Die Netatmo ‚Urban Weather Station‘ (+ Video)

Der ‚Urban Weather Station‚ von Netatmo mangelt es nicht an Kaufargumenten. Eine Zielgruppe für die persönliche Wetterstation zu finden ist jedoch schwierig, weil man hier auch für Komfort und Design bezahlt. Qualitäten, die in ‚Geiz ist geil‚-Zeiten oft übersehen werden.

DAS Feature der zwei batteriebetriebenen Aluminiumröhren (die Innenstation lässt sich auch über Micro-USB-Strom betreiben), ist die iOS-App (kostenlos; universal; App-Store-Link). Während jede andere Wettersoftware für externe Temperaturstationen dem letzten Jahrtausend entsprungen scheint, schafft es Netatmo seine Messwerte wie Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Lautstärke, Temperatur und CO2-Qualität übersichtlich und verständlich aufzubereiten. Über ein Benutzerkonto sind alle 5-Minuten-Updates – so oft werden automatisch Ergebnisse aufgezeichnet – weltweit einsehbar. Ja, ich kann den Lärmpegel in meiner Helsinki-Wohnung aus dem Südsee-Urlaub abrufen.

Das eigene WiFi-Netzwerk (802.11b/g/n) lernen die zwei Stationen, eine für Innen, eine für Außen, über eine kinderleichte USB-Ersteinrichtung am Desktop. Anschließend lassen sich alle Einstellungen (Einheiten, Stationsnamen), jede Akkustandsanzeige und erweiterte Konfiguration (CO2-Kalibrierung, Geo-Ortung, Push-Benachrichtigungen) von einem iPhone oder iPad vornehmen. Einzig und allein für den Datenexport der Messwerte in Form einer CSV/XLS-Datei muss man über den Browser gehen.

Auch Freigaben, um der Familie und Freunden einen Zugriff auf die eigenen Wetterverhältnisse zu geben, verwaltet die iOS-Software. Ebenso listet das Programm auf, welchen Drittanbieteranwendungen es erlaubt ist, die Schnittstelle zu den Hausgeräten aufzubauen.

DIE App ist das Feature dieser persönlichen Wetterstation.

DirektNetatmo*

Soviel zum Thema Komfort. Doch wo liegen die Schwierigkeiten? Die ‚Urban Weather Station‚ kämpft an drei Fronten:

  • Im App Store existieren unzählige Wetter-Anwendungen, die ohne Hardware auskommen und nur ein paar Euro kosten. Apps wie Today Weather (2.69 €; universal; App-Store-Link) decken den Bedarf an Wetterwissen der meisten Interessenten und fragen obendrein weltweit Werte ab.
  • Vernünftige Temperaturstationen, mit eigenem Display und Außenfühlern, sind schon für 50 Euro zu haben. Wer auf die Lärmmessungen und Push-Benachrichtigungen für die nächste Raumlüftung verzichten kann, und hässliche Plastik-Kästen erträgt, misst sein lokales Wetter genauso.
  • Und dann sind da noch die Wetter-Enthusiast, die sich Kombi-Instrumente mit Regenmessbehältern und Windmessern in den Vorgarten stellen. Diese Zielgruppe hat sicherlich kein Problem mit der Netatmo-Preismarke, aber bestimmt mit der für Endanwender ausgelegten Bedienung.

Die von mir sorgsam aufgezogene Argumentation lässt sich allerdings auch (ganz einfach) auf den Kopf stellen. Eventuell besetzt die Netatmo für 170 Euro (Affiliate-Link) exakt eine Produktnische, die bislang komplett vernachlässigt wurde – irgendwo zwischen ‚Pro‘ und ‚Billig‘.

Klar ist, egal ob man preislich nach unten oder oben schaut: Die ‚Urban Weather Station‚ steckt mit seiner App, den nachvollziehbar aufbereiteten Messwerten und der intuitiven Bedienung (siehe ausführliche Hilfe innerhalb der App) seine Mitbewerber in die Tasche und begeistert selbst mich, einen ausgesprochenen Wettermuffel.

* Alle iPhoneBlog-Videos, garantiert frei von Erklärbär- und Unboxing-Spuren, gibt es auch als iTunes-Podcast.

