[iOS-Game] Scotland Yard

Scotland Yard (3.99 €; universal; App Store-Link) – auf der Jagd nach Mister X – gehört zu einem meiner Brettspiel-Highlights der frühen Kindheit. Mit Freude durfte ich am vergangenen Wochenende feststellen, dass die iOS-Umsetzung dieses Klassikers aus dem Hause Ravensburger auch digital geglückt ist. Mit meiner Meinung bin ich nicht alleine: Der Spieleverlag mit dem blauen Dreieck spricht von seinem bislang erfolgreichsten App-Store-Startwochenende. Die bereits abgegebenen iTunes-Bewertungen untermauern den PR-Spruch.

DirektScotland

Das Spielfeld im nächtlichen London besticht auf dem neuen iPad durch Retina-Schärfe, wirkt am iPhone-Bildschirm aber fast eine Spur zu winzig. Menschen ohne Freunde spielen gegen fünf Computer-Nasen. Der Titel glänzt bevorzugt mit seinen Multiplayer-Optionen im lokalen Netzwerk oder über Game Center. Dabei kann jeder Teilnehmer sein eigenes iPhone beziehungsweise iPad für die Fahndung nach Mister X per Taxi, Bus, U-Bahn oder Fähre nutzen.

Der Text-Chat ist am gemeinsamen Wohnzimmertisch nicht sehr sinnvoll; der Voice-Chat in Game-Center-Partien (bislang nicht ausprobiert) klingt weitaus reizvoller. Ein visuelles Tutorial führt in das simple Spielprinzip verständlich ein.

Richtig punkten könnte Ravensburger mit einem zukünftigen Update, das eine frei zu drehende Kameraperspektive nachreicht – teilweise verdecken eure dicken Spielfiguren angrenzende Verkehrsstationen. Wer bereits Plastik-Pinökel auf bemaltem Karton vor 30 Jahren verschob, würde sich sicherlich, genau wie ich, über ein Bonus-Layout von der Original-Spielkarte freuen.

Soweit meine Anregungen, die jedoch keinesfalls vom Kauf abhalten sollen. Scotland Yard bleibt auch digital ein tolles Familienspiel.

Falschparker bloßstellen

Das Video riecht nach einer cleveren Werbekampagne für The Village und keiner existierenden Software. Trotzdem ist die Idee des gelebten Datenschützer-Albtraums nicht nur einen Link sondern auch eine Überlegung wert.

Patentkrieg: Wired.com über das Nortel-Erbe

Google made headlines when it cast the first bid of $900 million for the portfolio, but the search giant was soon in a heated bidding war with a consortium of rivals led by Apple and Microsoft. The final sale price was $4.5 billion, and Rockstar Bidco, as it was then called, was the winner. Since then, Rockstar Bidco has given way to a new entity, called Rockstar Consortium. And for the first time, the consortium’s strategy for the Nortel patents is clear. Ownership of about 2,000 of the patents was shifted to the individual companies that won the auction: Apple, Microsoft, et al. But the remaining 4,000 have been transferred to Rockstar Consortium […].

Wired.com

Furchtbar (und) faszinierend: Robert McMillan rollt für Wired den Verkauf des Patentpools vom bankrotten Netzwerkausstatter Nortel auf.

[iOS-App] Buy Me a Pie!

DirektBuyMeaPie!

Es gilt noch einmal zu betonen, was Podcast-Kollege Wölfle bereits vor zwei Wochen lobte: Buy Me a Pie! (2.39 €; universal; App Store-Link) ist eine Einkaufslisten-App, die besonders in ihrer Verwendung zu zweit glänzt.

Über einen Familien-Account lassen sich gemeinsam Lebensmittel zum Einkauf vormerken – ohne iOS-Gerät gibt’s den Web-Zugang. Der Sync zwischen alle registrierten iPhones und iPads geschieht augenblicklich, so dass man selbst auf getrenntem Beutezug durch den Supermarkt über die Fundstücke vom Shopping-Verbündeten informiert bleibt.

Push-Notizen geben Auskunft über neue oder bereits ausradierte Einträge. Namen, die das Wörterbuch für Delikatessen und Hygieneartikel nicht kennt, merkt sich die App nach der ersten Buchung.

Jäger der verlorenen App-Store-Empfehlung

DirektMinuteTaker

Der Tipp zu MinuteTaker (5.99 €; App Store-Link) kam erneut aus den iPhoneBlog-Kommentaren. Er kam nicht aus irgendwelchen Chart-Listen und wurde auch nicht aus den diversen Software-Kategorien des App Stores gewühlt. Das ist symptomatisch.

Federico Viticci verfasste in der letzten Woche einen Rückblick auf die vergangenen vier App-Store-Jahre und kam zu dem simplen Schluss, dass die Zeit gekommen ist, Apples Software-Store neu zu erfinden.

Apple likes to end its press releases saying that they “reinvented the mobile phone with its revolutionary iPhone and App Store”. After four years, here’s how developers think Apple could reinvent the App Store.

