[KlimBim] iPad-Meinungen, Keynote-Zusammenfassung, ‚Click-to-Call‘-Werbebanner, AT&T-Geschäftszahlen, iPad-Hintergrundbild und Comic-Flash

Weitere iPad-Impressionen trudeln per Video an den Anschluss der letztwöchigen Apple-Keynote ein. Unter anderem kommt John Doerr vom Risikokapital-Geldgeber Kleiner Perkins Caufield & Byers zu Wort, der auch den berüchtigten iFund zur Firmware 2.0 auf die Beine stellte.

via gigaom


Direkt180sec

Wie ‚unglaublich‘, ‚bezaubernd‘ und ‚erstaunlich‘ die Apple-Keynote war, ist in folgenden 180 Sekunden – nicht ganz ernstzunehmend – zusammengefasst. Apple scheint ab sofort ihre Videoproduktionen auch über einen offiziellen YouTube-Kanal mit der Welt zu teilen.


phone-ad.jpg

Google verbindet Werbung auf mobilen Geräte mit ‚Click to Call‘-Telefonnummmern. Vorerst ausschließlich in den USA, lassen sich damit Restaurant-Reservierungen oder Kinokarten-Käufe per Telefon direkt aus der Reklameeinblendung anrufen.

via googlemobile.blogspot.com

‚Klingelnde‘ Werbeanzeigen sorgten Anfang letzter Woche bereits für Aufsehen. Im MacBidouille-Forum warnten Leser vor Admob-Kleinanzeigen in App Store-Programmen, die unter Firmware 3.1 eine eventuell gebührenpflichtige Telefonnummer hinterlegen würden.

via fscklog


ATT.jpg

AT&T veröffentlicht in ihren Geschäftszahlen für das Quartal 4 2009 eine Summe von 3.1 Millionen aktivierten iPhones. Dies entspricht in etwa der Höhe für die in Betrieb genommenen Apple-Telefon des vorangestellten Quartals. Mehr als ein Drittel dieser Telefone geht an AT&T-Neukunden.

Apple vermittelt derzeit zirka 50-Prozent seiner iPhone-Verkäufe in Nordamerika.

via att.com


iPad-Hintergrund.jpg

Das derzeit wohl populärste Naturfoto, aus dem Hintergrund des Apple iPads, stammt von Richard Misrach, einem amerikanischen Fotografen. Die Aufnahme ‚Pyramid Lake at Night‘ (Flickr-Link) entspringt dem Jahr 2004, ist im US-Bundesstaat Nevada aufgenommen worden und derzeit im Auszug in der ‚Fraenkel Gallery‚ zu begutachten.

Apple hatte sich mit dem in San Francisco lebenden Künstler vor einigen Wochen in Verbindung gesetzt, und nach Lichtbildern für Bildschirmschoner erkundigt. Eine Verwendung im iPad fand gegenüber dem 40-jährigen im Vorfeld keine Erwähnung. Auch die finalen Verträge, für die Verwendung des Werkes des Bildermachers, stehen derzeit wohl noch aus.

Misrach gab mit einem Augenzwinkern zu Protokoll: What’s funny is that for years I actually used the photo as my own screensaver,“ so I guess they know what they’re doing.“

via news.yahoo.com


DirektSandwich

via isandwich4g


marvel.jpg

Viel Drama am vergangenen Wochenende um iPad-Werbefotos, die Flash-Webseiteninhalte zeigte. Apple korrigierte diesen abermaligen ‚Ausrutscher‘ umgehend, der bereits beim iPhone und mit dem ‚New York Times‘-Webauftritt das Internet kurzfristig verrückt machte.

Die Chefetage vom Videostreaming-Dienstleister Netflix verkündet während der Bekanntgabe ihre Geschäftszahlen, mit einer iPad-Belieferung der Filmarchive erst einmal abzuwarten. Am fehlenden Adobe Flash kann und soll es nicht liegen:

It’s not a huge priority for us because we’re so focused on the larger screens.

