07. März 2012
[iPad-Case] G-Form Extreme Sleeve (+ Video)
Die G-Form-Schutzhüllen jagen auf YouTube regelmäßig dem viralen Marketing-Zug hinterher. Hockey-Spieler dreschen iPhones übers Eis und iPads stürzen sich unter fünf Kilo schwere Bowling-Kugeln. Ein durchaus gelungenes Werbeformat für die knautschigen Schutzpanzer, die laut Angabe seines Herstellers Stoßenergie um bis zu 90-Prozent absorbieren (können).

Eine Nachahmung ist keinesfalls empfohlen. Da sich individuelle Stürze ohnehin nicht nachstellen lassen, muss der Glauben an die patentierte Technik, die auch im Extremsport für Knie- und Ellenbogen-Pads zum Einsatz kommt, ausreichen. Manche ‚Tester‘ sind nicht so einsichtig. Aber damit muss das G-Form-Team umgehen, wenn es iPads aus dem Weltall (!) fallen lässt.
Der Kompromiss zwischen (Kunststoff-)Dicke, dessen Flexibilität und Gewicht (220g), im Kontrast zum erzielten (Belastungs-)Schutz, erscheint mir fair und empfehlenswert (~40 €; Affiliate-Link).
* Alle selbstproduzierten Videos gibt’s auch als iTunes-Podcast. Aber das wisst ihr ja eh schon.
Beachtlich: Entwickler kopiert To-do-App ‚Clear‘ innerhalb von drei Wochen

Realmac Software kündigte seine To-do-App ‚Clear‚ auf der Macworld | iWorld Ende Januar an. Keine drei Wochen später schafft es eine (zumindest optisch deckungsgleiche) 1:1-Kopie durch die Entwicklungsumgebung Xcode sowie Apples Genehmigungsprozess in den App Store. ‚Clear Todo‚ hielt das kurze Twitter-Beben der Entrüstung allerdings keine fünf Stunden aus und flog hochkant wieder aus dem Download-Verzeichnis.
In diesem Fall besteht wenig Diskussionsbedarf über den Rauswurf; in anderen ‚Copy-Paste‘-Situationen muss das nicht so eindeutig laufen. Apple weiß selbst über die Vorteile, eigene Produkte bis kurz vor ihrer Auslieferung zurückhalten. Der Ripoff-Release dürfte Realmac Software für ihren Start am Mittwoch allerdings wenig stören: Spätestens nach dieser Eskapade ist der Termin für ‚Clear‚ zurück ins Kurzzeitgedächtnis gerutscht.


via Michael Simmons
Corpse Party Blood Covered: Repeated Fear

„Der Leichenschmaus für ein totes System“ titelte J-Junk.de und erklärte seine Faszination für Corpse Party (19.99 €; App Store-Link) zusätzlich auf 17-Podcast-Minuten bei Manuspielt in Episode #395. Das Manga-/Anime-Adventure für die PSP, das seit der vergangenen Woche als (ausschließlich) japanische Version für 20 Euro auch im App Store erschien, ist genau aus diesen zwei Gründen interessant.
Premiumpreis
Der veranschlagte 20-Euro-Preiszettel wirkt im iOS-Zirkus alles andere als konkurrenzfähig. Ziehen wir den Vergleich allerdings zum Spielekatalog von PSP (Vita) und Nintendo (3)DS, die ihre Spiele mit professionellen Sprechern, Story-Schreibern und 10+-Spielstunden veröffentlichen, erscheinen die 19.99 Euro nicht komplett unrealistisch. Trotzdem bleibt eine Frage unbeantwortet: Sind ‚Vollpreistitel‘ noch zeitgemäß?
Unbestritten: Der Preisdruck vom App Store ist allgegenwärtig. Der Eifer einiger Hersteller sich ausschließlich auf ein Freemium-Verkaufsmodell mit In-App-Käufen zu konzentrieren, ist nachvollziehbar. Der App Store ist jedoch nicht ansatzweise so erwachsen, als dass er nicht noch gehörig Spielraum für unterschiedliche Preis-Probeläufe bieten würde. Klar, ein kostenloser Download ist nicht zu verachten – insbesondere solange der Apple-Shop eine (richtige) Demo-Funktion vermisst. Gleichwohl wird es aber auch zukünftig noch Spieler geben, die einen festen Preis fürs ‚Flatrate‘-Spielen bevorzugen, der jenseits von den üblichen 4.99 € rangiert.
Nischenprodukt
Der zweite Aspekt von Interesse für Corpse Party ist dessen japanische Abstammung, die sich als ‚Graphic Novel‚ selten bis (tief) in den Westen durchschlägt. Als Kind, dass in den 90er-Jahren in den Videospiel-Zaubertopf fiel, weiß man um die technischen und finanziellen Import-Ärgernisse. Zeit, Geld und und ganz viel Glauben hat es damals gekostet, ein Importspiel in den eigenen Konsolenschacht zu bekommen. Für Publisher ist ein Vertrieb von Nischentiteln schlicht zu teuer. Im App-Store-(Download-)Zeitalter fallen diese Schranken für beide Seiten.
Corpse Party lässt durch eine fehlende Untertitel-Lokalisierung mächtig Potenzial verstreichen. Das allerdings überhaupt eine Veröffentlichung stattfand, schürt die Hoffnung auf mehr (exotische) Spielarten, die auch hierzulande erscheinen.

