Den ‚Seht her: Android ist kein offenes System‚-Schreihälsen darf man mittlerweile nur noch erwidern: „Willkommen im Jahr 2008.”
Wenig hat sich über die letzten fünf Jahre geändert. Nachdem Andy Rubins das iPhone sah und sein Google-Projekt um 180 Grad in den Wind drehte1, schälte sich primär nur noch deutlicher heraus, dass die 'Android is Open'-Positionierung gegen iOS völliger Quatsch war (und weiterhin ist).
Neue Beispiele liefert das OEM-Lizenzwerk mit HTC und Samsung, das im noch laufenden Google-gegen-Oracle-Prozess jetzt zu Tage trat. Die vertraulichenDokumente zwischen dem Anbieter der Suchmaschine und den Hardware-Buden hält fest: Kein Lizenznehmer darf gleichzeitig auch ein tatsächlich freies Android verkaufen. Ohne Vertrag gibt es (natürlich) keinen Zugriff auf die tief verzahnten Apps wie den Play Store, die Karten, YouTube oder Gmail. Nach der Devise 'Alles-oder-Nichts' verpflichtet man sich gleichzeitig auch zu Chartstürmer-Apps wie Google+ und lässt sich vorschreiben wo auf dem Screen diese Software, die Google ohne Einspruch jederzeit modifizieren darf, zu platzieren ist.
Amazingly, Google requires that OEMs submit monthly reports containing sales figures for Android devices and even lists the e-mail address these reports should be sent to. Google knows exactly how many Android devices are out there, and the agreement specifies that the report must have breakdowns "by Google Application, Territory and Device model within each Territory"—a goldmine of sales data. The 2011 agreement also states that the "Company and Google shall each retain any and all revenue generated from provision of their respective products or services," which is a nice way of saying "you won't get a cent of our advertising revenue."
Es steht außer Frage, das Android extreme Verdienste als Basis-OS für verschiedenste Elektronik leistet, die vorher abgekoppelt von der Außenwelt agierte. Die auferlegten Restriktionen beim Smartphone-Betriebssystem führten jedoch auch zu einer Heerschar von ganz vielen – gar nicht so intelligenten – Feature-Phones. Außerhalb von China gelang eigentlich nur Amazon der (Tablet-)Fork. Wie erfolgreich dieser ist, bleibt offiziell undokumentiert. Zumindest fand Jeff Bezos einen Hardware-Hersteller für seinen Kindle Fire, der auch zukünftig kein 'Google-Android' bauen will (weil dies vertraglich untersagt wäre).
Die Propaganda 'Android is Open' kommt daher mit so vielen Fußnoten, die auch eine Verflechtung zwischen dem börsennotierten Unternehmen Google und seinem Open-Source-OS direkt einschließt, dass wir die populäre Phrase als das was sie ist, ein irreführendes Werbeversprechen, ein für alle Mal abschießen sollten.
Super R-Type, der SNES-Remix der Spielhallen-Version von R-Type II, hat mich in meinen Jugendjahren frustriert. Dem Irem-Klassiker fehlten die Speicherstellen inmitten der Level. Der Schwierigkeitslevel war ohnehin schon auf Anschlag gedreht.
R-Type II (1.79€; universal; App-Store-Link), die Klassiker-Adaption von DotEmu für iOS, die seit heute Morgen im App Store steht, besitzt zwar die temporären Speicherstellen, bleibt aber knüppelschwer. Vielleicht bin ich auch nur stark gealtert und habe jegliche Reflexe verloren, aber schon das erste von den sechs Leveln war eine Tortur (in zwei Stunden war ich Dank einer unendlichen Anzahl von Versuchen beim Endboss der zweiten Welt.
Die Steuerung eures Raumkreuzers, per Touch, einem virtuellen Joystick oder dem Gamepad (iOS 7 / iCade), fällt unterschiedlich aus. Die freie Touch-Kontrolle bewegt euren Gleiter wesentlich schneller über den Bildschirm als mit den anderen Richtungsgebern. DotEmu erhofft das Spiel dadurch im Vergleich fairer zu gestalten. Zu Spielen ist der Titel aber eigentlich nur mit dem kreuzförmigen D-Pad eines dedizierten iOS-Gamepads. Die Präzision der anderen Eingabegeräte ist ungenügend.
Ansonsten ist die Umsetzung für die iOS-Neuzeit gelungen. Das iOS-Lightning-Gamepad navigiert sogar durch die Menüs; Sound und Grafik sind neu aufpoliert, aber nicht ohne Pixel-Retro-Charme. Vereinzelte Ruckler muss man in Kauf nehmen.
