Ein Live-Mitschnitt der heutigen Präsentation, die über Wochen akribisch einstudiert und vorbereitet wurde, lässt sich unter http://www.apple.com/live/ im Browser oder auf einem Apple TV ab 18 Uhr deutscher Zeit anschauen.
Wie jede Apple-Bühnenshow fällt hier kein Satz zufällig, sondern transportiert eine gezielte Aussage, die in den kommenden Wochen und Monaten das Produkt nachhaltig prägen. Ich bin ehrlich gespannt, wie sie Apple Watch heute Abend für uns auspacken.
Streaming-Service Deezer lässt sich über diesen Link für drei Monate kostenlos ausprobieren1. Das gilt für Neu- und Bestandskunden. Das Abo kann man sofort nach der Registrierung – in meinem Fall mit der Bezahloption PayPal, wieder entfernen, läuft dann aber noch die drei Probemonate weiter.
Die separate iPhone- und iPad-App (kostenlos; App-Store-Link) hinterlassen keinen schlechten Ersteindruck: Musik-Streaming ist mit einem Abo dort auch in hoher Qualität möglich. Über den Desktop-Browser können sogar eigene MP3s hochgeladen werden. Das Streaming-Angebot umfasst außerdem eine Auswahl an Hörbüchern.
Egal ob man irgendetwas mit TUI zu tun hat oder nicht. ↩
The Apple Watch represents the biggest product bet Apple has placed since the iPhone in 2007. Apple will never be the same kind of company once Apple Watch pricing is revealed on Monday. Management’s primary focus during Monday’s „Spring forward“ Apple Watch event will be showing how a premium mass-market technology brand can embrace luxury without alienating a portion of its customer base. On one hand, Apple Watch is a device that seemingly no one asked for, but on the other hand, it is a device that holds enough potential to reshape the mobile landscape by altering the way consumers use iPhones.
Egal welche Preisstufen Apple am Montag für seine zahlreichen Watch-Modelle ankündigt, egal wie sie es verpacken: Die Preise werden die nachfolgende Berichterstattung dominieren. Keine Artikeleinleitung, kein Anreißer und keine Anmoderation wird ohne diese Information auskommen, obwohl wir schon jetzt den Goldpreis kennen und ein Gliederarmband, das „neun Stunden geschnitten und danach per Hand gebürstet wird“, keine Dreingabe ist. Die Armbänder werden einen signifikanten Anteil am Preis haben. Schon deshalb erwarte ich nichts Geringeres als BuzzFeed-Style-Überschriften.
When the prices of the steel and (especially) gold Apple Watches are announced, I expect the tech press to have the biggest collective shit-fit in the history of Apple-versus-the-standard-tech-industry shit-fits.
Aber es sind nicht nur die Materialien und der Fertigungsprozess, der den finalen Verkaufspreis bestimmt: Apple Watch überschreitet als eines der ersten Computerprodukte, die in Millionenstückzahl hergestellt werden, die Grenze zwischen Technikwelt und Mode. Und während die Preiskurve für Elektronik kinderleicht zu prognostizieren ist, funktioniert Fashion komplett anders.
Klar, wir haben alle schon über diamantenbesetzte iPhones gelacht und über den Auktionspreis von vergoldeten EarPods geschmunzelt. Nein, Apple Watch betritt als Technikprodukt die Luxusgüter-Kategorie, in der rationale Preisentscheidungen nicht gelten.
Die Gegensätze dieser zwei Konsum-Gattungen könnten nicht unterschiedlicher sein: Technik stand schon immer in einem nachvollziehbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Das schnellere Notebook kostet mehr als die Ausführung mit dem langsameren Chip; ein 15″ MacBook Pro ist teurer als die 13″-Variante; ein iPhone mit 128GB Speicher muss mehr kosten als sein 64GB-Bruder. Eine solche mathematische Rechnung existiert nicht für Schmuck. Sie existiert nicht für Fashion oder Mode. Ein Fred-Perry-Shirt kostet nicht den dreifachen Preis von einem H&M-Shirts weil es dreimal so teuer ist in seiner Herstellung, sondern weil Leute bereit sind dies zu zahlen. Eine Jogginghose mit Superdry-Logo trägt ein Preisschild von 80Euro; wird im Ausverkauf für 20Euro verscherbelt und wirft noch immer Gewinn ab.
Als Gesellschaft wundern wir uns regelmäßig über dieses Ungleichgewicht. Wir bestaunen es auf der einen Seite und empören uns ein anders Mal. Wir schütteln heute den Kopf und greifen wie selbstverständlich zum NoName-Produkt und zahlen morgen bewusst extra für den Markennamen. Wir alle treffen diese Entscheidungen. Täglich. Nur nie für Technik.
