Obwohl eine offizielle Einladung weiter aussteht, verfestigen sich die bereits großflächig gestreuten Gerüchte um ein Apple-Event am 07. März. Der gewöhnlich exzellent informierte Jim Dalrymple korrigierte, genau wie mittlerweile ‚The Verge‚, den CNBC-Tweet um dessen Ortsangabe.
Sicher ist: Mit der nächsten iPad-Generation erhöht Apple abermals den Abstand zu seinen kampflosen Mitbewerbern. Spektakuläre ‚Barcelona-Tablets‘ blieben dem diesjährigen Mobile World Congress fern. Samsung gilt weiterhin als größter iPad-Konkurrent, bezeichnete in Spanien die eigenen ‚Galaxy-Tab‘-Verkäufe jedoch als enttäuschend. Googles Andy Rubin heftete dem Statement eine Nummer an: Magere 12 Millionen Android-Tablets sollen insgesamt und über alle OEMs verteilt, erst abgesetzt worden sein.
Update: CNBC rudert zurück und bezieht seinen ‚Alert‘-Tweet auf die zwei Wochen alte Berichterstattung von iMore.
Update II: Macworld bestätigt die Apple-Einladung für den 07. März.
Update III: „We have something you really have to see. And touch.“ Ort: San Francisco.
Aufgrund einer Patentstreitigkeit mit Motorola drehte Apple am vergangenen Freitag iCloud-Nutzern in Deutschland den E-Mail-Push ab. Wann das ‚Pager‘-Patent von Apple technisch umgangen oder gegen Bezahlung lizenziert wird, ist zeitlich schwer einzuschätzen. Aus diesem Anlass hier drei kurze Anregungen, wie eure (iCloud-)Mails weiter durch die Leitung ‚feuern’*.
Vorschlag I: eine Mail-Weiterleitung zu Yahoo. Apples exklusiver Push-Partner zur ersten iPhone-Generation ist im Jahr 2012 sicherlich keine große Nummer mehr; der kostenlose Mail-Account inklusive Push-Funktion tut es trotzdem noch. Die Umleitung der eigenen Mails lässt sich unter iCloud.com einrichten. Auf dem iPhone findet sich der Yahoo-Account immer noch in der Standard-Auswahl. Die sofortige Übermittlung funktioniert zuverlässig. Allerdings greift der Yahoo-Spamfilter anfangs eher rabiat durch. Aus leidvoller Testerfahrung kann ich daher zu einem Blick in den Spam-Ordner raten wo ihr eure @me.com-Adresse einmalig autorisiert.
Der ‚Weiterleitungs-Trick‘ funktioniert natürlich auch mit anderen (oder eigenen) Mail-Accounts.
Vorschlag II: Boxcar (kostenlos; universal App Store-Link), Notifo oder Push 4.0 (3.99€; universal; App Store-Link) – alle funktionieren nach dem gleichen ‚Forwarding-Prinzip‘ wie für Yahoo beschrieben. Die Dienste geben euch eine individuelle Mail-Adresse an die Hand um eure Nachrichten dorthin zu übermitteln. Laufende Kosten fallen nicht an; die Konfiguration ist für ein einzelnes Mail-Konto überschaubar und die genannten App-Store-Programme ‚pushen‘ auch andere (Web-)Dienste (RSS, etc.).
Vorschlag III: eine Kombination aus Growl und Prowl (2.39€; universal; App Store-Link). Bei mir ist es ein MacMini, der im lokalen Netzwerk als Medien-, Backup- und Push-Server dient. Über Growl (1.59€; MAS-Link) zeigt er auflaufende Ereignisse an, die anschließend über Prowl aufs iPhone und iPad geschoben werden. Als ‚growl-fähiges‘ Mail-Programm dient Sparrow (7.99€; MAS-Link), das keine Unterscheidung zwischen Mail-Anbietern vornimmt. Jede eintreffende Nachricht, egal über welchen Account, erhält durch Prowl seine Weiterleitung auf die mobilen Geräte. Obendrein lassen sich Status-Mitteilungen aus allen anderen installierten Desktop-Apps (Twitter, etc.) übermitteln.
Die wichtigste Frage zum Schluss: Warum überhaupt Push?
Mir persönlich geht es nicht um die einzelne Information, das eine neue Mail mein Postfach beglückt. Mir ist die vorgelagerte Auswahl wichtig, um nicht zeitraubend die Mail-App auf Neuzugänge überprüfen zu müssen. Push funktioniert für mich als Informationsfilter – egal ob dieser übers iPad am Schreibtisch mitläuft oder eine Zusammenfassung der Aktivitäten vom Posteingang zeigt, wenn ich längere Zeit nicht aufs Telefon geschaut habe.
* Der ‚Push-Stopp‘ gilt nur für E-Mails über iCloud und MobileMe in Deutschland. Kontakte und Kalendereinträge tauscht der Service weiterhin augenblicklich aus. In den iOS-Mail-Einstellungen lässt sich ein Zeitfenster von 15 Minuten für den automatischen Apple-Postfach-Abruf konfigurieren.
Kostenloser Pro-Tipp: Bewirb starke Argumente! Ein Zwei-Sekunden-Vorteil wirkt mickrig wenn die Kunden erst einmal herausgefunden haben, dass sie nicht „Brauche ich heute Abend einen Regenschirm?“ fragen können sondern die Voice Action „Wetter heute!“ ins Telefon bellen müssen.
Siehe dazu: der Werbespot-Unterschied zwischen Apples Siri und Googles Sprachkommandos.
