24 Stunden später: Impressionen und Meinungen zum App-Store-Abo-Modell

Apple Ankündigungen sind dieser Tage gewöhnlich von allerlei Aufmerksamkeit begleitet. Für kritische diskussionswürdige Meldungen vervielfacht sich das Raunen im Nachrichtenwald. Hier einige dieser Stimmen aus den vergangenen 24-Stunden.

IPhoneBlog de Kontra

Pam Horan, publisher of the Online Publishers Association, says the trade organization’s members — a group that includes Time Inc., Hearst, Conde Nast, Bloomberg, National Geographic and, yes, Forbes — are worried the new regime doesn’t give them the flexibility they need to serve their customers.

Naturally, publishers also aren’t jazzed about Apple’s insistence that users have to opt in to have their information shared with publishers. […] “It limits the ability to gather audience insights to build the right products. With this inability to know who your consumers are, it really affects the ultimate product for the consumer.”

‚Sich dumm zu stellen‘, ist ein zugegeben cleverer Ansatz.

This, of course, isn’t about the readers. It’s not even about Apple’s App Store. It’s about the clash of two different business models. One that sells the customer to the highest bidder through a product and the other that sells a product directly to the customer. […] Put simply, publishers don’t want readers to opt in, because they know readers will prefer to opt out. Transparency is not a friend of publishers who for decades made a mint by selling out readers to advertisers and list brokers.

Konsumenten mit eigener Meinungen sind ganz schlimm!

Apple takes a 30 percent cut of every transaction. In other words, Apple is eating the people that provide the things that make the iPad special. […] Apple should take a cut. Just not an amount so significant it might kill the people who have helped make the iPad experience so great.

Hätten wir nur damals nicht diesen Prototypen gekauft…

The bigger question now is whether this is just Apple’s way of taking a cut of a business it helps create by virtue of the iPhone platform’s popularity, or is Apple knowingly kneecapping other streaming music services in preparation to launch its own streaming music service for the iPhone in the coming months?

Think about it: Competing music services have for years now been free to offer streaming music to iPhone users, basically giving Apple free market research data and at the same time priming the market by getting early adopters hooked on the experience. Then it comes along and changes the rules of the game, offers its own competing service, and cleans up on both ends — either stealing away users of competing service by offering a cheaper and more integrated music service itself, or profiting off its competitors subscribers without having to pay the music licensing fees they are.

‚Freie‘ beziehungsweise werbefinanzierte Dienstleistungen sind weiterhin möglich. Hohe Lizenzkosten für Musik- oder Film-Anbieter sind ohne Frage ein Problem (…übrigens auch ohne ein App-Store-Abo-Modell).

Rhapsody’s president Jon Irwin issued a statement and amongst noting that it would be “economically untenable,” he also noted that they will be “collaborating with our market peers in determining an appropriate legal and business response to this latest development.”

Obwohl kein Anspruch auf einen App-Store-Sitzplatz besteht, sehe ich die Problematik für ‚kleine‘ Anbieter, die mit Abhängigkeiten von geringen Margen arbeiten müssen.

Experts said that the first step in an antitrust analysis is to determine whether Apple is a dominant player in the market, which, in turn, requires an an assessment of the relevant market at issue.

Zwei Experten, zwei Meinungen. Das Apple in Zeiten mit ‚hunderten‘ von bevorstehenden Tablet-Ankündigungen eine ‚dominante Marktmacht‘ innehat (was die eigentlichen Medien-Inhalte betrifft) – oder gar ein Monopol – will ich nicht glauben.

With great power, comes great responsibility, and all that. But we’re not there yet. It does look like competition is coming — and fast. And so Apple should be allowed to implement the changes to their ecosystem as they see fit. The market will decide if they’re the right ones or not.

