„Zweistufige Bestätigung“ raus, „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ rein

iPhoneBlog.de_Zwei_Faktor_Authentifizierung

Mit iOS 9 und OS X 10.11 El Capitan überarbeitete Apple die iCloud-Sicherheitseinstellungen und wechselte von der sogenannten „Zweistufigen Bestätigung“ (Two-Step Verification) hin zur „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ (Two-Factor Authentication).

Wer seinen iCloud-Benutzeraccount und seine Apple ID bereits über einen vierstelligen Code absichert, den man auf einem „vertrauten Gerät“ empfängt (Und wer tut das bitte nicht?), kann über die Sicherheitseinstellungen unter http://appleid.apple.com/ aufs neue System wechseln. Sollte dort diese Option fehlen (wie das bei mir der Fall war), konnte ich über das Deaktivieren der „Zweistufigen Bestätigung“ sowie das Aktivieren der „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ auf einem iPad mit iOS 9.3.2 den Wechsel erzwingen.

The newer two-factor authentication is an improvement upon that process, which Apple started rolling out last year. While the principle is similar, the execution is refined. The verification code is now six digits and is automatically sent to all of your authorized devices. When a new device is logged into your iCloud account, you’re also shown the rough location of that device (on a city level), so that you can be sure it’s not someone halfway around the world trying to gain access; there are also buttons to allow or deny that login.

„Doing the two-step: Switching to Apple’s two-factor authentication“

Die „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ setzt auf einen sechsstelligen Pin, zeigt in einer Kartenübersicht von wo sich ein neues Gerät versucht anzumelden und erfordert keinen Wiederherstellungsschlüssel mehr (durch dessen Verlust es möglich war sich komplett aus seinem Konto auszusperren).

Die neue Zwei-Faktor-Authentifizierung verzichtet auf den Wiederherstellungsschlüssel und setzt verstärkt auf eine Mobilrufnummer, die man bei der Ersteinrichtung auf einem unterstützten Gerät verifizieren muss. […]

Im Unterschied zur zweistufigen Authentifizierung sieht das neue Schutzsystem eine Option vor, wieder Zugriff auf den eigenen Account zu erhalten, selbst wenn das Passwort und die vertrauten Geräte verloren sind: Dafür muss der Nutzer sich mit einer verifizierten Mobiltelefonnummer an den Support wenden und ein mehrtägiges Prozedere durchlaufen.

„Apple: Neue Zwei-Faktor-Authentifizierung jetzt für alle“

Die neue „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ schaltet Apple seit Herbst 2015 nach und nach frei. Bei mir war bislang die „Zweistufige Bestätigung“ aktiviert und da die „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ nicht gleich von Beginn an verfügbar war, habe ich die Umstellung bislang schlicht vergessen. Wem es ähnlich geht, kann in knapp zehn Minuten den Wechsel nachholen.

Die Kopfhörer der Zukunft

Revolution braucht Evolution. Einer der nächsten evolutionären Schritte ist der Verzicht auf den Klinkenanschluss im iPhone.

Während einige Nachteile sofort auf der Hand liegen („Searching for a good reason to remove the headphone jack“), muss man sich für eine langfristige Einschätzung die Frage stellen, wohin sich das iPhone entwickelt. Deshalb bin ich gespannt, wie Apple im Herbst argumentiert und uns den Anfang dieser neuen Geschichte verkauft.

Meine Vermutung: „Die Zukunft kommt ohne Kabel aus. Hier ist ein Pärchen unserer neuen kabellosen EarPods.“

Liegen diese Modelle dem nächsten iPhone bei, ist das Thema Klinkenanschluss abgefrühstückt maximal abgefangen. Ließe sich der Preis für solche Kopfhörer gleich in den iPhone-Verkaufspreis einarbeiten, nimmt das den Wind aus vielen Segeln, die schon jetzt für einen Sturm der Entrüstung gesetzt sind.

Für realistischer erachte ich jedoch beigelegte Lightning-EarPods – die kabellosen Modelle kosten extra. Das Problem dieser Kombination: Es widerspricht a) der erzählten Geschichte über die kabellose Zukunft und verpasst b) die Chance mehrere Millionen von Kunden ins Ökosystem zu ziehen. Drahtlos bedeutet nämlich nicht zwangsläufig Bluetooth. Vielleicht sind Apples neue Ohrenstecker abwärtskompatibel zu Bluetooth, aber funken mit einem eigenen Chip (der die gängigen Problemen vom umständlichen Koppeln, einem Gerätewechsel sowie der Stabilität der Verbindung in den Griff bekommt).

