeigt.

Apps. Auf Augenhöhe. Steigere mit Search Ads die Auffindbarkeit deiner App im App Store für iPhone und iPad – völlig mühelos und hocheffizient.

SearchAds.Apple.com

Ich war skeptisch, als die Werbeoption für App-Entwickler vor zwei Jahren in den USA an den Start schritt. Insbesondere weil die generelle App-Store-Suche nach einer bestimmen Software in Apples Download-Laden damals so unterirdisch funktionierte. Mit Phil Schiller in direkter Verantwortung für den App Store hat sich dort jedoch in den letzten 2.5 Jahren mehr getan, als in den 7.5 Jahren zuvor. Schiller hat sich nicht nur um den optischen und redaktionellen Neubeginn gekümmert, der mit iOS 11 erfolgte, sondern insbesondere hinter der Bühne durchgefegt.

Im Oktober 2016 flogen in einem einzigen Monat rund 50.000 „problematische” und vernachlässigte Anwendungen. Schiller drückte die lange im Vorfeld angekündigte 64-Bit-Pflicht durch und beschränkte die Länge der App-Namen, die Apples Schlagwort-Suche austricksen wollte. „1-click Template”-Apps wurde der Kampf angesagt und die Wortwahl für die App-Store-Review-Guidelines ist konstant in Arbeit. Allem voran haben sich die Prüfzeiten, die jede App über sich ergehen lassen muss, von einigen Wochen auf durchschnittlich ein bis zwei Tage reduziert.

Ich treibe mich gelegentlich im US-App-Store herum und ‚Search Ads‘ sind mir bislang weder positiv noch negativ aufgefallen. Sie stechen optisch ohne Frage heraus. Und mit der Möglichkeit explizit konkurrierende Apps ins Ziel zu nehmen, führt das teilweise zu interessanten Ergebnissen. Die finanziellen Resultate, die einige Entwickler bislang öffentlich geteilt haben, sind ähnlich ausgewogen – nicht übermäßig positiv, aber auch kein absoluter Reinfall.

Die Auflagen, die Apple an ‚Search Ads‘ knüpft, sind hoch – jedoch waren auch die Limit der gescheiterten iAds streng. Die entscheidende Frage bleibt: Warum begibt sich Apple überhaupt in dieses Werbeumfeld.

Die finanzielle Motivation ist ohne Frage groß (Google lässt sich im Play Store seit Jahren die besten Positionen bezahlen) und die Kategorisierung der Einnahmen als „Service Business” ist nie ein schlechtes Argument für Wall Street.

Ich glaube aber, dass Apple sich obendrein eine gehobene Qualität verspricht, die der App Store durch die zusätzliche Pflege und Aufmerksamkeit gewinnt. Wie bereits zur Einführung der ‚Search Ads‘ von Phil Schiller beschrieben ist der Werbeverkauf kein „hands-off approach”, bei dem die Entwickler mit den tiefsten Taschen alle Werbeeinblendungen aufkaufen. Aus rein kapitalistischer Sicht ist das garantiert der falsche Weg, aber wenn Apple tatsächlich Interesse an einer nachhaltigen App-Entwicklung hat, dann schauen sie hier genauer hin.

In den ersten sieben App-Store-Jahren zeigte Apple keinerlei Anzeichen den kleinen Studios und die selbstständigen Entwickler besonders zu berücksichtigen. Vielmehr drängelte man auf noch günstigere Apps.

Mit der Einführung von App-Abos, einer besseren 85/15-Umsatzaufteilung nach dem ersten Jahr, vielen redaktionellen Features für Festpreis-Games oder insgesamt mehr Möglichkeiten Demos und Probezeiträume anzubieten, scheint der Fokus mittlerweile aber zu kippen.

Die Argumente, die für ‚Search Ads‘ sprechen, finden sich in der extrem leichten Umsetzbarkeit. Apple muss beispielsweise nicht mit zwischengeschalteten Anzeigenagenturen arbeiten und ihre hohen Datenschutz-Versprechen diskutieren. Obendrein wird die Werbung für eine App nur dann eingeblendet, wenn der Nutzer zuvor selbst die Suche bemüht. Die eine App, die ihm dann möglicherweise als „gesponsorte” Alternative angeboten wird, ist im besten Fall genau das: Eine Alternative, die tatsächlich zum Suchbegriff passt. Solange die anderen Ergebnisse funktionieren – und das war für lange Zeit nicht ansatzweise der Fall – gehen ‚Search Ads‘ für die meisten Leute wahrscheinlich in Ordnung.

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