MG Siegler betont ebenfalls den ‚freien Markt’…

IPhoneBlog de Glasshouse Apps

Wie sich die Abonnements technisch aufstellen, hat Podcast-Kollege Hetzel an dieser Stelle einmal detailliert aufgeschrieben. Durch die Bindung an den iTunes-Account lassen sich bestehende Abos automatisch an neue Geräte übertragen. Das ist komfortabel für die Kunden. Update: Inhalte sind jedoch beim ‚In-App‘-Kauf nicht außerhalb der Anwendung verfügbar. /Update

IPhoneBlog de Jean Louis

Letztendlich läuft die Diskussion auf die Frage hinaus, ob sich der App Store mit seinem Abo-Modell, der damit verbundenen (iTunes-)Werbeplattform und den rasant ansteigenden Benutzerzahlen für Anbieter von Inhalten in der Zukunft noch ignorieren lässt. Wenn man zu der Übereinkunft gelangt, das dies nicht der Fall sein sollte, gilt es sich mit den neuen jetzt durchgesetzten Regeln zu arrangieren. Einigen Anbietern wird dieser Prozess schwieriger fallen als anderen.

‚Digitale Geldbörse‘ – weiter Hinweise auf NFC-Technologie für das nächsten iPhone

Die Deutsche Telekom stellt am heutigen Morgen die Aufzeichnung der gestrigen Pressekonferenz zum ‚Video-on-Demand‘-Abruf. Neben der ‚Travel & Surf‚-Option fanden in der einstündigen Veranstaltung auch ‚mobile Bezahlsysteme‘ Erwähnung. Als kontaktloses Zahlungsmittel soll dabei ‚Near Field Communication‚ (NFC) im Mittelpunkt stehen. Die Mobilfunktelefone kommunizieren dabei über einen Funk-Chip mit einer entsprechenden Gegenstelle wie beispielsweise einem Ticket-Automaten oder Scannern für Bonusprogramme.

Für die nächste iPhone-Generation gehört eine NFC-Hardware-Implementation zum heißen Gerüchtekreis des laufenden Jahres – Apple stellte bereits entsprechendes Personal ein, zeichnet mögliche Patente und erntete dafür eine Menge Presse.

DirektCNBC

Ein bisschen mehr (Gerüchte-)Feuerholz fand sich auf der gestrigen Pressekonferenz der Deutschen Telekom. Obwohl die offizielle Pressemitteilung keine zukünftigen Partnern aufführte, nennen ‚ausgegebene (Print-)Informationsunterlagen‘ Apple und Samsung mit einem NFC-Portfolio. Ein Beweis ist dies für ein iPhone 5 mit NFC-Technologie nicht im Geringsten. Trotzdem liegt es nahe, insbesondere wenn man Apples Hardware-Zyklus von jeweils einem Jahr zwischen zwei iPhone-Generationen betrachtet.

Auch Googles ehemaliger Häuptling Eric Schmidt betonte auf seiner gestrigen Keynote die Wichtigkeit des Kurzstreckenfunks speziell in Bezug auf Werbeangebote. Neben Reklameschaltungen und Bezahlung sind jedoch noch unzählige andere Anwendungsfälle mit ‚Near Field Communication‘ vorstellbar.

Apple aktualisiert seine App Store-Review-Richtlinien

IPhoneBlog de Guidelines

Im Zuge der gestrigen Bekanntgabe über ‚In-App‘-Verkäufe überarbeitet Apple seine ‚iOS App Store Test-Richtlinien‚. Dessen populärste Erweiterung daraus lautet wie folgt:

If you attempt to cheat the system (for example, by trying to trick the review process, steal data from users, copy another developer’s work, or manipulate the ratings) your apps will be removed from the store and you will be expelled from the developer program.

Im ersten Gedankenschritt klingt das nachvollziehbar. Wer möchte Apps, die ‚Nutzerdaten‘ stehlen oder sich über ‚manipulierte Ratings‘ in den Hitlisten nach oben arbeiten, richtig? Zu bedenken bleibt jedoch, dass es sich bei den zusammengetragenen ‚Vorgaben‘ um keinen fest geschriebenen Gesetzestext handelt, sondern eine Interpretation weiterhin explizit dem jeweiligen App Store-Prüfer unterliegt. Nicht umsonst beschreibt Apple die Aufstellung als „lebendiges Dokument“ bei dem „neue Apps auch neue Fragen aufwerfen können, die sich dann in neuen Regeln widerspiegeln„.