Frustresistenz ist Pflicht. Massenkompatibel ist R-Type II deshalb nicht. Wer es positiv sieht darf behaupten: Hier kann sich die Generation ‚Flappy Bird‘ neu frustrieren.
Ich lebe in einem (sprachlich) entfernten Land, indem ich das gesprochene Wort nur unzureichend beherrsche. Deshalb kann ich sagen: iTranslate Voice 2 (0.99€; universal; App-Store-Link) funktioniert. Sogar in Finnisch. Ich attestiere der App, dass mindestens rudimentäre Kernaussage beim Gesprächspartner ankommen.
Mit Englisch, Deutsch, Spanisch oder Französisch dürfen die eingesprochenen Live-Übersetzungen ab heute sehr viel mehr Leute ausprobieren. Ich konnte die Anwendung von Sonico Mobile, bekannt durch Languages oder iTranslate (kostenlos; universal; App-Store-Link), bereits ein paar Tage ausprobieren und für allgemeine Erheiterung im hiesigen Umfeld sorgen.
Schon die erste Version schlug sich im App Store exzellent. Die neue Anwendung erscheint als Universal-Paket, passt optisch besser ins aktuelle iOS-Design und bringt Offline-Stimmen mit, die für eine schnellere Übersetzung zwischen den 42 Sprachen sorgen. Eine Online-Verbindung ist für jede Übersetzung allerdings zwingend notwendig.
iOS 7 sorgt auch für eine höhere Zuverlässigkeit bei der drahtlosen Übertragung von Übersetzungen zwischen zwei Geräten. AirTranslate, so der Feature-Name, bleibt aber weitgehend eine Spielerei, da man den iPhone-Bildschirm auch einfach seinem Gegenüber zuwenden kann.
Die App erkennt, wann eine eingesprochene Phrase endet. Das spart Tastendrücke. Insgesamt lehnt sich das Interface immer noch sehr an Siri an. Sollte ein angesagtes Wort partout nicht erkannt werden, lässt sich manuell über die iOS-Tastatur nachhelfen. Einmal gedolmetschte Sätze lassen sich kopieren, automatisch in andere Apps schicken oder in der Sprechblasen-Ansicht beliebig oft vorsagen.
iTranslate Voice 2 profitiert von der fortschreitenden Nuance-Spracherkennung und reißt damit ein paar mehr Verständnisbarrieren ein.
Ich bin auf den Parrot Zik – erhältlich ab 260Euro (Affiliate-Link) – durch sein Design aufmerksam geworden. Die französische Firma, bekannt durch seine iOS-Drohne, setzt mit diesem Bluetooth On-Ear-Kopfhörer ein optisches Statement. Das kann man lieben oder hassen, keinesfalls aber langweilig finden.
Die ovalen Kopfmuscheln wirken einer Bang & Olufsen-Produktion entsprungen – so seriös, so erwachsen. Die zwei Metallbügel jedoch, die sich einseitig um die Ohrwärmer schwingen und diese fast schweben lassen, stehen dazu in einem sehr modernen Kontrast. Die Aufhängung entspricht so ganz dem Image, das Parrot mit seinen Quadrocoptern genießt.
Wer nur schaut und nicht anfasst, wundert sich über die gigantischen Löffel am schmächtigen Bügel. Einmal aufgesetzt, weicht die Verwunderung: Die Ohrhörer sind erwartungsgemäß schwer (330g), verblüffen allerdings mit einer phantastischen Balance.
Beide Schaumstoffpolster umklammern die Ohren so kräftig, dass kein Sound entweicht, ohne dabei aber einzuengen. Ich kann die Zik für viele Musik- und Podcast-Stunden kontinuierlich auf den Ohren tragen.
Technik
Software ist die bessere Hälfte von Hardware. Parrot demonstriert dieses Credo in allen seien Produkten und liefert auch für die Zik, die sich über Bluetooth ans iPhone oder iPad klemmen, eine 'Audio Suite' (kostenlos; universal; App-Store-Link), die den Kopfhörer tuned. Die Einstellungen umfassen Equalizer-Optionen, aktive Geräuschunterdrückung und einen 'Konzerthallen'-Mode, der Stereo-Sound aus unterschiedlichen Entfernungen simuliert. Alle Optionen sind nachvollziehbar aufbereitet. Selbst Audio-Amateure (wie ich) können damit die unterschiedliche Tongestaltung live feinjustieren.
