Briefs – iOS-Prototypen zum Anfassen

Tell your app story, with Briefs. from MartianCraft on Vimeo.

Briefs is meant for iOS designers and developers who, before handing image assets over to Xcode to start writing code, want to see whether their app idea is feasible in terms of design and user experience. Essentially, if design is Stage 1.0 of a development process and coding is Stage 2.0, Briefs is the 1.5 step in between. Briefs is a powerful tool for professionals who aren’t afraid of working with a Photoshop-like UI to connect image assets, distribute animations, transitions, and more.

Federico Viticci / MacStories

Seit 2009 versucht Rob Rhyne sein iOS-Prototyping-Tool ‚Briefs‚, für interaktive App-Entwürfe, im App Store zu platzieren. Mit frustrierendem Ergebnis: Nach mehreren Ablehnungen, inklusive einer kompletten Rekonstruktion des Programmcodes, landete das Projekt im August 2010 als Open-Source-Version auf GitHub.

Es bedurfte erst einer Mac-Companion-App und einem erwachsen gewordenen App-Store-Prüfungsprozess bis das Mockup-Werkzeug für iOS-App-Designs jetzt zum Download steht.

Download ist ein gutes Stichwort. Bevor man als Interessent die 180 € im Mac App Store (Link) auf den Tisch legt, lässt sich die Software als voll funktionsfähige (aber auf 10 Scenes beschränkte) Demoversion ausprobieren – inklusive eigener Grafiken oder mit externen Templates wie denen von Teehan+Lax. Das iOS-Gegenstück, um die animierten Hirngespinste für App-Ideen auf einem realen Gerät anzufassen, ist ohnehin kostenlos (universal; Link).

Die kabellose Live-Verbindung vom Desktop zum iPhone oder iPad stolperte in meinem kurzen (unprofessionellen) Probelauf noch erheblich. Alle weiteren Eindrücke überlasse ich jedoch denjenigen, die von (Interface-)Design und Software-Entwicklung etwas verstehen.

Von MKV bis AVI: Infuse

Grundsätzlich hässlich: die App-Store-Kategorie der Videoplayer. Selten findet sich dort Software, die iOS untypische Containerformate frisst und dabei einladend aussieht – vorsichtiger lässt sich das kaum formulieren. Infuse (4.49 €; universal; App-Store-Link) legt die Messlatte für diese App-Gattung endlicher höher.

Infuse demo from FireCore on Vimeo.

Der Videoplayer entspringt dem Hause FireCore, die landläufig für ihre (sehr großartige) Apple-TV-Jailbreak-Software aTV Flash bekannt sind. Mit dieser Vorgeschichte verwundert es nicht, dass die Video-Wiedergabe nicht nur intuitiv verläuft sondern auch technisch höchste Ansprüche erfüllt. 1080p-Demo-AVIs ergiesen sich nicht nur flüssig über den iPad-4-Bildschirm sondern spielen auch akzeptabel auf einem kleinen Mini – eine Garantie auf jeden Frame gibt es aber nicht.

Alle Filme und TV-Shows, die bereits als H.264-Dateien (verpackt) vorliegen, sind aufgrund der iOS-Hardware-Unterstützung ohnehin kein Problem.

Apropos kein Problem: Mit den korrekten Metadaten, die bei Bedarf aus den Datenbanken der TheMovieDB und TVDB ergänzt werden, synct das Programm die angeschauten Fernsehserien auf (das an dieser Stelle schon viel zu oft erwähnte) Trakt.tv.

Die Videos gelangen über iTunes File Sharing aufs mobile Gerät. Entscheidener Vorteil: Auch die bewegten Bilder eurer iTunes-TV-Mediathek (solange diese zumindest nicht in DRM-Fesseln liegt), nimmt Infuse in einem gemeinsamen Verzeichnis entgegen. So bleibt’s übersichtlich.