Es gilt jedoch die Frage zu stellen, inwieweit Entwickler Anwendungen mit neuen Funktionen dem ‚Genehmigungsprozess‘ überhaupt vorlegen, die an unbekannte Grenzen stoßen und diese bewusst oder unbewusst überschreiten, wenn ihr Entwickler-Konto auf dem Spiel steht. Die prominente Erweiterung in der ‚Einleitung‘ der ‚Review-Richtlinien‘, in der sich die jetzigen Auszüge wiederfinden, jagt mir zumindest einen kalten Schauer über den Rücken.

Denken wir einmal nicht an Sternchen-Manipulationen oder Design-Klau sondern den nicht minder populären Fall der Anwendung Camera+. Entwickler Tap Tap Tap hat hier eindeutig die Grenze der App Store-Hüter übersprungen. Sogar mit Anlauf. Aber eine Diskussion um die Verwendung der Hardware-Buttons (beispielsweise als Foto-Auslöser) halte ich trotzdem für wichtig. Hätten sie das Gespräch darüber auch angestoßen, wenn ihre anderen, lebenserhaltenden Apps wie Calcbot, Convert oder Voices 2 durch die Kündigung des Entwickler-Accounts auf dem Spiel gestanden hätte? Ich denke, die viermonatige (Verkaufs-)Abstinenz war eine gerechte Strafe…

Klar, auf der Nase herumtanzen lassen würde ich mir als App-Prüfer nicht. Wer über 943 Apps innerhalb von neun Monaten in den App Store einstellt, gehört gebändigt. Genauso zählt der unlautere Gebrauch von Promocodes und dessen Benutzung über Fake-Konten mit Bewertungs-Tricks unterbunden. Trotzdem dürfen die anderen (Hundert-)Tausend-Entwickler nicht unter einem einzigen verwirrten Geist leiden. Die Kollateralschäden wäre zu hoch. Ich würde deshalb gerne die ‚Guidelines‘ als das betrachten, als das sie sich selbst sehen, als ein „lebendiges Dokument„. Der Rauswurf eines Entwickler(-Studios) kündigt diese ‚lebendige‘ Zusammenarbeit jedoch auf, weshalb mir die neue Formulierung „will be expelled from the developer program“ schlicht und ergreifend zu populär platziert ist.

Darüber nachgedacht: Apples Abo-Modell nach seiner Ankündigung per Pressemitteilung

Hier ein paar weiterführende Gedanken zu Apples Abo-Modell, das mit der heutiger Pressemitteilung ein paar griffigere Formen annahm.

Amazons Kindle-Buchverkauf ist, nach ein wenig Bedenkzeit im Zusammenhang mit der aktuellen Ankündigung, vielleicht kein von mir gut gewähltes Beispiel gewesen. Trotzdem stellt das Online-Versandhaus auch diverse digitale Abo-(Tageszeitungs-)Angebote bereit, die von der Apple Neu-Regelung betroffen wären. Ändert sich das jetzt vielleicht?

IPhoneBlog de Kindle

Die aktuelle Umgestaltung betont einleitend explizit ‚Abo-Services‘ wie „beispielsweise Magazine, Zeitschriften, Videos, Musik, etc.„. Das bedeutet nach dem heutigen Stand der Informationen, dass auch Netflix seine Abo-Dienstleistung als ‚In-App‘-Kauf mit der 30-Prozent-Abgabe an Apple anbieten muss.

Der Ansatz für das jetzt vorgelegte Abo-Modell ist interessant, weil es Verlagshäuser dazu herausfordert mit einem extrem einfachen („One-Click“-)Bezahlsystem zu konkurrieren. Es wird spannend sein zu verfolgen, ob diese Herausforderung angenommen wird oder ob man sich unter Gequengel und Jammern dem von Apple vorgegebenen System zuwendet. Dabei zu bedenken bleibt: Bereits jetzt fließt ein guter Anteil des Verkaufspreises von Print-Ausgaben an den Vertrieb mit seinen LKWs und Kiosk-Besitzern.

