Wired.com berichte sowohl Online, als auch über seine hervorragende iPad-Anwendung, vom japanischen Zeitungsmarkt.
Yomiuri Shimbun, eine der größten Tageszeitungen im Land, die vom Umfang seiner Leserschaft die New York Times zehnmal in die Tasche steckt, leidet jedoch ebenfalls unter dem Schwund junger Kunden. Um diesem Trend entgegenzuwirken werden Manga-Künstler beauftragt, die aktuellen Nachrichten ins Comic-Format zu ‚übersetzen‘. Eine dieser Manga-Tageszeitungen 漫画の新聞 (Manga no Shinbun) findet sich in japanischer Sprache auch im deutschen App Store für das iPhone (Link).
Hinter http://newsmanga.com/ (Twitter-Feed) steht die KaBa Net AG (カバネット株式会社), welche ‚künstlerische‘ Dienstleistungen für Nachrichten- und Presse-Veröffentlichungen bereitstellt, und innerhalb des letzten halben Jahres ihr Firmenkapital mit diesem Angebot verdreifachen konnte.
Um das iPad am Schreibtisch in Position zu bringen, bedarf es Zubehör. Das offizielle Apple-Dock (29€) kann ich dafür leider überhaupt nicht empfehlen. Erstens bietet es lediglich eine (senkrechte) Aufstellmöglichkeit, zweitens passt das iPad in dem (wiederum empfehlenswerten) Apple Case (39€) nicht in diese Vorrichtung.
Der Accessoire-Markt ist hierzulande noch recht jungfräulich, hat jedoch – aus privater Not – schon eine Münchner Eigen-Fabrikation zu Tage gefördert. Der Cylon-Stand ist ein dreiteiliger Plexiglas-Aufsteller, der das Apple-Gerät in sechs verschiedenen Standpunkten (horizontal und vertikal zusammengezählt) vor seinem Benutzer aufbaut.
Die Steck-Konstruktion besteht aus sechs Millimeter dickem Material, das sich mit zwei Handgriffen zusammensetzen oder auseinanderbauen lässt. Auf besonders glatten Oberflächen sichern vier kleine Gummifüsse den Ständer. Damit bietet das Design einen ausgesprochen soliden Halt, der sich trotzdem flexibel gestaltet. Auch ein iPad im offiziellen Apple Case wird nicht diskriminiert und lässt sich problemlos in zwei Positionen (sowohl senk- als auch waagerecht) positionieren.
Nur auf Bestellung wird der Laser angeworfen, der das dreiteilige Set ausschneidet. Deshalb ist der Preispunkt mit rund 40Euro (inklusive Versand) recht hoch. Geliefert wird platzsparend in einem Plastik-Schuber.
Wer sich sein iPad als Status-Bildschirm oder zweiten System-Monitor auf den Arbeitsplatz stellen möchte, muss sich Gedanken über eine entsprechende Vorrichtung machen. Der Cylon-Stand bietet dafür einen ersten, leider hochpreisigen, Gedankenanstoß.
In den heutigen Abendstunden landet die erste Kaufliteratur im deutschen iBookstore. Das sind nach den ‚Um- und Aufbauarbeiten‚ der letzten Tage gute Neuigkeiten, welche die iBooks-Anwendung (kostenlos; App Store-Link) zum heutigen iPad-Start in Deutschland wesentlich aufwertet.
(Danke, frankweb!)
‚Halb-internen‘ Quellen ließ sich entnehmen, dass auch der Deutsche Pressevertrieb plant, gemeinsam mit der Direct Group einen Online-Kiosk für Bücher und Zeitschriften zu eröffnen. Im Mittelpunkt soll dabei der Vertrieb über eine eigene App Store-Anwendung stehen, die plattformübergreifend und abgekoppelt von Apple agiert. Neben den ‚Zwischenhändlerkosten‘ steht für die deutschen Verleger insbesondere der ‚lediglich indirekte‘ Kundenkontakt in der Kritik. Diverse Verlagshäuser liebäugeln daher mit einer individuellen App und lehnen den ‚zentralistischen‘ Vertrieb über ein Amazon Kindle- oder Apple iBooks-Programm ab.
Auch die weltgrößte (Retail-)Buchhandelskette Barnes and Noble, die mit dem Nook einen eigenen eBook-Reader im Markt haben, stellten heute ihre persönliche iPad-Anwendung vor.
(Danke, Stefan!)