Über die App spielt man auch Software-Updates ein, legt eine Standby-Periode fest oder schaut auf die Batterielaufzeit. Exakt diese Features braucht im Jahr 2014 jeder Kopfhörer, der mit einer sich rasant weiterentwickelnden Smartphone-Welt Schritt halten möchte.
Mehr Technik steckt im Kopfhörer selbst, der mit einer geschulten Design-Devise – nur konsequent – auf hässliche Buttons verzichtet. Eine PLAY-Taste oder ein Rädchen für die Lautstärke sucht das Auge vergeblich. Der Zik besitzt in der rechten Hartschale ein kapazitives Touch-Bedienfeld, das auf euren Fingerzeig reagiert. Streicht man aufwärts, nimmt die Lautstärke der Musik zu. Ein waagerechter Fingerstrich von hinten nach vorne überspringt den aktuellen Song. In Castro, meinem derzeitigen Podcast-Client, hüpft die Wiedergabe 30 Sekunden nach vorne. Ein einzelner Fingertipp nimmt eingehende Anruf entgegen. Nur Siri lässt sich nicht ohne Griff zum iPhone aufrufen.
Letzte (gelungene) Spielerei: Der Kopfhörerbügel merkt, wenn ihr ihn absetzt und pausiert dann automatisch die Musikwiedergabe. Spürt das Kunstleder am Bügel sowie an der Ohrhörern anschließend wieder Haut (ja, ihr könnt den Zik lässig um den Hals tragen ohne die Wiedergabe anzustoßen), gehts danach genauso unaufgefordert wieder weiter.
Klang
Ein Klinkenkabel liegt bei, einen Unterschied in der Soundqualität gegenüber der kabellosen Übertragung konnte ich nicht feststellen. Da man ohne Bluetooth-Verbindung auch die bequeme Konfiguration, die Klangprofile und die Option zum Ein- und Ausschalten von 'Noise-cancellation' verliert, ist das definitiv keine Option. Der Zik drängt förmlich darauf ohne Kabel benutzt zu werden1.
Einzig und allein eine geringere Verzögerung, beispielsweise für Filme oder Spiele, leistet der Line-In (180ms gegenüber 60ms). Aber auch über BT lief jedes Video(-spiel) auf meinem iPad und iPhone nahezu (lippen-)synchron.
Ich maße mir weiterhin kein fachkundiges Urteil über Höhen, Tiefen und Bässe an – dazu fehlt mir schon der Mitbewerbervergleich. Der digitale Signalprozessor entzieht dem iPhone jedoch Klänge, die in meiner unprofessionellen Wahrnehmung sehr weit vorne mitspielen – insbesondere für drahtlos übertragenen Sound.
An der Qualität der Geräuschunterdrückung zweifle ich keine Sekunde. Der Unterschied ist deutlich hörbar. Nicht nur Stimmengewirr in einer vollen Einkaufsstraße (Findet die mal in Finnland!), aber auch Babygeschrei, das hier im Haus derzeit sehr populär ist, ließ sich deutlich dämpfen, ohne entscheidende Einbußen beim Klang.
Hinzu gesellt sich eine deutlich komfortable Reichweite, die mir auf unseren 70 Quadratmetern Wohnfläche, im Zusammenspiel mit einem 5s, noch keinen Aussetzer bescherte.
Unbequem ist dagegen, dass der Zik sich jeweils nur an ein einziges Gerät koppelt. Wer häufig seine Kopfhörer mit verschiedenen iPads oder Macs verbindet, wird diese Idee mit dem Zik schnell wieder verwerfen.
Praxis
Ein paar einzelne Praxishinweise sind mir in den letzten vier Wochen, in denen ich die Zik jetzt ausschließlich verwendet habe, aufgefallen.
Der Bluetooth-Kopfhörer bootet beeindruckend schnell. Selbst aus dem Kaltstart ist es nicht möglich schneller sein iPhone zu entsperren und eine Musikwiedergabe zu starten. Der Kopfhörer ist sofort einsatzbereit.
Mit oder ohne Brille: die Klanggeber drücken mir an keiner Stelle. Zu ergänzen bleibt jedoch, dass der perfekte Sitz nur dann gewährleistet ist, wenn das Stereo-Pärchen auch auf beiden Ohren sitzen. Wer sich gerne eine der beiden Seiten hinters Ohr klemmt, beispielsweise um aufs Baby zu horchen, nimmt einen wackeligen Sitz in Kauf.
