‚Super Twario‘: Twitter trifft Jump’n’Run

Das heutige Apple-Event ‚Back to the Mac‘ um 19 Uhr (MEZ) streamt über einen HTTP-Livestream von Apple.com auf eine iOS-Hardware ab Firmware 3.x oder ein Mac OS X 10.6-System. Da die Aufmerksamkeitsspanne der kleinen Internet-Welt sich bereits seit mehreren Stunden auf dieses eine Thema reduziert hat, und der Tunnelblick noch bis zum morgigen Donnerstag anhalten könnte, hier eine gedankliche Leichtigkeit.

DirektTwario

Super Twario‚ (1.59 €; App Store-Link) folgt dem eigenen Twitter-Zeitstrahl während man im (Super-Mario-)Jump’n’Run-Stil ein kleines Häschen über den Bildschirm scheucht – „Tweet, Reply und Retweet“ sowie eine Game-Center-Unterstützung natürlich inklusive. Der Idee gilt die Aufmerksamkeit.

via Recombu / (Danke, Mirko!)

Wahrscheinlichkeits-Potenzial einer CDMA-Variante vom iPhone (4) steigt

Nach den zahlreichen (und hauptsächlich zahnlosen) Gerüchten und Spekulationen um eine mögliche CDMA-Version vom iPhone-4-Modell in den vergangenen Monaten, nähern wir uns der nächsten Mutmaßungs-Phase mit möglichen Prototypen und Detail-Thesen. Bereits am Montag berichtet ‚The Boy Genius Report‘ aus „einer ihrer soliden Apple-Quellen“ über ein bereits im Code aufgeführtes iPhone 3,2 Modell im „AP“-Test-Stadium. Das soll die letzte Kontroll-Periode vor der Produktion von finaler Verkaufshardware sein.

Am 11. August berichtete John Gruber auf Daring Fireball:

It’s certainly not in production yet, and hasn’t reached DVT status (device verification test — like Gray Powell’s infamous stolen unit), but it is, a few little birdies claim, at EVT (engineering verification test). That’s one step below DVT, which is one step below production.

Als Termin handelt die Gerüchteküche weiterhin den Jahresanfang 2011. Damit wäre zwar das Weihnachtsgeschäft verpasst, dass nächste Quartalsergebnis jedoch gesichert. Da sich Apple derzeit wenig Sorgen machen muss, die (zweifelsfrei hohen) Erwartungen der nächsten Geschäftszahlen zu erfüllen, wäre eine Verlagerung ins Q2/2011 nur von Vorteil. Die Zeitspanne bis zu einer nachfolgenden iPhone-Generation im späten Sommer 2011 wäre (meiner Meinung nach) immer noch ausreichend. Es bleibt zu bedenken, dass Apple die auslaufende iPhone-Generation generell weiter im Verkauf bestehen lässt. Das iPhone 4 würde sich als CDMA-Version demnach auch über einen iPhone-5-Start hinaus in den Geschäften befinden. In der Vergangenheit erprobt: Die Verkäufe vom iPhone 3G verliefen auch nach dem iPhone-3GS-Start gewinnbringend. Ebenso verkauft sich das iPhone 3GS (scheinbar problemlos) weiter, auch wenn derzeit das iPhone 4 allseits Anklang findet.

Zu beachten: Eine mögliche CDMA-Variante des Apple-Telefons erregt besonders in den US-Blog ihre Aufregung. AT&T steht seit drei Jahren in der Kritik, in Nordamerika schlechtere Performance als die Verizon-Konkurrenz zu bieten. Ob und wie das Mitstreiter-Netz in den Ballungszentren einem Ansturm von mehreren Millionen datenhungrigen iPhones Stand hält, bleibt im Moment noch unbeantwortet.

Der US-zentrierte Blickwinkel ist global betrachtet jedoch nur die halbe Wahrheit. Die veraltete CDMA-Technologie ist auch in China (China Telecom) und Indien (diverse Mobilfunkanbieter) populär. Insgesamt keine kleinen Märkte. Asymco.com ermittelte kürzlich über 500 Millionen potenzielle (Neu-)Kunden. Ohne Frage: für diesen denkbaren Abnehmerkreis lohnt sich eine eigene Produktionsstraße.

Für mich steht außer Diskussion, dass ein mögliches Januar-Gerät optisch identisch zu den jetzigen Modellen ausfällt. Der Artikel von ‚The Boy Genius Report‘ bestätigt dies indirekt, will zusätzlich jedoch von einem Simkarten-Einschub wissen, der untypisch für CDMA-Telefone wäre.

