Der rabbit r1

Die Idee eines zweiten (mobilen) Geräts neben dem Smartphone, das Aufgaben gleichwertig zum Telefon erfüllt, ist natürlich absurd. Und trotzdem verweilte mein Finger heute auffallend lange über dem Pre-Order-Button.

Bild zeigt Promo-Foto von rabbit r1.

Zugegeben: teenage engineering verpackte den rabbit r1, eine AI-Assistenz in knalliger Anti-Playdate-Farbe und mit starkem Tamagotchi-Vibe, auf grandiose Weise. Das drückt alle meine Buttons.

„It’s me, hi. I’m the problem, it’s me.“

Selbst wenn es letztlich nur ein niedlicher, ChatGPT-ähnlicher PalmPilot wird, wäre mir das 200 Euro wert (was ohne Abo-Modell schlicht viel zu preiswert ist, um langfristig erfolgreich zu sein). Aber der rabbit r1 strebt nach mehr.

Rabbit’s approach here is pretty clever. Getting anyone to support a new operating system is tough, even if you’re a tech giant, and the LAM way subverts that by just teaching the model how to use apps. More broadly, we’re seeing a rash of new AI-powered hardware coming to the market, but too often, all those gadgets do is connect to a chatbot. Rabbit is, by contrast, more like a super app — a single interface through which you can do just about anything. What ChatGPT could be to web search, Rabbit OS could be to the app store. There are a thousand complications and caveats to that dream, of course, but it’s an interesting dream.

David Pierce | The Verge

Ich erwähne ihn also hier, weil KI das etablierte Smartphone-Design – sowohl in Hardware als auch in Software – herausfordert. Es überraschte mich nicht, dass wir zuletzt den Action-Button bekamen (und dieses Jahr eventuell noch einmal anders zugreifen). Ein Button ist so hervorragend „frictionless“.

Smartphone-Software hat im letzten Jahrzehnt unzählige Funktionen absorbiert, die zuvor individuelle Hardware erforderte. Ihr kennt die Bilder. Inzwischen ist Software jedoch so weit fortgeschritten, dass sie aus dem Rahmen der gängigen App-Interfaces ausbricht, oder eher „ausbrechen könnte“, wenn unsere Smartphones mehr App-übergreifend arbeiten dürften.

The backend uses a combination of large language models to understand your intent (powered by OpenAI’s ChatGPT) and large action models developed by Rabbit Inc., which will carry out your requests. These LAMs learn by demonstration—they observe how a human performs a task via a mobile, desktop, or cloud interface, and then replicate that task on their own. The company has trained up several actions for the most popular apps, and Rabbit’s capabilities will grow over time.

Julian Chokkattu | Wired.com

Konkurrenz für den r1 ist natürlich kein Smartphone, sondern die Apple Watch. Als Wearable hat sie bereits alle Probleme gelöst, die dem r1 noch schlaflose Nächte bereiten – angefangen bei „always online“, pfeilschneller Hardware und der privilegierten Verbindung zum iPhone.

Wie fantastisch wäre es, wenn Apple seine bereits etablierte Hardware-Positionierung der Uhr nutzt, um nun auch AI-Software in Pole-Position zu rollen?

Private LLM: ein Offline-LLM in der Westentasche

Private LLM bringt dieses Large Language Model (LLM) für eine Offline-Nutzung auf die letzten iPhone-Generationen. Für euch ausprobiert: im Flugzeug von Hamburg zurück nach Helsinki.

2x iOS-Screenshots von Private LLM mit exemplarischen Suchanfragen.

Die KI-Anwendung lädt nicht augenblicklich und das Telefon wird handwarm. Die macOS-Version der Universal-App unterstützt bereits eine Auswahl aus verschiedenen Modellen, von denen einige zukünftig auch auf iPhones und iPads zur Auswahl stehen sollen.

macOS-Screenshot zeigt Private-LLM-Einstellungen mit der Auswahl an LLMs.

Auf dem iPhone steckt die Software noch in der „schwierig zu glauben, dass das überhaupt geht“-Phase, liefert allerdings schon (rudimentären) Shortcuts-Support.

Screenshot der iOS-Kurzbefehle-Einstelungen.

Als Chatbot für Informationen bevorzuge ich derzeit Perplexity; ohne Internet und „on device“ existieren allerdings nicht viele (keine?) App-Store-Alternativen zu Private LLM. Die 10-Euro-Software ist hoffentlich der Vorgeschmack auf eine „turbo-charged version of Siri“.

Apple is eyeing adding features like auto-summarizing and auto-complete to its core apps and productivity software such as Pages and Keynote. It also is working to merge AI into services like Apple Music, where the company wants to use the technology to better automate playlist creation. And Apple is planning a big overhaul to its digital assistant, Siri.

Mark Gurman | Bloomberg

„A true mini store“

Bild zeigt skalierten Nachbau eines Apple Stores in Seoul und ein offizielles Pressebild der Front.

