Auf Messers Schneide: Shadow Blade

DirektBlade

Shadow Blade (1.79 €; universal; App-Store-Link) hat nichts mit Game-Controllern am Hut. Das Jump’n’Wisch aus dem Dead Mage Game Studio ist ein Vorzeigebeispiel für gelungene Touch-Steuerung (obwohl auch die MFi-Gamepads funktionieren).

Anfangs springt und schwingt man die Ninja-Klinge noch warm; spätestens in der zweiten von drei Welten (mit jeweils einem Dutzend unterschiedlicher Level) findet der Speed-Running-Plattformer seine Performance. Damit erinnert er ein bisschen an Super Meat Boy, an den Mega-Drive-Klassiker Aladdin und Canabalt.

Die Finger-Kombinationen aus Schwertangriff und Luftakrobatik revolutionieren wirklich nichts, machen jedoch sehr glücklich – insbesondere wenn euch eine fehlerfreie Hüpf- und Kill-Serie gelingt. So ist die Zusammenstellung der kurzen aber knackigen Parcours-Läufe in höchstem Maße befriedigend.

Apple übernimmt In-App-Rechnungen von unbeaufsichtigten Kindern

IPhoneBlog de In App Kaeufe

Apple übernimmt eine 32-Millionen-Rechnung, die Eltern mit der Verletzung ihrer Aufsichts- und Erziehungspflicht gegenüber dem eigenen Kind auftürmten.

Die Sammelklage regelte man bereits letztes Jahr außergerichtlich. Apple kontaktierte 28 Millionen Kunden per E-Mail und in ausgewählten Fällen sogar über Postkarten. Insgesamt liefen 37.000 Rückmeldungen auf.

Die Rückerstattung hatten bereits begonnen, als die US-Handelsaufsicht einschritt und ein identisches Verfahren einleitete.

It doesn’t feel right for the FTC to sue over a case that had already been settled. To us, it smacked of double jeopardy. However, the consent decree the FTC proposed does not require us to do anything we weren’t already going to do, so we decided to accept it rather than take on a long and distracting legal fight.

Tim Cook

Wenn's um Kinder geht, fällt eine Verteidigung generell schwer. Medial verliert man hier immer. Sich auf eine Auseinandersetzung über den bereits ausgehandelten Fall mit der FTC einzulassen, wäre Quatsch.

Der süße Beigeschmack am ausgebliebenen Widerstand: Der Strafbetrag in Millionenhöhe könnte teilweise an die FTC fließen.

It's not clear from any of the documents how this figure was arrived at, nor whether the refunds Apple has already paid will be subtracted from it. By the terms of the consent agreement, Apple must pay out "a minimum" of $32.5 million — or roughly $880 for each of Apple's complainants.

Any money that's not spent — which could, in theory, be millions of dollars — goes to … wait for it … the commission.

Philip Elmer-DeWitt | Fortune Tech

Neben der finanziellen Entschädigung verpflichtet sich Apple zu (abermals) erweiterten Einverständniserklärungen von seinen Kunden.

The settlement requires Apple to modify its billing practices to ensure that Apple obtains consumers’ express, informed consent prior to billing them for in-app charges, and that if the company gets consumers’ consent for future charges, consumers must have the option to withdraw their consent at any time. Apple must make these changes no later than March 31, 2014.

FTC.gov

Nur konsequent wäre es nun auch die App-Publisher, als direkt Betroffene, in ihre Verantwortung zu ziehen. Rückfragen zu In-App-Höchstpreisen oder verständliche Erklärungen über die anfallenden Kosten dürften im Review-Prozess ruhig fallen.

Generell gilt: In-App-Käufe sind nicht das Problem, sondern deren Ausgestaltung.

Aus dem Studio Neat: der neue Glif

IPhoneBlog de Glif 2014 a

Zwei Dinge überraschen am neuen Glif von Studio Neat: die wuchtige (und auch doppelt so schwere) Konstruktion sowie die Anpassung an unterschiedlichste Phones durch einen separaten Inbusschlüssel.