Eine der obersten Apple-Prioritäten ist und bleibt die anhaltende Kundenzufriedenheit1, auch wenn das bedeutet in einem evolutionären Schritt ein paar alte Zöpfe abzuschneiden. Der Wechsel vom 30-Pin-Connector auf Lightning war kurz unbequem und anschließend ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegen Micro-USB. Niemand argumentiert heute mehr gegen den Lightning-Anschluss.

Das Problem: Ein Technologiewechsel wie dieser lässt nur eine begrenzte Übergangsphase zu. Verbleibt die Klinke im Telefon, sieht sich niemand gezwungen umzudenken. Lightning- und Bluetooth-Kopfhörer haben auch deshalb noch nicht abgehoben, weil sich die Kopfhörer-Industrie keinem Druck ausgesetzt sah technisch bessere Modelle zu günstigeren Preisen zu bauen. Warum auch? Kunden haben danach nie gefragt.

iPhoneBlog.de_Immer_noch_Klinke

Die Produktvision fürs iPhone ist entscheidend. Wie platziert sich das Telefon neben den anderen Apple-Geräten in den kommenden Jahren?

Die Details fehlen uns allen noch, aber der Blick auf vier Plattformen, die Apple derzeit unterhält, lassen bereits Ideen erkennen. Schon jetzt sind zwei ihrer vier Plattformen, watchOS und tvOS, klinkensteckerlos. iOS und macOS sind es noch nicht, aber wir scheinen uns dem Punkt zu nähern, an dem genau das ein Problem wird.

Wie viele Millionen Apple-Watch-Käufer haben beispielsweise noch nie einen drahtlosen Kopfhörer mit ihrer Uhr verbunden (um das iPhone beim Joggen Zuhause zu lassen), weil sie schlicht keine Bluetooth-Kopfhörer besitzen?

Wann ist genau das keine simple Unbequemlichkeit mehr, sondern verhindert aktiv die Entwicklung? Apples ist keine Firma, die sich gerne in der Position wiederfindet, in der sie abhängig von einem Zubehör ist. Apple ist keine Firma, der es egal ist bestimmte Geräte und Features nicht bauen zu können, weil ihre Kunden nur Kabelkopfhörer besitzen.

Das iPhone stand lange Zeit alleine in Apples Produktmittelpunkt. Das iPad und die Watch ergänzen jedoch zunehmend Funktionen oder machen bestehende Funktionen besser. Über den Klinkenanschluss zu sprechen und nur das iPhone im Blick zu haben, ist zu kurz gedacht. Der Wechsel von kabelgebunden zu kabellos besitzt nicht nur das Potenzial eine Brücke zwischen mehreren Geräten zu schlagen, sondern auch zusätzliche Sensoren und eventuelle ganze Mikrocomputer im Ohrstecker unterzubringen.

Schauen wir auf die deutsche Firma Bragi und ihre ‚The Dash‘. Es ist beeindruckend viel Technik, die sie mit überschaubaren 3.5 Millionen US-Dollar an Gesamtkapital fürs Ohr anbieten. Was ist wohl mit einer Kriegskasse wie der von Apple möglich?


  1. „Zufriedene Kunden“ kaufen auch das nächste iPhone. ↩

Hyper – täglich 10 handverlesene Webvideos

Nicht jeder hat die Zeit (und Nerven) für eine stundenlange Reddit‑(Entertainment‑)Recherche, und trotzdem die Zeit um ein paar Minuten mit Webvideos zu vertrödeln.

Hyper (universal; kostenlos) spürt täglich zehn handverlesene Web-Videos auf. Ich habe mir das jetzt drei Tage angeschaut (auf dem iPhone sowie Apple TV), und kann sowohl die Auswahl als auch die Aufmachung als Empfehlung an einem regnerischen Sonntagmorgen weitergeben.

Apple bezieht Stellung zu Spotifys PR-Spielchen

iPhoneBlog.de_Spotify_zeigt_Nerven

Spotify says Apple is using its App Store approval process as “a weapon.” Apple says that claim is a load of BS.