A new mini store was recently completed. No, not one of those mini stores. This mini store is even more mini — it’s a 1:64 scale model of Apple Garosugil in Seoul, carefully crafted in exquisite detail. I chatted with the creator of the diorama to learn more about this wonderful creation.

Michael Steeber

Downsize dokumentiert die Entstehung. Nach 42 YouTube-Minuten steht nun ein Besuch in Hamburg fest im Kalender.

Apple Vision: Wo bleibt das Preview für die Pro?

Screenshot von Apple.com, die das US-Startdatum zeigt.

“The era of spatial computing has arrived,” said Tim Cook, Apple’s CEO. “Apple Vision Pro is the most advanced consumer electronics device ever created. Its revolutionary and magical user interface will redefine how we connect, create, and explore.”

Apple.com/Newsroom

Den US-Verkaufsstart von Vision Pro begleitet eine Pressemitteilung, kein eigenes Video-Event. Das erscheint mir, mit Apples angestrebter Tragweite für #SpatialComputing, schlicht unangemessen?!

Und es wirft Fragen auf, was mit Vision Pro tatsächlich geht.

Here is my continued discomfort with the Apple Vision Pro and how its announcement/roll-out has gone: In every single way, this is a dev kit, which, I think, is completely valid and is the proper positioning for a device like this at this stage. But Apple, while somewhat positioning it like a dev kit in terms of price/release/how it can be tried out, continues to market this as a direct to consumer device. You cannot be both, and I cannot stress this enough. You cannot be both.

Christina Warren

Apples neuer „Get Ready“-Werbespot1, nach sieben Monaten Funkstille, zieht eine deutliche Parallele zum ersten iPhone. Deshalb tue ich das auch.

Ihr Telefon hob erst mit der vierten Auflage ab – sowohl technisch als auch im Verkauf. iPhone Classic, 3G und 3GS waren Nischenprodukte. Es waren keine Prototypen, aber rückblickend nur der Auftakt für das iPhone 4 mit Retina-Display und eigenem A-Prozessor.

„It’s a Marathon, not a sprint.“ Klar. Ich habe auch wenig Bedenken an Apples Enthusiasmus und langen Atem für diese neue Produktkategorie. Ich bin ungebrochen optimistisch, dass wir uns alle die vielen „Wie und warum“-Fragen noch beantworten werden.

Mein Hype bleibt ungebrochen, aber über die sonderbare Startschuss-Strategie rätsele ich – selbst wenn’s nur den US-only Release mit begrenzter Produktionskapazität betrifft. Die vergangenen Monate verflogen ohne substanziell neue Informationen oder eine kohärente Geschichte. Gibt’s ein einziges neues Produktfoto seit der WWDC? Update: Ja, zwei.

Apple Vision Pro startet, so wie es im Moment aussieht, mit einem zum Teil unbekannten Feature-Umfang. Es fehlt an realistischen Produkt-Demos; an weltlichen Videos, in denen Apple zeigt, was tatsächlich geht. Wo ist die Preview zur Apple Vision Pro?


  1. Musik: Uncontrollable Urge von Devo 

Sideloading: Audio-Dateien in die Podcast-Queue geschubst

Longtime iOS podcasts app Castro has been down since Friday and its website no longer exists a month after the team behind Castro denied rumors that the app was shutting down. Users started reporting on Friday that they’re unable to download new episodes or access Castro’s website. When The Verge reached out to the contacts that were listed on Castro’s site, all of our emails were returned as undeliverable because the domain could not be found.

Wes Davis | The Verge

„Ich gehe schnell mal Zigaretten holen.“

Zusammen mit meiner ehemaligen Lieblings-Podcast-App verabschiedet sich auch ihr großartiges Sideloading-Feature. Castro sammelte nicht nur herrenlose Audiodateien aus dem Netz, sondern extrahierte etwa auch die Audiospur von YouTube-Videos für die Podcast-Queue.

Aus diesem Grund möchte ich an PodQueue und HuffDuffer(-Video) erinnern.

iPhone-Screenshot der sodes-Podcast-App, die meinen HuffDuffer-Feed zeigt.

Einen (Audio-)Clip von Googles Videoplattform zu laden (und über eine Offline-Musik-App anzuhören), ist nun wirklich kein Problem. Die Kunst besteht darin, diese Inhalte direkt in einem RSS-Feed zu platzieren, den man dann unabhängig der verwendeten Podcast-App abonniert.

„A blast from the past“: Clear Lists

iPhone-Screenshot zeigt Menü der App.

Clear swipt zurück nach 2012.

Der Rewrite für die einfach gestrickten Aufgabenlisten fand semi-öffentlich statt; die App finanziert sich ausschließlich durch „Collectibles“ – Themes, Icons und Schriftarten. Viele davon sind zu erspielen; andere zu kaufen. Für Nachschub soll regelmäßig gesorgt sein.

Rewind – ein Backup für eure Apple-Music-Playlisten

Ein Gratis-Download; für einmal 6 Euro automatisiert ihr das Backup. (Versehentlich) gelöschte Playlisten stellt ihr über die gleiche App wieder her.