Zwei Kompromisse, wenn man diese als solche betrachtet, die einen um Welten verbesserten Stand (ab-)geben und insbesondere auf einem Stativ das iPhone wesentlich stabiler einklemmen. Es ist aber nicht nur die Bauart, die gegenüber dem ehemaligen Kickstarter-Erfolg verbessert wurde (hier im Video), sondern die Idee im Gesamten.

'The Glif' beschränkt sich damit nicht mehr ausschließlich auf (aktuelle und zukünftige) Apple-Telefone, sondern hält auch große Lumias oder Smartphones in verschiedensten Schutzhüllen in Position (solange diese eine Breite von 58.4 – 86.4mm sowie Gehäusedicke von 3.1 – 12.7mm einhalten).

IPhoneBlog de Glif 2014 b

Eine Bestellung an deutsche Adressen erfolgt derzeit ausschließlich über StudioNeat.com (Versand aus UK). Inklusive Porto zahlt man dem Indie-Start-up für dieses clevere (Stativ-/Stand-)Halterung umgerechnet zirka 30 Euro.

Google baut (auf) Hardware. Heute: Nest

Google kauft Nest Labs, ein Start-up von ehemaligen Apple-Ingenieuren, das erfolgreich Hardware entwarf, produzierte und seit 2011 verkauft. Das Thermostat und der Rauchmelder sind so sexy, dass selbst Apple sie in seine US-Verkaufsregale stellt.

IPhoneBlog de Nest Google a

Das Abgreifen der Daten, die mit den Sensoren im Haushalt anfallen, war jedoch selten so nebensächlich. Waze oder Bump stechen hier aus einer langen Liste aller Übernahmen der jüngeren Vergangenheit viel eher hervor. Google will nicht "in Ihr Schlafzimmer", Google ist mit Android und den vergleichbaren iOS-Apps schon lange dort. Es ist sicherlich nur Zufall, dass der letzte Firmeneinkauf, bevor man 3.2 Milliarden für Nest und Tony Fadell auf den Tisch legte, eine Wecker-App war.

Wie viele Wiederholungen braucht es, bis die Kritik an der 'Datenkrake' niemanden mehr interessiert? Google hat so viele Datensätze über Nutzer, ihre Bewegungen und Aktivitäten, dass es derzeit ganz bequem die neuen Informationen über Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Datenbank von Nest belässt (und sich diese erst bei weniger Medieninteresse zieht).

Und überhaupt: Welche Hardware erzeugt im Jahr 2014 keine Nutzerdaten? Bei Google lässt sich kinderleicht alles auf Datensammelei und Privatsphären-Verletzung reduzieren. Google verdiente immerhin sein aktuelles Barvermögen von 56 Milliarden US-Dollar mit Werbung, einem Geschäft, das ausschließlich über Kundendaten funktioniert.

Nein, die News dieser Investition ist Googles mittlerweile breiter Trampelpfad ins Hardware-Geschäft, abseits von Big-Data, das nun ein neues und äußerst talentiertes Start-up mit realisiert.

Google’s Nest acquisition has very little to do with selling thermostats and smoke detectors in particular. Instead, it’s about Google having the ability to do consumer hardware right, in general.

John Gruber | Daring Fireball

IPhoneBlog de Nest Google

Apple bot hier nicht. Das ist keine Überraschung, weil Cupertino gerne Kompetenz gezielt in eigene Produkte integriert, anstelle konglomeratartig unterschiedlichste Geschäftszweige auszuprobieren.

