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van Alex Olma
21. April 2020 – 12:19 Uhr

Magic Keyboard: zwei Ersteindrücke (mehr)

24 Stunden später.

Die Tastaturbeleuchtung ist exzellent. Schaut man aus einem normalen Blickwinkel (von oben) auf die Tastatur, sind ausschließlich die Buchstaben beleuchtet. Andere Tastaturen bluten; es strömt Helligkeit rund um die gesamten Tasten. Nicht so beim Magic Keyboard: Es wird (verdammt) hell, beleuchtet aber wirklich nur die Buchstaben.

Von Hand lässt sich die Helligkeit der Tastatur lediglich unter ➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ Tastatur ➝ Hardware-Tastatur ändern. Ich plädiere deshalb für eine Option im Kontrollzentrum.

Tippen fühlt sich ebenfalls exzellent an. Den schwarzen Tasten (!) liegt ein sehr befriedigender Anschlagpunkt zugrunde. Die Tasten wackeln nicht, fühlen sich gleichzeitig aber auch nicht so steif an wie die unzuverlässige Butterfly-Tastatur der alten MacBooks. Die Tasten sind schlicht stabil. Selbst wenn ihr einen Buchstaben nicht in der Mitte trefft, registriert das iPad diesen Anschlag. „First class typing“ – indeed.

Seit iPadOS 13.4 ist Apples Magic Trackpad 2 „my weapon of choice“. Die matte Oberfläche aus Glas fehlt mir am Magic Trackpad (sehr). Außerdem bevorzuge ich den „Fake-Klick“; das Magic Trackpad am iPad drückt ihr physisch nach unten. Dieser Klick ist durchaus laut. Wer sich an der Lautstärke stört, aktiviert unter ➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ Trackpad ➝ „Tap to Click“.

Die Konstruktion des Magic Keyboards erlaubt kein Trackpad in der Qualität des alleinstehenden Magic Trackpad 2 – denke ich zumindest. Selbst bei der kleinen Trackpad-Größe ist eine Glasoberfläche, die sich mechanisch nicht bewegt, wahrscheinlich ausgeschlossen. Der begrenzte Spielraum macht es zumindest sehr schwierig.

Trotzdem ist es ein Downgrade, wenn man zuvor den Luxus von einem gigantischen Magic Trackpad 2 auf seinem Schreibtisch genoss.

Das Trackpad im neuen Magic Trackpad ist keinesfalls schlecht. Es klickt zuverlässig an jeder beliebigen Stelle (und in allen Ecken). Und es führt mühelos alle Trackpad-Gesten aus.

Es ist allerdings nicht auf Augenhöhe mit dem Apple Magic Trackpad 2, so wie es die Tastatur gegenüber dem alleinstehenden Magic Keyboard ist.

Die Magnete, die das iPad in schwebender Position halten, sind verdammt stark. Das ist nachvollziehbar, wenn man die Gewichtsverteilung bedenkt: Die iPad-Keyboard-Kombination ist quasi ein umgedrehter Laptop. Während das MacBook-Scharnier lediglich einen flachen Bildschirm in Position hält, steht beim Magic Keyboard die komplette Technik in aufgerichteter Position. Man klappt mit nur einem Finger die iPad-Keyboard-Kombination zu, braucht aber zwei Hände um sie zu öffnen.

So hübsch Apples neue Werbung fürs Magic Trackpad mit seinem „freischwebenden Design“ auch ist: Es vermittelt einen falschen Eindruck – zumindest beim Aufklappen.

Ich tippe seit dem ersten iPad Pro (2016) auf einem Smart Keyboard (Folio). Es fällt sofort auf, dass das Display jetzt höher und damit näher am Auge sitzt. Gleichzeitig ist der Neigungswinkel begrenzt. Er liegt zwischen 90 und 130 Grad.

Das Magic Keyboard findet in diesem Spielraum zwar viele Betrachtungswinkel, neigt sich aber nur begrenzt nach hinten. Das wird nicht jedem gefallen, gewährleistet jedoch eine kippelfreie Arbeit am Touchscreen.

Egal ob mit Finger oder Pencil: Das iPad droht in keinem Fall umzukippen. Ohne besondere Vorsicht zieht ihr beispielsweise das Kontrollzentrum oder die Benachrichtigungszentrale ins Bild.

Apples Design-Abteilung wird‘s schwer gefallen sein die Kameraaussparung auf dem Magic-Keyboard-Deckel den aktuellen iPads anzupassen, aber gleichzeitig die Tastatur kompatibel zu den 2018er-Modellen zu halten. Mich hätte wirklich nicht gewundert, wenn diese Kleinigkeit aufgrund von ästhetischen Gründen durchgefallen wäre. Dass das nicht passierte, ist eine sehr praxisnahe Entscheidung, die ich begrüße.

Dieses Zubehör ist jedoch ein weiterer Denkanstoß, ob die Position der Frontkamera nicht mittig an die längere Außenseite gehört. Unsere Zoom- und Facetime-Gesprächspartner_innen würden es uns danken, wenn wir zentriert(‑er) im Bild sitzen.

Apropos Software: Die neuen Trackpad-Gesten in iPadOS 13.4 sind noch nicht einmal vier Wochen alt. Seitdem erhielten die meisten meiner iPad-Apps, auf die ich tagtäglich angewiesen bin1, entsprechende Software-Updates für dieses Feature. Das ist kein Einzelfall, sondern gelebte iPad-Normalität und einer der Gründe, warum ich dieses Betriebssystem so gerne benutze.

Das Magic Keyboard bleibt dabei ein optionales Zubehör – ein Add-on – und sollte dementsprechend auch betrachtet werden. Wer bereits mit einem separaten Magic Trackpad 2 und einem Magic Keyboard 2 am iPad arbeitet, bekommt mit dem Magic Keyboard fürs iPad lediglich einen kompakteren Formfaktor (für unterwegs).

Genau wie andere Tastaturen und Trackpads ersetzt das Magic Keyboard nicht die zentrale Touch-Bedienung des iPads. Ganz im Gegenteil: Das Trackpad unterstreicht alle Vorteile dieser Touch-Bedienung, indem es Aufgaben übernimmt, die mit Touch aufwendiger sind. Erfordert eure Arbeit viele von diesen Aufgaben, dann ist die Verwendung von einem Trackpad und einer Hardware-Tastatur eine echte Empfehlung – egal ob‘s individuelle Geräte sind oder die Form des neuen Magic Keyboards annimmt.


  1. Googles Apps sind ein prominentes Gegenbeispiel. Die verzögerte Anpassung von Docs und Co. ist einer der Gründe, warum ich einen großen Bogen um diese Software mache.Im Fall von YouTube ist das leider nicht möglich. 

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