CDMA carriers in the U.S. require proprietary handsets that are linked to one carrier only and are not card-enabled. To upgrade a CDMA phone, the carrier must deactivate the old phone then activate the new one.

via Wisegeek

Für möglich wird erachtet, dass der SIM-Platzhalter für eine Roaming-Mobilfunkkarte im Ausland vorgesehen ist. Der berichtete Prototyp kann jedoch schlicht und ergreifend auch nur dem GSM-Modell angelehnt sein. Ein Zwitter-Smartphone auf CDMA- und GSM/HSPA-Technologie scheint technisch bereits bewerkstelligt, mit Blick auf Apples konservativer Adaptionsrate in der Vergangenheit, ist dies jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Wir erinnern uns an das iPhone Classic, das auf Datenübertragungen aus einem EDGE-Netz setzte, obwohl UMTS bereits im Markt verfügbar war. Apple schien sich damals dem erhöhten Stromverbrauch über die schnelleren UMTS-Geschwindigkeit unsicher.

Im Weblog eines bislang absolut unbekannten Richy Rich, welches erst seit Juni 2010 mit insgesamt 89 Einträgen existiert (!), sollen angeblich erste Fotos vom CDMA-Telefon gezeigt werden. Als Quelle dient ein vietnamesisches, nicht näher spezifiziertes Reparatur-Geschäft. Den unscharfen, vornehmlich mit Wasserzeichen versehenen Bildern, fehlt bis auf ein paar Display-Einblendungen jedoch jeglicher Hardware-Hinweis, der die CDMA-Behauptung stützt.

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via MacRumors

Das jedoch mehr und mehr Informationen über eine iPhone-Telefonvariante beim US-Anbieter Verizon Wireless mit CDMA-Technik an die Öffentlichkeit dringen, dürfte weder Apple noch dem Mobilfunkpartner schaden. Falls sich Apple, wie in weltweit allen Märkten mit mehreren großen Mobilfunkanbietern, von der Exklusivitäts-Vermarktung verabschiedet und seine Umsätze auf die Stückzahl von verkauften Einheiten setzt, dürften die Vertragsdetails auch in den USA schon unterschrieben vorliegen. Peter Oppenheimer erwähnte in den Erläuterungen zu den Quartalszahlen Q4/2010, dass die Strategie von einem mehrköpfigen Vermarktungsmodell bei diversen Anbietern international sehr erfolgreich sei.

Es spricht (meiner Meinung nach) wenig dagegen, eine CDMA-Variante vom aktuellen iPhone-4-Modell in die dafür geeigneten Märkte zu werfen. Ohne Sperenzchen und ohne wesentliche Neuerungen. Einfach solange Abverkaufen, bis die Nachfrage gestillt ist. Mit einer möglichen fünften iPhone-Generation im nächsten Jahr, welche auf die UMTS-Nachfolgetechnologie LTE setzen könnte, darf dann spekuliert werden.

Natürlich soll nicht unerwähnt bleiben soll, dass im Nachsatz des Artikels von ‚The Boy Genius Report‘ das iPhone 5 als im Stadium „EVT“ (engineering verification test), einem Schritt unter „DVT“ (device verification test), bezeichnet wird.

[KlimBim] TiltShift Video, TweetDecks Android-Pflege, Apples Umsätze, Party-Beleuchtung, Jailbreak-Aussichten und U-Bahn-Musik

DirektTiltShift

Bevor Verwirrung aufkommt: Das hier eingebettete Bewegtbild entstand nicht mit der ‚TiltShift Video‘-Software (1.59 €; App Store-Link), die im Folgenden Erwähnung finden soll. Der Effekt fällt jedoch ähnlich ‚miniaturisiert‘ aus. Außerdem entstammen a) die Aufnahmen meiner Heimatstadt Bremen und b) ebenfalls einer iPhone-Kamera.

‚TiltShift Video‘ ist ein erster, noch nicht fehlerfreier Angriff, um dem von Fotos bekannten Effekt, auch auf bewegtes Film-Material anzuwenden. Ausprobieren schadet nicht. Sein Entwickler Fidel Lainez hat uns zusätzlich mit vier US-Promocodes ausgestattet, die ich gerne gegen einen Kommentar an euch weiterreiche.


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Das Android-Ökosystem von TweetDeck (kostenlos; App Store-Link) scheint Steve Jobs Aussagen entsprechend umfangreich.

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TweetDeck CEO Iain Dodsworth sieht für sein Programm die Markt-Zersplitterung durch unterschiedliche Hardware-Geräte mit verschiedenen Google Betriebssystem-Versionen als kein Problem an. Das mag für eine Anwendung mit plattformübergreifendem Adobe-Air-Hintergrund jedoch auch nicht ungewöhnlich sein…


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Grafik: asymco

60 percent of Apple’s sales are from products that did not exist three years ago

via Asymco


DirektLED

Party-Keller sind auch nicht mehr so angesagt wie in den 80ern…

via MacStories


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Der iOS-Jailbreak ‚greenpois0n‚ ist mittlerweile in Revision 4 auch als Mac- und Linux-Download verfügbar und ‚knackt‘ obendrein das iPod-touch-Modell der zweiten Generation.

