Hoch gelobt und tief gefallen: Das Elevation Dock fuhr als Kickstarter-Projekt 1.5 Millionen US-Dollar von 12.000 Unterstützern ein, kollidierte dann aber zeitlich mit Apples Anschlusswechsel von 30-Pin auf Lightning. Der 20Euro teure Zusatzadapter, der die Kompatibilität mit dem iPhone 5 herstellt, trudelte bei mir an Neujahr ein.
Zehn (Test-)Tage später halte ich das Upgradenicht für einen ‚bad hack‚ sondern empfinde den roten Aluminium-Einsatz als ‚beste Lösung einer schlechten Situation‚. Unverändert bleibt die elegante Optik und solide Verarbeitungsqualität; in Luft löste sich allerdings das ursprüngliche Verkaufsversprechen auf: Das iPhone 5 lässt sich dem Standfuß nicht mehr mit zwei gespreizten Fingern entnehmen. Das Lightning-Kabel klammert sich so fest ans Dock, das die 358-Gramm-Schreibtischdeko einfach mit abhebt.
Was wie ein Dealbreaker klingt, zeigt sich in der Praxis jedoch nicht als Problem. Das iPhone lässt sich immer noch einhändig umgreifen und hechtet mit leichtem Gegendruck der Handkante angewinkelt vom Kabel.
Eingesteckt, egal ob am Arbeitsplatz oder auf dem Nachttisch, funktioniert die iOS-Bedienung. So gewährleisten das Gewicht und die zwei Gummistreifen an der Unterseite des Klotzes beispielsweise einen doppelten Homebutton-Druck ohne das die massive Halterung auch nur einen Millimeter verrutscht. Das iPhone 5 sitzt absolut symmetrisch in der Aussparung, die für dünne (Rückseiten-)Hüllen etwas mehr Platz als die eigentliche Telefongröße bietet.
Das iPhone berührt nicht den Boden des Docks sondern verweilt auf dem Lightning-Metallstecker und verschließt dadurch nicht die Lautsprecher an der unteren Gehäuseseite. Wenn’s klingelt, hört ihr’s.
DAS Problem des Elevation Docks ist sein Preis. Wer heute kauft, zahlt 89 US-Dollar + 15 US-Dollar Versand. Für umgerechnet 80Euro* muss man schon schwer begeistert von einem Dock sein, das hauptsächlich für ein Feature konzipiert wurde, das in der ‚FutureProof‚-Version nicht mehr vorhanden ist.
Unabhängig davon ist jedoch zu betonten, dass es an coolen Alternativen, die den neuen Formfaktor und Lightning-Anschluss als (Tisch-)Dock für das iPhone 5 berücksichtigen, derzeit immer noch mangelt.
* Auf Amazon.de bietet ElevationLab die 4(S)-Version für überzogene 100Euro (Affiliate-Link) an.
Das iPhone alleine scheffelt mehr Geld als die komplette Firma Microsoft. Die jährlichen App-Store-Betriebskosten belaufen sich auf 3.5 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten für das diesjährige Weihnachtsquartal 49.5 Millionen verkaufte Apple-Telefone.
Die Quartalszahlen für Apples erstes Jahresviertel stehen am 23. Januar ins Haus, sind durch die Konzentration von der (ungewohnten) Fülle an neuen und überarbeiteten Produkten (iPad mini, iPad IV, iPhone 5, iMac, Mac mini, 13″ MacBook Pro) diesmal allerdings schwer zu prognostizieren. Die Produktionskapazitäten waren (und sind) konstant angespannt (Stichwort: iPad mini Wi-Fi + Cellular). Der iPhone-5-Verkaufsstart in China verschluckte zusätzliche Ressourcen. Obendrein ist Apple fleißig im Begriff Samsung als Zulieferer von Microchips und Displays auszutauschen.
Das abgelaufene Quartal wirft außerdem Fragen nach den Produktzyklen auf. Die gewöhnlich gut unterrichteten Quellen von iLounge-Chefredakteur Jeremy Horwitz sprechen von der fünften iPad-Generation (im Mini-Design) für März. Apple steckte zeitlich passend zur (ohnehin langweiligenoft lebensfremden) CES 2013 dem Wall Street Journal, wie bereits in den vergangenen Jahren gemunkelt, eine Info über preiswertere iPhone-Modelle zu.
