WWDC Keynote 2018: Schulnote B-

Apples gestrige Keynote verlief diszipliniert. Die Veranstaltung war nicht pompös, sie war nicht übertrieben witzig, sie war teilweise sogar langweilig. Die Bühnenshow sollte man aber nicht mit der Qualität seiner Ankündigungen verwechseln. Ich war „sehr zufrieden“ und würde die Schulnote B- vergeben. Hier meine frühe erste Meinung zu iOS 12.

Ein Blick auf die „Kleinigkeiten”, die uns mit iOS 12 ereilen, deutet an wie hilfreich das Update im Alltag wird. Bereits die erste Entwickler-Beta zeigt einen deutlichen Performance-Sprung – absolut außergewöhnlich im Vergleich zu den letzten Jahren.

Die explizite Berücksichtigung betagter Geräte (iOS 12 läuft noch auf einem fast fünf Jahre alten iPhone 5s) ist nicht sexy, aber ein Schritt in die richtig Richtung. Apple muss sich vorwerfen lassen in den letzten Jahren zu stark nur die aktuellsten Geräte berücksichtigt zu haben während Hundert Millionen alte iPhones beim Großteil ihrer User im Einsatz sind.

Standard-Apps

Ein typisches Beispiel für nur mäßig spannende Unterhaltung war die Präsentation der überarbeiteten Standard-Apps. Apple Books, die Aktien-Anwendung, Sprachnotizen und ein neuer Anstrich für die (immer noch nicht internationale) Apple-News-App war ermüdend. Wenn man sich aber vor Augen führt wie viele Leute diese Apps täglich benutzen, ist die Aufmerksamkeit gerechtfertigt. Die AR-Anwendung ‚Measure‘ – neu im Pool der Standard-Apps – löst sicherlich keine Revolution aus, aber ich wette für den „normalen” iPhone-Anwender ist das tatsächlich ein bisschen magisch.

Ohnehin tröpfelt Apple zunehmend mehr Augmented Reality in unseren Alltag. Das bedeutet: Niemand wird mehr geschockt sein wenn Apple in ein paar Jahren all die AR-Software von unseren Telefon- und Tablet-Screens auf den Bildschirm in der Brille bringt. Die Entwicklung dieser Anwendungen in der Öffentlichkeit ist das perfekte ‚Cover-up‘ – kein anderes Produkt der letzten Jahre genoss einen solchen Vorlauf in punkto Softwareentwicklung.

Siri Shortcuts

Es ist derzeit nicht mehr als ein gutes Gefühl, dass ich für Workflow Siri Shortcuts empfinde. Mehr als auf der Keynote-Bühne gibt es derzeit auch noch nicht zu sehen. Wenn die richtigen App-Store-Anwendungen aufspringen, wenn Apple den Balanceakt zwischen simplen Sprachbefehlen für „normale” Anwender und Anwenderinnen sowie verschachtelte Automationen hinbekommt, entkoppelt das die alleinige Weiterentwicklung von Apple, die über Jahre nur einzelne Domänen ausgebaut bekamen. Mit systemweiter Unterstützung haben Siri Shortcuts jetzt das Potenzial zu den Standard-Alexa-Phrasen aufzuschließen.

Kurz: Es freut mich zu sehen, dass der Zukauf des Workflow-Teams in die richtige Richtung läuft.

Grundlagenarbeit

Apples Vorschau-Seite für iOS 12 liefert auch dieses Jahr einen mittlerweile gewohnt weitreichenden Überblick für diverse Features, die ich in die Kategorie Grundlagenarbeit stecke. Screen Time, Kameraeffekte, Memoji, Gruppen-FaceTime-Chats, Foto-Features, die Erweiterung der Nicht-Stören-Funktion oder die neuen Einstellungen für Push-Mitteilungen sind ganz natürliche Evolutionsschritte, die teilweise überfällig waren und teilweise durch die zunehmende Entwicklungszeit sehr durchdacht erscheinen.

Keine dieser einzelnen Funktionen zeichnet iOS 12 aus, aber als Bündel drücken sie dem Software-Update ihren Stempel auf.

Für ein Fazit ist es viel zu früh. Mir scheint es jedoch wichtig zu betonen, wie prominent abwesend eine Zukunftsperspektive für iOS war, obwohl mit Siri Shortcuts, insgesamt den Siri-Suchvorschlägen und dem ganzen Augmented Reality-Part einige nicht zu übersehende Grundsteine gelegt wurden. Apple ist nicht bekannt dafür Zukunftsversionen anzupreisen (die ihnen dann später auf die Füße fallen), aber es war kein Ausblick zu erkennen (anders als bei macOS). iOS 12 riecht auch deshalb nach dem berühmt berüchtigten ‚Snow Leopard‘-Release – eine Konzentration auf Performance und Stabilität.