MacStories.net

Der Graben zwischen denjenigen, die über App-Store-Charts ihre Programme laden und denen, die in Blogs und Foren Feature-Diskussionen und Vergleichstabellen erstellen, scheint verdammt groß. Ein gegenseitiger Austausch ist ähnlich der Zielgruppen-Überschneidung eher selten. Eine ernste Frage: Mit wie vielen Programmen aus der Liste von den „200 meistgekauften Apps“ (Link) könnt ihr euch identifizieren? Wie viele würdet ihr selbst empfehlen? Ein Drittel? Ein Dutzend? Eine Handvoll?

Es wäre bereits viel gewonnen, wenn Apple den Link-Traffic von außen, der auf individuelle Apps im Store zeigt, in seine Auslese mit einbezieht. Neben offensichtlicher Betrugs-Software, die sich darüber weiter enttarnen ließe, existieren fundamentale Unterschiede in der Art und Weise wie und warum Software gekauft wird. Ein großer Download-Anteil entfällt ohne Frage aufs Tagesgeschäft. Welche Spiele-Highlights erschienen am heutigen Donnertag oder was sind die aktuellen Top-Titel, die man mal gesehen haben muss.

Daneben existiert jedoch auch der Wunsch, die beste und am verlässlichsten betreute App für einen ganz speziellen Anwendungsfall zu finden. Welche Kalender-Software rüstet neue Funktionen schnell nach oder welche Budgetverwaltung hat sich bereits für viele Anwender bewährt?

Lustigerweise ist es das ansonsten so magere GameCenter, das als App-Store-Auskopplung ‚zeitlose Klassiker‘ und ‚Neuerscheinungen‘ mit der persönlichen (Freundschafts-)Empfehlung verbindet und als Tipp wieder ausspuckt. Der App Store, egal ob am Desktop oder unter iOS, schafft das nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Programme wie MinuteTaker, die kein Feature-Monster sind, aber bei nervigen Alltagstätigkeiten wie der Erstellung von Meeting-Protokollen clever und in ansprechendem Design helfen, gehören entdeckt! Das derzeitige App-Store-System berücksichtigt solche kleinen aber feinen Empfehlungen nicht und verfehlt damit seinen Qualitätsanspruch.

Unter dem Kunststoff-Zuckerguss vom iPhone-Netzteil

IPhoneBlog de Charger

Apple’s power adapter is clearly a high-quality power supply designed to produce carefully filtered power. Apple has obviously gone to extra effort to reduce EMI interference, probably to keep the charger from interfering with the touchscreen. When I opened the charger up, I expected to find a standard design, but I’ve compared the charger to the Samsung charger and several other high-quality industry designs, and Apple goes beyond these designs in several ways.

Ken Shirriff erinnert jedoch auch an die gigantische Gewinnspanne eines Zubehörartikels, der in Produktion rund einen vier Dollar kostet aber im Apple Store für 29 Euro verkauft wird. Auf Amazon geht’s ein bisschen preiswerter (Affiliate-Link).

Wichtig: Keine (der dort massenhaft angebotenen) Fälschungen kaufen!

Mobilfunkunternehmen bestellen Samsungs neues Galaxy (vor)

IPhoneBlog de Galaxy S3

Medien lieben Zahlen…und vergessen nicht selten die richtige Betonung.

Samsung Electronics Co has received some 9 million pre-orders for its third-generation Galaxy S smartphone from more than 100 global carriers, the Korea Economic Daily reported on Friday.

Keine Frage: Ich wäre enttäuscht, wenn das neue Galaxy, als einer der größten direkten iPhone-Konkurrenten, nicht an den Erfolg vom Vorgänger anknüpft. Aber, die von Mobilfunkanbietern auf Kommission angeforderte Ware, nach Aussage eines ungenannten Samsung-Funktionärs, als „Rekord-Vorbestellungen“ ohne weitere Einschränkungen zu beklatschen und damit tatsächlich an Kunden herausgegebene Telefone zum Verkaufsstart zu implizieren, scheint Bullshit übermotiviert.

Oder anders: Ich schmeiße eine Party. 10 Leute melden sich an. Ich bestelle 20 Kisten Limo. Noch bevor die Party beginnt, erkläre ich feierlich, dass alle Flaschen am Abend getrunken werden.

Schneller suchen, mehr finden: Bang On!

Bang On (1.59 €; universal; App Store-Link) benutzt die !Bang-Suchsyntax von DuckDuckGo und springt damit für einzelne Suchbegriffe direkt unterschiedliche Webseiten an. Eure Anfragen können per Keyboard oder Sprache erfolgen.

Am Mac übernimmt diese, (bei mir) am Tag hundertfach angeschlagene Tastatureingabe, der Schnellstarter Alfred. Das Kürzel ‚app‚ öffnet beispielsweise den App Store und durchsucht die iTunes-Software-Kategorie nach einen Schlagwort. Bang On liefert eine irrsinnig lange Liste von Online-Datenbanken gleich mit – von Amazon über Ikea bis zur Wayback Machine. Persönliche ‚!bangs‚, wie für das eigene Blog, lassen sich obendrein konfigurieren.

Der iCloud-Sync stellt sicher, dass alle individuellen Einträge auf jedes eurer iOS-Geräte wandert und auch nach dem Löschen der App weiterhin im Backup verbleiben.