‘Monsters Ate My Condo’ (0.79€; universal; App Store-Link) – Mutanten verspeisen euer Apartment – lautet hier das vielversprechende Motto. Selbst hartgesottene Freunde japanischer Kinder-Kreisch-Shows zucken beim Anblick vom blauen Esel mit Regenbogen-Horn kurz zusammen. Sobald man die ersten Eindrücke dieses Epilepsie-Zaubertranks jedoch geschluckt hat, entblättert sich ein durchaus herausforderndes Geschicklichkeitsspiel.
Aus der Kreuzung von Pokémon, Godzilla und einer übertriebenen Dosis LSD explodiert euch dieses Bildschirmrauschen vor der eigenen Nase. Die laut fiepende J-Pop-Musik gibt selbst gestandenen Grafik-Pop-Hasen den Rest. Die ersten Minuten, in denen euch das Tutorial versucht beizubringen, was hier gerade passiert, verpasst ihr. Doch die Regeln sind schnell noch einmal erklärt: In der Spielmitte baut sich ein Turm aus Apartment-Etagen auf, die vom Himmel fallen. Durch einen Fingerschnipp nach links oder rechts dezimiert ihr im Jenga-Stil den Stapel an bunten Stockwerken. Sortieren sich dabei drei oder mehr Container der gleichen Farbe aufeinander, gibt’s den Tetris-Combo, der die Zeilen verschwinden lässt.
Die entscheidende Frage, ob eure Godzilla-Finger die Mini-Wohnungen nach links oder rechts werfen, bestimmen wolkenkratzerhohe Monster. Der einäugige Gobelin in grünen Lederhosen liebt Wohncontainer in grüner Farbe. Feuert ihr ihm zu viele Apartments mit anderem Anstrich um die Ohren, stampft er wütend auf und bringt eure babylonische Festung ins Schwanken. Kippt das ungesicherte Baugerüst um, ist die Partie vorbei. Im Eifer der Schleuderei mit den Bauklötzen müsst ihr ohnehin aufpassen, die Spielsteine nicht zu rabiat anzufassen. Wer mit der Mutanten-Fütterung schon beginnt, während die Spielsteine noch fallen, sortiert schneller, wagt gleichzeitig aber einen Feuertanz mit der Stabilität des Turms.
‚Monsters Ate My Condo‚ bleibt ohne Frage ein ‘audiovisuelles Erlebnis’, kämpft sich allerdings keinesfalls an die Spitze der Geschicklichkeitsspiele. Dafür fällt das Gameplay in nur zwei Spielmodi zu eingeschränkt und simple aus. Und trotzdem verkürzt diese Abwandlung vom Brettspiel-Klassiker Jenga gelungen kurze Wartezeiten in der U-Bahn oder beim … Zahnarzt?!
Google+ ‚videotelefoniert‘ ab sofort auch vom iPhone (App Store-Link) – plattformübergreifend, zwischen Android oder direkt in ein Browserfenster. FaceTime und Skype dürfen sich angegriffen fühlen. Insbesondere weil die Anmeldung zu Google+ seit vergangener Woche allen offensteht.
Ohne Frage: Technik, die begeistert! Aber ist es auch ein großer Sprung für soziale Netzwerke?
Der anfängliche (Konkurrenz-)Vergleich mit Facebook, populär breitgetreten, ist seit dieser Woche noch unpassender (als er zur damaligen Zeit schon war). Zuckerberg hat mit ‚Timeline‚ extrem beeindruckt. Punkt.
While Google was busy rushing to get a social network that could compete with Facebook out the door, Facebook was thinking about the next phase of social networking. They were building the next Facebook! Google+ does compete with Facebook — the old Facebook. It does not compete with what Facebook launched today.
In that regard, Facebook pulled an Apple. Apple releases something, and everyone in their space rushes to do the same thing. But they never realize that it’s a losing position. They’re skating to where the puck has been. Apple skates to where the puck is going to be. Facebook is skating to where the puck is going to be.
Shadowgun puts players into the role of John Slade, a professional bounty hunter in the year 2350. Slade’s mission: hunt down Dr. Edgar Simon, renowned geneticist and former employee of the trans-galactic corporation Toltech Enterprises. Players must lead “shadowgun” John Slade as he infiltrates Dr. Simon’s mountain fortress and fights his personal army of mutants, cyborgs, and genetically-enhanced humanoids.
Übersetzt bedeutet das: Eine herzzerreißende Story ist nicht zu erwarten. Einen billigen Plot haben jedoch schon ganz andere (Shooter-)Titel überlebt.
More than 700,000 people use the Financial Times‘ Web-based mobile application to access news and other content, making it more popular than the version sold in Apple’s App Store.