Der wechselbare (!) Akku, der sich hinter der magnetischen Abdeckung im linken Löffel versteckt, hält (je nach Einstellung und Gebrauch) locker über fünf Spielstunden. Aufgeladen wird über Micro-USB; es nervt das kein Warnton bei niedrigem Akkustand ertönt. Einen Blick auf die iPhone-App, die den Batteriestand anzeigt, hat man nicht immer.
Verdict
Das Design macht den Unterschied. Man kann diese Kopfhörer nicht falsch aufsetzen. Man kann nicht Links und Rechts vertauschen, da die Schallwandler nur zwei Ausrichtungen besitzen.
Zum Design gehört auch die Software. Sie spart nicht nur unästhetische Knöpfe an der Hardware (die nur unauffällig auf der Bügel-Oberseite ein Logo besitzen), sondern vereinfacht auch komplexe Einstellungen wie den Equalizer, der in der Praxis einen gigantischen Unterschied macht.
Die Geräuschunterdrückung, ermöglicht durch vier integrierte Mikrofone, ist ein echter Gewinn. Von dem Konzert-Mode, der verschiedene Audio-Positionen imitiert, bin ich nur mäßig angetan. Der Unterschied ist ohne Frage zu hören, katapultiert das Musikerlebnis jedoch nicht in andere Klangwelten.
Der Zik passt ins Apple-Zubehör-Spektrum, da er nicht nur langweiliger Kopfhörer, sondern auch ein bisschen Körperschmuck ist. Er traut sich stylish zu sein und damit nicht jedem gefallen zu müssen. Durch seine Größe bringt er Distanz zwischen euch und die Außenwelt. Ich mag das sehr. Ich mag den Parrot Zik sehr.
Es ist jedoch möglich, den Zik an einem Mac über Klinkenkabel zu betreiben und per Bluetooth seine Einstellungen vom iPhone aus vorzunehmen. ↩
Ken Burns remixed, wenn man so will, seine 40-jährige Geschichte als US-Dokumentarfilmer. Eine halbe Videostunde ist gratis; alle Playlisten als Videostream kosten 10 US-Dollar (kostenlos; App-Store-Link). Das Format passt in dieser ansprechend präsentierten Form perfekt aufs iPad.
Google Admin (kostenlos; universal; App-Store-Link), für die (sehr rudimentäre) Verwaltung von ‚Google Apps‘-Accounts, führt zu einem neuen Zwischenstand im Software-Wettrüsten: Google = 22 Apps; Apple = 18 Apps. Microsoft zählt übrigens 30 einzelne iOS-Anwendungen im deutschen App Store (Link), von der bis auf Photosynth oder SkyDrive (zukünftig ‚OneDrive‚) jedoch keine Software die Qualität seiner Mitbewerber erreicht.
Offiziell ist Google Apps kein kostenloser Dienst mehr. Vor über einem Jahr legte Mountain View dafür den Schalter um, erlaubt bestehenden Kunden-Konten, insofern diese nicht an ihren Domains drehen, allerdings weiterhin die werbefinanzierte Nutzung.
Als erstes Land außerhalb von Nordamerika startet iTunes Radio in Australien. Ein Vorläufer für den zeitnahen Release in mehr Ländern? Gut möglich.
iTunes Radio ist werbefinanziert, lässt die Reklame für jährlich 25Euro jedoch fallen. (Für mich) eine Pflichtausgabe für alle, die nicht schon auf Spotify oder Rdio setzen.
100 Tage überlebte der LinkedIn-Dienst Intro, die 'Man-in-the-Middle'-Attacke auf eure iPhone-E-Mails. Produkt-Fokus gibt das Netzwerk für Geschäftskontakte als Begründung an.
Schon die geringe Laufzeit verrät, dass das natürlich Quatsch ist. Andererseits fühlen sich drei Monate jedoch auch sehr lange an wenn man vermutet das Apple seinem Partner für die laxe Verwendung der iOS-Profile hier auf die Finger schlug (was ich erwartet hätte).
Vielleicht muss man nicht nach den Hintergründen fragen und die frohe Kunde einfach so hinnehmen. Trotzdem fällt mir das schwer. Eine klare Regelung für Entwickler sowie eine transparente Erklärung für Nutzer im Umgang mit den Profilen täte Not.
iOS änderte fundamental den Umgang mit Software. Es operierte die Komplexität und Angst aus dem Installations- und Deinstallations-Prozess wie kein anderes Betriebssystem zuvor. Das 'Installieren'-Pop-up aus Netz dagegen, das sich über einen Link unterschieben lässt (auch wenn es dann noch den Passcode verlangt), läuft dieser positiven Entwicklung entgegen.