Stewart bestätigt „The Problem“ mit „The Problem with Jon Stewart“

So leitete Jon Stewart gestern seine Rückkehr zur The Daily Show ein und bestätigte die „kreativen Differenzen“ mit Apple.

Im CBS-Interview legte er zum Ende von „The Problem with Jon Stewart“ auf Apple TV+ nach:

I wanted a place to unload thoughts as we get into this election season. I thought I was going to do it over at, they call it, Apple TV+. It’s a television enclave, very small. It’s like living in Malibu. But they decided, they felt, that they didn’t want me to say things that might get me in trouble.

Apples dünne Haut gegenüber diesen Reizthemen wundert mich nicht. Aber warum wurde das vor der Zusammenarbeit – die nur für 20 Episoden reichte – nicht (vertraglich) besprochen?

Das klingt nach einem dicken Anfängerfehler von einem Neuling im Streaming-Geschäft.

watchGPT mithilfe von „Petey“

Eltern wissen: Kinder stellen die meisten Fragen, wenn sie bereits im Bett liegen und einschlafen sollen. Damit Papi auch dann, ohne iPhone in der Hand, Antworten parat hat, bemüht er ChatGPT über Petey.

Apple Watch Ultra an Handgelenk zeigt eine Suchanfrage über Petey.

Wer den Bot ausschließlich auf der Watch verwendet, kommt hier ohne laufende Kosten aus – mit einer einmaligen Zahlung von 6 Euro (GPT-3.5) respektive 13 Euro (GPT-4). Alternativ bringt ihr einen eigenen API-Schlüssel von OpenAI für die App von Hidde van der Ploeg mit.

Der Umgang mit Text ist auf watchOS natürlich arg begrenzt. Wenn das Large-Language-Model jedoch nur als Siri-überlegende Suchmaschine für Informationen dienen soll, legt ihr es euch als Komplikation aufs Zifferblatt.

Die Suchergebnisse lassen sich als Text kopieren, vorlesen und weiterleiten – falls ihr davon überhaupt Gebrauch machen wollt. Ein Verlauf eurer letzten Suchanfragen  ist ebenfalls verfügbar.

Das Sprachdiktat zur Eingabe der Fragen ist auf Apples aktuellen Uhren besonders flott; eine Online-Verbindung bleibt aber selbstverständlich notwendig.

Petey’s Alleinstellungsmerkmal findet sich im Zugriff auf ChatGPT über watchOS. Auf iPhones, iPads und dem Mac rate ich zur offiziellen App oder der Webseite. Ich habe diese Indie-Software tatsächlich nur auf der Apple Watch installiert.

Es ist jedoch bemerkenswert, dass Bing, Copilot, Google, Perplexity oder ChatGPT die Apple Watch mit ihrer Software ignorieren. Keine dieser Apps bietet eine Erweiterung für watchOS an. Das ist eine ziemlich deutliche Absage an Apples Software-Plattform.

Trotzdem bleibt’s verwunderlich: Große Sprachmodelle arbeiten mühelos mit… Sprache – einer primären Eingabemethode der Uhr. LLMs fassen komplexe Themen kurz und prägnant zusammen – ideal für kleine Bildschirme. Das übertrumpft nicht immer Siri, etwa bei tagesaktuellen Sportergebnissen. Es ist jedoch für viele allgemeine Informationen vorteilhaft, auch deshalb, weil ChatGPT gewöhnlich weniger streng mit Formulierungen und der Wortwahl eurer Fragen umgeht.

Meine erste Woche ohne Apple Vision Pro

Meine Angst, etwas zu verpassen, nahm leicht ab, obwohl sich die Vorfreude sogar noch steigerte. „Die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleichmäßig verteilt,“ wie es William Gibson so treffend formulierte.

Oder, um es mit den lyrischen Worten eines anderen großen Künstlers zu sagen: „I’m just letting you know, y’all ain’t leaving me behind in this terrible looking world. I’m gone forever. I’m wearing this bitch everywhere. It’s over.“

Screenshot aus dem Video von Cleo Abram.

via Cleo Abram

Ich wühlte mich in den vergangenen sieben Tagen bis zum Bodensatz aller Social-Media-Videos über die Apple Vision Pro. Ich fand’s bemerkenswert, wie viele Personen mit Apples Headset auf dem Kopf durch den öffentlichen Raum laufen, obwohl das keinerlei Funktionalität bietet. Absolut keine.

Natürlich sind’s Stunts; der Kampf um Aufmerksamkeit. Klar, aber ignorieren wir das für den Moment. Ich bin ernsthaft überrascht, wie grundlegend positiv das Design aufgenommen wurde – trotz all seiner offensichtlichen Kompromisse.