Die kontrollierte App-Store-Politik entzündete die Feindseligkeit zwischen Web-Anwendungen und nativen Programmen. Aber das selbst nach drei Jahren immer noch mit den gleichen Argumenten gestänkert wird („The world outside the App Store is not cold and desperate. Discovery is no problem at all.„), ist albern. Insbesondere weil iOS den Web-Auftritt aktiv unterstützt.
Die Financial Times gab bewusst ihren App-Store-Werbeplatz auf und raubt damit Lesern eine einfache und transparente Kauf-Option. Der Kunde hat einen digitalen Kiosk für seine Wirtschaftszeitung weniger, dessen Verlag zahlt im Gegenzug keine 30-Prozent an Apple und darf nach Adressdaten fragen.
Sarkasmus beiseite: Insbesondere News-Portale sollten ausführlich über ihr Veröffentlichungsformat nachdenken. Sowohl das Web als auch die App können funktionieren – oder scheitern. Halbherzige Umsetzungen, mit Tanz auf allen Hochzeiten, schlagen ganz sicher fehl. Deshalb finde ich den Weg der FT immer noch sehr gut.
Video-Sharing-Apps mit eigenem Upload-Portal haben es in Zeiten von YouTube, Vimeo und Blip.tv ohne Frage schwer. Bis zum ‚Instagram für Filme‘ stehen unzählige Mitstreiter im Weg.
Die Ideen, die jedoch SocialCam, Viddy und seit dem gestrigen Mittwoch auch Klip (kostenlos; App Store-Link) einstreuen, sind bemerkenswert. So bemerkenswert, dass die etablierten Plattformen sich gerne einmal zwei oder drei Features einkaufen dürften.
Im Fall von Klip ist es eine Thumbnail-Vorschau der ‚One-Minute-Flicks‘, die man durch ein Schütteln am iPhone auslöst. Entdeckt man Interesse an einem Upload, rutscht man mit dem Finger von links nach rechts durch das Bewegbild und spult damit vor und zurück. Eine Positionsanzeige, bei welcher Sekunde der Clip gerade ist, gibt es in der Miniaturansicht nicht. Das ist insbesondere für diesen Web-Video-Kram sehr elegant. Mithilfe von ‚Adaptive Streaming‘ vermeidet die App zeitraubendes ‚Buffering‘.
Die automatische Hashtag-Erkennung ist nett; alle ‚Social-Features‘ und ‚Sharing-Optionen‘ hinlänglich bekannt.
Bis zum 30. September steht jede der fünf iPad-Episoden von ‚Back to the Future‚ für 2.39€ im App Store. Telltale Games beschließt damit (s)eine gelungene Grafik-Adventure-Serie zur Kult-Kino-Trilogie.
Fumito Ueda bezeichnete ‚Another World‚ als prägenden Einfluss für Ico und Hideo ‚Metal Gear‘ Kojima zählt der ‚Cinematic platformer‘ in seine ganz persönliche Top 5 der besten Videospiele.
Ich besaß als Knirps mit zwölf Jahren das SNES-Modul – eine auf Nintendos Wunsch entschärfte Fassung der 1991 veröffentlichten Amiga-Version. Damals kam mir der Titel weder ‚visionär‘ noch frustrierend ‚unfair‘ vor. Das Bild hat sich mit der heute veröffentlichten iOS-Ausführung einmal komplett gedreht.
Another World (3.99€; Universal; App Store-Link), in den USA ursprünglich unter dem Namen ‚Out of this World‚ veröffentlicht, besitzt gehörig Retro-Charme und eine gleichermaßen ruppige Steuerung. Ich wette, dass ihr keins der ‚Rätsel‘ im ersten Anlauf hinbekommt. Im Jahr 2011 fühlt sich der Klassiker wie ‚Trial & Error‘-Mustertitel Dragon’s Lair an. Ein Spiel, von dem Eric Chahi, Vater dieser Komposition, zur damaligen Zeit sehr beeindruckt war.
Another World ist nicht nur irgendein Game irgendeines unbekannten Teams sondern die (einsame) Geschichte von Eric Chahi selbst.
In December 1990, one third of the game was done after 17 months of work. Chahi realized it would take two more years at that pace […]
When the game was completed, „at the end of the development I was exhausted and this is the reason that Lester [der Hauptcharakter in Another World] was almost dying in the end,“ says Chahi.
Der französische Videospiel-Designer beeindruckte nach seinem Abenteuer um Lester Knight Chaykin mit Heart of Darkness, verschwand dann für mehrere Jahre von der Bildfläche und kehrte erst diesen Sommer mit einem neuen Spiel zurück. ‚From Dust‚, oft beschrieben als eine Mischung aus Populous und Black and White, fand sich im Xbox-Aufgebot für ‚Summer of Arcade‚.
Wer Another World kennt, muss diese 20th Anniversary Edition sicherlich nicht spielen. Dieses (für so Viele prägende) Werk aber trotzdem jederzeit abrufbar unter den eigenen Fingerspitzen zu wissen, beruhigt.