Aus der Kategorie: PR-Arbeit mit iPhone-Apps. Heute: ‚Searching for Sugar Man‘

$1.99 iPhone app saved Oscars film“ – was für eine verträumte Geschichte für die Medien. Und dann auch noch so pünktlich vor dem Oscar-Wochenende.

Video

Ich bezweifle nicht das Filmregisseur Malik Bendjelloul in seine exzellente Dokumentation ‚Searching For Sugar Man‚ tatsächlich zwei Filmschnipsel der 8mm Vintage Camera (1.79 €; App-Store-Link) geschummelt hat. Aber das hier ist Pressearbeit – zugegeben gute Pressearbeit.

iOS 6.1.2 behebt Exchange-Bug

IPhoneBlog de iOS 6 1 2

iOS 6.1.2 fliegt als OTA-Update ein und merzt den unangenehmen Bug mit der Code-Sperre sowie einen Fehler in der Exchange-Anbindung aus.

Update: Mit der bekannten Tastenkombination (und einem leicht veränderten Timing) lässt sich die Code-Sperre weiterhin umgehen.

(Danke, @Macwelt!)

Strom im Auto: der Griffin PowerJolt SE mit Lightning-Anschluss

IPhoneBlog de Griffin PowerJolt SE

Das Auto-Ladegerät von Griffin mit Lightning-Stecker (Affiliate-Link) hat es ganz knapp nicht in den diesjährigen Video-Adventskalender geschafft. Das bedeutet aber auch: Ich fahre den PowerJolt SE, der alle aktuellen iOS-Geräte (iPod touch 5.Gen, iPhone 5, iPad 4.Gen + iPad mini) über den Zigarettenanzünder im Auto auflädt, seit 1.5 Monaten spazieren und kann daher eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Das Spiralkabel lässt sich bequem bis zu einer Länge von über einem Meter ausziehen; die Verarbeitungsqualität des lizenzierten Lightning-Accessoires halte ich für hervorragend und der Preis von 30 Euro ist unter Anbetracht, das Apple für ein einzelnes Lightning-USB-Kabel übertriebene 20 Euro verlangt, fair.

‚Blinkist‘ – kompakte Zusammenfassungen von Sachbüchern

IPhoneBlog de Blinkist

So viele Bücher. So wenig Zeit.“ Ein nachvollziehbares Problem.

Blinkist (kostenlos; App-Store-Link) streicht Sachbücher auf ihre Hauptaussagen zusammen. Das Start-up aus Berlin veröffentlichte im Dezember ihre App und besitzt aktuell ein Repertoire aus 56 Essays über Bücher aus den Kategorien Politik & Geschichte, Unternehmertum oder Business & Karriere. Darunter sind ein paar Bestseller wie ‚Die 4-Stunden-Woche‘ von Timothy Ferriss (8.99 €; iBookstore) oder ‚ReWork‘ von Jason Fried & David Heinemeier Hansson (8.99 €; iBookstore).

Ziel der Zusammenfassungen ist es, (in eigenen Worten) die Quintessenz aus den literarischen Veröffentlichungen zu quetschen. Manchmal ist es auch nur ein Hauptgedanke oder die dahinterstehende Idee von einem Werk, die kleingestückelt serviert wird. Wie gut dies funktioniert, lässt sich anhand von drei frei zu wählenden Gratis-Downloads aus dem gesamten Katalog überprüfen. Einzelne Beiträge kosten zwischen 89 Cent und 1.79 Euro; das In-App-Monatsabo verlangt 4.49 Euro. Einmal heruntergeladene Zusammenfassungen gehören auch nach dem Ende der Abozeit dem eigenen iTunes-Konto.

Die schlichte Optik der iPhone-App ist ein gelungenes Format für die mundfertigen Bildungshäppchen.

Nach den ersten drei Aufsätzen, die mich zirka 40 Minuten kosteten, hatte ich zwei Fragen. Das Team aus Berlin war so nett, mir diese zu beantworten.

Wer schreibt die Zusammenfassungen beziehungsweise welchen redaktionellen Prozessen durchlaufen die Artikel? Was für Hintergründe haben die Autoren und wie erfolgt die Zuteilung der Bücher an die Verfasser, die daraus Essays fertigen?