In a letter sent to Spotify general counsel Horacio Gutierrez on Friday, Apple general counsel Bruce Sewell rebutted the streaming music service’s June 26 allegations that Apple is “causing grave harm to Spotify and its customers” by rejecting a recent update to Spotify’s iOS app. “We find it troubling that you are asking for exemptions to the rules we apply to all developers and are publicly resorting to rumors and half-truths about our service,” Sewell wrote.

Apple Slams Spotify For Asking For “Preferential Treatment”

Es ist immer peinlich bei einer Lüge ertappt zu werden. Wenn du jedoch einzig und allein darauf setzt, dass dein Schwindel nicht auffliegt weil der Beschwindelte sich selten öffentlich zu solchen internen Diskussionen äußert, liegen deine Nerven wohl eher blank.

#010 – Scanbot

Die komplett papierlose Buchhaltung bleibt auch im Jahr 2016 noch immer ein Traum. Mit einer mehrsprachigen Texterkennung, der intelligenten Dateibenennung und einem automatischen Upload-Feature nähere ich mich mit Scanbot (universal; kostenlos) jedoch diesem lang gehegten Wunsch. Du bist bereits Abonnent? [memberful_sign_in_link]Login[/memberful_sign_in_link] Du bist noch kein Abonnent, aber dein Interesse wurde geweckt? Mehr Infos zu iPhoneBlog und die Möglichkeit dabei zu sein.

Kein Dauer-Sale: Erster (großer) Kollektionswechsel der Apple-Watch-Armbänder steht an.

Apples Geschäft mit seiner Uhr zählt nach vierzehn Monaten bereits ein paar US-Milliarden. Einen signifikanten Anteil daran haben die Armbänder.

Seit Beginn bezeichnet Apple diese Uhrarmbänder als Teil einer „Kollektion“ und nutzt Worte wie „saisonal“. Wie in der Modebranche üblich folgen die Armbänder damit Trends und jahreszeitlichen Wechseln. So ist es nicht verwunderlich, dass einige Modelle dabei aus dem Katalog fliegen – so wie jetzt erstmals in großem Umfang zu beobachten.

iPhoneBlog.de_Apple_Watch_Armbaender

Over the past few weeks, some Apple Watch wearers have noticed that a growing portion of Apple’s band inventory has been marked as “sold out,” with many styles, sizes, and colors, now included in that group.

Many Apple Watch Bands and Bundles Currently Listed as ‘Sold Out’

Die (teilweise nur temporären) Auswechslungen haben nichts mit vermuteten Produktionsengpässen oder der bevorstehenden zweiten Uhren-Generation zu tun (und der Armband-Anschluss ändert sich auf absehbare Zeit natürlich auch nicht).

Während die Farbvariationen von Aluminium und Edelstahl ihre ganz natürlichen Grenzen haben, scheint Apple in puncto Armbänder auf neue und häufiger wechselnde Kollektionen zu setzen. Selbst streng limitierte Mini-Serien, so wie die Regenbogen-Bänder zur Pride Parade, könnten zukünftig nicht nur die Ausnahme sein, sondern ein bedeutender Teil der Verkaufsstrategie.

Neue Abopreise bei Evernote

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We don’t take any change to our pricing model lightly, and we never take you for granted. Our goal is to continue improving Evernote for the long-term, investing in our core products to make them more powerful and intuitive while also delivering often-requested new features. But that requires a significant investment of energy, time, and money. We’re asking those people who get the most value from Evernote to help us make that investment and, in return, to reap the benefits that result.

Evernote isn’t a vast corporation, and note-taking isn’t a sideline for us. It’s what we do, and we strive to do it better than anyone else. We hope you’ll continue to capture your thoughts and develop your ideas with us.

„Changes to Evernote’s Pricing Plans“

Evernote war ein Vorzeigekind fürs Freemium-Modell – „cash-flow positiv“ trotz einer breiten Basis von nicht-zahlenden Kunden. Die jetzige Preiserhöhung um zirka 40% hat zwei Probleme: Sie zieht kostenlosen Nutzern Features ab und bringt den Plus- und Premium-Abonnenten keine neuen Funktionen. Das ist kein gutes Zeichen.

Ich habe Evernote vor zirka zwei Jahren aufgegeben. Meine Web-Clippings verwaltet seitdem Pinboard.in, Notizen vertraue ich Apple Notes an und meine (PDF-)Dateiablage findet in Dropbox statt.