Zu den betonenswerten Software-Eigenschaften zählt außerdem der Untertitel-Support, bei dem sich Infuse direkt von der Webseite OpenSubtitles.org die notwendigen Files zieht. Selbst auf dem ‚Almighty‘-Desktop kämpfen Programme mit dieser eigentlich so einfach Aufgabe.

Einziger Kritikpunkt: die fehlende AirPlay-Option.

‚Google Now‘ für iOS

IPhoneBlog de Google Now

Anstelle hier nur die iTunes-Beschreibung ins Blog zu tippen, habe ich Google Now, das Update der Search-Anwendung (kostenlos; universal; App-Store-Link), ausprobiert. Trotzdem bleibt der Ersteindruck kurz. Die persönlichen Informationen, die mir von der Assistenten-Software zutragen werden soll, scheinen noch nicht auf mein Profil abgestimmt. Aus der überschaubaren Gruppe von Android-Geräten, die Google Now bis heute tatsächlich abbekamen, wissen wir, dass sich die Präferenzen durch Suchbegriffe, wie beispielsweise das bevorzugte Sport-Team oder eine ganz bestimmte News-Kategorie, erst peu à peu justieren.

Alles was bereits über die Google-Server läuft, vom Kalendereintrag bis zur E-Mail, findet logischerweise schon Verwendung. Now hat mich zum Beispiel an eine (fiktive) Flugbuchung, die ich für Mittwoch angesetzt habe, heute zweimal erinnert – das war zu erwarten.

Standortinfos, die beschreiben wo(-hin) ich mich heute bewegt habe, verzeichnet Now fleißig in der 'Location History' – an meinem ersten Tag mit der Software funktioniere das a) konstant und b) präzise.

IPhoneBlog de Google Now Location

The Location History dashboard isn’t specific to Google Now—it’s a standard feature of Latitude that has existed for quite some time—but it’s a useful tool for people who are concerned about the privacy implications after seeing the location-aware functionality made available in Google Now. The dashboard provides a clear idea of how Google Now does what it does with respect to geolocation.

Ryan Paul / Ars Technica

Google Now aktiviert die Aufzeichnung des Standortverlaufs automatisch. Die ständige Ortung im Hintergrund hat meinen iPhone-Akku nachvollziehbar entleert – nicht ungewöhnlich für die Erfassung von exakten Daten, aber auch nicht so "minimal" wie Google es beschreibt.

Along with Location Services, Google Now uses Location Reporting to get precise location information. Since Location Reporting has been optimized to use GPS as infrequently as possible, there should be minimal impact on your battery life.

How Google Now works

Lokale Benachrichtigungen, die darüber informieren wenn Google Now eine neue Karteikarte zückt, existieren derzeit nicht. Das ist einerseits unverständlich, auf der anderen Seite aber auch eine schwierige UI-Frage (für die iOS-Version zähle ich 15 unterschiedliche Kartentypen). Wie viele Push-Nachrichten erträgt ein Nutzer? Wie viele Schalter ist er gewillt umzulegen, bevor ein ständig aufspringender Aktienkurs zum erzürnten Löschen der App führt? Google hat sich um diese Design-Herausforderung bislang gedrückt.

Apropos Design: Was ich an der Benutzerführung nicht verstehe, ist das einmal weggewischte Info-Panels nicht mehr manuell wiederzufinden sind. Clever ist dagegen: Die Einstellungen für die Cards gleich ins Google-Profil zu speichern. Wer die App nämlich löscht und erst in ein paar Wochen wieder installiert, braucht sich nicht neu um die Konfiguration zu kümmern.

Nicht neu aber weiterhin genial bleibt die Sprachsuche. Diese Geschwindigkeit, diese Erkennungsrate und diese Fehlerkorrektur wünscht man auch Siri!

Donnerstag, 02. Mai 2013: Star Command

DirektCommand

Donnerstag ist es endlich soweit.