Die iOS-Version von Corpse Party hat sich Niels Kobschätzki mit entsprechenden Japanisch-Kenntnissen fürs iPhoneBlog angeschaut und zwei Zeilen darüber verloren. Vielen Dank!
Corpse Party Blood Covered: Repeated Fear ist eine bereits von diversen Plattformen (NEC, Windows und PSP) bekannte ‚Visual Novel‘ im Horror-Genre. In der Geschichte geht es um eine Gruppe von Oberschülern, die in eine längst niedergerissene Grundschule teleportiert werden. Die Schule wurde ursprünglich in Schutt und Asche gelegt, als sich Menschen dort ermordeten und auf seltsame Weise verschwanden. Das Ziel der Schülergruppe ist es, dem Spukhaus (lebendig) zu entfliehen.
Entgegen einem klassischen RPG-Abenteuer hangelt man sich von Event zu Event, welche die Geschichte antreiben. Durch kleine Rätsel und fortwährendes Erkunden des zerstörten Gemäuers löst man das nächste Story-Script aus.
Trotz fehlender Retina-Grafik und kleinere Mängel bei der Steuerung erstaunt der Titel mit tollen Sound-Effekten, stimmungsvoller Musik und nervenaufreibender Sprachausgabe von etablierten Anime-Sprechern. Die 16-Bit-Pixel-Malerei wirkt der Super-Nintendo-Ära entsprungen. Mit Kopfhörern in den Ohren gelingt es Corpse Party den Spieler in seinen Bann zu ziehen – egal ob dieser im Wartezimmer beim Arzt oder in einer holprigen U-Bahn sitzt.
Fortgeschrittene Sprachkenntnisse sind allerdings strenge Voraussetzung. Sämtliche Bildschirmtexte erfordern solides Kanji-Wissen; ohne entsprechendes Vokabular verliert man an der dominanten Erzählung den Spielspaß.
[iPad-Game] Eufloria HD

Eufloria HD (3.99 €; App Store-Link) ist die Sinfonie nach dem PSN-Präludium. Seine ersten Töne spielte die (Freeware-)Komposition allerdings schon zuvor als „Best of the Independent Games Festival„-Nominierung 2009 gegen PixelJunk Eden, Machinarium und Osmos ab.
Eufloria schlägt seine Wurzeln in ein vergleichbares ‚Ambiente-Gaming‘-Genre, das großzügig als Flowers-, Galcon Fusion– und Osmos-Mix umrissen werden kann. Die strategische (Echtzeit-)Eroberung der Asteroidenfelder reicht an den Minimalismus eines ‚fl0w‚ und die Klangkraft von ‚Auditorium‚. Gegenüber der Veröffentlichung im PlayStation Network lässt sich die Spielgeschwindigkeit dreistufig einstellen, mit der ihr als intergalaktischer Guerilla-Gärtner die kleinen ‚Seedlings‘ durchs All schickt.
Das Gameplay profitiert von der Fingersteuerung ungemein. Über verschiedene Gesten sendet ihr eure ‚Truppen‘ aus. Eine Anzeige, ähnlich dem iPod-Drehrad, legt die Truppenstärke fest. Die abstrakte Darstellung wirkt bewusst unterdrückt und glänzt nur in feinen Details. Einzig und allein die blauen Hinweis-Kästen in den Menüs wirken klotzig und damit unpassend.
Unterm Strich ist Eufloria HD der coolere Bruder von Galcon Fusion.
2048 x 1536
Screenshot: David Smith
Die New York Times nennt es „truly amazing„. Für mich bleibt es (noch) unvorstellbar, dass ein iPad mit Retina-Display bereits nächsten Monat den neuen Generationssprung einleitet.
2x neue iPhone-Ads: ‚Rock God‘ + ‚Road Trip‘
AllThingsD: iPad-Event erfolgt Anfang März

Sources say the company has chosen the first week in March to debut the successor to the iPad 2 and will do so at one of its trademark special events.
via AllThingsD
John Paczkowski Erfolgsbilanz für Vorhersagen von Apple-Events fällt in jüngster Vergangenheit präzise aus.