Apple Watch wird ein Grenzgänger zwischen Technik und Mode. Und trotzdem ist der viel diskutierte Preis, einer der uninteressantesten Aspekt. Alle Modelle, egal wie teuer, besitzen die gleiche Uhr. Unabhängig vom Goldbeschlag und Lederarmband: Die Technik, die in Apple Watch steckt, ist bei jeder Ausführung identisch. Die Unterschiede beschränken sich ausschließlich auf das ‚Drumherum‘-Material – die Schnalle in Roségold oder die Abdeckung des Zifferblattes in Glas oder Saphirglas.
Unter der Haube ist jede Apple Watch gleich. Dort tickt der gleiche S1-Chip und die gleiche Taptic Engine. Die Elektroden für Force Touch, eines der herausstechenden Alleinstellungsmerkmale neben der digitalen Krone, funktionieren überall identisch.
Das erlaubt, genau wie beim iPhone, eine Revolution durch Software. Meine Twitter-Timeline füllt sich seit Tagen mit Beiträgen von iOS-Entwicklern, die Apple Watch in der einen oder anderen Form unterstützen – von Trails über Things bis Pinner oder Launch Center Pro. Cupertino scheint für sein nächstes Baby über 100 App-Store-Entwickler vorab eingeladen zu haben, um ihre Software direkt mit der Uhr auszuprobieren. Das wird nicht nur am Montag ein Schwerpunkt der Präsentation, sondern auch zum Verkaufsstart im April. Apple Watch startet gleich zum Release mit einem breiten App-Portfolio.
So aufbrausend die Preisdebatte in der nächsten Woche wird, so schnell verfliegt sie dann aber auch wieder. Es wird festgestellt, dass alles auf persönliche Präferenzen und Wertschätzungen hinausläuft. Es ist deshalb nicht der Preis, der am Montag wichtig ist, es ist die Leistung. Und was Apple Watch tatsächlich kann, wird für mich der Fokus dieser Veranstaltung.
But fear not, smartwatch aficionados. Samsung isn’t sitting still. In an interview, Young-hee Lee, an executive vice president who oversees Samsung’s mobile marketing efforts, says that the company is “working on it,” with an eye on what she called product “perfection.”
“We’ve been introducing more devices than anybody else,” she says matter-of-factly. “It’s time for us to pause.”
Unlike Spotify and YouTube, Apple’s service won’t offer a free “tier” of music interspersed with ads — after an initial trial period, you’ll need to pay to play.
Tim Cooks wiederholte Stimmungsmache gegen Firmen, die Nutzerdaten an Werbenetzwerke verkaufen, nahm in letzter Zeit zu. Schon das lässt vermuten, dass Apple freies werbefinanziertes Musikstreaming den Konkurrenten Spotify und YouTube überlässt. Besser ausgedrückt: Apple tauscht den Verzicht auf Gratis-Streaming gegen mehr (zeit‑)exklusive Künstler-Deals mit den Labels.
Es wäre nicht das erste Produkt, mit dem Apple nicht jeden Kunden anspricht um ihr selbstgestecktes Maß an Komfort und Qualität zu erreichen. iOS dient als Hebel für einen Service, der vermutlich vorinstalliert kommt und tief im Betriebssystem verankert ist. Werbeunterbrechungen würden diesen Komfort einschränken. Vielleicht bewegt sich auch deshalb iTunes Radio seit zwei Jahren nicht weiter? Zumindest derzeit sieht iTunes Radio nicht mehr nach einer Idee aus, die Apple noch gefällt1.
Außerdem ist Musikstreaming inzwischen allgegenwärtig; die Auswahl ist groß und die Technik stimmt. Es würde mich nicht wundern, wenn Apple es schafft die anscheinend anvisierte 8-Dollar-Preisstufe auszuhandeln. Kunden zahlen für Komfort. Gegen eine Musik-Flatrate hat selbst die Musikpiraterie keine Chance. Alle Songs sind jederzeit und auf jedem Gerät verfügbar. Man muss keine extravaganten Formate umwandeln oder Metadaten nachtragen. Der Datei-Ballast einer eigenen Bibliothek entfällt – sortieren und synchronisieren gehören der Vergangenheit an. Es ist mittlerweile umständlicher Musiktitel raubzukopieren als sich ein Abo zu klicken.
Apple hat keinerlei Motivation seinen zukünftigen Musikstreaming-Service, eine Kombination aus iTunes und Beats Music, der zur diesjährigen WWDC erstmals Erwähnung finden könnte, werbefinanziert anzubieten.
Kafkas Quellen sagen, iTunes Radio wird werbefinanziert weiterlaufen. ↩
House of Cards – Season 3, Episode 5: Hauptdarsteller Kevin Spacey spielt nicht nur eine Runde Monument Valley auf dem iPad, sondern spricht anschließend auch darüber. Laut ustwo, dem iOS-Entwickler des populären App-Store-Titels, soll für diese Promo kein Geld in Richtung Netflix geflossen sein. Deutliche Aufmerksamkeit erhielten beide Seiten in den Tagen nach der Erstausstrahlung.
