Apple löscht Nutzer-Bewertungen nach DRM-Panne

Ein Apple-DRM-Server spielte in den vergangenen drei Tagen verrückt und führte zu fehlerhaften Updates von App-Store-Software. Einige Programme ließen sich nach der Aktualisierung nicht mehr starten.

Auch Marco Arments Instapaper war betroffen. Sein Blogbeitrag trug (erheblich) dazu bei, das (FairPlay-)Problem öffentlich darzustellen. Mittlerweile ist Apples Fehlerquelle gestopft. Cupertino empfiehlt für defekte Anwendung eine Neuinstallation.

IPhoneBlog de Kundenbewertungen

Wie viele Apps zwischen Dienstag und Donnerstag betroffen waren, und in welchem Umfang Updates ausgeliefert wurden, die sich anschließend nicht starten ließen, ist nicht bekannt. Bei Marco Arment meldeten sich 120+ Software-Entwickler. Instapaper selbst lieferte nach eigenen Informationen 20.000 kaputte Downloads aus. Readdle’s Scanner Pro, aktuell mit großem iCloud-Update in der Download-Schleife, spricht von einer Fehlerquote von fünf Prozent bei 105.000 ausgelieferten Dateien. Auch große ‚Kaliber‘ wie Angry Birds, GoodReader oder The Early Edition zählten zur Problemgruppe.

Der Bug unterstreicht zwei Probleme:

  • Durch eine Neuinstallation verlieren iOS-Anwender ihre Nutzerdaten insofern sich diese nicht über ein iCloud- oder Dropbox-Backup wiederherstellen lassen.
  • Abstürzende Apps schreiben Nutzer grundsätzlich Entwicklern zu und münden im ungünstigsten Fall in einer negativen App-Store-Bewertung.

Der schlechten Sternchen-Vergabe nahm sich Apple jetzt erstmals in großem Umfang an und löscht Kundenrezensionen der betroffenen Software.

Update

[…] it appears that Apple has triggered a reupdate on the affected apps, Instapaper included.

Nett. Trotzdem sollte in Zukunft der bevorzugte Weg für die Wiederherstellung von Nutzerdaten über iCloud verlaufen.

Die Mobilfunk-Branche kämpft um Kontrolle

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Nilay Patel über die Innovationsbremse ‚Mobilfunkanbieter‚:

The iPhone was a revolution five years ago because it was the first time an agile, consumer-focused company delivered the promise of mobile computing directly to its customers. But the success of the iPhone shouldn’t cloud us from seeing the wireless market as it now stands: a market that is driving players big and small away from mobile broadband as the carriers tighten their grip.

Ein Grund, das iPhone zu lieben, ist dessen Kompromisslosigkeit gegenüber den eingefahrenen Strukturen seines Vertriebskanals.

Eine von diversen aktuellen Absurditäten: Joyn (oder RCS-e), die selbsternannte SMS-Nachfolge, die iOS-Nutzern dankenswerterweise erspart bleibt.

Das iPad-Mini-Me

Nicht mit ‚ob‘ sondern ‚wann‘ startet die Frage nach einem kleineren iPad. Das Tablet als PC-Nachfolger braucht verschiedene Display-Größen – auch von Apple.

IPhoneBlog de Asymco Windows

Considering the near future, it’s safe to expect a “parity” of iOS+OS X vs. Windows within one or two years. The install base may remain larger for some time longer but the sales rate of alternatives will swamp it in due course.

Das sowohl Bloomberg wie auch das Wall Street Journal pünktlich nach den Tablet-Ankündigungen von Google und Microsoft über eine <8-Zoll-Variante für Herbst berichten, ist kein Zufall sondern cleveres Informationsmanagement – ähnlich wie schon im Mai. Nicht zu vergessen: die Gerüchte im April, Dezember 2011, November 2011, August 2010 und so fort…

Der Herbst-Termin gehört aktuell dem iPhone. Es ist daher schwer vorzustellen, dass sich diese zwei Geräte, so wie wir sie in ihrer jetzigen Form kennen, die Aufmerksamkeit teilen.