Die ersten Zusammenfassungen für Blinkist hat Mitgründer Sebastian Klein geschrieben. Sebastian hat Psychologie studiert und beschäftigt sich schon seit Jahren mit Buchzusammenfassungen und der Aufbereitung von komplexen Inhalten.

Mittlerweile arbeitet er mit einem Team fester und freier Autoren zusammen, die die Bücher zusammenfassen. Bei der Auswahl der Autoren sind für uns vor allem ein ausgeprägtes Sprachgefühl, analytische Fähigkeiten und Kenntnisse in dem jeweiligen Thema wichtig. Deshalb arbeiten wir ausschließlich mit Akademikern zusammen, die sich in ihrem Studium mit dem jeweiligen Thema beschäftigt haben.

Auf welcher rechtlichen Grundlage steht die Veröffentlichung der Abhandlungen? Geschieht dies in Absprache (eventuell Zusammenarbeit) mit den entsprechenden Verlagshäusern oder ist das Thema unproblematisch? Wie wird entschieden welche Titel sich Blinkist als nächstes vornimmt?

Unsere blinks sind eigene Werke unserer Autoren und beinhalten keine Sätze oder gar ganze Passagen des Originalbuchs. Daher ist die Veröffentlichung rechtlich unproblematisch. Unabhängig davon sind wir aber an einer Zusammenarbeit mit den Verlagen interessiert und haben bereits angefangen, mit einzelnen Verlagen zu sprechen.

Die Auswahl für unsere nächsten Zusammenfassungen stellen wir vor allem aus den aktuellsten Bestsellerlisten und dem Feedback von Kunden zusammen.

Kompromisse

IPhoneBlog de evasi0n

Das ‚perfekte iPhone‚ für 47,90 US-Dollar? Jeff Benjamin zeigt 15 seiner essentiellen Jailbreak-Tweaks. Und keine dieser ’nischigen‘ iOS-Modifikationen kann (mich) begeistern.

At this point, I think it’s safe to say that I have a pretty good grasp on what’s out there. With that in mind, I’ve compiled a definitive list of jailbreak tweaks that I believe create the perfect iPhone experience.

Das iDownloadBlog ist eine der wenigen Referenzen für Jailbreak-Berichterstattung, die ich schätze. Diese ‚ultimative Liste‘ beweist deshalb einmal mehr, dass die empfohlenen Hacks nicht die ausschlaggebenden Gründe für über sieben Millionen Nutzer sind, ihr OS aufzubohren.

As of Thursday night, Freeman’s alternative app store had received visits from 5.15 million iPhones, 1.35 million iPads, and 400,000 iPod touches that were jailbroken with evasi0n, the first jailbreaking software for the iPhone 5 and iOS 6.1.

Der Blick auf die spärliche Sammlung an Jailbreak-Ideen (zumindest in Form von angemessen umgesetzten Programmen) führt vor Augen, welchen Herausforderungen iOS 7 bevorstehen. Klar ist: Bleibt es beim üblichen Erscheinungstermin im Spätsommer, trägt die nächste große Versionsnummer nur in Nuancen die Handschrift von Jonathan Ive – zeitlich ist das sonst nicht anders möglich.

Im Gegensatz zu iOS 5 (Notification Center, Messages, Newsstand, iCloud und PC-Free) war iOS 6 ein Backstage-Update (App Store UI, Maps, Passbook). Viele der offensichtlichen Feature-Wünsche, angespornt durch die Konkurrenz, sind mittlerweile abgelehnt oder eingearbeitet. Einige frische Ansätze kamen zuletzt von BlackBerry (Privat- und Arbeits-Profil, Smart-Keyboard, Time-Shift-Kamera).

Große Konzepte wie ein Gäste-Login, AirDrop, der animierte (Windows Phone-)Homescreen oder das viel diskutierte Thema der Kommunikation zwischen iOS-Anwendungen dem Umgang mit Dokumenten („Öffnen in„), sind hinlänglich beschrieben aber nicht ansatzweise konkretisiert. ‚Das Leben nach dem Dateimanager‚ hat noch niemand im Griff.

