Mein Setup für iOS-Screencasts

Ich wurde in den vergangenen Wochen verstärkt mit der Frage konfrontiert, wie ich den iPhone-4S- und iPad-2-Bildschirm für diese YouTube-Videos oder diesen Podcast-Feed aufnehme. Mit einem Blogbeitrag, auf den ich bei solchen Anfragen verweisen kann, entlaste ich meinen Posteingang. Deshalb hier eine kurze Beschreibung meines Setups, um App-Store-Spiele und iOS-Anwendungen in (Screencast-)Qualität aufzunehmen.

IPhoneBlog de Hardware

Teuerste Hardware-Komponente ist ein Intensity Pro (Affiliate-Link) der Firma Blackmagic Design. Meine Ausführung steckt als PCI Express-Karte im MacPro; die angekündigte Thunderbolt-Ausführung (‚Intensity Extreme‘) sollte die gleiche Aufgabe am iMac, MacMini oder MacBook Pro/Air erfüllen. Das Eingangssignal erfolgt über HDMI. Deshalb ist für iPhone 4S und iPad 2 zusätzlich Apples Digital AV Adapter (Affiliate-Link) notwendig.

IPhoneBlog de Software

Die Software, die diesen Audio- und Video-Videostream vom mobilen Gerät entgegennimmt, ist im meinem Fall BoinxTV (MAS-Link). Die Home-Version des Mac-App-Store-Programms ist am heutigen Tag von 40 auf 8 Euro heruntergesetzt. Für das hier beschriebene Anwendungsbeispiel findet sich die einzige Einschränkung gegenüber der 400-Euro-Pro-Version (MAS-Link) in dessen limitierter 960 x 540-Auflösung. Mit BoinxTV lassen sich auch solche Späße machen, die im fertigen Video so aussehen.

Fünf Minuten Video wiegen rund einen Gigabyte. Diese MOV-Datei werfe ich ohne Umwandlung in Final Cut Pro X (239.99 €; MAS-Link), schnipsel die Aufzeichnung zusammen, mische bei Bedarf ‚Außenaufnahmen‘ bei und nehme im Anschluss den entsprechenden Audio-Kommentar mit QuickTime auf. Den iOS-Bildschirm filmt eine Canon Legria HF S200 ab. Als Mikrofon kommt ein Rode Podcaster (Affiliate-Link) zum Einsatz. Sollte ich einmal die Geschehnisse auf dem OS X-Desktop festhalten wollen, verwende ich ScreenFlow (79.99 €; MAS-Link).

Hacker bitten um Fehlerberichte

IPhoneBlog de CDevReporter

Um Lücken im iOS-System aufzuspüren, bittet das Jailbreak-Team um die Zusendung der iPhone- und iPad-Fehlerberichte (-> Einstellungen -> Diagnose- & Nutzungsdaten). Dazu stellt das Team um Joshua Hill eine (Mac-)Software zur Übermittlung bereit.

At this point, the program copies all the crash reports off your device (which, under normal circumstances, would be sent right back to Apple), and instead sends this data to a secure, private server hosted by your friendly Chronic Dev team.

via greenpois0n.com

Wer danach strebt, dass sich iOS nicht weiter verbessert, Applikationen aus dem App Store abstürzen und das Betriebssystem angreifbarer wird, sendet „all your valuable data“ auf den privaten Server eines jungen Hackers.

Mac-App: ‚Printopia‘ muntert ‚AirPrint‘ auf

IPhoneBlog de Printopia

Die Mac-Systemerweiterung Printopia empfängt AirPrint-Druckaufträge von iOS-Geräten und reicht diese an alle (Netzwerk-)Tintenspritzer weiter. Seit Version 2.0 wurde in diversen Ecken aufgeräumt, was die erneute Erwähnung rechtfertigt.

Wem der digitale (PDF-)Druckauftrag ausreicht, kann diesen vom iPhone aus im heimischen WiFi direkt in einen ausgewählten Mac-Ordner senden, ein Workflow-Skript anstoßen oder ihn an eine OS X-Applikation übergeben. So lassen sich beispielsweise verlustfrei JPEGs aus der Foto-Bibliothek direkt in Acorn (39.99 €; MAS-Link) öffnen, über eine Automator-Routine zuschneiden und/oder auf die Dropbox laden.

DirektPrintopia

Für die direkte Erstellung von PDFs auf einem iPhone oder iPad verweigert Apple die Verwendung vom AirPrint-Dialog. Das kostete ‚Print to PDF‚ bereits seinen App-Store-Auftritt. Webseiten, Kontakte, E-Mails oder dessen empfangene Anlagen lassen sich jedoch weiterhin innerhalb einer App umwandeln. Readdle verkauft dafür – dieses Wochenende vergünstigt – ‚Printer Pro for iPhone‚ (2.39 €; App Store-Link) oder PDF Converter (3.99 €; App Store-Link) für das iPad.