Ohnehin fehlen bislang Einzelteile, die von Pro­duk­ti­ons­stra­ßen fallen und obskure Gummihüllen, die ein Display mit 1024 x 768 Pixeln, zum günstigen Einstiegspreis für den (iBooks-)Edu-Markt, versprechen.

EDGE-E3-Edition mit neuem iPad-Layout

Mein EDGE-(Newsstand)-Abo (kostenlos; App Store-Link) habe ich heute um ein Jahr verlängert. Ausgabe #243 ist der bereits angekündigte Layout-Neuanfang und ‚Reborn‚, ein dazu passender Titel.

Überschwängliches Lob spare ich mir, weil’s immer noch charmanter geht (Stichwort: Ladezeiten beim Umblättern). Das aktuelle Magazin-Format für das iPad (die iPhone-Version zeigt sich weiterhin als ’normales‘ PDF) ist allerdings nicht nur ein Schritt sondern ein ganzer Sprung in die richtige Richtung. Die eingebundenen Trailer, die Protz-Grafik (Stichwort: Retina-iPad), die gestochen scharfe Schrift (Stichwort: Copy & Paste), die verspielten Bildergalerien sowie die nachvollziehbare Fingersteuerung erfüllen meine (ersten) Erwartungen an den Wandel vom exklusiven Print-Heft zur hochwertigen Digital-Edition.

Im Jahresabo veranschlagt der britische Verlag für das englischsprachige Videospielmagazin 2.5 Euro pro Ausgabe. Sehr fair.

Allstar-Ansprüche an App-Store-Kommentare

Iphoneblog de App Store Kommentare

Das App-Store-Kommentarsystem ist soooo wichtig und gleichzeitig soooo kaputt. Selbst wenn Tim Cook dir höchstpersönlich die weltbeste iOS-Software ans Herz legt, schreckt nur eine einzige ★☆☆☆☆-Bewertung augenblicklich ab.

Oder denken wir an aufwendig recherchierte App-Reviews in Blogs, die euch mit besten Shopping-Gefühlen ins iTunes-Verzeichnis schicken: Die unzählige Support-Feature-Request-Wüterei (offensichtlich) unüberlegte Kritik verdirbt die Download-Lust oder streut Zweifel – im besten Fall. Und warum darf man überhaupt das Kommentarfeld unqualifiziert mit Emojis zuballern?

Fragen, Kopfschütteln und noch mehr Fragen: Google experimentiert aktuell mit ‚Elite‘-Entwicklern und genehmigt seit einigen Wochen, vorerst recht exklusiv, mit einer Antwort-Option.

Der Testlauf verdient Lob, die Chancen auf einen Qualitätsgewinn halte ich genau wie Matt Gemmell, durch die defensive Position der betroffenen Entwickler, allerdings für sehr gering:

People aren’t really people when they’re in public; they turn into grandstanding, entitled, mutant versions of themselves. Talk to them privately, and suddenly you have a person again. It’s a cruddy reflection on our cruddy species, but wishing it away isn’t helping anybody.

Marco Arment erinnert in der Diskussion daran, dass der böse Kommentator nicht zwangsläufig hinter dem Kaufknopf sitzt:

Also, keep in mind that any App Store policy or ability applies to all apps, and will be ruthlessly abused by shady, scammy, unfriendly, careless, and clueless developers.

Craig Hockenberry schlägt verknüpfte Support-Links vor und Rene Ritchie fordert eine Namensänderung der Bezeichnung ‚Rezensionen‘ sowie eine spezifische Kategorisierung des Nutzer-Feedbacks.

Fest steht: Als langjähriger App-Store-Beobachter schmachtet man nach ‚Eddy The Eagle‚-Mindestanforderungen, die Entwickler-Erpressung („Fünf-Sterne-wenn-die-App-ein-blaues-Icon-bekommt„) unterbindet, Jammer-Orgien über den Verkaufspreis („Gestern-war’s-noch-billiger„) ein Ende setzt und mehr technisches Verständnis („Läuft-nicht-unter-iOS-Beta-2„) verlangt.

