#395 – Bauer Lite
Musikstreaming: Kommission verhängt Geldbuße aufgrund von App-Store-Vorschriften
Die Europäische Kommission hat gegen Apple wegen Missbrauchs seiner beherrschenden Stellung auf dem Markt für den über seinen App Store laufenden Vertrieb von Musikstreaming-Apps an iPhone- und iPad-Nutzer („iOS-Nutzer“) eine Geldbuße in Höhe von über 1,8 Mrd. EUR verhängt. Insbesondere stellte die Kommission fest, dass Apple App-Entwickler Beschränkungen auferlegte, die sie daran hinderten, iOS-Nutzer über alternative und billigere Musikabonnements zu informieren, die außerhalb der App zur Verfügung stehen. Das verstößt gegen das EU-Kartellrecht.
Es ist ein Irrglaube, dass die Preise für Kund:innen preiswerter gewesen wären. Siehe: der „Backdoor-Deal“ zwischen Spotify und Google.

Trotzdem hängt sich für die Europäische Kommission alles am „Informationsverbot“ auf, das Apple in seinem eigenen Statement betont.
We introduced the reader rule years ago in response to feedback from developers like Spotify. And a lot of reader apps use that option to link users to a webpage — from e-readers to video streaming services. Spotify could too — but they’ve chosen not to.
Dienste, die direkt mit Apple konkurrieren, sollten keine spezielle App-Store-Berechtigung für die Benachrichtigung ihrer Kund:innen benötigen. Die Registrierung als „Reader-App“ ist ohne Frage eine klare Benachteiligung für direkt konkurrierende Services.
iPadOS vs. macOS
Kritik kann konstruktiv wie auch destruktiv ausfallen. Sie kann motivierend oder entmutigend geäußert werden. Es ist möglich, Kritik zu üben, ohne dabei anderen ihre bevorzugte Art der Computernutzung abzusprechen.
Wenn uns demnächst neue iPads ins Haus stehen, werden die bekannten Floskeln fallen: „Baby-Computer“, „Spielzeug“, „Die Software hinkt der Hardware hinterher“, „nur ein Netflix-Tablet“ und – nicht zu vergessen – „Mit dem iPad kann man keine echte Arbeit verrichten“. Die Kritiker-Klassiker!
Viele Jahre bestand die Annahme, dass das iPad den Mac ersetzt – ganz besonders populär war das auch bei Apple. „What’s a computer?“ setzte beide Plattformen auf einen Konfrontationskurs, der unweigerlich dazu führte, sie Feature-für-Feature zu vergleichen. Zugegeben: Wenn das Bestehende das Neue ablösen soll, war es fair, sie mit den gleichen Aufgaben und Herausforderungen einander gegenüberzustellen.

Im Jahr 2024 ist jedoch klar: macOS und iPadOS sind zwei unverkennbare Betriebssysteme mit eigenen charakteristischen Merkmalen, die nebeneinander existieren. Die Vorstellung, dass eines das andere ablösen könnte, ist nicht mehr zeitgemäß, auch wenn es Überschneidungen in ihren Funktionen gibt.
Fundamentale Unterschiede finden sich in der Nutzungsweise – von der Komplexität bis zur Zugänglichkeit. Es ist nicht absehbar, dass Apples Prioritäten für das iPad ein tiefer Root-Zugriff oder die Programmierung von Apps ist. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass macOS als Betriebssystem jemals die Basis für zukünftige Computer darstellt.
Noch einmal: Die Nutzungsbereiche mögen sich überschneiden; die Stärken der zwei Plattformen könnten aber nicht unterschiedlicher sein.

iPads abstrahieren Komplexität; sie sind zugänglicher, preiswerter und einer breiteren Masse ihre Computernutzung. Macs sind mit Apples eigenem Chip so gut wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.
Natürlich verkauft euch Apple lieber zwei Computer als nur einen: Doch die Möglichkeit, zwischen zwei ausgefeilten Systemen wählen zu können – je nach individuellem Bedarf und persönlicher Präferenz –, ist ein verdammt guter Status quo.
Tipp: Calibre Sync lädt zum Cloud-Zugriff auf die eigene E-Book-Bibliothek

Meine Calibre-E-Book-Datenbank liegt in „CalibreSyncICloudContainer“ – einem iCloud-Drive-Ordner. So steht er Calibre Sync auf iOS/iPadOS zur Verfügung, um von dort ePUB oder PDFs herunterzuladen und mit entsprechenden Reader-Apps zu teilen.
„Every Word“ ist eine Freude für Audiobook-Freunde
Prologue setzt Plex voraus; die Entwicklung von Bound ist eingeschlafen: Every Word startet ganz frisch als unabhängige App für DRM-freie Audiobücher.

Man merkt der App aus Japan ihre Handarbeit an. Anstelle sofort alle Features (halbgar) einzuarbeiten, stimmt hier der Funktionsumfang für ein „Minimum Lovable Product“.
Hörbücher pflegt ihr in allen gängigen Formaten ein (MP3, M4B etc.); direkt vom iCloud Drive oder aus dem lokalen Gerätespeicher.
Der Player erlaubt höhere Abspielgeschwindigkeiten in verständlicher Sprachqualität und kürzt wahlweise die Gesprächspausen. Alle Änderungen dieser Einstellungen reflektiert die Anzeige der verbleibenden Wiedergabezeit. Ich finde, das sollte jede Audio-App so machen.
Zwischen dem Player, den Buchinformation sowie Kapitelmarken navigiert ihr wahlweise komplett durch Wischgesten. Das ist durchdacht und wandert deshalb umgehend ins Muskelgedächtnis. iOS-Standby-Support, Widgets, ein Sleeptimer sowie Statistiken sind bereits umgesetzt und überladen die Audiobook-App nicht.
Es ist erfrischend auf eine App zu stoßen, die einen nachvollziehbaren Funktionsumfang bietet, ein faires Preismodell wählt und nach gerade einmal sechs App-Store-Monaten ihre Kernkompetenz so hervorragend ausgearbeitet hat.
#394 – EPUBs lesen
Und, reicht eure Aufmerksamkeitsspanne noch für ein ganzes Buch? Ausgezeichnet! In diesem Fall habe ich Vorschläge zum Lesen und Verwalten für alle eure Bücherdateien ohne Kopierschutz.
Hier das Intro zur Episode:
„one more no“

Apple Inc. is canceling a decade-long effort to build an electric car, according to people with knowledge of the matter, abandoning one of the most ambitious projects in the history of the company.
Apple made the disclosure internally Tuesday, surprising the nearly 2,000 employees working on the project, said the people, who asked not to be identified because the announcement wasn’t public. The decision was shared by Chief Operating Officer Jeff Williams and Kevin Lynch, a vice president in charge of the effort, according to the people.
Bloomberg | Mark Gurman
Nicht nur das „high-overhead / low-margin business“ passte nie zu Apple; ein eigenes Auto ist keine zukunftsgewandte Idee.
Was die beteiligten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sicherlich arg enttäuscht, ist als Fan Ihrer Computer mit Blick auf die nun wieder freigeschaufelten Kapazitäten eine große Freude.
Oder wie formulierte es Apple: „if everyone is busy making everything, how can anyone perfect anything?“
Töne und Haptik: Klingeltöne aus Songs fürs iPhone erstellen und aufspielen

GarageBand ist umständlich; mit iMazing klappt es über Drag-and-drop und mit diversen Dateitypen einfacher (…aber (natürlich!) nicht mit DRM-geschützten Songs.).
- …aber (natürlich!) nicht mit DRM-geschützten Songs. ↩