[iPad-App] finanzblick HD

Meine Abneigung zur (eigenen) Kontoverwaltung wird nur noch vom Widerwillen zur (eigenen) Finanzanalyse übertroffen. Neben der (eigenen) Unfähigkeit im Umgang mit Zahlen, schiebe ich hierfür die Verantwortung auf schlechte Webseiten von Geldinstituten sowie unattraktive Banking-Software. Bezeichnend, dass auf dem Mac das Programm Outbank (39.99 €; MAS-Link), Schwester-App des erfolgreichen iPhone-Bruders iOutbank (iPhone = 6.99  / iPad = 9.99 ), zu den besten Kandidaten gehört.

Der aktuellen Empfehlung von YNAB bin ich bislang noch nicht nachgegangen.

IPhoneBlog de Monatsvergleich

Positiv überrascht hat mich Buhl Data mit finanzblick HD (4.99 €; App Store-Link) auf dem iPad. Nachdem die Bank- oder Paypal-Daten hinterlegt wurden, analysiert die App anhand der Überweisungsbeschreibungen und Absendernamen den dazugehörigen Finanztopf. Das klappte bei mir ziemlich gut, spornt aber mindestens einmal initial dazu an, eine Kategorisierung vorzunehmen. Zu den größten Sünden von (App Store-)Apps gehört es ohnehin, Nutzern zum Einstieg eine leere Datenbank vorzulegen.

Größter Kritikpunkt: eine fehlende Export-Funktion. Wer aufwendig Ein- und Ausgaben sortiert sowie Budget-Limits definiert, will mindestens eine Backup-Datei. Auf eine Weiterverarbeitung des Datensatzes kann ich (meistens) verzichten, aber schon allein die Option für die Sicherheitskopie gibt ein besseres Gefühl. Eine iPhone-Version von finanzblick wird bislang vermisst, ist allerdings für Dezember geplant.

IPhoneBlog de Budget

Ignoriert man alle anderen Funktionen und konzentriert sich nur auf die graphische Darstellung des ‚Kontosaldenverlaufs‘ oder die Übersicht von ‚Einnahmen und Ausgaben‘, rechtfertig dies für mich bereits die 5-Euro-Investition.

Stiftung Warentest 12/2011 mit einem Tablet-Vergleich

Die NPD Group verbockt ihre Beschreibung der US-Tablet-Verkäufe mit ‚zweifelhaften‚ Aussagen. Horace Dediu zeigt die aktuelle Situation in einer Grafik.

IPhoneBlog de NPD

via @asymco

Zeitlich passend befindet die Stiftung Warentest in ihrer gestern veröffentlichten Ausgabe über 14 Tablet-Computer. Spoiler: Das Gerät, das alle kaufen, gewinnt natürlich nicht.

Der Grund? Laut Stiftung Warentest geht’s um die Hardware:

Der knappe Vorsprung des Galaxy Tab vor dem iPad in unserem Test hat aber wenig mit der Software-Version zu tun. Ausschlaggebend ist hier vor allem das bessere Display des Galaxy Tab. Das Display vom iPad hat sich mit dem iOS-5-Update nicht verbessert.

via Test.de

Das „bessere Display“ vom Galaxy Tab wird im Magazin mit dem Fachbegriff „heller“ beschrieben – der iPad-Bildschirm schneidet „nur befriedigend“ ab. Wer eine Expertenmeinung schätzt, schlägt bei AnandTech nach und lässt sich die geringere Leuchtkraft bestätigen, bekommt als Bonus-Infos aber zusätzlich bessere Schwarzwerte und einen höheren Kontrast fürs iPad mit auf den Weg.

Bitte nicht falsch verstehen: Mit dem zweiten Platz fürs iPad 2 kann ich leben, wenn die Stiftung Warentest das ‚bessere Display‚ als wichtigsten Grund (!) für ihre Kaufempfehlung ausspricht. Das würde zumindest mein Bild der Publikation im Umgang mit Prioritäten nicht verschieben.

Doch Software spielt eine Rolle: „Funktionen“ (E-Mail, Drucken), „Handhabung“ (Gebrauchsanleitung, Inbetriebnahme) und „Vielseitigkeit“ (Verfügbare Apps) fließen mit insgesamt 60-Prozent (!) ins „Qualitätsurteil“ ein. Aber auch in diesen Rubriken kann das iPad 2 seinen ‚Display-Rückstand‘ nicht ausmerzen. Verwunderlich, weil Features wie die „Synchronisation mit dem PC„, „Internetsurfen/Mails“ oder „die Inbetriebnahme“ unter iOS 5 erst kürzlich soviel besser geworden sind.

Um das allerdings herauszufinden, müsste man ein iPad 2 mit iOS 5 zum Test bitten und nicht wie die Stiftung Warentest unter iOS 4.3.5 vergleichen!

Woran lag’s? Keine Zeit? Druckschluss und Heftabgabe? Nee, iOS 5 erschien bereits am 12. Oktober. „Der verbotene Sieger„, das Galaxy Tab 10.1, prangt mit einem Screenshot von Dienstag, dem 01. November in voller Auflösung Größe über dem Artikel.

Microsofts TellMe ≠ Apples Siri

Microsofts „Chief Research and Strategy Officer“ Craig Mundie bezeichnet Siri in einem Forbes-Interview als ‚Marketing-Feature‘ und traut sich den Vergleich zu TellMe, der Windows Phone 7-Spracherkennung.