Man muss Geschäftszahlen nicht unbedingt spannend finden. Das Jahr 2013, mit seinen 1000 Tagen nach dem ersten iPad und 2000 Tagen nach dem ursprünglichen iPhone, erscheint jedoch noch weit offen, im Großen und Ganzen unverplant und vollgestopft mit Möglichkeiten, an die derzeit niemand denkt.
Joe Danger (2.69€; universal; App-Store-Link) traue ich eine Dauerkarte für die App-Store-Charts zu. Der Crashtest-Pilot besitzt die verführerische ‚Angry Birds‚-Kurzweiligkeit, eine messerscharfe ‚Fruit Ninja‚-Präzision und die zackige ‚Temple Run‚-Reaktionsschnelligkeit. Sucht das ‚Jetpack Joyride‚-Publikum nach 1.5 Jahren vielleicht eine neue Herausforderung? Hier ist sie!
Was mir bislang nicht bewusst war: Motorräder scheinen eine geheime Leidenschaft vieler iOS-Kunden. Bike Baron (0.89€; universal; App-Store-Link), Bike Race Pro (0.89€; universal; App-Store-Link) und unzählige vergleichbare Zweirad-Kandidaten tummeln sich mit hoher Sternchenwertung bereits in den (deutschen) Top 100.
Sympathisch ist: Joe Danger entspringt keiner seelenlosen Auftragsarbeit eines großen Publishers sondern ist ein wohlbehütetes Indie-Projekt der britischen Hello Games, die sich in den vergangenen Jahren zwei gleichnamige Hit-Vorgänger für PSN und XBLA als Referenz erarbeiteten. Die markanten Slapstick-Animationen des (leicht) bierbäuchigen Stuntfahrers vor der farbenfrohen Cartoon-Kulisse erkennt man zwar sofort wieder, die Umsetzung für das iPhone und iPad ist jedoch grundlegend neu und stellt die Touch-Ansprüche in den Vordergrund. In Kombination mit der detailverliebten Physik lassen sich verpasste Goldtaler oder misslungene Loops nicht so einfach dem Spiel in die Schuhe schieben. Joe Danger ist fair, aber auch ordentlich schwer – zumindest wenn man gehobene Highscore-Ansprüche pflegt.
Wischgesten für ‚Wheelies‘, Spurwechsel oder kleine (und große) Hopser erfolgen in alle Richtungen auf dem iOS-Bildschirm und gefallen mir sogar besser als die (bereits exzellente) Joystick-Steuerung der Konsolenversion – auch wenn der Vergleich hinkt.
Pro Level sammelt ihr Medaillen und Münzen, die neue Hinderniskurse freischalten, neue Fahrer(-Kostüme) bezahlen und euch damit zu Game-Center-Ruhm befördern oder verbissene Herausforderungen gegen Freunde einheimsen. Die Ziellinie ist deshalb nur die halbe Miete. In zirka vier Spielstunden habe ich 37-Prozent von Joe Danger erspielt. Für die volle Punktzahl bedarf es zwangsläufig mehrerer Anläufe (der gleichen Strecken). Durch fehlende Ladezeiten und die nie abreißende Dudelmusik verfliegt die Zeit. Leider kopiert die iCloud euren Spielstand nicht zwischen mehreren Geräten.
Joe Danger ist unaufgeregt aufregend – irgendwie. Verspielt und aufmüpfig aber trotzdem komplett massenkompatibel und nicht nur aufgrund seiner exzellenten Technik einer dieser typischen One-Hit-Wonder im App Store.
Beginning January 9, app screenshots will be locked in iTunes Connect once your app has been approved. New screenshots may be uploaded when you submit a binary for an update to an existing app or a new app.
‚Mooncraft‚ war so ein klassischer Betrug und kein Einzelfall. Der Kompromiss ist trotzdem unglücklich, da aufrichtigen App-Store-Entwicklern ein zentrales Element in ihrer Produktbeschreibung eingeschränkt wird.
John Gruber erinnert an ReadQuick (3.59€; App-Store-Link), eine iPad-Leseanwendung, die im vergangenen August erschien aber (insbesondere hierzulande) keine Aufmerksamkeit bekam – trotz (oder aufgrund) eines unkonventionellen Konzepts.
Die Software stückelt Webartikel, die zum späteren Lesen vorgemerkt sind, in seine einzelnen Worte auf und lässt diese anschließend individuell über den Bildschirm rauschen. Die ersten Gedanken nach einer Handvoll so aufgesaugter Wörterwolken ist Stolz und Faszination. Stolz auf die persönliche Auffassungsgabe; Faszination für die eigenen Hirnströmungen und dessen Gabe komplexen Buchstabensalat (logisch) zusammenzusetzen.