Angeblich griff George Hotz, der ‚greenpois0n‘ mit seiner ‚limera1n‘-Veröffentlichung zuvorkam, auf Comex‚ ‚Untethered‘-Heck zurück, um einen (weiteren) eigenen iBoot-Level-Exploit für zukünftige Geräte in der Hinterhand zu behalten.

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DirektSubway

Nerdkultur in freier Wildbahn.

via YouTube/WeAreAtomicTom

Steve Jobs Teilnahme in der Telefonkonferenz zu den Apple Geschäftszahlen Q4/2010

Zweifelsohne: Steve Jobs hatte am vergangenen Montag einiges zu sagen. Sein unangekündigtes und überraschendes Erscheinen in der Telefonkonferenz zu den aktuellen Quartalszahlen ließ bereits vor seiner Ansprache hellhörig aufhorchen. Als Anlass deklarierte das Apple Oberhaupt die Überschreitung der Marke von $20-Millarden US-Dollar im Umsatz.

But I just couldn’t help dropping by for our first 20-billion-dollar quarter.

Es wäre naiv anzunehmen, dass dies der einzige Grund für seine Teilnahme war. Seine darauf folgender Vortrag bestätigte dies.

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Mit Genugtuung wiederholte er die bereits vorab verkündete Zahl von 14.1 Millionen iPhones, die alleine in den letzten drei Monaten über die Ladentresen wanderten. Nur indirekt bestätigte sich über diesen Verkaufserfolg, dass die von den Medien aufgebauschte ‚Antennagate‘-Problematik, keinen Einfluss auf die Absätze hatte. ‚Keinen Einfluss‘ ist dabei weit untertrieben. 14.1 Millionen iPhones hat Apple noch nie in einem Quartal abgesetzt. Die letzten Höchstwerte pendelten sich zwischen acht und neun Millionen Geräten ein.

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Danach erfolgte die harsche Kritik in Richtung der Mobilfunk-Mitbewerber. RIMs Blackberrys traf es dabei am härtesten, weil sie von Jobs extrem kurz abgekanzelt wurden.

We’ve now passed RIM. And I don’t see them catching up with us in the foreseeable future. They must move beyond their area of strength and comfort, into the unfamiliar territory of trying to become a software platform company.

Googles Android scheint höheres Mitstreiter-Potenzial in Cupertino zu genießen. Suchmaschinen-Oberhaupt Eric Schmidts 200.000 Android-Aktivierungen pro Tag diskreditierte Jobs mit: „Unfortunately, there is no solid data on how many Android phones are shipped each quarter. We hope that manufacturers will soon start reporting the number of Android handsets they ship each quarter, but today that just isn’t the case.“. Nach Jobs Meinung bleibt abzuwarten, wie sich Apple im Vergleich zu den vom Statistik-Institut Gartner prognostizieten 10 Millionen Android-Telefone im letzten Quartal schlägt. Derzeit aktiviert Apple täglich 275.000 iPhones iOS-Geräte.

Die Kampfansage, die der Apple-Boss hier annimmt, erscheint nicht nur zu hochgegriffen sondern auch ein klein wenig größenwahnsinnig. Obwohl sich Apple derzeit eindeutig bemüht, bei mehreren Mobilfunkanbietern vertreten zu sein, gegen ein lizenzgebührenfreies OS, das alle großen Hardware-Buden auf ihre neu zusammengeschraubten (Smart-)Phones packen können, sollte nicht im Fokus der Betrachtung stehen.

Wie Jobs richtig ausführt, ist der Markt für Telefone mit dem Google-Betriebssystem extrem fragmentiert.

Many Android OEMs, including the two largest, HTC and Motorola, install proprietary user interfaces to differentiate themselves from the commodity Android experience.

Als Software-Beispiel zieht Jobs den Twitter-Client TweetDeck (kostenlos; App Store-Link) heran. Gegenüber zwei überschaubaren App-Store-Programmen (iPhone + iPad), sollen sich im Android-Markt „more than a hundred different versions“ auf „244 different handsets“ tummeln.

Many Android apps work only on selected Android handsets, running selected Android versions. And this is for handsets that have been shipped less than 12 months ago!

Software regiert. Ohne Frage bleibt seine Argumentation nachvollziehbar und zu unterstreichen. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass Jobs ausführlicher betont, dass man sich nicht auf einen reinen Zahlenkampf einlassen möchte. „Sollen Sie doch mehr verkaufen“ wäre als Aussage angemessen; aber vielleicht unpassend vor Analysten-Publikum.