PhotoSync – pfeilschneller Fotoaustausch

Selten gelobt aber täglich in Verwendung: PhotoSync (1.79 €; universal; App-Store-Link) tauscht Screenshots und Fotos zwischen iPad, iPhone, Mac und PC aus – in alle Richtungen, drahtlos.

IPhoneBlog de PhotoSync

Lediglich zwei Fingertabs (Stichwort: Quick Transfer) benötigt es um ein iOS-Bild im heimischen WiFi an den eigenen Rechner zu schicken – das Hilfsprogramm für OS X und Windows ist gratis. Umgekehrt zieht man das gewünschte Foto lediglich in die Menüzeile um den kabellosen Datentransfer einzuleiten.

Im WLan von Freunden greift man über den Web-Browser auf die iOS-Bibliothek zu oder spielt deren Fotos zurück aufs eigene iPhone.

Wirklich bequem wirds beim Transfer von Bilder zwischen zwei iOS-Geräten. Das funktioniert nämlich nicht nur über WiFi sondern schaltet bei Bedarf automatisch auf Bluetooth um – als Nutzer merkt man davon nichts. Zwei geöffnete PhotoSync-Apps erkennen sich eigenständig und tauschen anschließend unbegrenzt Fotos aus.

Schneller und zuverlässiger kopiert keine andere Software Bilder von iOS auf den Mac – und exakt diese Eigenschaft benötige ich jeden Tag.

Reeder fürs iPhone mit lokalen RSS-Feeds und Feedbin-Sync

IPhoneBlog de Reeder 3 1

Meine (sorgfältig) zusammengestellte Online-Lektüre, die mehr über mich verrät als tausende von Facebook- und Twitter-Einträgen zusammen, hat Google in acht Jahren nicht zu vermarkten gewusst und spart sich beim Projekt Reader ab dem 1. Juli allen Ernstes noch die zwei Server und eine Halbtagsstelle ein.

Seit der Ankündigung für die geplante Stilllegung suchen ein paar Millionen Technikbegeisterte nach Ersatz. Reeder, eine der populären RSS-Apps fürs iPhone, das iPad und den Mac, leitet mit dem heutigen Update für seine Smartphone-Software die ersten Schritte des Zwangswechsels ein.

Version 3.1 (2.69 €; App-Store-Link) synct ab sofort mit Feedbin.me, dem Onlinedienst für zwei US-Dollar pro Monat. Wer auf den Sync verzichtet, konvertiert seine Google-Reader-Feeds direkt in der iPhone-App in ein lokales Verzeichnis. Die dort gepflegten Abos lassen sich zukunftssicher in einer Backup-OPML-Datei per E-Mail verschicken. Sicher ist: Bis Juli passiert an der RSS-Front noch eine ganze Menge.

Bis die neuen Funktionen der heutigen Aktualisierung auch die Mac- (MAS-Link) und iPad-Version (App-Store-Link) erreichen, bleiben diese beiden Programme kostenlos.

Sunstroke 1.4

Fever hat meine RSS-Gewohnheiten verändert. Da das Webinterface mir nicht zusagt, und es derzeit an empfehlenswerten Mac-Apps mangelt (Go, Reeder!), konsumiere ich alle meine Feeds auf dem iPhone. Das ist nicht nur eine willkommene Abwechslung vom Desktop-Bildschirm (Bitte bringen Sie ihren Sitz in eine entspannte Position!) sondern in meiner jetzt einmonatigen Erfahrung auch erheblich schneller. Mit Sunstroke fliegt man durch lange Listen und wischt sich bequem in Beiträge hinein (und wieder zurück in die Übersicht).