Apple genießt hier einerseits viel Lob im Voraus, sieht sich auf der anderen Seite auf einem viel kritischeren Prüfstand. Es ist ein Fluch und Segen zugleich, dass jedes neue Produkt aus Cupertino einer derart präzisen Betrachtung unterzogen wird, während andere Unternehmen eine solche peinlich präzise Analyse nicht erfahren.

Jeder scheint sich einig, dass der Gesichtscomputer nicht abschließend nach wenigen Tagen zu bewerten ist. Trotzdem findet eine Normalisierung für die neue Form dieser Gerätekategorie statt, die zuvor kein anderes (VR-)Headset erreichte.

Erinnert ihr euch noch an die schlechten, aber unermüdlichen „AirPods-als-Zahnbürstenkopf“-Witze? All diese Scherze übersahen, wie das Design – die weißen Stäbchen – ein ikonisches und überall erkennbares Produkt bewarben.

Vision Pro hat im Vergleich dazu so viel mehr Einschränkungen (Größe, Gewicht, externes Batteriepack etc.), erfährt aber (gefühlt) andere Kritik? Man streitet über den Preis und wofür man sie nutzt, aber nicht grundsätzlich über die dahinterstehende Idee und Optik, oder? Vielleicht ist der Mehrwert auch so groß, dass das in Kauf genommen wird?

Produkte scheitern an vermeintlichen Trivialitäten. Google Glass kam etwa von der falschen Firma, setzt unpassende Prioritäten und startete schlicht in eine Gesellschaft, die sich dagegen wehrte.

Bei Produktveröffentlichungen sind nicht nur die Möglichkeiten der Hardware abzuwägen, sondern auch das Timing und die gesellschaftliche Akzeptanz. Die Technik kann rational beurteilt werden; die Gefühle der Kunden (sowie den Nicht-Kunden) jedoch nicht.

Apple gelang es mit einigen Produkten, seinen intern institutionalisierten „guten Geschmack“ nach außen zu tragen. Es scheint ein vielversprechendes Zeichen, wenn Vision Pro jetzt schon mit nach draußen genommen wird.

Das ist kein „Hot Take“, sondern lediglich eine Beobachtung nach meiner ersten Woche ohne Apple Vision Pro.

#391 – Drafts

Drafts steckt weiterhin das Wort „Verarbeitung“ in den Begriff Textverarbeitung. Ich habe es Apples Notizen-App und Ulysses vorgeschaltet und täglich in Verwendung, um kurze Gedanken über ein Sprachdiktat festzuhalten.

Hier das Intro zur Episode:
iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Alle Abonnent:innen bekommen jede Woche ein neues „Gewusst-wie”-Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zu einer ganz besonderen Community in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

Artikel gleichzeitig zu Matter und Pocket schicken [via Shortcuts]

Mein „Read-Later“-Workflow (hier im Video), bei dem ich einen Netzartikel sowohl zu Matter, als auch zu Pocket speichere, wurde deutlich einfacher.

Screenshot des Kurzbefehls „PockMatt“.

Anstelle zweimal das Teilenmenü zu bemühen, schickt dieser banale Kurzbefehl die Artikel-URL zu beiden Diensten – in einem Rutsch.

Nur für Beiträge hinter Paywalls speichert die dedizierte Share-Sheet—Erweiterung zuverlässiger – so meine Erfahrung.

Screenshot der iOS-Automation bei App-Start.

Bonus-Tipp: Sobald ich GoodLinks öffne, läuft der „Import from Pocket“-Shortcut über eine iOS-Automation. Kurzbefehle, die bei App-Start von selbst und im Hintergrund loslaufen, sind ausgesprochen bequem.

Bequem und verständlich: Unsqueeze skaliert in höhere Videoauflösungen

Meine Schwiegereltern entdecken gelegentlich kurze iPhone-Videos aus der Babyzeit meiner Kinder. Diese iPhone-5-Clips bekomme ich dann per Nachrichten-App zugeschickt. Apples Metal-Framework – hübsch verpackt in Unsqueeze – bügelt mir dort dann ein paar Falten aus den bewegten Bildern.

3x iPhone-Screenshots der App Unsqueezed.

Zügelt jedoch die Erwartungen: Dieses Upscaling produziert keine knackig scharfen Clips, so wie sie heute ein iPhone aufnimmt. Je nach Inhalt des Videos dreht es jedoch die Auflösung hoch, büßt dabei jedoch keine Bildschärfe ein.