Die Zahlenschieber hätte ich persönlich außerdem expliziter mit der Frage konfrontiert: „Was ist ein Android-Telefon?“. Mit ein paar Beispielen, wie abgespeckt und vollgepackt, eine auf Masse gefertigte Telefon-Hardware ausfallen kann, hätte der Erklärung gut getan. Dagegen wirkte die Darlegung über ein „offenes“ und „geschlossenes“ System dem Zuhörerkreis unangemessen. In den anschließenden FAQ-Nachfragen wurde deutlich, dass einige der zugeschalteten Finanzexperten diese Diskussion ohnehin nicht interessierte.

In reality, we think the open versus closed argument is just a smokescreen to try and hide the real issue, which is, “What’s best for the customer – fragmented versus integrated?”

In den Nachfragen wird außerdem auf den Telefonmarkt als Nullsummenspiel angespielt, welche folgende Antwort erhält:

As you know, the largest market of phones today around the world are non-smartphones. And so over the next several years, many of those non-smartphones are going to convert to smartphones. And the pie is gonna continue to grow.

Im kleinen Seitenhieb auf den Marktführer Nokia lässt Job (bewusst) unter den Tisch fallen, dass die Gewinnmargen bei der Konkurrenz erheblich geringer ausfallen…

Nokia makes $50 handsets, and we don’t know how to make a great smartphone for $50. We’re not smart enough to have figured that one out yet, but believe me I’ll let you know when we do.

…was wenige Minuten später deutlich wird:

You’re looking at it wrong. You’re looking at it as a hardware person in a fragmented world. You’re looking at it as a hardware manufacturer that doesn’t really know much about software, who doesn’t think about an integrated product but assumes the software will somehow take care of itself. And you’re sitting around saying, well, how can we make this cheaper? Well, we can put a smaller screen on it, and a slower processor, and less memory, and you assume that the software will somehow just come alive on this product that you’re dreaming up, but it won’t.

Tablets

Die harten Diskussions-Kaliber hielt sich der Apple Chef jedoch für sein Tablet auf. Unbestritten: Jobs sieht den iPad-Ansatz als (s)ein zukünftige IT-System. Am morgigen Mittwoch könnte beim „Back to the Mac“-Event deutlich werden, wie sehr Mac OS X und iOS gemeinsame Wege beschreiten (sollen).

As you know, we’re already shipping more of them than Macs after just a few quarters. […] The iPad is clearly gonna affect notebook computers. And I think the iPad proves it’s not a question of if, it’s a question of when.

Eine deutliche Absage erteilte er einer 7-Zoll-Version seines Touch-Computers.

One naturally thinks that a seven-inch screen would offer 70 percent of the benefits of a 10-inch screen. Unfortunately, this is far from the truth. The screen measurements are diagonal, so that a seven-inch screen is only 45 percent as large as iPad’s 10-inch screen. You heard me right: just 45 percent as large.

Dieses Statement hätte die aufstrebenden Mitbewerber bereits ausreichend disqualifiziert. Doch wer Jobs über die Jahre erlebte weiß, dass er nicht bei einer indirekten Diskreditierung stoppt.

These are among the reasons that we think that the current crop of seven-inch tablets are going to be DOA—Dead on Arrival. Their manufacturers will learn the painful lesson that their tablets are too small, and increase the size next year, thereby abandoning both customers and developers who jumped on the seven-inch bandwagon with an orphaned product. Sounds like lots of fun ahead.

Hybrid-Modelle, die sich nicht entscheiden können, ob sie Smartphone oder Computer spielen wollen, stehen ebenfalls nicht hoch in der Cupertino-Priorität.

The seven-inch tablets are tweeners: too big to compete with a smartphone, and too small to compete with an iPad.

Nur als Nebensatz fällt: „So we’re out to win this one!“. Es sagt jedoch eine ganze Menge über die Anstrengungen aus, mit denen sich Apple in dieses Geschäft wirft.

Nachsatz

Die Pressemitteilung zur den Geschäftszahlen im vierten Quartal beinhaltet (wie gewohnt) ein Steve Jobs Zitat, das diesmal auf folgende Zeile endet:

Und wir haben noch einige Überraschungen für das laufende Kalenderjahr parat.

Mit Blick auf das derzeitige Barvermögen von 50 Milliarden US-Dollar wäre eine offensivere Strategie für Akquisitionen nicht unrealistisch. Ob sich Apple nach dem eher defensiven und strategischem Einkaufsverhalten der letzten Jahren auf ‚gewagteres‘ Terrain begibt, bleibt abzuwarten.

We don’t let it burn a hole in our pocket, we don’t allow it to motivate us to do stupid acquisitions. And so I think that we’d like to continue to keep our powder dry, because we do feel that there are one or more strategic opportunities in the future. That’s the biggest reason.

Eine annähernd komplette Mitschrift des Telefonats liefert Macworld. Das Gespräch ist auch als Podcast (iTunes-Link) nachzuhören. Des Weiteren veröffentlichte Bloomberg TV in der letzten Woche ein fünfzigminütiges Steve-Jobs-Spezial.