Der dominierende Anteil von iPhone- und iPad-Besitzern adaptiert ein neues iOS-Update, ganz im Gegensatz zu Android, zeitnah. Einerseits ist das beeindruckend und erleichtert durch Konformität die Software-Distribution. Anderseits verleitet es Marktführer auch dazu weniger radikale Ideen auszuprobieren, alte Zöpfe nicht mehr so schnell abzuschneiden und ängstliche Zwischenlösungen einzugehen (Aktuelles Beispiel: Windows Surface).

iOS 7 muss sich daher nicht in erster Linie anhand seiner neuen Features messen lassen sondern an den bewusst gewählten Kompromissen; an Entscheidungen, was Apple weglässt um die übergeordnete Qualität für alle zu halten.

Zwei neue iPad Ads: ‚Alive‘ und ‚Together‘

DirektAlive

DirektTogether

Die kleinen und großen (Kinder-)Hände sind ein nettes Detail. Die Auswahl der Apps ist un­spek­ta­ku­lär.

Gridlee spielt Nintendo-PlayChoice-Games (+ Video)

Zur Überraschung aller liebt und lebt Gridlee, der MAME-Emulator mit ’nachrüstbarem‘ ROM-Verzeichnis, auch nach drei Wochen, weiterhin ungestört sein App-Store-Dasein (kostenlos; universal; App-Store-Link). Das gibt uns die Möglichkeit ein paar neue Technik-‚Spielereien‘ ausprobieren, ohne sofort Tür und Tor mit einem Jailbreak einzutreten.

Unmissverständlich vorweggeschickt sei: Emulatoren sind (fast immer) in Ordnung; ROM-Images (fast) nie. Die Games unterliegen (irgendeinem) Copyright und sind daher nie in der ‚rechtlichen Grauzone‚. Menschliches Verständnis reicht für diese Feststellung aus. Punkt.

Nichtsdestotrotz stecken in dem Thema Informationen, die erzählt gehören. Im Zusammenhang mit dem MAME-Emulator aus dem App Store ist es beispielsweise mitteilenswert, das dieser auch Spiele von PlayChoice-Arcade-Automaten abspielt. PlayChoice, nie gehört?

Hier handelt es sich um offizielle Nintendo-Spielautomaten basierend auf dem Nintendo Entertainment System – kurz NES. Nintendo selbst stellte diese Münzschlucker in den 80er-Jahren als Werbemittel für ihre Heimkonsole auf und fütterte den Holzkästen kleine Spielesammlungen. Im Repertoire finden sich populäre Namen wie Castlevania, Dr. Mario, Super Mario Bros., Metroid, Excitebike und Contra.

IPhoneBlog de Metroid

Die unterschiedlichen Hardware-Ausführungen halten einige ungewöhnliche (Zwei-Spieler- / Dual-Screen- / Tisch-)Kabinen bereit – echte Sammlerstücke, die insbesondere in den USA bekannt waren. Hierzulande erfreute sich das technisch vergleichbare Nintendo Vs. System der Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu den PlayChoice-Kisten, die bis zu zehn Titel vorhielten, war auf den Automaten hierzulande meistens immer nur ein Game anzuspielen.

Reisetipp: Wem die Finger nach den alten Platinen-Versionen kribbeln, fährt nach Karlsruhe. Der RetroGames e.V. beheimatet unter anderem eine ‚Dualsystem Cabinet‚, die zwei Spieler gegeneinander im (grandiosen) NES-Tennis antreten lässt.

(Danke, Mario!)

Wie bereits erwähnt: Gridlee frisst mit passendem Bios und den dazugehörigen ROMs (im Verzeichnis /Gridlee/Documents/roms) diese sehr begrenzte (aber hochwertige) Auswahl an Spielen. Die einzige (notwendige) Änderungen betrifft die Zuweisung des START-Buttons – hier veranschaulicht.

DirektPlayChoice*

Die Verfügbarkeit der Titel ist nicht nur aus nostalgischen Gründen von Interesse sondern durch kleine Unterschiede im eigentlichen Spielgeschehen ‚archivierungswürdig‘. So waren die PlayChoice-Automaten generell schwieriger als die NES-Heimversion und entlockten durch Zeitlimits den Spielern mehr Coins.

Viel mehr (allgemeine) Infos zum (Retro-)Thema der Spielautomaten schrieb Laura June für The Verge unter dem Titel „For Amusement Only: the life and death of the American arcade“ im letzten Monat zusammen.

* Meine Videos gibt es hochauflösend auch im iTunes-Verzeichnis – für den bequemen iPhone- und iPad-Sync.