Unlike most popular games with freemium models, Monument Valley is currently a paid app priced at $3.99, with an additional extension as an in-app purchase available for $1.99. The show advertised the game so well that a large number of people were willing to pay upfront to try it out, which is uncommon.
„Device to device. Skip the cloud.“ Über (BitTorrent) Sync 2.0, die private und plattformübergreifende Dateiaustausch-Software, wollte ich bereits gestern schreiben; heute fühlte ich mich mehr nach einem Video1 und habe deshalb meinen Artikel eingesprochen und mit bewegten Bildern unterlegt.
Hier lädt man das Programm für Mac, Windows, Linux oder Free BSD; die kostenlos Universal-Software für iOS gibt es natürlich im App Store.
Milen Dzhumerov stößt keine neue, aber eine wichtige Diskussion an:
We have seen a large shift in the app economy over the past 7 years which has had a huge impact on indie software. In many ways, we have regressed to state which is simply unsustainable in the long term. If you only look at the highly publicised successes, you might assume independent developers are rolling in cash. Do not be fooled, the situation on the ground, especially on iOS, is actually very different – many indies are struggling to make a living.
Sein Resümee (aus dem insgesamt lesenswerten Beitrag):
At the end of the day, it’s in the best interest of both consumers and developers to price software sustainably. Consumers get an app that provides them value while developers get to make a living, it’s a win-win. Pricing software cheaply means that your software is doomed and has no future, guaranteed. Put a sustainable price on it and let the market decide whether it’s worth it, do not pre-emptively make the decision on behalf of your customers.
Die Situation von iOS-Indie-Entwicklern ist vergleichbar mit denen von freiberuflich tätigen Journalisten, Musikern, Podcastern, Buchautoren oder Filmemachern. Jeder sucht nach einem gesunden Einkommensmix, der den Luxus für die eigene Selbstständigkeit bezahlt (um die oft besser entlohnten Fremdaufträge zu reduzieren).
Der App Store besitzt noch heute, sechseinhalb Jahre nach seinem Start, in der öffentlichen Wahrnehmung das markante Lotterie-Image, bei dem die wenigen Millionen-Gewinner als Symbol für einen Markt stehen, der grundlegend geprägt ist von einer überwältigenden Mehrheit Normalverdiener.
Klar. Apple kann noch mehr Download-Empfehlungen aussprechen und Apps deutlich besser präsentieren. Sie können Testversionen und bezahlte Updates als Option anbieten oder die App-Store-Steuer senken. Sie können den Prüfprozess für Copycats verschärfen und etablierte Entwickler-Konten mit ihrer Software nicht 14 Tage im Review hängen lassen.
Trotz allem bleibt Apples Einfluss beschränkt. Die Dynamik, die einem globalen Software-Markt innewohnt, lässt sich nicht zähmen. Es wird immer jemanden geben, der für weniger Geld arbeitet, der mehr Aufmerksamkeit abgreift und es nehmen weiterhin viele Leute teil, die auch in Zukunft keine 3Euro für eine App bezahlen.
Die Diskussion um tragfähige Geschäftsmodelle im App Store – für die nächsten sechseinhalb Jahre, ist essentiell. Trotzdem sollten wir nicht das dunkle Zeitalter aus den Augen verlieren, in dem sowohl Kunden wie auch Entwickler davor feststeckten. Wie viel weniger Leute konnten damals selbstbestimmt ihren Lebensunterhalt mit Software bestreiten? Wie viel mehr Einfluss können diese Leute heute durch Apps, Dienste und Ideen insgesamt an die Plattform zurückgeben? Und wie viel mehr Software liegt nun in den Händen von Kunden? Wir sollten uns darauf einigen, dass diese Entwicklung positiv ist und dann die Details diskutieren, wie man mehr Nachhaltigkeit aus dem Verhältnis zwischen Apple und den iOS-Entwicklern quetscht.
Software verkauft Hardware, aber ohne Hardware gibt es keine Software. Jeden Tag sieht der App Store zirka 1500 neue Apps. Gefühlt bleiben daraus jede Woche mindestens eine Handvoll Software-Perlen und aktualisierte Klassiker übrig, für die man guten Gewissens Zeit und Geld investieren kann – ein enormer Beitrag der iOS-Entwicklerschaft. Apples Beitrag für das Geschäft von App-Entwicklern in den letzten Monaten sind die 74 Millionen neue iPhone-Besitzer – 74 Millionen potenzielle Software-Kunden.
Ich bin davon überzeugt, dass wir ein wachsames Auge auf alle (finanziellen) App-Store-Entwicklungen haben müssen (Freemium, In-App-Käufe, Abos, etc.), die Vorurteile vom alltäglichen App-Store-Millionär bekämpfen müssen und uns zukünftig darauf einstellen sollten mehr Geld für Software auszugeben (wenn man davon mehrere Jahre etwas haben möchte ohne das ein Verkauf der Daten oder eine Firmenübernahme drohen). Aber ansonsten passt das schon.