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-> http://www.bloomberg.com/video/63722844/

[update II] Apples Geschäftszahlen Q4 2010: 14.1 Millionen iPhones; 4.19 Millionen iPads

Apple veröffentlicht am heutigen Abend die Geschäftszahlen für das vierte, fiskalische Quartal 2010, welches am 25. September endete. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahres-Trimester legte das iPhone um 91-Prozent an verkauften Geräteeinheiten zu. Insgesamt setzte Apple 14.1 Millionen iPhones und 4.19 Millionen iPads ab.

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Das iPad findet sich zum zweiten Mal in der fiskalischen Erfassung. Nach eigenen Angaben konnte Apple sowohl das iPhone 4 als auch das iPad entsprechend aller produzierten Kapazitäten absetzen.

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“We are blown away to report over $20 billion in revenue and over $4 billion in after-tax earnings—both all-time records for Apple,” said Steve Jobs, Apple’s CEO. “iPhone sales of 14.1 million were up 91 percent year-over-year, handily beating the 12.1 million phones RIM sold in their most recent quarter. We still have a few surprises left for the remainder of this calendar year.”

Insgesamt belief sich der (erneut höchste) Umsatz in der Firmengeschichte auf 20,34 Milliarden US-Dollar mit einem Nettogewinn von 4.31 Milliarden US-Dollar. Apple verkaufte außerdem 3.89 Millionen Macs (27-Prozent Wachstum gegenüber Q4/2009) und 9.05 Millionen iPods (11-Prozent Verlust gegenüber Q4/2009). Eine Aufschlüsselung nach separaten iPod-Modell erfolgt (wie gewohnt) nicht.

Das Apple-Wertpapier durchbrach in der vergangenen Woche erstmals die Marke von 300-US-Dollar.

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Die telefonischen Erläuterungen zu den gerade veröffentlichten Zahlen sind gegen 23 Uhr (MEZ) zu erwarten. Dieser Beitrag findet um spannende Details seine Ergänzung.

via Apple.com/pr

Update

  • Das iPad überholt in seinem zweiten (Lebens-)Quartal die Verkäufe der Mac-Computer.
  • Die 4.19 Millionen verkauften iPads bleiben jedoch unter den Erwartungen von 4.7 Millionen Geräten.
  • Das iPhone war (extrem zurückhaltend) mit 11 Millionen Einheiten vorhergesagt.
  • “We still have a few surprises left for the remainder of this calendar year.” – klingt vielversprechend.

Update II

  • Laut NPD hält der iPod 70-Prozent im US-Markt für portable Musikplayer; weltweit über 50-Prozent.
  • iPhone-Verfügbarkeit: In 89 Ländern bei 166 Mobilfunkanbietern; 85 Ländern führen das iPhone 4, die vier restlichen 3G(S)-Länder sollen bis Jahresende auch das neuste Gerät anbieten.
  • iPad-Verfügbarkeit: 26 Ländern; seit Start 7.5 Millionen verkaufte iPads.
  • Über 65-Prozent der Fortune-500-Firmen nahmen oder nehmen das iPad in ihren Arbeitsprozess auf. Tim Cook: „I don’t know about you, but I’ve never seen an adoption rate in eneterprise like this in my life.“
  • App Store: 200.000 iOS-Entwickler; 65.000 Games; 30.000 iPad-Apps
  • Es sind bereits über 125 Millionen iOS-Geräte verkauft.
  • Steve Jobs nimmt außerhalb der Gewohnheit am Telefongespräch teil und unterstreicht das RIM-Überholmanöver und den Android-Vergleich.
  • Apple aktiviert im Schnitt über 275.000 iOS-Geräte pro Tag.

Festzuhalten bleibt: Starke Worte vom Chef. Steve Jobs greift seine Mitbewerber im Mobilfunkmarkt RIM und Android an. Jobs über den Blackberry-Produzenten: „We’ve now passed RIM and I don’t see them catching up with us in the future. RIM must try to become a software platform.“.

Zu Googles mobilem Betriebssystem werden schärfere Kaliber ausgepackt: „Google loves to characterize Android as „open“ and iOS and iPhone as „Closed“. We find this a bit disingenuous […].“ Als Beispiel zieht er Tweet Deck heran, die ihre Software für 244 unterschiedliche Android-Telefone anpassen müssen. Das sei die Anzahl der unterschiedlichen Telefone, die in den letzten zwölf Monaten den Markt erreicht haben.

Im zweiten Durchgang erteilt Jobs den 7-Zoll-Tablets eine Absage. Und was für eine. „Dead on Arrival“ nennt er die Konkurrenzlandschaft, die sich langsam dem Touch-Markt nähert.

