Google Nexus One

Seit vier Wochen besitze ich das Smartphone ‘Nexus One’ von Google. Das ist die erste Hardware-Edition des Suchmaschinenherstellers, die in Zusammenarbeit mit HTC entstand. Das Android-basierte Gerät wird derzeit nur in Nordamerika sowie den Testmärkten in Großbritannien, Singapore und Hong Kong verkauft. Die Bestellung verläuft über die Google-Webseite http://www.google.com/phone/, und lässt sich sowohl mit als auch ohne Vertrag bestellen. Eine Gravur auf der Rückseite erfolgt optional, die Bezahlung (weniger optional) durch Google Checkout.

Meine Bestellung verließ an einem Dienstagabend meinen Browser und lag bereits am Freitagmorgen auf der Fußmatte meines San Francisco-Kontakts. Zwei Tage später durfte ich die iPhone-Konkurrenz in München in Empfang nehmen. Freigeschaltet für alle Simkarten – ‘unlocked’ – kostet der Spaß $529 US-Dollar. Subventioniert gibt es das GSM-Gerät mit einem zweijährigen Vertrag für $180 US-Dollar. Der CDMA-Bruder, für die Verwendung im Verizon-Netz, soll in Kürze folgen. Google möchte noch in diesem Jahr auch direkt den deutschen Markt bedienen. Vodafone ist dafür als Subventionspartner im Gespräch.

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Warum Android

Ein Scheuklappenblick ist nie zu empfehlen. Tagtäglich setze ich mich im Zuge der iPhoneBlog-Berichterstattung auch mit seinen Konkurrenten auseinander. Persönliche Praxiserfahrung für diese Systeme kann dafür nie schaden.

Die ersten ,Hands On‘-Berichte waren sich im Januar ziemlich einig: wenn man ein Android-Phone ausprobieren wollte, ist das Nexus One die derzeit herausstechende Hardware. Des Weiteren kommt zum Tragen, dass es sich um ein individuelles Modell handelt, welches in eine Konkurrenzbeschreibung zum iPhone gesetzt werden kann. Aus diesem Grund soll mein kurzer persönlicher Abriss auch nicht alle Einzelheiten der Android-Plattform abfeiern, sondern eher die Perspektive eines (verwöhnten) iPhone-Kunden darstellen. Ich habe bewusst einen so langen Testzeitraum gewählt, um die eindeutig andere Philosophie des Gerätes zu verstehen.

Wolkenplatz

Jason Snell hat für die Macworld vor ein paar Tagen eine wirklich gelungene Nexus One-Abhandlung aus iPhone-Perspektive verfasst. Darin sprach er unter anderem den Umstand der ,Over the air‘-Synchronisation an: Musik-Download via Amazon MP3-Store werden direkt auf dem Gerät erledigt. Nachdem man seinen Gmail-Account eingetragen hat, synchronisieren sich alle Online-Kalender, Kontakte und Postfächer mit dem Smartphone. Sogar komplette Firmware-Updates, wie beispielsweise die kürzlich veröffentlichte Multitouch-Softwareimplementierung, gelingen ohne den Anschluss an einen Computer.

Bei dem simlockfreien Gerät legt man eine beliebige Telefonkarte ein, verknüpft sich bei Bedarf mit dem nächsten WiFi-Netzwerk und ist startbereit. Keine Aktivierung, keine USB-Synchronisation und vor allem kein iTunes. Zumindest die Ersteinrichtungen müsste auch für iPhone-Kunden genauso funktionieren.

Frickelig wird es, wenn man die wechselbare SD-Karte – in einem Art Festplattenmodus – mit seinem Computer verbindet, und von dort Dateien auf die Speicherlösung werfen möchte. Alles, was sich nicht in der ,Wolke‘ befindet, muss über Dateistrukturen, Ordner-Bäume oder Drittanbieterprogramme wie doubleTwist erledigt werden.

Es gibt Zusatzsoftware im Android Market, diese einem den USB-Sync vereinfacht. Die Ausrichtung ist jedoch ohne Frage größtenteils auf die reine Online-Nutzung ausgelegt.