CNNMoney-Redakteur Jon Fortt schreibt über Marvel Comics als iPad-‚Geheimwaffe‘. Dabei zieht er die alten Steve Jobs-Verbindungen zu Disney hervor, mit dessen Vitamin B bereits zuvor Filme und TV Shows (ABC) für iTunes eingekauft wurden.

Disney erwarb am 31.12.2009 Marvel Entertainment, die mit Spider-Man, X-Men oder Hulk populäre Comic-Franchises ausliefern. Ira Rubenstein, Marvels-CEO will sich bekanntlich noch nicht auf das iPad festlegen und ist enttäuscht, dass das iPad kein Flash ’spricht‘.

[update III] iTunes 9.0.3 steht zum Download bereit

iTunes9.jpg

Über die Software-Aktualisierung steht ein knapp 100 MB-Update für unsere heißgeliebte Musikverwaltung iTunes bereit.

Version 9.0.3 möchte sich das Häkchen für die Passwort-Erinnerung bei Einkäufen (dauerhaft) merken und einer verbesserten Synchronisation von Wiedergabelisten annehmen.

-> http://www.apple.com/de/itunes/download/

Update

tv-play.jpg

Für das iPhone lassen sich nach dem Update, unter der Rubrik Filme, TV Shows und Podcasts, einzelne Wiedergabelisten für die Synchronisation auf das externe Gerät auswählen.

Diese Funktion war bereits in den Vorgänger-Versionen enthalten und setzt für dessen Darstellung voraus, das die entsprechenden Inhalte in Wiedergabelisten eingefügt sind.

(Danke, Parabel!)

Update II

iTunes.jpg

Und auch mein persönlicher Lieblings-Bug bleibt mir einen weitere Update-Runde erhalten: Mein iPhone 3GS synchronisiert ausschließlich (!) mit dem stationären MacPro. Immer wenn ich jedoch das iPhone (beispielsweise zum Tethering) an das Notebook anstecke und iTunes geöffnet (!) ist, will der MacPro das nächste Mal alle vorrätigen Anwendungen aus seinem Heimatverzeichnis auf die maximal verfügbare Anzahl von freien Homescreen-Seiten verteilen.

Resultat: Zirka acht Minuten langes Abwählen von Anwendungen, die ich nicht installieren möchte.

Update III



dev-itunes.jpg

[download] iPad PSD Design-Vorlage

iPad GUI PSD.jpg

Nach dem iPhone GUI PSD 3.0-Template folgt die erste Version der iPad GUI PSD-Vorlage auf den Fuß. Wer auf 24 MB in den UI-Elementen der bevorstehenden Apple-Kreation editieren und skalieren möchte, greift zum handlichen 768×1024-Download von teehan+lax.

-> http://www.teehanlax.com/blog/2010/02/01/ipad-gui-psd/

Verlagshäuser, ihre iBooks und das iPad

Im Januar 2008, bei der Vorstellung des MacBook Air, sagte Steve Jobs gegenüber der ‚New York Times‘: „people don’t read anymore„.

Gut. Man könnte denken, das dieser Satzfetzen eventuell aus einem Zusammenhang gerissen wurde. Weit gefehlt. Weiter hieß es im damaligen Wortlaut: „Forty percent of the people in the U.S. read one book or less last year. The whole conception is flawed at the top because people don’t read anymore.

Exakt zwei Jahre später platziert Apple mit dem iPad ein Gerät, das mit seiner Funktion auch als mobile ‚Lesemaschine‘ vermarktet wird – den iBookstore zum virtuellen Einkauf gleich inklusive. Zumindest in den USA. Auf der deutschsprachigen Apple-Seite bleibt das iBooks-‚Leistungsmerkmal‚ noch verborgen. Auch die Foto-Galerie lässt einen Blick auf das hölzerne Bücherregal hierzulande noch vermissen.