Rund 4.000 Songs in 31 Wiedergabelisten belegen für drei Snapshots rund 71 Megabyte in meinem iCloud-Speicher. Eine zukünftige Version setzt ein Limit auf die Größe eurer Sicherheitskopien.

Mit Hardware-Fokus: mein Mac-„Universal Control“-Setup

Ich liebe den Schulterblick auf andere Schreibtische; heute teile ich mein derzeitiges „iPad am Mac“-Setup.

Foto von meinem Schreibtisch mit Studio Display und iPad Pro.

Der Mac mini M2 Pro war die beste Kaufentscheidung in diesem Jahr; das Studio Display (am VESA-Arm) stand hier bereits. Der Mac steht auf einem 5-Euro-Regaleinsatz, den ich kopfüber unter die Schreibtischplatte geschraubt habe. Wer’s seriöser mag, schiebt hier Apples Rechner rein.

Für mehr Anschlüsse sorgt der beste Hub. Eine Stromsteckerleiste und die unvermeidbaren Kabelbündel versteckt ein Kabelkanal – die Auswahl dafür ist groß. Mit kurzen Kabeln behält man die Übersicht. Fleißpunkte gibt’s für Kabel in unterschiedlichen Farben.

An den Anschlüssen hängt etwa das RØDE NT1. Es schwingt am Elgato Wave-„Low Profil“-Mikrofonarm über die Tischplatte. Hijack Audio bleibt die beste macOS-Recording-Software.

Das RAMA M6-A schaltet mich in Podcasts stumm, regelt generell die (System-)Lautstärke, öffnet Finbar und CleanShot X.

Auf ein neues Keyboard warte ich seit Herbst 2021; immerhin sind die grandiosen DUCK Switches bereits eingetroffen. Auf Etsy bekommt man eine große Auswahl an Kabel für das „Mechanical Keyboard“-Hobby. Ich bin großer Fan der Deskmats aus der Szene, die ich mit einer überdimensionierten Handballenauflage kombiniere.

Die Stromsteckerleiste halte ich durch Multi-Charger kompakt. Hier steckt ein iPhone-Standby-Dock (LAB22), das iPad (im X36) und die Dummy-Batterie der Sony Kamera (ZV-E10). Diese Kamera hängt hinter dem Studio Display und ist über einen CamLink respektive einer Capture Card mit dem Mac verbunden.

Tastatur und Maus (MX Master 3) hüpfen mit der universellen Steuerung aufs iPad. Das funktioniert hier absolut zuverlässig.

Das iPad ist jedoch nicht nur ein „Sidekick“ im Setup. Es steuert nicht nur mein Licht, sondern bringt die besseren Apps für Fotobearbeitung und Musiksteuerung mit. Als „Status Board“ ermöglicht es mir etwa den Blick aufs Wetter.

Augenkontakt in Videotelefonaten halte ich über den Desview T3 Teleprompter. Er hält ein iPad mini, das über einen Luna- Display-Dongle meinen Mac um einen Bildschirm erweitert.

Apropos Bildschirm: Ich gewöhne mich an ein ausrangiertes LED Cinema Display für macOS-Widgets, Hand Mirror, HandBrake und Hijack Audio. Auf diesem Desktop arbeite ich nicht; deshalb steht er etwas außerhalb meines Blickfelds.

Hier renne ich in eine M2-Mac-mini-Einschränkung: Apple entschied sich, mit diesem Chip nur zwei Bildschirme gleichzeitig anzusteuern. Der Luna-Display-Dongle zählt als eigener Bildschirm. Sprich: Wenn der Teleprompter läuft, trenne ich das Cinema Display über eine schaltbare Steckdose vom Strom und werfe es damit temporär aus macOS.

Meine Systemfotomediathek verwalte ich ausschließlich über iPhones und iPads. Der Mac darf lediglich Backups auf eine externen SSD machen; eine zweite SSD schreibt eine TimeMachine-Sicherheitskopie. Backup-Status zeigt mir als Widget, ob dies auch regelmäßig durchläuft.

Mit kleinen Plastik-Clips führe ich kabelgebundene Kopfhörer unter der Tischplatte nach vorn. Dort baumeln die Headphones dann jederzeit griffbereit. Raycast schaltet zwischen den verschiednen Sound-Outputs um.

Insgesamt verlässt nur ein Stromkabel und ein Netzwerkkabel den Schreibtisch. Ob man diese zwei Kabel verstecken muss, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Über lokale Kleinanzeigen bin ich günstig an Trennwände gelangt. Sie trennen hier zwar nichts, absorbieren aber den Schall und gestalten meinen Arbeitsbereich deutlich gemütlicher. Ich hatte sie tatsächlich nur fürs Audio gekauft, aber schätze nun vielmehr die Optik.

Soweit mein nicht-höhenverstellbares Schreibtisch-Setup, an dem das iPad über Universal Control teilnimmt. Das iPad-only-Setup auf einem „Standing Desk“-Zweitschreibtisch ist ein Artikel für einen anderen Tag.