Doch nicht alle Textgattungen funktionieren (für mich). Gewöhnliche Nachrichten-Literatur, beispielsweise ein Artikel auf Zeit.de, ist kein Problem. 350 Worte pro Minute verstehe ich bei aufmerksamer Konzentration ohne Probleme. Verspieltere Artikel, die vermehrt mit Gedankenstrichen arbeiten oder Eigennamen zusammensetzen, stolpern. Teilweise gehen Zusammenhänge verloren. Das größte Problem: Es fehlt die Zeit für Details weil der Wortschwall nie abreißt.
Natürlich musste ich mich nach jedem ReadQuick-Artikel mit der Stoppuhr hinsetzen und die Geschwindigkeit zum ’normalen‘ Lesen vergleichen. Das Ergebnis überrascht: Bei Artikeln unter fünf Minuten findet sich der Zeitgewinn lediglich im einstelligen Sekundenbereich. Doch der bewusste Wechsel zwischen den zwei Lesemethoden hat mir (einmal mehr) gezeigt, wie oft ich Satzenden abschneide oder Nebensätze (gedanklich) verschlucke. Schon dafür hat sich dieses Experiment gelohnt.
Der große Reiz von ReadQuick versteckt sich aber in der eingeflochtenen Statistik, die die Konsumzeiten für Artikel (vorab) berechnet. Das ist unglaublich hilfreich um beispielsweise zu beurteilen ob es noch Sinn macht einen neuen Beitrag anzufangen. „Schaffe ich heute noch das nächste Kapitel?“ fragt auch der Kindle Paperwhite (Affiliate-Link) und erhebt anhand der Umblättergeschwindigkeit die persönliche ‚Time to Read‚-Lesegeschwindigkeit. Ich wäre sehr verwundert, wenn diese reizvolle Funktion nicht bereits auf der Instapaper-Feature-Liste steht.
Apple hat heute bekannt gegeben, dass Kunden mehr als 40 Milliarden Apps [ohne erneute Downloads und Updates] heruntergeladen haben und davon nahezu 20 Milliarden allein in 2012. Der App Store hat über 500 Millionen aktive Accounts und verzeichnete im Dezember einen Rekord mit mehr als zwei Milliarden Downloads während eines Monats. Apples unglaubliche Entwicklergemeinschaft hat über 775.000 Apps für Anwender von iPhone, iPad und iPod touch auf der ganzen Welt entwickelt und Apple hat über sieben Milliarden Dollar an Entwickler ausbezahlt.
Zwischen Juli 2008 und Dezember 2011 sammelte Apples Online-Store für iPhone- und iPad-Software 18 Milliarden App-Downloads sowie insgesamt 500.000 Anwendungen an. In den letzten 12 Monaten hat sich die Download-Nachfrage der vorangegangenen 3.5 Jahre verdoppelt.
Taiwanese smartphone company HTC Corp’s net profit in the fourth quarter of 2012 missed forecasts and plunged 91 percent year-on-year as its models continued to be outsold by Apple Inc’s iPhone and Samsung Electronics Co Ltd’s Galaxy range.
Seit Mitte 2011 verabschiedet sich HTC Schritt für Schritt aus der Smartphone-Elite. Das vierte Quartal 2012, indem der fünftgrößte Hersteller von modernen Telefonen lediglich ein Zehntel vom eigenen Vorjahresviertel einfährt, stellt den vorläufigen Tiefpunkt dieses Abwärtstrends dar.
Klickt man sich durch vergangene Testberichte der Desires (HD, Z, S), Sensations (XE, XL) oder Ones (V, S, X) ist schnell ersichtlich das die Hardware nie wirklich schlecht war, aber immer viel zu austauschbar. Selten findet sich ein Alleinstellungsmerkmal; zu jedem Modell existiert eine Billigversion. Die gesamte Produktpalette kann niemand auseinanderhalten.
Samsung überspielt seine Gerätevielfalt mit einem gigantischen Marketing-Budget, lässt allerdings noch zukunftsträchtige Schritte in die (Cloud-)Dienstleistung vermissen. Die Konzentration auf Tizen oder eine eigene Android-Auskopplung, ähnlich wie’s Amazon macht, könnte dies noch im Jahr 2013 ändern. HTC besitzt keine von diesen Perspektiven.