Aber ganz ehrlich: Das System lässt sich lediglich verbessern, nicht perfektionieren. Trotzdem dürfte Apple mit den kleinen Schritten in eine richtige Richtung durchaus mal beginnen…

Chrome schwimmt in fremde Gewässer

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Chrome ist der derzeit beste Desktop-Browser – deshalb verwende ich ihn am Mac. Unter iOS stößt er Safari nicht vom Thron weil er sich a) nicht als Standard-Browser konfigurieren lässt und b) keinen Zugriff auf die (Javascript-)Nitro-Engine hat. Zwei Einschränkungen, die Apple verantwortet.

Google schreckten die Limits nicht ab, weil sie es sich gar nicht leisten können den iOS-Auftritt abzusagen:

Apple steht nach dem Debakel um Google Voice unter Beobachtung – nicht nur durch die FCC. Ein App-Store-Ausschluss kommt daher nicht in Frage – insofern er überhaupt erwünscht ist. Aufgrund der Plattform-Dominanz, insbesondere für das iPad, ist es nicht unrealistisch anzunehmen, dass Apple in Zukunft gezwungen wird seine Standard-Browser-Einstellung zu öffnen. (Mediale) Aufmerksamkeit durch eine Software-Ablehnung spart man sich, auch wenn am vergangenen Wochenende die oberen Chartplätze vom bunten Strandball besetzt wurden.

Und außerdem: Die Optik von Chrome (kostenlos; universal; App Store-Link) kommt aufgeräumt, die Karteikarten-Navigation ist durchdacht, die Webseiten-Wechsel-Wischgesten sind intuitiv und der Tab-Sync gestaltet sich bequem. Damit ist der Google Browser eine Bereicherung; in erster Linie für Apples Betriebssystem iOS.

Einigung in China: Apple sichert die iPad-Namensrechte

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Apple has agreed to pay a Chinese company $60 million to settle a dispute over ownership of the iPad name, a court announced Monday, removing a potential obstacle to sales of the popular tablet computer in the key Chinese market.

Pragmatisch gelöst: Proview hoffte anfangs auf zwei Milliarden Dollar, drückte dann die Daumen für 400 US-Millionen und bekam nach halbjähriger Verhandlung nun den Wert einer halben iPad-Tagesproduktion.

Die iOS-Betas im Zeitschnitt

IPhoneBlog de willhains com

via Good Will Blogging

Will Hains visualisiert die iOS-Beta-Perioden. Daraus lassen sich keine Vorhersagen für iOS 6 ableiten; die Übersicht zeigt jedoch einen (ganz) leichten Trend zu weniger Versionen mit längeren Zeiträumen.

Insgesamt untermauert Apple mit iOS 6 ein ohnehin stabiles Betriebssystem. Das anstehende Fein­tu­ning, vornehmlich wahrgenommen durch ein konservatives Feature-Feuerwerk, wirkt kalkuliert, sorgsam gezüchtet und gleichzeitig fester geschnürt. Mit neuer Telefon-Hardware im Hinterkopf scheinen die ins Visier genommenen Angriffspunkte vorbereitet und überlegt – die globale Ausrichtung überdacht.

Klar, für die Presse ist das nicht interessant (genug) – schon der Lion-Release kippte mehr Schlagzeilen ins Netz als die Bugfix-Veröffentlichung von Snow Leopard (Mac OS 10.6). Aus Nutzerperspektive war das rückblickend falsch gewichtet. (Neue) User-Funktionen beherrschen bekanntlich die Gespräche; egal wie (gut) diese zuerst funktionieren.

Und mal ernsthaft: Apple hat mit iCloud, Siri, Messages und seiner ‚Maps‘-Unabhängigkeit genug offene Baustellen, die Aufmerksamkeit verlangen. ‚Bestehendes besser machen‚ zeichnete iOS jedoch in der Vergangenheit aus und hält die Konkurrenz auf Distanz.