7″ screen is only 45% as large as iPad’s screen. Hold an iPad in portrait view and draw a horizontal line halfway down. What’s left is a 7″ screen…too small. There are clear limits to how close elements can be on the screen before users can’t touch accurately. We believe 10-inch screen is minimum necessary.

Oder der hier:

Manufacturers will learn the painful lesson that tablets are too small, thereby abandoning customers and developers who bought into the 7-inch products. Sounds like lots of fun ahead.

Voller Spaß: Gene Munster von Piper Jaffray traut sich doch wirklich, Steve Jobs nach seinem Standpunkt über (Adobe) ‚Flash‘ zu fragen. Jobs daraufhin: „Flash memory? We love Flash memory.“

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Jobs legt sich noch zwei- bis dreimal kräftig auf Nachfragen der Analysten ins Zeug, um Apples Standpunkt über Preisgestaltung und Produktqualität zu erläutern. „Nokia makes $50 handsets and we don’t know how to make a great smartphone for $50, but believe me I’ll let you know when I do“.

Unerwartete und tiefe Einblicke in die Firmengeschäfte von Steve Jobs, die zum kompletten Nachhören oder Nachlesen ausdrücklich empfohlen sind.

[update] Vierte iPhone-Generation: Weiße Gehäusefarbe weiterhin schüchtern in der Öffentlichkeit

DirektWhite

Zwei offizielle (Video-)Erwähnungen genoss das iPhone-4-Modell in weißer Farbe. Eine schriftliche Pressemitteilung vom 23. Juli informierte kurz und knapp über die Verzögerung auf einen unbestimmten Zeitpunkt dieses Jahr.

White models of Apple’s new iPhone® 4 have continued to be more challenging to manufacture than we originally expected, and as a result they will not be available until later this year.

Apple.com/PR

Die Gründe der Verzögerung sind offiziell nicht kommuniziert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese teils unerwartet aufgetreten sind. Ansonsten erscheint es abwegig, dass sich Steve Jobs am 16. Juli (sieben Tage vor der Pressemitteilung) auf die Bühne stellt und die startende Auslieferung ankündigt.

In jüngster Vergangenheit mehrt sich jedoch die Anzahl der weißen Geräte, die in freier Wildbahn gesichtet werden – so zumindest das Gefühl.

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(Danke, b0b!)

US-Juwelier Ben Baller zeigt drei Fotos; Geek.com kontert mit zwei weiteren Schnappschüssen.

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via CrunchGear

Pocket-lint, die das Gerät auf einem Technik-Event in New York fotografierten (und die Bilder an Geek.com weitergaben), behaupten das Probleme bei der Farbzusammenstellung (seiner unterschiedlichen Zulieferer) die Verzögerung verursacht.

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The white home button colour doesn’t match the white front face plate colour, it turns out.

Pocket-lint

Dieses Gerücht wäre zumindest nicht neu. Andere Quellen sehen eine ausgefranste Display-Helligkeit in der weißen Oberschale als das Problem. Nicht abwegig erscheinen außerdem verwirrte Sensoren, die beispielsweise durch direkte Sonneneinstrahlung die Annäherungsfühler in die Irre leiten.

Als absolut unwahrscheinlich – weil untypisch – erachte ich die Vermutungen, das sich Apple nach den anfänglichen Verzögerungen das weiße Gehäuse für eine mögliche CDMA-Variante bei Verizon Wireless aufhebt.

Ich selbst hatte ein weißes iPhone-Gehäuse am Release-Tag der vierten Generation in den Händen. Dieses war jedoch nicht eingeschaltet. Steven Fry zeigte bei den T3-Awards vergangene Woche in London sein weißes Apple-Telefon: „As he talked on stage; slipped away in his jacket pocket was a mystical white iPhone which he claimed was ‘The only one in Europe’“. Obwohl Steven Fry ein Freund im Hause Cupertino ist, bleiben asiatische GehäuseModifikationen natürlich nicht ausgeschlossen.

(Danke, _schniiklas!)

via Gaj-it

Wie dem auch sei. Obwohl die Verzögerung, insbesondere durch die anfänglichen Ankündigungen und das erneute Steve-Jobs-Versprechen, peinlich ganz und gar nicht optimal verlief: Wenn das weiße Gehäuse die Marktreife erlangt, schlägt sicherlich der eine oder andere (noch) wartende Käufer zu. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass unterschiedliche Gehäusefarben schlicht und ergreifend funktionieren.

Update

Per E-Mail wurde ich darauf hingewiesen, dass derzeit ein weltweiter Mangel an Titandioxid bestehen soll. Hauptlieferant DuPont soll durch eine stark zurückgefahrene Angebotsmenge die Preise in die Höhe getrieben haben. Davon betroffen scheinen Abnehmer in der Lack-, Kunststoff- und Textilindustrie.

(Danke, Micha!)