DirektMundie

Vor mir liegt seit zwei Monaten ein Samsung Omnia 7, das diese WP7-Sprachbefehle entgegennimmt. Der Unterschied findet sich aktuell in einem wesentlichen Detail, das auch der Microsoft-Werbespot beschreibt: „Learn more voice commands„.

DirektTellMe

Siris Tätigkeitsfeld ist zwar noch stark eingegrenzt, erfordert jedoch nicht, dass man ‚computerverständliche‘ Satzkonstruktionen baut.

‚Type2Phone‘ – der Mac als Bluetooth-Tastatur

IPhoneBlog de Type2Phone

If you prefer to use a keyboard to type on your phone or tablet but don’t want to actually buy one, Type2Phone will allow you to use your Mac instead.

via Lifehacker

Type2Phone (3.99 €; MAS-Link) meldet sich als Bluetooth-Tastatur am iPhone oder iPad an und übernimmt so systemweit alle Keyboard-Eingaben. Hilfreich ist dies für exklusive iOS-Programme wie iMessage, um längliche und zeitversetzte Chats ohne ständigen Gerätewechsel sowie ohne Unterbrechung der Laptop-Arbeit zu bewältigen.

via @schlingel

[iPad-App] Instacast HD

Instacast HD (3.99 €; App Store-Link) ist der iPad-Bruder, den meine Lieblings-Podcast-App fürs iPhone bis heute nie hatte.

Größter Vorteil: der iCloud-Sync. Dieser sortiert nicht nur die abonnierte Podcast-Mediathek sondern vergleicht auch dessen Zählerstände. Besonders für Audio-Sitzungen, die gerne ihre 90-Minuten-Grenze sprengen, ist genau dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Der Sync geschieht, je nach Reaktionszeit von iCloud und Konfiguration der iOS-Apps, fast ohne Verzögerung.

IPhoneBlog de Instacast

Dabei gab’s einen zumindest interessanten Fehler, dessen Lösung mich die letzten drei Stunden beschäftigt hat. Kurzer Ausflug in die iOS-Grundlagen: Löscht man ein Programm vom iPhone oder iPad, löscht man auch dessen Einstellungen und Datensätze. (Backup-)Ausnahmen einmal ignoriert, bekommt man mit einem frischen App-Store-Download wieder ein jungfräuliches Programm. Was für visierte versierte Anwender öfters ein Ärgernis ist, vereinfacht den grundsätzlichen (Installations-)Umgang mit Software erheblich.

Durch iCloud kommt neuerdings eine zusätzliche Daten-Raststätte hinzu, die für (App-)Präferenzen und Konfigurationen verwendet werden kann – einzusehen unter -> Einstellungen -> iCloud -> Speicher & Backup -> Speicher verwalten. Auch Instacast führt unter ‚Dokumente & Daten‘ seine kleine Online-Datei. Der Vorteil: Solltet ihr eine ’saubere‘ App-Store-Installation durchführen, müssen nicht noch einmal alle Podcast neu abonniert werden.

Lange Rede, kurzer Fehler: Instacast tauchte mit seinem Datensatz an dieser Stelle nicht auf und ließ sich auch nicht zu einem Sync überreden. Den Fehler konnte ich nur am Desktop beheben, indem ich unter OS X zu -> Library -> Mobile Documents navigierte und einen ‚feststeckenden‘ Präferenz-Ordner löschte. In ausführlicher E-Mail-Rücksprache mit Instacast-Entwickler Martin Hering konnten wir die Verantwortlichkeit auf Apples iCloud-Service abwälzen.

Der Hinweis sei an dieser Stelle in seiner Ausführlichkeit erwähnt, weil vor ein paar Woche genau jener Ordner als „Dropbox light“ für den ‚geheimen‘ Datenaustausch durch die Presse geisterte. Ich hatte nie versucht, darüber Dokumente zwischen zwei Macs zu übertragen und würde aufgrund des oben geschilderten Problems auch stark davon abraten.

IPhoneBlog de Vemedio

Zwei oder drei lobende Worte noch zu Instacast HD: Insbesondere Video-Podcasts bieten sich als Abo auf dem iPad an, die über das AirPlay-Feature auch dem TV oder Rechner zugeworfen werden können. Die Spalten-Darstellung ist intuitiv aufbereitet und formatiert speziell Shownotes übersichtlich. Dort hinterlegte URLs lassen sich ohne App-Wechsel aufrufen.

Die Steuerelemente für die Audio-Wiedergabe sind mir persönlich unter dem Podcast-Cover zu versteckt. Die Episoden-Liste des Feeds ist dagegen ein Segen. Genauso die Sortierung und dessen Animation um unterschiedliche Podcasts in der Listendarstellung anzuordnen.

IPhoneBlog de Talk Show

Man könnte sich ohne Probleme noch über Stunden in Details verlieren. Für mich steht allerdings fest: Instacast HD ist als dedizierte Podcast-App kein Vergleich gegenüber dem mittlerweile untragbaren iTunes-Sync sowie Apples Musik- und Video-Software am iPad für diese Art von Dateien.