Die 30-Prozent-Abgabe für digitale Transfer- und Werbe-Leistungen ist für Publisher zwar ungewohnt, sollte aber eigentlich nicht verwundern. Insbesondere dann, wenn man sich an die Infrastruktur eines anderen, bereits groß ausgebauten Vertriebskanals, andockt. Erwartet man allen Ernstes einen ‚Gratis-Fahrschein‘? Das erinnert ja fast an diese ‚Kostenlos-Kultur im Internet‚…

IPhoneBlog de Williams

Interessant wird es auch für Musik-Dienstleister. Einige der Streaming-Angebote sollen weitaus weniger als 30-Prozent vom Verkaufspreis als Marge einstreichen. Hank Williams schlussfolgert in seinem Weblog, dass Apple bewusst (Musik-)Anbieter mit knapp kalkulierten Konditionen ausschließt:

But Apple is not stupid, so they have certainly run the numbers. And so it seems that they have decided that they now have a platform that is so popular, that the services that can’t afford to pay them 30% are not needed anymore. In fact, perhaps it might be more accurate to say, these services aren’t *wanted* any more.

via Why does everything suck?

Bislang eher schwammig in der Pressemitteilung formuliert, ist die folgende Aussage:

Darüber hinaus müssen Verlage künftig auf Links in ihren Apps verzichten (beispielsweise zu einer Webseite), die es Kunden ermöglicht Inhalte oder Abos außerhalb der App zu kaufen.

Inwieweit Apple dies verfolgt und Apps mit offensichtlichen Link-Platzierung (oder schlimmer noch: ‚Klick-Farmen‘) daraufhin ablehnt, bleibt abzuwarten. Ebenfalls zu gedulden gilt es sich, wie ‚die Verlage von der Möglichkeit Gebrauch machen, zusätzliche Daten der App Store Kunden abzufragen‚. Apple unterstreicht, dass der Umgang mit diesen zusätzlichen Nutzer-Informationen unter ‚die Datenschutzrichtlinien der Verlagshäuser‚ fällt und nicht unter die Apple-Bestimmungen. Voraussetzung soll dafür jedoch sein, dass den Kunden „eine offensichtliche Wahl gelassen wird„. Auch hier wird erst die Praxis zeigen, was von diesem Versprechen übrig bleibt.

IPhoneBlog de Swisher

Als ‚Deadline‘ für die App-Store-Umarbeitung der Drittanbieter-Programme existiert derzeit übrigens der 30. Juni. Dieser Termin liegt noch zirka vier Monate in der Zukunft. All Things Digital berichtet von einem Memo an Entwickler, das bereits Mitte Januar das Weblog Monday Note zitierte:

For existing apps already in the App Store, we are providing a grace period to bring your app into compliance with this guideline, […] To ensure your app remains on the App Store, please submit an update that uses the In App Purchase API for purchasing content, by June 30, 2011.

via AllThingsD

(Mir) berichten Entwickler, dass aktuell noch keine Option in iTunes Connect existiert, die das Anlegen der neuen Abos ermöglicht. Inwieweit die finale iOS 4.3-Version dafür von Nöten ist, bleibt abzuwarten. ‚The Daily‚ zeigte bereits vor zwei Wochen, dass ein Abo-Modelle auch unter iOS 4.2.1 eingearbeitet werden kann. Das Murdoch-Fabrikat genießt jedoch eine ganz ‚individuelle‘ Apple-Betreuung, die nicht vergessen werden darf. An Spekulationen über ein Veröffentlichungsdatum von iOS 4.3 beteilige ich mich daher aus dieser Richtung nicht.

IPhoneBlog de Washington

Zum jetzigen Zeitpunkt gilt es lediglich festzustellen, dass die Nachrichtenangebote sich erst einmal auf die Lauer legen. ‚The Washington Post‚ (kostenlos; App Store-Link) verlängert in einem gerade veröffentlichten Update die „full-access subscription“ für eine begrenzte Zeit. Inwieweit andere Anbieter ihre Dienstleistungen ausbauen oder vorerst eventuell alles beim Alten belassen, wird sich zeigen. Das man für diese Entscheidung auf die Mitbewerber schielt, ist nur allzu verständlich.