Ankündigungen über Verträge mit internationalen Verlagshäusern stehen offiziell bislang aus. Das dies zum Teil der großen Geheimhaltung über die iPad-Ankündigung geschuldet ist, dürfte als todsicher gelten. Mich würde es jedoch auch nicht verwundern, wenn einige (oder gar alle) deutschsprachigen Vertreter auf der anderen Seite, ihre digitalen Buchrücken nicht bis März gebunden bekommen. Den Amazon Kindle konnte man innerhalb der letzten zwei Jahre, über zwei Geräte-Generationen hinweg, auch nicht erfolgreich besteigen.

Vorsichtshalber versieht Apple das ‚Bücher‘-Feature für Amerika mit einer Fußnote: „iBooks is available only in the U.S.“

via Engadget

Als offizielle Erstlieferanten wurden in der Produktpräsentation die Penguin-Gruppe, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan und die Hachette-Gruppe genannt.

publisher.jpg

Als Randnotiz darf Erwähnung finden, das unser plauderfreundliche CEO von McGraw-Hill, welcher einen Tag vor dem Apple-Event die angebliche Tablet-Ankündigung vorwegnahm, bis jetzt in überhaupt keinen Vertragsverhandlungen mit Cupertino steht.

mcgraw.jpg

As a company deeply involved in the digitization of education and business information, we were as interested as anyone in the launch of the new device, although we were never part of the launch event and never in a position to confirm details about the device ahead of time. Unfortunately, it seems that many mistakenly interpreted his comments as being more specific to yesterday’s announcement.

via digitaldaily.com

Doch damit enden die Eklats und kleinen Anekdoten über den neuen Content-Lieferanten im digitalen Geschäft nicht. Die Musikindustrie hat es bereits so erfolglos vorgemacht: Über die letzten Jahre mussten sich Verbraucher gegen das Kopierschutz-DRM, BMG-Rootkits und den Verkauf von ausschließlich ganzen Alben-Paketen wehren.

Am vergangenen Wochenende hat der US-amerikanische Großverlag Macmillan (siehe Namensnennung oben) seinen digitalen Einzelhändler Amazon erfolgreich unterdrückt. Macmillan stellte (Verkaufs-)Preisforderungen für E-Books in Höhe von bis zu $15 US-Dollar auf. Amazon verkauft digitale Werke ausschließlich bis $10 US-Dollar. Im blutigen Gefecht entfernte der Online-Versandhändler kurzfristig die digitalen Bücher aus seinem Sortiment, knickte dann jedoch gegenüber der US-Tochter der deutschen Holtzbrinck-Verlagsgruppe ein. Amazon verschweigt seinen Unmut darüber nicht:

Macmillan, one of the „big six“ publishers, has clearly communicated to us that, regardless of our viewpoint, they are committed to switching to an agency model and charging $12.99 to $14.99 for e-book versions of bestsellers and most hardcover releases. We have expressed our strong disagreement and the seriousness of our disagreement by temporarily ceasing the sale of all Macmillan titles. We want you to know that ultimately, however, we will have to capitulate and accept Macmillan’s terms because Macmillan has a monopoly over their own titles, and we will want to offer them to you even at prices we believe are needlessly high for e-books.

Ich sags euch hier und heute: Das wird noch alles super lustig!

Steve Jobs nimmt es gelassen und verspricht eine (zumindest) einheitliche Preisstruktur bei Büchern über alle Anbieter hinweg. So bestätigt er es zumindest dem Technik-Journalisten Walt Mossberg in einem kurzen Stelldichein nach der Keynote.

DirektMoss

Darin unterstreicht er auch noch einmal die 140 Stunden Akkulaufzeit, die bei einer reinen Musikwiedergabe (mit ausgeschaltetem Display), beziehungsweise 10 Stunden beim Lesen von Büchern, möglich sein sollen. Das Gerät scheint übrigens in runden 15 Sekunden aus einem Kaltstart zu erwachen, wie dieses YouTube-Video zeigt.