Zweiter Digital-Auftritt der Nachrichten-App von ‚The New York Times‘ am iPad

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Aus der ‚NYTimes Editors‘ Choice‘ schälte sich am vergangenen Wochenende die ‚NYTimes for iPad‘-Applikation (kostenlos; App Store-Link), die englischsprachige Nachrichten aus 25 Sektionen unter die Fingerspitzen von Apples Tablet-Benutzern druückt. Der entsprechende iPhone-Pendant (kostenlos; App Store-Link) verbleibt vorerst auf seiner bisherigen Versionsnummer, über die jedoch bereits zuvor weitaus mehr News, Features und Headlines abrufbar waren als am iPad.

Die Produktbeschreibung im App Store verrät, dass die Nachrichten-Inhalte mit neuen Video- und Fotostrecken sowie Push-Benachrichtigungen, sich bis „early 2011“ kostenlos werbefinanziert aufstellen. Apple steht Gerüchten zufolge (weiterhin) in intensivem Kontakt mit der amerikanischen Presselandschaft über ein Abo-Modell für Magazine und (Tages-)Zeitungen.

Der „unlimited acces to all sections“ ist derzeit über einen NYTimes-Account erhältlich, der beim ersten Einwählen in das Programm abgefragt wird. Wer noch kein Benutzerkonto sein Eigen nennt, kann eine Registrierung per E-Mail vornehmen. Derzeit scheint jedoch der Wurm in dieser Anmeldeprozedur zu stecken: TeleRead-Leser berichten, dass man sich nach Preisgabe seiner E-Mail-Adresse automatisch für den Newsletter „product and services“ anmeldet.

You have no choice in the matter if you want to use the app. And you can’t opt out EXCEPT by logging into your new account from a web browser.

via TeleRead

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In meinem Testlauf am heutigen Morgen ließ sich diese Option bei der Anmeldung deaktivieren und tauchte auch nicht im „Member-Center“ über die Webseite als ‚angefordert‘ auf. Die Bestätigungs-Mail über den neu angelegten Account ließ jedoch mehrere Stunden auf sich warten und erreichte mich erst, nachdem ich eine Neusendung (erneut über die Webseite) veranlasste. Es scheint in der Registrierungs-Kartei also noch kräftig zu knirschen. Kein Wunder, das Apple eine Lösung über das ‚universelle‘ iTunes-Konto bevorzugt. Die Publisher sehen sich dadurch natürlich den Informationen über ihre Nutzer beraubt, was neben dem Preis als der entscheidende Knackpunkt in den derzeitigen Verhandlungen gelten könnte.

Apropos Verhandlungen: Bereits vor der iPad-Ankündigung sprach man der New York Times und Apple gemeinsame Gespräche zu. Die erste Version der limitierten NYT-Tablet-Ausgabe soll Steve Jobs stark missfallen haben: „We hear Steve Jobs is among the app’s most vociferous critics and has been shunning it.“.

Ob Apple zu einer Übereinkunft mit den großen Verlagshäuser kommt (und überhaupt kommen will), wird sich zeigen. Das derzeitige Eigenvertrieb über das App-Store-Applikations-Modell, bei dem die Herausgeber eigenständig für ihren Vorder- und Hinterbühnen-Auftritt verantwortlich sind, scheint bis auf einige Genehmigungs-Stolpersteine zu funktionieren.

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Der Condé-Nast-Verlag verkauft von seinem Wired-Magazin (kostenlos; App Store-Link) rund 30.000 monatliche Digital-Kopien. Nachdem der erste Monat mit einer Auflage von 100.000 Heften die Print-Verkäufe (Juni: 76.000) überstieg, gibt das sich jetzt (anscheinend) eingependelte Mittel, vielfach Anlass zur Kritik.

And just how are those digital issues performing? After Wired’s enormous first month in June, when it sold 100,000 copies — an even better result than the usual 76,000 it sells off the newsstand — sales have been about a quarter of that. […] A Wired spokeswoman confirmed the magazine has sold an average of roughly 30,000 copies since the June release.

via WWDMedia

Nochmal: 30.000 Extra-Verkäufe, die weitaus teurer als ein (US-)Abonnement ausfallen, sollen schlechte Nachrichten sein? Und auch der oft herangezogene Vergleich von einem Kannibalismuseffekt des Online- und Offline-Vertriebs, scheint mittlerweile haltlos.

There is no clear correlation between a rise in internet traffic and a fall in newspaper circulation. Some papers are growing in both formats, others are succeeding in neither, according to new research.

via Guardian.co.uk

M! Games-Kolumne / November 2010 (online only)

Am 29. Oktober, in rund zwei Wochen, würde an dieser Stelle meine monatliche Kolumne für die M! Games Erwähnung finden. Durch kurzfristige Änderungen am Heftplan fällt meine Seite im September November jedoch raus*. Die 3.000 Zeichen, die ich dem Videospiel-Magazin alle vier Wochen einreiche, waren natürlich schon zusammengehackt. So läuft das halt im Print-Markt…

Schön, dass ich mit diesem kleinen Weblog mein eigenes Verlagshaus bin! Doppelt schön, dass der Text nicht den Weg in die Tonne sondern als frühzeitig veröffentlichte, ohne Lektorat korrigierte, mit Web-Links versehene ‚Online-Only‘-Auflage hierher findet.