Apple kündigt Abo-Modell für App Store an

IPhoneBlog de Abo

Am heutigen Tag gibt Apple seine lang erwarteten Abo-Pläne für Produzenten von Magazinen, (Nachrichten-)Zeitungen sowie Musik- als auch Film-Angebote preis. Dabei bestimmen die Inhalts-Anbieter den Preis sowie dessen Abo-Laufzeit. Diese kann „wöchentlich, monatlich, zweimonatlich, vierteljährlich, halbjährig oder jährlich“ erfolgen. Kunden sind in der Lage, über die Einstellung ihres Benutzerkontos ein (sich automatisch verlängerndes) Abonnement abzuschließen, einzusehen und zu kündigen. Für die (finanzielle) Abwicklung der ‚In-App‘-Käufe verlangt Apple seinen bekannten 30-Prozent-Anteil.

Ein Steve Jobs Zitat erklärt in der soeben veröffentlichten Pressemitteilung die Erweiterung des Systems:

Our philosophy is simple—when Apple brings a new subscriber to the app, Apple earns a 30 percent share; when the publisher brings an existing or new subscriber to the app, the publisher keeps 100 percent and Apple earns nothing. […] All we require is that, if a publisher is making a subscription offer outside of the app, the same (or better) offer be made inside the app, so that customers can easily subscribe with one-click right in the app.

Bedeutet: Wählt der Kunde den Weg über den App Store zum ‚In-App‘-Kauf, behält Apple für die Abwicklung der Transaktionen seinen 30-Prozent-Anteil ein. Das ‚In-App‘-Angebot muss identisch oder (preislich) besser aufgestellt sein, wie ein Abo außerhalb des App Stores. Den Publisher wird zugestanden, Abonnements auf ihrer Webseite weiter zu verkaufen und diese in der iPad- oder iPhone-Anwendung zu verwenden. So kann beispielsweise eine bestehende (Webseiten-)Kundenschaft einen (freien) Zugang zur App erhalten. In diese Transaktionen und das dahinter geschaltete Abo-Modell mischt sich Apple nicht ein und gestattet, dass ein Zugang über die App bereitgestellt bleibt.

Der Publisher trägt Sorge dafür, dass er entsprechende Authentifizierungs-Prozesse in die iOS-Software implementiert. Obwohl die Anbieter von Inhalten ihr Abo-System auch am App Store vorbei mit Kunden abwickeln können, darf kein Link in der Applikation (beispielsweise zur Webseite) bereitgestellt werden.

Kunden, die per ‚In-App‘-Kauf bezahlen, entscheiden eigenständig darüber, ob sie dem Anbieter der Inhalte ihre persönlichen Nutzerdaten wie Namen, E-Mail-Adresse und Postleitzahl bereitstellen möchten.

Harte Vorgaben, die allerlei Geschrei auslösen werden. Die Inhaltsanbieter werden nicht in der Lage sein, den an Apple abzutretenden 30-Prozent-Anteil auf die Kunden umzulegen. Das ‚In-App‘-Angebot muss „identisch oder besser“ ausfallen, als das Abonnement außerhalb des App Stores.

Diese zweigleisige Schiene, die Apple damit fährt, zeichnete sich bereits ab. Wie die Auswirkungen und Reaktionen der Verlagshäuser ausfallen, bleibt mit Spannung abzuwarten. Ebenso aufregend (und noch ungeklärt): Was machen iBooks-Konkurrenten wie das Amazon Kindle oder der Netflix-Filmverleih zukünftig?

Deutsche Telekom unterbreitet Vertragskunden ab 01. März ein Daten-Roaming-Angebot

IPhoneBlog de Live Stream

Die Pressekonferenz der Deutschen Telekom auf dem Mobile World Congress in Barcelona verriet neben einigen unspezifischen Erwähnungen zum 4G-Netzwerk sowie Bezahl– und Werbe-Offerten per Near Field Communication ein konkretes Daten-Roaming-Angebot. „Travel & Surf“ ist für Vertragskunden ab dem 01. März 2011 in Deutschland zu buchen und beinhaltet drei Tarife für Smartphone-, Tablet-PC- oder Laptop-Kunden im europäischen Ausland. Ein Tagespass mit 10-Megabyte-Transfervolumen kostet dabei 1.95 Euro; für die Datenmenge von 50-Megabyte werden 4.95 Euro fällig. Ein Wochentarif schlägt mit 14.95 Euro zu Buche und soll „unbegrenztes Surfen in der EU“ ermöglichen. Die Option beinhaltet jedoch eine „Speed Step Down„-Einschränkung, neudeutsch Geschwindigkeitsdrosselung, zu dessen Konditionen bislang keine Angaben gemacht wurden.