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Market

Was für das iPhone der App Store ist, heißt an dieser Stelle ‘Android Market’. Derzeit fasst das Angebot an Dritthersteller-Software lediglich wenige tausend Programme, machte jedoch innerhalb kürzester Zeit wahre Entwicklungssprünge. Alleine in den letzten vier Testwochen haben sich neue Strukturen, Kategorien und Layout-Veränderungen eingebürgert. Der Software-Katalog leidet derzeit noch unter zu wenigen nützlichen Benutzer-Rezensionen und kämpft mit einem uneinheitlichen Währungssystem. Der Anwender zahlt per Google Checkout manchmal in Dollar-, Euro-, Yen- oder Pfund, bekommt aber lediglich eine grobe Angabe, welcher Betrag (entsprechend des Wechselkurses) auf seiner Kreditkarte später erscheinen könnte.

Ohne Apples Genehmigungsprozess fallen die Hürden für eine Programmveröffentlichung im Android Market ziemlich niedrig aus. Das führt bis jetzt zu einigen wenigen ,Erwachsenenprogrammen‘ und zu einem reichhaltigen Katalog an Musik-Software der eher ‚grauzonigen‘ Art. Nach Schlagwörtern lassen sich damit Songs auf kryptisch-bezeichneten Servern aufspüren, streamen und direkt herunterladen. ,I Music Tao‘ ähnelt dem Amazon MP3-Angebot, subtrahiert jedoch das Bezahlsystem für die Musiktitel.

Wer sich durch die verzweigten Einstellungen am Smartphone wühlt, findet eine Option mit der sich auch ,unautorisierte‘ Programme aus dem Netz installieren lassen. Damit verlässt das Android-Betriebssystem seine Türsteherposition und übergibt dem Benutzer die Verantwortung welchen Softwarecode er auf seinem Gerät installiert.

Wer eine Software wieder entfernen möchte, deinstalliert es aus einer Art Programmverzeichnis. An dieser Stelle im Betriebssystem, aktuell mit Firmware 2.1 – Update 1, finden sich auch die derzeit ausgeführten Dienste, die im Hintergrund ihre Bereitschaft aufrechterhalten.

Background

So wünschenswert die Hintergrundprozesse für viele Anwendungen auch sein mögen, das hier implementierte Prozedere zu intransparent. Insbesondere was die Batterielaufzeit angeht. Dem Anwender wird wie in dunklen früheren Smartphone-Tagen zuviel zugemutet, indem er für einen passablen Batterieverbrauch verantwortlich gemacht wird. Meine Zeit, manuell Anwendungen abzuschießen und bei Bedarf wieder neu zu starten, ist mir eigentlich zu kostbar.

Für Musik-Streamingservices wie Last.fm oder die Podcast-Anwendung ‘Google Listen’ ist diese Lauffähigkeit im Hintergrund jedoch genial. Genauso sinnvoll lässt sich auch Google Latitude zur Standortbestimmung aktivieren. Auf einer Autofahrt durch die halbe Republik konnten meine Eltern konstant verfolgen, wo ich mich gerade befand. Auf dem iPhone würde die gleiche Funktionalität bedeuten, die Anwendung komplett im Vordergrund laufen zu lassen und sich damit in allen anderen Bereichen stark einzuschränken.

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Benachrichtigungen

Zieht man die kleine Statusleiste von oben wie eine Jalousie herunter, lassen sich hier Informationen zu neuen Chat-Nachrichten, Anrufen, Kurzmitteilungen oder Downloads abrufen. Eigentlich ideal, um seinen Arbeitsrhythmus nicht zu unterbrechen und trotzdem einen ungebremster Nachrichtenfluss zu konsumieren.

In der Praxis jedoch bin ich entweder schon zu verdorben von aufspringenden Push-Benachrichtigungen, oder die Implementierung stößt an ihre Grenzen. Bei schon wenigen Ereignissen füllt sich die Statusleiste mit elendig vielen Symbolen, die kein Mensch mehr auseinanderhalten kann. Teilweise ist gewisse Dritthersteller-Software nicht intelligent genug, ihre Icons zu bündeln und ‘müllt’ die Informationsleiste zu.