Diese Art von OS-Upgrades lassen sich gewöhnlich schwer verkaufen. Apple hat es gestern trotzdem hinbekommen – insbesondere wenn man beachtet das iOS für das iPhone und iPad nicht im luftleeren Raum agiert, sondern in einem vernetzten Ökosystem aus watchOS, tvOS und macOS bewegt.

Postfächer in iOS-Mail verwalten

Apples iOS-Mail-App legt Abkürzungen zu einzelnen Postfächern, blendet entbehrliche Ordner aus und klappt nicht benötigte E-Mail-Konten zusammen. Das ist nicht neu, aber ich hatte vergessen, dass das überhaupt geht.

Um die intelligenten Postfächer ein- oder auszublenden, tippen Sie auf „Bearbeiten“ in der oberen rechten Ecke der Liste der Postfächer. Tippen Sie jetzt die intelligenten Postfächer an, die angezeigt werden sollen, und tippen Sie anschließend auf „Fertig“.

Support.Apple.com

Ich habe es zwar vor einigen Jahren aufgegeben, E-Mails in spezifische Postfächer zu sortieren (und verlasse mich seitdem ausschließlich auf die Suche), schätze jedoch die aufgeräumte Übersicht.

CropSize + 2 Workflows für meine Blog-Fotografie

Ich habe einen Workflow für meine Blog-Fotografie. Da jeder Artikel hier im iPhoneBlog ein individuelles Foto bekommt, ist es sinnvoll diesen täglichen Prozess zu automatisieren.

Die aktuellsten Neuerungen in diesem Workflow betreffen das Ändern der Fotogröße beim Export und die Erstellung von Screenshot-Kompositionen. Dafür habe ich drei neue Werkzeuge – zwei Workflows für Apples zugekaufte Automatisierungs-App (universal; Laden) sowie eine App-Store-Software.

  • Die Entwicklung der App CropSize (universal; 5,49 ) verfolge ich seit Januar 2016. Inzwischen hat die Software eine Form angenommen, die ich vorbehaltlos empfehlen kann wenn man einzelne oder mehrere Fotos zuschneiden (crop) oder in ihrer Größe ändern möchte (resize). In diesem Zusammenhang bin ich außerdem sehr gespannt wie die Mac-App Retrobatch von Gus Mueller angenommen wird und ob er von seiner Foto-Stapelverarbeitung tatsächlich eine iPad-Version plant.
  • Optimizing Images With TinyPNG ist quasi ein ImageOptim für iOS. Es benutzt den Webservice TinyPNG, der eure PNG-Screenshots kleinrechnet. Der Webdienst erlaubt es euch 500 Bilder pro Monat zu optimieren.
  • Der Device Screenshots Workflow von Jordan Merrick klebt einen von euch festgehaltenen Screenshot in den graphischen Gehäuserahmen eines iPhones, iPads oder einer Apple Watch. Die ‚image assets‘ muss man dafür nicht per Hand herunterladen; der Workflow überspielt die Produktfotos bei der ersten Verwendung auf euer iCloud Drive.

(Vimeo)

#106 – Was ist AirPlay 2?

In 18 Tagen ist der HomePod auch hierzulande erhältlich; am Dienstag ließ Apple passend dazu AirPlay 2 von der Leine. Ein guter Zeitpunkt also sich mit Apples verbessertem Streamingprotokoll fürs Heimnetz zu befassen, über das es fast mehr zu sagen gibt als über den HomePod selbst – den ersten AirPlay-2-Lautsprecher.


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EDGE Issue 320: „Face to face”

A new technology from Apple and the Helsinki-based Next Games may not quite produce results of MotionScan’s fidelity, but it promises to be by far the most affordable and effective way of transposing human expressions onto videogame faces yet produced. Facial motion capture has, for decades, been a luxury afforded to only the most moneyed developers. The process typically requires the hiring of a dedicated studio, bespoke tracking equipment including a $3,000 mo-cap helmet, high resolution cameras and a squadron of specialist engineers. That changed when Apple announced the facial-tracking feature of the iPhone X.

EDGE, Issue 320

Der Untertitel des Artikels fasst die vielversprechenden Aussichten der TrueDepth-Kamera im iPhone X gut zusammen: „How the tech behind Apples’s Animoji could revolutionise motion capture in games”.

Das Team von Next Games programmierte ein Plug-in, das die Gesichtszüge einer Person über die Frontkamera des iPhones aufzeichnet und zu Entwicklungsumgebung Unity übergibt. Dort können diese Grimassen in nur 30 Sekunden auf ein 3D-Modell angewendet werden.

Qualitativ ist das nicht vergleichbar mit den etablierten Motion-Capture-Systemen, erfordert andererseits aber auch kein Aufkleben von Hunderten von Markern auf das Schauspielergesicht, ein separates Team, entsprechend viel Zeit und teures Kamera-Equipment.