Die Deutsche Telekom betont, dass der Datenverbrauch nicht gerätespezifisch zugeteilt ist. Demnach kann die Simkarte mit dem Tarif in allen dafür geeigneten Geräten Verwendung finden. Nach dem Verbrauch der gebuchten Megabyte-Anzahl oder dem Ablauf der zur Verfügung gestellten Zeitspanne endet der Vertrag automatisch und muss für eine gewünschte Verlängerung manuell von Kunden erneut angestoßen werden. Dies geschieht per SMS oder dem Webbrowser des Gerätes. Zukünftig soll die Buchung und Kostenkontrolle auch über eine „neue App vorzunehmen sein„.

Alle Tarife sind im gesamten EU-Raum gültig, erstrecken sich zum allgemeinen Unverständnis jedoch nicht auf die (eigenen) weltweiten T-Mobile-Netze. Obwohl noch kein Angebot für Prepaid-Kunden besteht und weitere Details der Roaming-Datentarife ausstehen, kommt durch diese Ankündigung zumindest ein wenig Schwung in den Markt für mobiles Internet im Ausland.

Der Sinneswandel kommt nicht von ungefähr: Eine Umfrage der EU-Kommission von August bis September 2010 ergab, dass unter 26.500 Befragten EU-Bürgern aus 27 Mitgliedsstaaten rund 72-Prozent unzufrieden mit den Mehrkosten für Auslandsgespräche sind. Die EU-Telekommunikations-Kommissarin Neelie Kroes hält weiterhin an selbstgesteckten Zielen fest, bis 2015 zusätzliche Roaming-Gebühren komplett verschwinden zu lassen. Die ‚Anklage‚ an die Mobilfunkbetreiber existiert jedoch bereits seit ihrem Amtsantritt im Februar 2010. Seit Sommer 2010 gilt immerhin ein Kostendeckel von 50 Euro (netto), nachdem die Mobilfunkanbieter seinen Kunden das Daten-Roaming abdrehen und darüber informieren muss. Auf expliziten Kundenwunsch erfolgt dann eine erneute Freischaltung mit gesetzter Preisbeschränkung.

IPhoneBlog de Signal

Apropos Mobilfunkanbieter: Da es bislang kein Provider hinbekommt, Informationen über Signalstärken und erschlossene Kartenbereiche seinen Kunden öffentlich und in einem zu verarbeitenden Format zur Verfügung zu stellen, hier ein Hinweis auf das OpenSignalMaps-Programm. Die Android-App funktioniert ganz hervorragend und wertet Mobilfunk-Türme, Empfangsstärken sowie Download- und Upload-Geschwindigkeiten aus. Apples iOS zeigt sich für diese Art der Crowdsourcing-Datenerhebung bekanntlich zugeknöpft. Das Team verspricht jedoch erweiterte Recherche, die sich eventuell auf den Jailbreak-Bereich ausdehnen könnte.

TechCrunch veröffentlichte über das Projekt, das bereits 80.000 App-Downloads erzielen konnte, am gestrigen Montag einen größer angelegten Feature-Artikel.

[KlimBim] N.O.V.A. 2, Windows Phone trifft Kinect, iPad-Fingertapsen, Sony Music und das ‚iPro Aviator Kneeboard‘

DirektNOVA

N.O.V.A. 2 – Near Orbit Vanguard Alliance (0.79 €; App Store-Link) ist als iPhone-Version noch bis zum Ende des heutigen Tages preisreduziert.


Frisch von der Ballmer-Keynote aus Barcelona: Diese sehr feine Spielidee zwischen einem Windows Phone 7 und Xbox Kinect.