Individuelle Gestaltung

Die verschiedenen Android-Bildschirme lassen sich mit Programmen aus dem installierten Software-Pool einzeln bestücken und frei anordnen. Ähnlich einem Betriebssystem-Desktop müssen nicht alle Programmsymbole in Reih und Glied stehen. Individuelle Themes, Objekte und Hintergründe sind selbstverständlich. Die animierten Wallpapers, bei denen beispielsweise kniehohes Grass sanft im Hintergrund wippt, gefallen. Im Android Market gibt es davon unzählige mehr, die zwar nicht der Akkuleistung ein Lächeln einhauchen, aber zumindest dem Benutzer.

Außerdem darf man sich mit Widgets versorgen. Extrem hilfreich empfand ich den von Haus aus installierten Google News-Infokasten, der wie eine Art Nachrichtenticker funktioniert. Auf diese Weise lassen sich auch Kontakte oder wichtige Knöpfe, beispielsweise für die Bildschirmhelligkeit auf dem Homescreen ablegen.

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Handhabung

Wenn man auch nach vier Wochen noch Einstellungsoptionen findet, die man zuvor noch nie gesehen hat, darf das Wort ,Lernkurve‘ eigentlich gar nicht mehr in den Mund genommen werden. Trotzdem wühlt man sich durch die Optionen und über die vier fest beschrifteten Touch-Tasten am unteren Bildschirm. Die Bedienung wird mit zunehmender Zeit nicht logischer, geht aber irgendwann in Fleisch und Blut über – zumindest das unterbewusste Instinktverhalten weiß wo zu drücken ist.

Jemand, der zuvor ein iPhone verwendet hat, ist auch nach der ersten Woche noch komplett verloren. Die ,Zurück-Taste‘ navigiert teilweise systemweit über verschiedene Programme zurück zum Hauptmenü, kommt auf der anderen Seite jedoch auch vermehrt zum Einsatz um Pop-Up Fenster zu schließen.

Die Tastatur enthält ein geniales Erkennungssystem für Wörter, so dass Buchstabenkombinationen, die das interne Wörterbuch noch nicht kannte, bei der nächsten Verwenden gleich vorgeschlagen werden. Die Erkennung ist bereits oft nach den ersten 2-4 Buchstaben eines Wortes richtig, was einem erhebliche Schreibarbeit abnimmt.

Leider lässt sich die Sprache der Tastatur nicht ohne einen Umweg über die Einstellungen wechseln, was für multilinguale Benutzer extrem nervig ausfällt. Außerdem vermisse ich die Lupen-Funktion, mit der beim iPhone eine Textstelle ausgewählt wird. Bei einer falschen Schreibweise auf dem Nexus muss ich mit Glück versuchen die richtige Stelle auf dem Bildschirm zu berühren, oder den Trackball nutzen.

Der leuchtende Ball informiert durch Blinken über neue Ereignisse. Leider lässt sich mit Boardmitteln nicht spezifisch genug konfigurieren, wie oft und für was ein Leuchten ausgelöst wird. Menschen, die mehr als eine E-Mail oder einen Anruf pro Tag bekommen, finden sich besser mit dem konstanten Lichtkegel ab.

Das Problem mit gekennzeichneten Hardware-Tasten ist ihre fixierte Position. Dreht man das Gerät seitwärts, geht die Funktionalität zwar nicht verloren, jedoch die zuvor angeeignete Handhabung. Des Weiteren hat es mich rund zwei Wochen gekostet, bis ich darauf eingestellt war, dass die virtuellen Tastaturanschläge und ‚Hardware‘-Knöpfe leicht oberhalb der eigentlichen Darstellung zu treffen sind.

Ganz mit freien Händen funktioniert die Eingabe der Suchbegriffe über die Spracherkennung. Ganze (englischsprachige) Emails lassen sich zumindest mit meinem Akzept damit nicht verfassen. Einzelne Begriffe analysiert die online-angebundene Software schnell und präzise.