So schnell ist mein Sony Reader PRS 505 (287,30 €; Amazon-Link) bei weitem nicht am Start. Die elektronische Tinte, E-Ink genannt, wärmt wesentlich länger auf und verfolgt aufgrund ihrer Technologie einen ganz anderen Ansatz als das ‚interaktive‘ iPad mit LCD-Bildschirm und Hintergrundbeleuchtung. Aus diesem Grund vermag ich die Geräte eigentlich überhaupt nicht mit einander zu vergleichen, was über die letzten Tage verstärkt in Mode gekommen zu sein scheint. Das iPad ist ein Computer, das Andere ein Lesegerät. Sinnbildliche Vergleiche fallen schwer und dürfen gerne in den Kommentaren nachgetragen werden.

Als gemeinsames Merkmal setzen die digitalen Bücher auf beiden Geräten (mittlerweile) auf den gleichen Spezifikations-Standard namens ePub. Dieser lässt sich auch auf dem Barnes & Noble Nook, im App Store-Programm Stanza (kostenlos; App Store-Link) oder dem txtr Reader finden. Nicht jedoch auf dem Amazon Kindle.

EPub erfährt eine weite Verbreitung als offener Standard für E-Books und zeichnet sich durch eine dynamische Anpassung des Textes an die jeweilige Bildschirmgröße aus. Das Format eignet sich jedoch nur mäßig für die Darstellung von Comics oder technischer Literatur. EPub unterstützt optional Mechanismen für eine digitale Rechteverwaltung.

via TUAW

[games] Der Sprung vom iPhone aufs iPad

Die iPad-Ankündigung: Durfte man den Verlagen und Zeitungen glauben, hat Steve Jobs letzte Woche nicht weniger als den Heilsbringer der gebeutelten Medienlandschaft präsentiert. Für ein wenig Bodenhaftung schien dagegen Saturo Iwata, seineszeichens Präsident von Nintendo, sorgen zu wollen: Für ihn war das iPad nichts anderes als ein übergroßer iPod Touch und damit als Mitbewerber für den Nintendo DS völlig irrelevant. Wer zwischen den Zeilen lesen kann darf allerdings feststellen: Apple ist mit seinen Touchscreen-Geräten längst in der Spielebranche angekommen. Doch lohnt sich gerade für kleine Indie-Entwickler der Aufwand, Impulspreis-Spiele für verschiedene Endgeräte anzupassen? James Brown, Macher von Ancient Frog (3.99 €; App Store-Link), hat als einer der ersten dazu ausführlich in seinem Blog Stellung genommen.

Die erste Barriere für iPad-Games hat Apple selbst niedergerissen: Der vom iPhone bekannte und vertraute App Store wird auch auf dem iPad eingesetzt und iPhone-Spiele können in zwei Modi auf dem größeren Spielgefährten genutzt werden. Dabei wird das Spiel einmal in der nativen Auflösung gezeigt und von einem großen, schwarzen Rahmen umgeben – sieht aus wie auf dem iPhone, ist dann aber auf dem iPad doch etwas unpraktisch. Alternativ skaliert das iPad die Auflösung hoch, in dem die Pixel verdoppelt werden. Das nutzt immerhin 640×960 Pixel des 768×1024 Pixel großen iPad-Screens, allerdings wirkt das Bild durch die Pixel-Verdopplung natürlich grober. Im Vergleich sieht das so aus:

Nochmal für den Hinterkopf: Das Spiel wurde in den oben gezeigten Screenshots noch nicht fürs iPad angepasst, so kann jede iPhone-App genutzt werden.

Nun wird es allerdings spannend: Mit ein bisschen Code-Wizardry kann man der Applikation beibringen, das iPad zu erkennen und sich darauf etwas anders zu verhalten. Konkret kann die Applikation so in der nativen Auflösung von 1768×1024 dargestellt werden, wobei James Brown (Ancient Frog) durch schmale schwarze Balken am Bildschirmrand das leicht andere GrößenSeitenverhältnis des iPhone-Bildschirms (2×3 anstelle 3:4 am iPad) beibehält, um verzerrte Grafiken zu verhindern. Viele Grafiken von Ancient Frog liegen bereits in höherer Auflösung vor, da man im Spiel auf sie zoomen kann: Partikeleffekte oder das Gänseblümchen wirken somit am iPad automatisch besser aufgelöst als auf dem kleineren iPhone-Display. Das – im Vergleich zur Pixeldopplung schon deutlich hübschere Bild – sieht dann so aus:

