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van Alex Olma
17. August 2020 – 16:17 Uhr

#DoTheRightThing

We are in the endgame now.

Es ist keine Frage mehr ob die 70/30-Verteilung kippt, sondern wann Apple sie reduziert. Nicht nur für ein paar ausgewählte Partner, und nicht nur für Software-Abos nach dem ersten Jahr, sondern ganz grundsätzlich. Mit Spotify, HEY, xCloud und jetzt Fortnite ist der Druck mittlerweile zu groß.

Doch reißt Apple gleichzeitig auch die Grundmauern des App Stores ein und zieht sie im modernen Baustil wieder hoch? Oder werden sie (irgendwann) sogar dazu gezwungen? Diese Wette ist schwieriger, weil sie den Finger tatsächlich in die Wunde legt.

Ich hoffe Apple erkennt, das ein starres und altmodisches App-Store-Regelwerk ihre Plattform nicht (mehr) schützt. Ich hoffe Apple erkennt den fundamentalen Stellenwert, den Download-Software für ihre Betriebssysteme hat. Man stelle sich ein iPhone ohne Drittanbieter-Apps vor. Ohne Spiele. Ohne WhatsApp. Ohne Netflix.

Ich hoffe das Apple sich fragt ob der App Store in seiner jetzigen Form die bestmögliche Gestalt für seine Kunden_innen und für seine Entwickler_innen angenommen hat?

Spoiler: Nein!

Darüber hinaus hat Apple mit ihrer „general purpose platform” eine weitreichende Verantwortung. Sandboxing und ein vertrauenswürdiges Zahlungssystem sind essentiell.

Auf über vier Milliarden Smartphones laufen die Betriebssysteme von Google und Apple. Ihre Position als Mittelsmänner, die Schadsoftware, Betrug und Bugs vorab aussortieren, ist (im wahrsten Sinne des Wortes) zentral. Für die meisten Leute – in den meisten Situationen – wäre es ein enormer Rückschritt diese (Sicherheits‑)Schranken auf den „wichtigsten Computern in ihrem Leben” wieder aufzugeben. Es hätte fundamentale Auswirkungen auf die Nutzung.

Um einen solchen Rückschritt zu verhindern, muss die Willkürlichkeit im Prüfprozess aufhören. Es darf keine Ungleichbehandlung in der Zulassung von Funktionen in Apps stattfinden. Und Apple darf nicht wettbewerbswidrig die eigenen Dienste bevorzugen.

Der beste Nebeneffekt von #DoTheRightThing: Alle diese Anpassungen wären nicht einmal altruistisch. Auf lange Sicht würde man damit nämlich die eigene Position zementieren.

Das ist gut für Apple und äußerst bedenklich mit Blick auf die Marktdominanz. Und genau hier ist ihre Kurzsichtigkeit für mich nicht nachvollziehbar. iOS hat seinen Reiz, weil Apple es kuratiert; weil es fantastische Apps gibt, die Update-Politik stimmt und weil es grundsätzlich ein sicheres Betriebssystem ist. Warum schützt man nicht diese Aspekte, die tatsächlich viele Millionen Telefone verkaufen, sondern behaart auf einer Strategie, die genau das gefährdet?

Ich behaupte nicht, dass die Lösungen dafür bereits auf dem Tisch liegen. Ganz im Gegenteil: Die Umsetzung wäre zwangsläufig ein Kompromiss mit gravierenden Einschränkungen. Trotzdem ist es genau die Herausforderung, der man sich stellen muss, wenn man die Zukunft weiter aktiv mitgestalten möchte.

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