Ebenfalls pünktlich zum Deutschlandstart erschienen neben dem bereits länger erhältlichen iKiosk (kostenlos; App Store-Link) der Axel Springer AG mit In-App-Käufen für Bild, Sportbild, Autobild, Welt am Sonntag etc., die Apps von Focus Online (kostenlos; App Store-Link) und dem Spiegel (kostenlos; App Store-Link). Erste Kritiken bemängeln, wie schon bei den iPhone-Versionen, einen vergleichsweise hohen (wenn nicht gleichwertigen) Preis zur Print-Edition sowie die lieblose Motto-Umsetzung: „Hier-habt-ihr-noch-unseren-PDF-Ausdruck“.
Wie man es richtig anstellt, zeigt das am Dienstag vorgestellte Wired Magazine (3.99€; App Store-Link), das innerhalb der ersten 24 Stunden über 24.000 digitale Ausgaben verkaufte!
Auch wenn der Condé-Nast-Verlag und sein Chefredakteur Chris Anderson wissen, dass das Angebot für US-Abonnenten preislich (noch) nicht so günstig ausfällt, dürfen sich die Konkurrenz-Publisher gerne schon einmal die Technik abschauen.
Zum iPad-Deutschlandstart wettern sich auch diejenigen Personen in die Schlagzeilen, die ansonsten keine ‚Headlines‘ mehr produzieren (können). FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher warnt im aktuellen Rolling Stone vor einem „autoritären iPad Staat“.
Das fängt damit an, dass Apple auf Inhalte Einfluss nehmen will oder sich zumindest vorbehält, über sie mit zu entscheiden. Ein derartiges Ansinnen hätte noch vor wenigen Jahren zu einem Aufstand der öffentlichen Meinung geführt.
Nintendos Präsident Satoru Iwata bezeichnete Apple in einem Interview kürzlich als „Enemy of the Future” – kulant übersetzt: „zukünftiger Kontrahent“.
In der jetzigen Situation interpretiere ich dies als Seitenhieb auf Sonys schwächelndes PSP-Angebot. Doch auch das mobile Flaggschiff des japanischen Videospiel-Pioniers hat seine zielorientierte Flugbahn bereits verlassen. Während die exklusiven Eigenentwicklungen von ‘The Legend of Zelda’ bis ‘Mario & Luigi’ weiter einen finanziellen Großteil zum Konzernerfolg beisteuern, wenden sich die Drittentwickler vom Platzhirschen ab. Electronic Arts setzt mittlerweile alle seine populären Marken zeitgleich in den festen App-Store-Sattel. Während hier die Devise im letzten Jahr noch “Kleinvieh macht auch Mist” lautete, stemmen die Download-Titel der 85 Millionen iPhone-OS-Kunden inzwischen einen erheblichen Anteil der plattformübergreifenden Entwicklungskosten für die Hosentaschenspielereien.
Vorzeige-Entwickler Square Enix geht einen Schritt weiter und veröffentlichte mit ‘Chaos Rings’ eine 3D-Rollenspielperle exklusiv für das Apple-Telefon. Auch Konami spuckt ins Weihwasser und schiebt ein iPhone-only-‘Castlevania’ ins Rennen.
Die fehlende Online-Strategie Nintendos und das sture Festhalten an happigen Preisen für ihre Module verwandelt sich im mobilen Konsolenbereich mehr und mehr zum eigenen Würgegriff. Mit einer Platzierung in den Top 10 der US-App-Store-Charts verkaufen sich nach Schätzungen zirka 3.500 Versionen eines iPhone-Spiels – nicht monatlich, nicht wöchentlich sondern täglich! Und trotzdem betreuen derzeit noch kleinere Teams oder unbekannte Third-Party-Studios der iPhone-Entwicklungen der großen Publisher. Eine Tendenz zu höheren Budgets und mehr Spielumfang ist jedoch absehbar. Mittlerweile benötige ich beide Hände zum Abzählen von erstklassigen RPGs, die eine zweistellige Spielzeit auf die Systemuhr hieven. Da meine Konsumzeit jedoch begrenzt ist, knapse ich diese von den landläufigen Feld-, Wald- und Wiesentiteln auf DS und PSP ab.
Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass das iPhone genügend Unterhaltung für einen Wochenendausflug liefert. Eine zusätzliche Konsole samt Ladekabel mit den vielen kleinen Spielmodule sind nur eine zusätzliche Gepäckbelastung.
Software verkauft Hardware?