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Der Preis ist heiß

Nach vier Monaten steht fest: Apples iPad absolviert den besten Verkaufsstart eines Technikgerätes aller Zeiten. Zumindest dann, wenn man den Analysten Glauben schenken darf, die nach den ersten acht Millionen gläsernen Tablets weitere 45 Millionen verkaufte Einheiten für 2011 prognostizieren. Nach dem sommerlichen Hardware-Hype um den Begründer einer neuen Produktkategorie, flachte mein Interesse an Apples 10-Zoll-Zögling ab. Langsame Erholung stellt sich erst seit wenigen Wochen wieder ein. Keine Frage: Es fehlte Software. Ohne Programme, Spiele und Anwendungen bleibt die noch so modernste Chip-Brutstätte nicht lange von Faszination.

Nach der ersten Dürreperiode finden sich mittlerweile jedoch ein Batzen an überarbeiteten iPhone-Klassikern und neuen Spiele-Experimenten in der iOS-Liga ein. An einigen Umsetzungen arbeiten deren Teams bereits seit der Steve-Jobs-Ankündigung Ende Januar. Neun Monate sind für eine graphisch anspruchsvolle, und mit ausbalanciertem Gameplay bestückte Software, keine Besonderheit. Eine Twitter-App wie Twitterrific verschlang neun Wochen und zirka 1.100 Stunden Entwicklungszeit von zwei Programmierern – die Design-Gestaltung nicht eingerechnet. Mit einem realistischen Stundensatz zwischen 50 und 150 Euro summieren sich kinderleicht Kosten im sechsstelligen Bereich auf. Wer zurück auf einen positiven Kontostand paddeln möchte, benötigt hohe und anhaltende Verkäufe. Das ist teilweise nicht leicht, wenn Benutzer über 500 € für ein Gerät ausgeben, bei den 79-Cent-Titeln jedoch anfangen zu sparen.

Es stellt sich die Frage: Wie viel ist eine Spielstunde wert? Ich zahle mindestens 15 € für den neuesten Action-Blockbuster auf Blu-ray. Ein digitaler Musik-Download kostet knapp einen Euro und die M! Games verlangt monatlich 4.50 € am Zeitschriftenkiosk. Überdrüssig bin ich dem oft herangezogenen Cappuccino-Preisvergleich: Lebensmittel und Unterhaltungsprodukte gegenüberzustellen ist und bleibt schwierig. Die Metapher funktioniert natürlich trotzdem. Vergleichbar leicht gestaltet sich die individuelle Frage nach der persönlichen Wertigkeit: Sind 7.99 € für “Sonic The Hedgehog 4” mit 20 Leveln ein guter Deal? Das ‘Legend of Zelda‘ inspirierte Rollenspiel “Across Age” veranschlagt 15 Stunden Spielzeit. Fallen 5.99 € für die iPad-Version (App Store-Link) dafür zu teuer aus?

Pfennigfuchser

Während ich meine (Freizeit-)Rechnung zwischen Spielstunden an der Konsole und den mobilen Apple-Begleitern ohne Probleme aufdröseln kann, gestaltet sich die Verknüpfung zum Preis-Etikett schwieriger. Für den Neupreis eines PS3-Newcomers wie ‘Medal of Honor’ kann ich im gleichen Gegenwert die bezahlten App-Store-Charts von Position 1 bis 47 aufkaufen. Stürzt man sich lediglich auf die Kategorie der Spiele und greift zu den angesagtesten Titeln im ‘umsatzstärksten’ Segment, lassen sich alle Top30-Games erwerben.

Als Naturgesetzt scheint eine Wechselbeziehung zwischen Preisfindung in Abhängigkeit zur Bildschirmgröße zu bestehen: So wie GameBoy- und PSP-Titel günstiger als ein Spiel für die PS3 oder Wii ausfallen, ist die iPad-Version eines (identischen) iOS-Titels oft doppelt zu teuer. Im Vergleich zur Handheld-Konkurrenz sind iOS-Games jedoch immer noch für einen Wegwerf-Preis zu erstehen.

Schlussendlich ist es daher unbedeutend, ob der erste iPad-Erfolg alle Geschichtsrekorde im Verkauf bricht. Auf dem gemeinsamen iOS-Trittbrett hat Apple bereits den zweiten Fuß in der Tür zum Videospielmarkt.

* nächsten Monat soll es wie gewohnt weiter gehen.