Evernote ist per se kein schlechter Dienst. Das Momentum, das der Service ohne viele Mitbewerber und mit seinen (damals) guten iPhone- und iPad-Apps in den Jahren 2011 bis 2013 jedoch hatte, wurde nie ausgebaut. Evernote hat sich nie unverzichtbar gemacht.

#KeineKlinke

Seit November diskutieren wir neue iPhones ohne Kopfhörer-Klinke. Das WSJ rollt den Gang der Dinge, der nicht aufzuhalten ist, zuletzt erneut auf.

Nilay Patel schreibt dazu:

Raise your hand if the thing you wanted most from your next phone was either fewer ports or more dongles.

I didn’t think so. You wanted better battery life, didn’t you? Everyone just wants better battery life.

„Taking the headphone jack off phones is user-hostile and stupid“

John Gruber antwortet ihm:

This is how it goes. If it weren’t for Apple we’d probably still be using computers with VGA and serial ports. The essence of Apple is that they make design decisions “no one asked for”.

„Headphone Jacks Are the New Floppy Drives“

Steve Streza kontert:

People will not buy into Lightning headphones, they will put up with it. This transition will be painful and difficult because of just how thoroughly entrenched the current solution is, how little the new solution offers, and how many complications it adds for customers. Nilay is correct, it is user-hostile, and it is stupid.

„John Gruber Misses the Point Completely About Lightning Headphones“

Die gesamte Diskussion ist dominiert von der Frage ums richtige Kabel. Klinke, Lightning oder doch USB-C? Schon heute steht aber fest: Die Zukunft ist kabellos.

Die Adaption von WiFi hat diesen Trend bereits vorgelebt. Das allererste MacBook Air (2008) sorgte ohne Netzwerkanschluss – aber mit separatem Ethernet-Dongle – für viele verdutzte Gesichter. Drei Jahre später, mit Bluetooth 4.0 und WiFi 802.11n in allen MacBooks, war der Drops für die ‚Internet-Buchse‘ gelutscht.

Es mag heute noch Situationen geben, die einen solchen Adapter erfordern – Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Die Netzwerk-Normalität leben wir seitdem jedoch drahtlos.

Wir unterschätzten viel zu häufig wie aufgeschlossen Kunden und Kundinnen neuen Ideen gegenüberstehen, in denen sie persönliche Vorteile sehen, die aus technischer Perspektive aber keine sind (proprietäre Anschlüsse, mindere Klangqualität, etc.).

iPhoneBlog.de_Klinke

Wir sprechen nicht über Macs, über drahtlose Lautsprecher im Wohnzimmer oder über Bluetooth in jedem Auto. Nur auf Telefone bezogen, darum gehts hier, ist der Umstand sich morgens – für den Weg zur Arbeit – jedes Mal zu verkabeln, eine zunehmend abwegige Idee.

Unabhängig davon, dass die Mehrheit der Smartphone‘ler ohnehin die beigelegten Kopfhörer verwendet, würde ich mich stark wundern, wenn diese Leute das Kopfhörerkabel gegenüber einer kabellosen Variante bevorzugen würden.

„Niemand fragt danach“, weil BT-Kopfhörer bislang nicht in den Tritt kamen – insbesondere preislich. Warum sollte dieses Technik auch rasant besser und günstiger werden wenn dann doch der 10 Euro No-Name-In-Ears an der Supermarkt-Kasse mitgenommen werden?

Ein iPhone ohne Klinkenanschluss bringt nicht zwangsläufig Leben in diesen Markt. Wie betont: Ich glaube, viele iPhone-Käufer_innen nehmen erst einmal das, was beiliegt. Spätestens wenn wir aber an einem Punkt angelangt sind, bei dem sich der Fernseher im eigenen Zuhause, das iPhone unterwegs, der Mac am Arbeitsplatz oder das iPad in der Vorlesung automatisch und unkompliziert mit einem einzigen kabellosen Kopfhörer verbinden, vestummen die letzten Unkenrufe für den Klinkenanschluss in einem Telefon.

Wie es der Zufall will, stellt Apple für alle diese (Lebens-)Situationen Geräte her (Apple TV, iPad, iPhone, Macs), und besitzt außerdem seit zwei Jahren eine Firma, die Kopfhörer baut.