So zumindest das Versprechen. Mit Videoloupe oder video-compare (#873) platziert ihr zwei Clips nebeneinander und vergleicht den potenziellen Qualitätsgewinn.

Screenshot zeigt macOS-App „video-compare“.

Auf dem iPhone tut es die (extrem unspektakuläre) Video Compare App – ohne eine Seiten-an-Seiten-Ansicht, aber einen Button, der augenblicklich zwischen zwei laufenden Videos umschaltet.

iPhone-Screenshot der App „Video Compare“.

Unsqueeze dreht etwa die Auflösung von 540 x 950 (12 Megabyte) auf 1080 × 1920 (157 Megabyte) und benötigt für ein zweiminütiges H.264-Video auf meinem iPhone 15 Pro lediglich eine halbe Minute. Aber auch das schwankt. Als Faustregel merkt man sich: Die Umwandlung dauert in etwa die Hälfte der Laufzeit des Videos.

Für die Software von Finn Voorhees spricht a) der überschaubare Preis für den Universal-Kauf, b) die direkte Auswahl der Clips aus eurer iCloud-Bibliothek sowie c) die korrekte Übernahme aller Metadaten.

Unsqueeze bietet derzeit zwar keine Option, das Originalvideo nach dem Upscale zu löschen, speichert die neue Kopie aber mit allen korrekten Informationen (Ort, Kamera-Model, Datum, etc.) zurück in eure Mediathek. Es erweitert lediglich den Dateinamen, der dann die Unterscheidung von den zwei nebeneinander platzierten Clips ermöglicht. Für mich ist das ein unverzichtbarer Komfort!

Man vermisst ihn schmerzlich, wenn man Apps wie Video AI auf diese Dateien loslässt. Die macOS-Software denkt sich zwar mehr Pixel aus (nicht sprichwörtlich gemeint), verliert jedoch alle Metadaten und benötigt für unser Beispielvideo nicht 30 Sekunden, sondern auf meinem M2-Pro rund 16 Minuten.

Das ist auch völlig gerechtfertigt, um altes Videomaterial für eine aktuelle Arbeit aufzubereiten. Für ein paar persönliche Erinnerungen im Bewegtbild erscheint mir das jedoch Overkill und Unsqueeze wesentlich bequemer.

„The big demo“

Ignoriert die inszenierten Stunts der „Vision Bros“ auf Social Media und gebt den wirklich wichtigen Antworten ihren Raum: den neuen Stühlen, Tischen und Serviertabletts in den US-Apple-Stores für die Vision-Pro-Demos.

Screenshot des Tabletops-Artikels.

You can’t launch a platform twice. Apple had one shot to get the Vision Pro demo experience right. They nailed it. People aren’t just talking about the device, they’re talking about just how good the demo is. How essential it is to understanding spatial computing. This is Apple Retail at its finest.

Michael Steeber

„YouTube says a Vision Pro app is on the roadmap“

Screenshot von YouTube auf Apple Vision Pro.

via @himelstech

Here’s a little bit of an about-face: YouTube now says it has a Vision Pro app on its roadmap. I mean this literally, as YouTube spokesperson Jessica Gibby just emailed me the following statement: “We’re excited to see Vision Pro launch and we’re supporting it by ensuring YouTube users have a great experience in Safari. We do not have any specific plans to share at this time, but can confirm that a Vision Pro app is on our roadmap.” […]

I asked YouTube if this new app will support VR and 360 video on the Vision Pro and have not heard back yet.

Nilay Patel | The Verge

Next: Netflix.

Der Streamingdienst meldete 13 Millionen neue Abonnent:innen im letzten Quartal; insgesamt sind es damit nun 260 Millionen Kund:innen.

Second, ads. Scaling our ads business represents an opportunity to tap into significant new revenue and profit pools over the medium to longer term. In Q4‘23, like the quarter before, our ads membership increased by nearly 70% quarter over quarter, supported by improvements in our offering (e.g., downloads) and the phasing out of our Basic plan for new and rejoining members in our ads markets. The ads plan now accounts for 40% of all Netflix sign-ups in our ads markets and we’re looking to retire our Basic plan in some of our ads countries, starting with Canada and the UK in Q2 and taking it from there.

ir.netflix.net

Netflix pusht sein werbefinanziertes Abo. Obwohl Apple Vision Pro dafür rein rechnerisch noch keine relevanten Verkaufszahlen präsentieren kann, zieht Apples Headset prozentual betrachtet viele Interessentinnen und Interessenten für Filme und Serien an.

So wird es von Monat zu Monat fraglicher, warum ein Premium-Streamingdienst für zuhause nicht über den besten Bildschirm für zuhause flimmert.