Das Oberlandesgericht Karlsruhe klopft Motorola für seinen Umgang mit Grundlagenpatenten gegenüber Apple kräftig auf die Finger.
“At the current state of the proceedings, it is to be assumed that Motorola Mobility would violate its duties under antitrust rules if it continues to ask Apple to stop the sales,” the court said in a statement.
Florian Mueller nennt es auf FOSS Patents einen „großen Erfolg für Apple und schlechte News für Google„.
Seiner Argumentation, dass durch den heutigen ‚Rechtsstreit-Rückschlag‘ die 12.5-Milliarden-Übernahme durch Google gefährdet ist, kann ich allerdings nicht folgen. Eine solche Blöße scheint nicht vorstellbar – auch wenn’s intern schon jetzt so aussieht, als ob Motorola und Android keine Zusammenarbeit auf technischer Ebene bestimmt ist.
‚PSG‚ steht für ‚Personal systems group‚ und umfasst alle Notebooks, Desktops und Workstations der Firma HP, deren Einnahmen Apple alleine mit iPads im vergangenen Quartal übertrifft. Jean-Louis Gassée rechnet mit HPs aktuellen Quartalszahlen ausführlich ab: „Why is HP still in the PC business? It must be for the sport, because the money isn’t there.„.
Ein übergeordnetes Bild zeichnete Canalys in seinem Jahresabschluss für 2011. Während der PC-Markt um insgesamt 15-Prozent zulegt, springen ‚Tablet‘-Verkäufe um 274-Prozent. Randnotiz: (488 Millionen) Smartphones überholen erstmals (415 Millionen) PCs; Netbooks brechen im vergangenen Jahr um ein komplettes Drittel ein.
„Automatic. Everywhere. iCloud.“ – ein gute Slogan, einer prägnant auf den Punkt gebrachten Ad.
Für Apple spielt iCloud als Produkt in der gleichen Liga wie ein neues iPhone oder der nächste Mac. Steve Jobs nannte es „our next big insight„. Der Werbespot könnte daher nicht passender als zur Oscar-Verleihung erscheinen.
Als ‚Photoshop Touch‚ im iPad-Kostüm in der gestrigen Nacht überraschend im App Store aufschlug (aktuell wieder zurückgezogen wurde und auf seine Veröffentlichung am morgigen Montag wartet), musste ich zuerst an Adobes Pro-Flash-Werbekampagne „We Love Choice“ aus dem Jahr 2010 denken. Klar, mittlerweile ist diese Kontroverse durch; das Armdrücken um den Vertriebskanal hält jedoch weiter an.
Charles Geschke, einer der Adobe-Gründer, sagte in der damaligen Diskussion:
“The Apple contact was critical to our initial success, but we were also critical to Apple’s success,” Mr. Geschke said. “Now the ball is in Steve’s court,” he said. “If he wants to let us provide software that runs on his devices, we’d be happy to do it.”
‚Photoshop Touch‚, das bereits seit einigen Wochen für Android existiert, scheint Adobes erster ernstzunehmender Versuch einer eigenständigen Bildbearbeitungssoftware für Tablets, die nicht nur als Express- oder Sidekick-Version Gastauftritte bekommt.
Genau wie Microsoft sich Gedanken um die Zukunft seiner Office Suite macht, kann auch Adobe nicht länger sein ‚bestes Pferd‘ der neuen iOS-Spielwiese vorenthalten. Die dort mittlerweile versammelte Photoshop-Konkurrenz ist zwar groß, doch Adobe weiß: ‚Wir lieben Auswahl‚.
Update: Für 7.99€ steht Photoshop Touch (App Store-Link) ab sofort zum Download. Meine ersten 30 Minuten mit dem iPad-Bildbearbeitungsprogramm fallen ambivalent aus: Die gelungene UI und der gewichtige Funktionsumfang leider unter schwächelnder Performance, die eurer Arbeit unregelmäßig Stöcke zwischen die Beine wirft.
Reckless Racing 2 (0.79€; universal; App Store-Link) driftete bereits vor drei Wochen in den App Store und erhielt ungerechtfertigt an dieser Stelle keine Erwähnung. In den kommenden zwei Tagen ist das Rennspiel von 4Euro auf 79 Cent preisreduziert, was Anlass genug ist, die überfällige Empfehlung nachzuholen.
Pixelbite Games, das schwedische Studio mit einer Schwäche für Racer, wirft nicht nur ‚mehr Bewehrtes‘ (Achtung Wortspiel!) ‚ins Rennen‘ sondern mischt die Karten für das eigene Sequel noch einmal komplett neu. Einem aufgemotzten Fuhrpark, dem jungfräulich ausbalancierten Schwierigkeitsgrad sowie das mächtige Engagement in puncto Audio- und Grafik-Design, gilt es Respekt zu zollen.
Die aktuelle Download-Version fährt auf älteren iOS-Geräten allerdings vermehrt gegen die Wand – Pixelbite ist zwar dran, kämpft jedoch seit der ursprünglichen Veröffentlichung mit unzureichender iPad-1-Stabilität. Ebenfalls fehlt eine Aussage, ob sich zukünftig die Erfolge der 40 Herausforderungen auf 24 Strecken auch über iCloud abgleichen.
Soviel zur Erbsenzählerei, die nämlich nicht verschleiern soll, dass sich hier ein Rennspiel auf Pole-Position-Niveau versteckt, das aktuell viel zu preiswert an die Startlinie rollt.