IPhoneBlog de Design Language News

Kunstprojekt „Remnants of a Disappearing UI„: Einsame Fingertapsen auf abgeschalteten iPad-Bildschirmen enthüllen, welche Software zum Einsatz kam.


IPhoneBlog de Michael Ephraim

Foto: Charlie Brewer (cc)

Nachdem Apple der Sony eBook-Reader-Software keinen App Store-Fahrschein ausstellte und angeblich auf ein zusätzliches ‚In-App-Kaufsystem‘ (mit eigener Beteiligung) besteht, stichelt ein Sony-Manager jetzt zurück. Michael Ephraim, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Entertainment-Sparte fragt offen, ob Sony Music seine Musikstücke und Künstler weiterhin über iTunes vertreiben muss.

Die eigens aufgeworfene Frage beantwortet er sich im Nachsatz gleich selbst: „Currently we do. We have to provide it to iTunes as that’s the format right now„. Doch damit findet das zwiespältige Gemüt noch keine Ruhe:

Publishers are being held to ransom by Apple and they are looking for other delivery systems, and we are waiting to see what the next three to five years will hold.

Unnötig zu erwähnen, dass Sonys Selbstversuche eines iTunes-Konkurrenten bislang kläglich scheiterten. Ungeachtet dessen wäre jedoch eine spannende Frage in den Fokus zu rücken, ob die Musikversorgung von den Künstler zum ihren Konsumenten in fünf Jahren überhaupt noch Major-Plattenlabels benötigt…


IPhoneBlog de Apple iPad Kneeboard

Die US-Flugaufsicht Federal Aviation Administration gestattet die Verwendung von Kartenmaterial oder Dokumenten über Flugzeug-Instrumente in digitaler Form auf einem iPad.

Die Piloten balancieren hinter dem Steuer jedoch nicht das Tablet auf den Oberschenkeln sondern schnallen sich mit einer Zusatz-Hardware den Bildschirm an die Hüfte. Ein solcher, von TUAW detaillierter unter die Lupe genommener Vertreter, nennt sich iPro Aviator Kneeboard.

LG tritt nach: das Optimus Pad als ‚Spec Fighter‘

DirektOptimus

Langsam bekomme ich Spaß am Fremdschämen. Nach der peinlichen Transformer-Nummer aus der letzten Woche, leistet sich das ‚Optimus Pad‘ von LG einen Möchtegern-‚Schlagabtausch‘ im Werbetrailer mit Steve Jobs (und/oder seinem ‚A pad‘).

Die Veröffentlichung des langatmigen Videos geht einher mit der Presseankündigung über die (unverbindliche) Preisempfehlung des Tablet-Konkurrenten von saftigen 999 Euro. Ab April möchte sich das V900 damit dem deutschen Markt zuwenden.

Erst am gestrigen Sonntag tauchte Motorolas Xoom in einer ‚Best Buy‘-Preisliste, dotiert mit $1200 US-Dollar, auf. Mittlerweile existiert der Webverweis nicht mehr. Es scheint wieder einhellig die Meinung vorzuherrschen, dass man sich erneut auf ein Preisschild mit den geplanten $800 US-Dollar einstellen kann. Obwohl das im ersten Gedankengang weitaus positiver klingt, wird sich eine Konkurrenzfähigkeit erst beweisen, wenn Käufer auch kaufen können…

Entgegen dem 3D-Tablet mit der beschämenden Werbung und Geräten mit 3G-Zwangsverträgen für die Aktivierung von WiFi-Verbindungen, sehen andere Mitstreiter auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona bedeutend spannender aus. Die Samsung Galaxy-Tab-Serie wächst von einem 7-Zoll-Bildschirm auf die Größe eines 10-Zoll-Displays, welches die Auflösung von 1280 x 800 Pixeln (zuvor 1024 x 600) mitbringt. Intern soll ein Zweikernprozessor werkeln, der dem Android 3.0-Betriebssystem „im Frühjahr“ die Sporen gibt. Aber auch Samsung hält sich, wie auffällig viele der zukünftigen iPad-Marktbegleiter, mit einer Preisangabe noch zurück.