Ancient3.jpg

Soweit, so einfach: Mit ein klein wenig Arbeit können Entwickler ein kostenloses Update ihrer iPhone-Games erstellen, die die optische Darstellung auf dem iPad deutlich verbessert. Der Aufwand ist minimal. Der Ertrag durch eine iPad-optimierte Version dürfte dies finanziell locker rechtfertigen. Da aber nur ein Teil der Grafiken quasi „zufällig“ vom iPad profitiert, wirkt ein Teil des Bildes immernoch verwaschen. James Brown fragt sich daher: Wieviel Aufwand ist nötig, damit Ancient Frog auf dem iPad wirklich gut aussieht?

Nun ist wirklich Arbeit angesagt: Jedes Level im Spiel muss in einer höheren Auflösung nachbearbeitet werden, zu den Darstellungen am iPhone müssen zwei neue Abbilder ergänzt werden (Portrait und Landscape). Und James Brown denkt an ein weiteres Problem: Durch die High Res-Grafiken überschreitet die Größe des Downloads 10 MB – womit das Spiel nicht mehr direkt im App Store am iPhone heruntergeladen werden kann und Spontankäufe unterwegs unterbunden werden.

Das Fazit bleibt dann doch, zwei Versionen im App Store zu veröffentlichen: Ein leicht überarbeitetes iPhone-Spiel, das am iPad etwas besser aussieht als mit der automatischen Pixeldopplung, sowie eine iPad-Version, die das Display und die Bedienfläche des Tablets perfekt nutzt. Letztere sieht dann so aus:

Ancient4.jpg

Man sieht, dass Apple für Games-Entwickler verdammt viel richtig gemacht hat: Der Aufwand, bestehende Applikationen für das iPad anzupassen oder neue Spiele auf mehrere Plattformen zu bringen, hält sich erfreulicherweise doch ziemlich in Grenzen. Soweit dies zum aktuellen Zeitpunkt abzuschätzen ist.

Für die Entwickler bedeutet das iPad damit eine spannende, weitere Plattform, auf der sie ihre Spiele veräußern können. Für Gamer bedeutet es, iPhone-Spiele nun auch auf dem großen Bildschirm in verbesserter Qualität genießen zu dürfen – und das durch die Bank hinweg. Die Bedenken, dass sich nur die großen Teams wie Gameloft oder EA, die ihre iPad-Anpassungen schon auf der Keynote zeigen durften, verbesserte iPad-Versionen leisten können, scheinen entkräftet. Und Apple hat tatsächlich so etwas wie eine Win-Win-Win-Situation geschaffen.

Fotos: http://blog.ancient-workshop.com/

[video] Stephen Colbert mit iPad-Promo bei den Grammy Awards

DirektColbert

Der Satiriker Stephen Colbert (The Colbert Report) verleiht, bei den Nominierungen für die 52. Grammy Awards, dieser Woche ihren ersten Kickstart.

Ein Abend für alte Männer

Steve Jobs (54), Phil Schiller (50) und Scott Forstall (40) nahmen am Mittwochabend nacheinander auf der Bühnen-Couch im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco Platz. Der Jüngste im Bunde dürfte die ‚hippen‘ Rennspiele für die Jugend vorstellen. Ein gleichaltriger Kumpane erklärte den Männer Mitte 50 die Tabellenkalkulation. Der ‚Chef‘ surfte durch seinen Kalender und löschte im großen Stil E-Mails.

Im Publikum applaudierte und philosophierte ebenfalls die alte etablierte Garde der Medienvertreter mit Walt Moosberg oder technikbegeisterte Altprominenz wie Stephen Fry. Bei einem Gläschen Wein zu späterer Stunde, dürften dann die wichtigen Themen auf den Tisch getragen worden sein: Das iPad als ‚Retter der Verlagsbranche‘ und mit welcher Sehschärfe die Knöpfe auf dessen Benutzeroberfläche noch zu bedienen sind.