Die Übernahme zeigt, wie clever Larry Page die Schwächen seiner Firma für Hardware im hochpreisigen (aber nicht werbefinanzierten) Markt angeht. Ähnlich offensiv dürfte auch Apple ihrem persönlichen Kryptonit, den Online-Services, mit frischem Blut mehr Aufmerksamkeit schenken.

myTaxi versteigert Taxi-Touren

myTaxi (kostenlos; universal; App-Store-Link) wechselt vom 79-Cent-Pauschalpreis für die Vermittlung von Fahrgästen auf ein flexibles Auktionsmodell. Ab dem 01. Februar bestimmen teilnehmende Taxifahrer welchen prozentualen Anteil sie von ihrem Fahrpreis ans App-Startup aus Hamburg zahlen – zwischen 3- und 30-Prozent sind möglich. Die Höhe der Abgabe beeinflusst die Zuteilung neuer Fahrgäste.

mytaxi has developed an algorithm to use the auction model to determine how to distribute jobs by taking the size of the revenue share a driver is willing to give into consideration — along with other factors crucial to ensuring a quality taxi service: namely the distance a taxi is away from the customer wanting a cab, and the quality rating the taxi has.

Natasha Lomas | TechCrunch

Welche Gewichtung die "anderen Faktoren" bekommen, kann man sich vorstellen. Aufgrund der Preisbindung für Taxikosten in Deutschland wird die Fahrt für Kunden nicht teurer, ist im Zweifelsfall aber mit längeren Wartezeiten und einer niedrigeren Qualität verbunden.

Die begleitende Diskussion im Taxiforum.de führte zu einer Aufstellung der neuen Kostenverteilung für die Kutscher (grün = günstiger als 79-Cent; rot = teurer).

IPhoneBlog de Fairmittelt

Taxiforum.de

Wählt der Taxifahrer die geringste 3-Prozent-Beteiligung, wird's ab einem Fahrpreis von 27 Euro für ihn teurer als 79 Cent. Ab einer (realistischeren) Vermittlungsgebühr in Höhe von 10-Prozent, die auch myTaxi-Mitbegründer Sven Külper gegenüber TechCrunch prognostiziert, übersteigt bereits eine 8-Euro-Fahrt den vorherigen Festpreis. Von einem "großen Risiko" für den App-Betreiber kann keine Rede sein.

Anfang Januar schickte myTaxi seinen 18.000 beteiligten Fahrer in Deutschland die neuen Verträge.

TV-Ad fürs iPad Air: Your Verse Anthem

DirektVerseAnthem

Düster, heftig überspannt und trotzdem bis ans Limit voller Kraft: Mit einem Voiceover aus ‚Dead Poets Society‘ (‚Der Club der toten Dichter‚) bewirbt Apple sein iPad Air.

-> What will your verse be?

Hintergrund-Sync für den Withings Pulse

IPhoneBlog de Firmware Pulse

Die manuelle Synchronisation dauerte beim Withings Pulse, hier im Dezember-Video, ein kleine Ewigkeit. Der französische Hersteller bügelt diesen Mangel am Fitness-Tracker nun über ein Firmware-Update aus, das den kompletten Abgleich in den Hintergrund verschiebt. Sehr löblich.

(Danke, Sebastian!)

Big in Japan: der iPhone-Verkaufsstart bei NTT DoCoMo

IPhoneBlog de Docomo Homepage

If you’re a carrier, there’s nothing quite like that first quarter after you land the iPhone for the first time. Ask Verizon, Sprint and T-Mobile, which all saw big activation gains after debuting the smartphone. Now it’s NTT Docomo’s turn.

Kevin Fitchard | Gigaom

Japans größter Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo verzeichnet seit 2011 erstmals mehr Neukunden als seine kleineren Mitbewerber SoftBank und KDDI, die seit 2008 beziehungsweise 2011 das iPhone anbieten.

The main reason Docomo added more new users than other carriers is because it began offering the iPhone, said Hiroko Shimoyama, a company spokeswoman.

Bloomberg

NTT DoCoMo startete den Verkauf des inzwischen meistverkauften Telefons in Japan für seine 60 Millionen Kunden am 20. September.

Seit mehreren Jahren wird über gescheiterte Verhandlungsgespräche berichtet. Die dabei wiederkehrenden Argumente: Apple verlangt ein zu hohes Abnahmevolumen und der Mobilfunkanbieter kann seine eigene Software nicht vorinstallieren.