Sollten sich die unfreiwillig durchgesickerten Gerüchte über die neue Hardware-Generation vom iPhone im Juni bewahrheiten, bekommt die Plattform einen erneuten Schub. Verdoppelte Pixelzahl, ein größerer Akku und zwei Kameras werden ihre Auswirkungen auch auf die Kategorie ‘Spiele’ haben. Der ARM-Prozessor, der bereits im iPad werkelt, peitscht hochauflösende Bildpunkte über die Mobilfunkmattscheibe. Mit einer jährlichen System-Auffrischung kommt Schwung in den gemächlichen Rhythmus, den uns Nintendo und Sony seit Jahren vorschreiben. Selbst wenn nicht jeder das Hardware-Upgrade mitmacht, über neue Käufer kann sich die Apple-Plattform nicht beklagen, wie die riesige iPad-Nachfrage zeigt: Eine Millionen iPads gingen im ersten Monat über die Ladentische! Und selbst wenn viele (Spiele-)Entwickler das Potenzial zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreizen, die enorme Hardware-Nachfrage erzeugt Druck auf die Software-Lieferanten. Bei den klassischen Konsolen ist dies genau anders herum. Dort heißt es: Software verkauft Hardware.
Ich finde es daher nicht überraschend, das Nintendos ansonsten so zurückhaltende Chefetage die Schlachtpläne aus der Schublade holt.
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Für die M! Games, das dienstälteste deutschsprachige Videospiel-Magazin, verfasse ich eine monatliche Kolumne zum Thema iPhone. Die Ausgabe 201 befindet sich ab Freitag am Kiosk. Über Feedback zum aktuellen Artikel würde ich mich sehr freuen.
München, Berlin, Frankfurt und Bremen: In vielen Teilen der Republik bekommen iPad-Vorbesteller bereits heute ihre Apple-Lieferungen zugestellt. Der Versand erfolgte je nach Zielort von unterschiedlichen Logistikunternehmen (UPS, TNT, etc.), die anscheinend keine (künstliche) ‚Zurückhalte-Vereinbarung‘ mit Apple ausgehandelt haben, so wie dies in den USA der Fall war. Oder sie halten sich schlicht und ergreifend nicht daran.
Für eine detailliertere ‚Paketverfolgung‘ sollte nicht die Apple-Webseite Verwendung finden, sondern die darüber mitgeteilte „Spediteur-Referenz-Nummer“ auf der Webseite des „Beauftragten Spediteurs“. Als iPhone-Besitzer greift man natürlich zum grandiosen App Store-Programm Delivery Status touch (3.99€; universal; App Store-Link).
Egal ob privater oder beruflicher Desktop: Der verfügbare (Monitor-)Platz ist nie ausreichend groß. Wer unterwegs seinen Laptop unkompliziert mit einem zweiten Bildschirm ausstatten möchte, spart sich durch eine kleine App Store-Software den zweiten Reisekoffer mit mehreren Kilo Hardware.
‚Air Display‘ koppelt den iPad-Bildschirm mit seinen 1024×768 Pixeln über ein kleines Zusatzprogramm an den Mac. Eine Windows-Version ist in Arbeit. Über dessen Entwicklungsstand man sich per E-Mail informieren lassen.
Die Idee ist nicht neu, aber die Umsetzung gelungen. Wer 7.99Euro (App Store-Link) auf den Tisch legt, schiebt auch Zuhause seine Statusfenster auf den externen Zusatzschirm. Über die WiFi-Anbindung ist dieser schnell genug, um mit einem Auge Video-Podcasts oder einen TV-Nachrichtensender dort laufen zu lassen. Auch (Status-)Terminals, Kalender oder das Twitter-Fenster freuen sich über die extra Stellfläche.
Eine sehr lustige Geschichte ist auch die Verwendung als Zweitmonitor mit Touch-Funktionalität. Wer über einer seitenfüllenden Excel-Tabelle grübelt, schätzt den ’separaten‘ Taschenrechner, der sich über die Fingereingabe bedienen lässt. Ähnlich verhält es sich mit komplexen Zeichenpaletten für Grafikprogramme.
Insgesamt eine feine Systemerweiterung für kleines Geld, die bereits in Version 1.0 schnell genug ist, um vernünftig benutzt zu werden. Ich wünsche mir für die zukünftige Version noch eine flexiblere Positionierung, um das iPad beispielsweise auch Links vom Hauptmonitor aufzustellen.
Sobald das iPad als Monitor Verwendung gefunden hat, kann über die allgemeine Systemsteuerung für die Bildschirme dessen Position gewählt werden. Darauf hätte man auch kommen können…