Auf der gegenüberliegenden Seite, ein paar Reihen dahinter, saßen Gizmodo’s Jason Chen oder Engadget’s Joshua Topolsky. „Die Jungen Wilden“. Hier liefen die Newsticker heiß. Was ist eine Micro-SIM? Welcher Mobilfunkbetreiber bietet diese an, und wieviele IP-Pakete bekomme ich in 250 MB, den kleinsten AT&T-Tarif, gequetscht. Hier zählen Hardware-Spezifikationen und neue Gerüchtefässer. Wieviel Arbeitsspeicher zieren das Gerät und wo ist die Kamera für den Videochat? Was bedeutet die Abkürzung A4 für Apple’s neuen Prozessor (custom-designed, high-performance, low-power system-on-a-chip) und wie viele Lizenzkosten müssen intern, für die von Apple 2008 akquirierte Firma P.A. Semi, dafür verrechnet werden?

Ein Blick zurück auf die Bühne zeigt einen Apple-Chef, der seelenruhig – gedanklich fast abgetaucht – durch die Webseite der New York Times stöbert. Minutenlang.

Während die Tech-Blogger das fehlende Flash-Plugin monieren und sich Gedanken über die Video-Kompatibilität machen, erinnert sich Steve Jobs daran, dass ihn noch ein paar millionen Zuschauer begleiten. Deshalb zeigt er ’spontan‘, wie sich URL-Verweise (Umgangssprachlich: ‚Links‘) auf einzelne Artikel der ‚New York Times‘-Ausgabe öffnen lassen.

Schnitt. Genug Beispiele. Mein Punkt ist: das iPad ist sicherlich nicht für jeden etwas. Yep, richtig gelesen. Bestimmt wird nicht jeder alle seine hoch gesteckten Erwartungen in diesem Gerät wiederfinden. Auch ich persönlich stand im Vorfeld des besagten Mittwochabend vor der Frage: Wie erklärt man mir, warum ich zwischen iPhone und Laptop ein drittes Gerät brauche.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich darauf keine Antwort geben. Jeder, der sich einbildet dies zu können, ohne das Gerät in der Hand gehalten zu haben, lehnt sich meiner Meinung nach weit aus dem Fenster. Ja, Fakten lügen selten. Trotzdem lassen sich speziell für das iPad nicht alle Details in Fakten und Leistungsbeschreibungen fassen. Genau wie beim iPhone herrschen große Unterschiede zwischen der ‚gefühlten‘ Bedienbarkeit und den kaltherzigen Hardware-Specs.

marshallk.jpg

Es erschreckt manchmal, wie ignorant Argumentationspunkte aus einer ganz individuellen Perspektive eröffnet werden. Diese ‚Maschine‘ arbeitet zielgruppenspezifisch. Für mich, als Produzent von (Internet-)Inhalten wird sie sicherlich auch nur Teilbedürfnisse erfüllen können. Aber mir ist auch klar, das es noch andere Käuferschichten und damit zusammenhängende Benutzerbedürfnisse gibt. Und das sind vielleicht Kunden, die ihren Unmut noch nicht im Internet kundtun. Potenzielle Familienmitglieder in höheren Semestern, denen das jahrzehntelang-gepredigte ‚Computer-Konzept‘ mit Maus und Tastatur nie so richtig geheuer war. Dieser Januar fühlt sich ein bisschen wie 2007 an, als alle Kritiker auf die fehlende Hardware-‚Tastatur‘ am iPhone einhämmerten.

75 Millionen iPhones und iPod touches haben sich innerhalb der letzten 2.5 Jahre verkauft. 140.000 Apps sind im App Store, die über 3 Milliarden Downloads verzeichneten. So falsch kann es also nicht gelaufen sein. Trotzdem muss es weiter gehen.