Meine Feeds sind in zehn Ordner sortiert, die ich je nach Zeit (und Lust) durchwühle. Ausschlaggebend ist dafür insbesondere wie viele neue Beiträge sich angesammelt haben wenn ich mein Recherche-Verzeichnis mal für ein paar Stunden vernachlässige. Dann ist nicht nur meine eigene Unterteilung in arbeitsrelevante und interessenbasierte Themen wichtig sondern auch deren Darstellungsform. Sunstroke unterteilt Posts pro Feed oder sortiert die Beiträge nach Datum. Die Intelligenz der Features 'Hot' oder 'Sparks' nutze ich nie – an einem gewöhnlichen Arbeitstag überfliege ich ohnehin alle Überschriften. Sunstroke besitzt die komfortable Methode, Artikel automatisch als gelesen zu markieren wenn man nur daran vorbeiscrollt.

IPhoneBlog de Sunstroke Fever iPad Mini

Seit einer Woche spiele ich jetzt schon mit Version 1.4, die Apple in den gestrigen Abendstunden freigab. Die mit Abstand größte (und am häufigsten nachgefragte) Änderung: Sunstroke (4.49 €; universal; App-Store-Link) passt sich dem iPad-Bildschirm an. Obwohl Anthony Drendel, der App-Entwickler, nicht müde wird zu betonen das es sich nicht um ein vollständiges Re-Design handelt, funktioniert das angepasste iPhone-Layout bereits hervorragend auf beiden iPad-Größen.

Da Fever eine Server-Installation ist, steht der tatsächliche Lesestand (die Wahrheit wenn man so will), auf einer Hosting-Plattform1 so das der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Instanzen, die ihn abfragen, reibungslos verläuft. Genau deshalb ist es auch egal ob ich für die letzten News aus meinem RSS-Katalog zum iPad oder iPhone greife.

Der Universal-Release von Sunstroke ist eine bedeutende Kilometermarke für Fever als RSS-Software – unerheblich ob man lange Reportagen schmökert oder kurze Nachrichtenschnipsel in sein Kurzzeitgedächtnis spült. Je nach Thema und Gewohnheit passt der kleine oder große iOS-Bildschirmgröße besser – wichtig war zuerst einmal die generelle Möglichkeit für beide Optionen2.


  1. Uberspace.de wird immer wieder empfohlen – auch im Zusammenhang mit Fever (1/2). Meine Rückfrage bei den Betreibern nach Kompatibilität wurde sehr schnell und freundlich bejaht.
  2. Am gestrigen Donnerstag erschien außerdem Ashes for Fever° (5.49 €; universal; App-Store-Link) von James Finley, das ebenfalls eine interessanten Ersteindruck hinterließ (mehr dazu in ein paar Tagen).

Neue App-Store-Hilfeseite: ‚Infos zu In-App-Käufen‘

Ein Quicklink („Alles auf einen Klick„) im iOS-App-Store verlinkt auf eine neue Infoseite, die in einfachen Worten In-App-Käufe erklärt.

IPhoneBlog de Learn About In App Purchases

Zuletzt verwies Apple mit einer deutlicheren Platzierung der Worte "Bietet In-App-Käufe" in seinem Download-Verzeichnis auf die kostenpflichtigen Zusatzangebote von jeder App, die dies anbietet.

Gratis-Programme, vornehmlich Spiele, die zum Zukauf virtueller Items und Lebenspakete animieren, standen zuletzt unter Beobachtung der britischen Handelsaufsicht und waren Gegenstand einer US-Sammeklage, in der sich Apple außergerichtlich einigte.

Wie gespalten die Diskussion um dieses Thema verläuft, zeigte sich anschaulich erst in dieser Woche. In der Telefonkonferenz zu Apples Quartalszahlen erwähnte Tim Cook die finnische Firma Supercell, die ihre Millionen-Umsätze ausschließlich über In-App-Käufe mit den beliebten iOS-Titeln Hay Day und Clash of Clans einfährt.

Prominentes Gegenbeispiel ist das amüsante 'iPhone Garbage'-Video von Justin Davis und Brian Altano, bei dem einem das Lachen dann aber doch vergeht.