Next Games hat ihre Entwicklung zum Aufzeichnen und Überführen der Daten noch nicht veröffentlicht, allerdings wird die Technik bereits dieses Jahr im iOS- und Android-Spiel ‚The Walking Dead: Our World‘ zu sehen sein.

Netflix: ↺ / ↻ 10 Sekunden

Netflix tuts YouTube gleich und führt den Doppel-Tap ein, der auf der rechten iOS-Bildschirmhälfte 10 Sekunden im Video nach vorne springt und auf der linken Bildschirmseite das Video die entsprechen 10 Sekunden zurückdreht.

Jede Video-Anwendung braucht diesen Shortcut.

via Reddit

„Nachrichten in iCloud“

„Nachrichten in iCloud” sorgte bei seiner Bekanntgabe im letzten Sommer für vereinzeltes Achselzucken: Für viele Kunden trafen iMessages schon zuvor synchron auf allen ihren Geräten ein. Das waren aber eher (viele) glückliche Zufälle und nicht wie jetzt aufgesetzt eine zentrale Sammelstelle, die zuverlässig alle Gesprächsfäden mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an alle Geräte verteilt, auf denen ihr mit eurem iCloud-Konto eingeloggt seid.

Am ehesten nachzuvollziehen die Situation mit dem Kauf eines neuen iPhones oder iPads: Wenn man sich dort nur mit seinem iCloud-Account einwählt, bekommt man jetzt die komplette Nachrichten-History zurückgespielt – zuvor war die Nachrichten-App schlicht leer.

Ein paar einzelne Infos, die mir erwähnenswert erscheinen:

  • Voraussetzung zur Aktivierung ist neben dem iOS-Update 11.4 eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für eure Apple-ID.
  • „Nachrichten in iCloud” muss man manuell in den iCloud-Einstellungen aktivieren (wie zuvor bereits den iCloud-Sync für die Health-Daten). Alle Gespräche bleiben weiterhin mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Apple kann diese Daten nicht entschlüsseln. Das Update ihres White Papers (PDF-Link) steht noch aus.
  • Zudem belasten „Nachrichten in iCloud“ euren iCloud Speicher. Die erforderliche Größe für alle eure iMessages lassen sich unter ➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ iPhone-Speicher nachschauen. Habt ihr Nachrichten in iCloud aktiviert, wandert die Anzeige für den benötigen Speicherplatz in die iCloud-Einstellungen. Solltet ihr Nachrichten in iCloud wieder ausschalten, wird euer Chat-Verlauf wieder im iCloud-Backup gespeichert. Sprich: Bei der Aktivierung von „Messages in iCloud” finden sich eure Nachrichten nicht mehr im iCloud Backup.
  • Auch SMS-Textnachrichten synchronisieren sich über iCloud. Ich selbst konnte es nur auf der Beta von macOS nachvollziehen (auf meinen iOS-Geräten scheint sich erst alles noch zu sortieren). Obendrein konnte ich heute einige Rückmeldungen einholen, die mir den Sync klassischer SMS über iCloud bestätigt haben (Apples Support-Dokumente erwähnen Textnachrichten bislang nicht explizit). Es verbleibt aber weiterhin die Möglichkeit alle grünen Gesprächsfäden an eure anderen Geräte weiterzuleiten (wenn man beispielsweise auf „Nachrichten in iCloud” verzichten möchte). Die SMS-Weiterleitung aktiviert ihr unter ➝ Einstellungen ➝ Nachrichten.
  • Zum Zeitpunkt dieses Artikels steht ein entsprechendes macOS-Update noch aus, das „Nachrichten in iCloud” auf den Mac bringt.
  • Auch die Apple Watch scheint noch nicht berücksichtigt. Löscht man beispielsweise einen Gesprächsfaden auf dem iPhone, verschwindet er nicht auf der Watch.
  • Messages gibt es weiterhin nicht unter iCloud.com.

Bis der Sync eurer Chats über alle Geräte hinweg tatsächlich rundläuft, braucht es höchstwahrscheinlich noch ein paar Tage. Viele der Fragen, die ich mir heute für diesen Artikel gestellt habe, werden sich wahrscheinlich von alleine beantworten wenn mein komplettes Nachrichten-Archiv vollständig synchronisiert ist.

In Vorfreude auf Montag: das Regenbogen-Zifferblatt

(Vimeo)

New strings found on iOS explain that the new face is “inspired by the rainbow flag” and that “the threads of color move if you tap the display.” There is also a placeholder image which will probably be displayed in the Watch app on iOS when you browse for faces. On watchOS, we found video assets used to render the watch face, so watch the preview at the bottom of this post.

Guilherme Rambo | 9to5mac

Nachdem das ‚Pride‘-Zifferblatt aktiviert wurde, dreht man die Zeit am iPhone wieder zurück.