Die Erfolge der Netbooks in den letzten zwei bis drei Jahren haben gezeigt, dass es ein Bedürfnis für kleine, mobile Geräte gibt. Steve Jobs‘ böse Worte in diese (unspezifische) Richtung, bezüglich der dafür verbauten Qualität, kann ich (für mich persönlich) unterschreiben. Nicht Fisch noch Fleisch. Oder wie er es ausdrückte: „The problem is – netbooks aren’t better at anything!“. Den neuen Ansatz des iPads erlebe ich als erfrischend. Denn auch ich bin nicht ausschließlich nur Produzent, sondern auch großer, begeisterter Konsument von unzähligen anderen Weblogs, Podcasts und Videoprodukten. Den ganzen Tag lang.

techcrunch.jpg

Foto: TechCrunch

Interessante Artikel mit lebensnahen Paradigmen zeigen die ‚Hardcore-Benutzer‘ Steven Frank (I need to talk to you about computers), John Gruber (Various and Assorted Thoughts and Observations Regarding the Just-Announced iPad) oder Stephen Fry (iPad About).

Alte Männer, die über ihren eigenen Horizont hinaus schauen und erkennen, dass es auch noch andere Anforderungen an Computer gibt, als ihre ganz persönlichen.

Neue SDK-Bestimmungen sollen VoIP im UMTS-Netz erlauben

Apple befreit sich (anscheinend) mit einem Verweis in den neuen SDK-Bestimmungen von der Limitierung, VoIP-Telefondienste nicht mehr auf eine WiFi-Verbindung zu beschränken. In einer Pressemitteilung teilt dies ein App Store-Programm namens iCall (kostenlos; App Store-Link) mit.

icall.jpg

Apple Lifts 3G VoIP Restrictions, iCall with 3G Support Available Immediately

iCall VoIP services for the Apple iPhone and iPod Touch are now available for use over 3G networks such as AT&T wireless.

GREENWICH, Conn., Jan. 27 /PRNewswire/ — Apple Computer, Inc. has updated the iPhone developer SDK to allow VoIP over cellular networks. iCall is the first and only VoIP application that functions on the iPhone and iPod Touch over cellular 3G networks.

Internet-Telefondienstleister wie Skype und Co. waren seit Start des App Stores eingeschränkt, nicht aus dem Mobilfunknetz Anrufe über eine UMTS-Verbindung zu tätigen. Im letzten Herbst erklärten sich sowohl Apple als auch AT&T bereit, VoIP-Dienste zuzulassen. Die populären Vertreter dieser Gattung lassen seitdem jedoch auf Updates warten. Gründe wurden bislang offiziell nicht bekannt. Die deutsche Skype-Pressestelle gab auf Nachfrage gegenüber dem iPhoneBlog am 07.10.2009 zu Protokoll:

AT&T opening up its 3G network for Internet calling applications such as Skype is a step in the right direction, as people should be able to use Skype on any device, on any network. Since launching our iPhone application six months ago, people have downloaded and installed Skype on 10% of all iPhone and iPod touch devices sold. To give those consumers the choice to use Skype also via 3G on their iPhone we are currently working with Apple and operators to provide consumers with a application that’s suites their demands.

Durchaus spannend könnte ein Aufeinandertreffen der SDK-Bestimmungen mit Mobilfunkbetreibern in anderen Ländern werden. In Deutschland bieten T-Mobile und Vodafone für eine VoIP-Nutzung, die in direkter Konkurrenz zum Telefondienst steht, einen eigenen Monatstarif dafür an. Inwieweit T-Mobile versuchen wird, für den App Store zugelassene Programme diese Funktionalität einzuschränken beziehungsweise seine Nutzer zur Kasse zu bitten, wird sich noch zeigen müssen.

Im Zug der iPad-Ankündigung ist ein solcher Verweis auch unter weiteren Gesichtspunkten interessant: Zwar lässt sich dem iPad-Simulator noch der grüne Telefonbalken entlocken, das iPad WiFi + 3G wird jedoch definitiv keine Telefonfunktions bereitstellen. Die Möglichkeit, über das eingebaute Mikrofon und die Lautsprecher in Zusammenhang mit Skype oder Google Voice trotzdem Anrufe zu tätigen, scheint nicht abwegig.

via PR Newswire