Ladezyklen

Die erste Batterieladung in der anfänglichen ,Ausprobierphase‘ bewältigte das Nexus von Sonntagmorgen 8 Uhr bis Montag Nachmittag 16 Uhr. Die zweite Ladung setzte sich am Dienstag um 8 Uhr in Bewegung und hielt bis Mittwoch 20:30 Uhr. Das Nexus One lässt sich unter den Rock schauen, welche Prozesse die meiste Batteriekraft verschluckt haben. Im vollen Einsatz nimmt das (übrigens grandiose 480 x 800 Pixel große) Display rund 70-Prozent davon ein.

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Fazit

Nach meiner ganz persönlichen Anschauung bereichert das Android-Betriebssystem – in dieser Hardware-Revision von Google – den Smartphone-Markt. Und das, obwohl es haarsträubende Fehler im Software-Design mitbringt und generell eine intuitive Bedienung vermissen lässt. Ich mag die Abwechslung und die so freizügige Philosophie, die das Gerät verkörpert. Kollege Pritlove sagte bei Philip Banse (Link) kürzlich so schön: “Google hat den Mut zum Fail” – und keine Charme auch mit Projekten zu scheitern.

Weder das Google Nexus One noch das Android-OS sind ein Misserfolg. Sie fahren ihre Karosserie derzeit lediglich mit einem anderen Kraftstoff. Dieser bedient im Moment mehr die Bastler-Schiene, in welcher viel ausprobiert, verworfen und neu zusammengesetzt wird. Einen Vergleich mit Linux traue ich mir nicht zu. Trotzdem lässt sich festhalten, dass das Nexus Bedürfnisse bedient, die mit der kommenden Windows Mobile 7-Serie oder dem iPhone eindeutig nicht abgedeckt werden (sollen). Genau aus diesem Grund würde ich das Gerät in seiner jetzigen Form auch nicht dem typischen ‘Anwender’ an die Hand geben. Im optimistischsten Fall spürt er nur 20-Prozent des verbauten Funktionsumfangs auf; als pessimistischste Prognose endet der Testlauf mit kompletter Verzweiflung.

Die Android-Plattform stellt sich aus meiner rosafarbigen iPhone-Brille als (frei-)sprudelnder Ideenpool dar, der einige clevere Ansätze mitbringt und die richtige Stoßrichtung aufweist. Ob sich diesem Ansatz ein intuitives Bedienkonzept überstülpen lässt, muss sich noch zeigen.

WriteRoom, TaskPaper und Simplenote: Text- und Notizprogramme mit Fokus auf Inhalt

Jesse Grosjean ist ein wahrer Text-Fetischist. Tintenschwarze Buchstaben vor einem weißem Hintergrund scheinen ihm Glück zu bescheren. Interessante Perspektive, die in dieserer modernen ‚klicki-bunti‘ Welt unbedingt einmal Erwähnung finden darf.

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Aufmerksam geworden bin ich auf sein Entwickler-Studio Hog Bay Software durch das Mac-Programm WriteRoom. Dieser ‚Wörter-Produzent‘ öffnet sich in einer Vollbild-Darstellung. Ohne irgendwelche ablenkenden Layout-Masken, Textformatierungen oder Design-Optionen blinkt in mittiger Position ein schlichter Curser für die ablenkungsfreie Texteingabe.

Ohne Vorlagen, Schriftarten oder gestalterische Merkmale darf von nun an Text produziert werden – wie damals in den guten alten Schreibmaschinen-Zeiten. Die antike Idee wird durch ein Plugin aufgewertet, mit dem sich eure Texterzeugnisse in jede Applikation übernehmen lassen. Wer sich mit voller Konzentrationskraft an eine E-Mail für die Verwandtschaft arbeitet, kann in der ungestörten WriteRoom-Atmosphäre seinen Text verfassen und diesen dann mit dem favorisierten eMail-Programm abschicken.

WriteRoom ist auch in einer iPhone-Version erhältlich. Die Besonderheit erstreckt sich über den Sync-Service SimpleText. Wer seinen Google-Login benutzt und sich auf dem Online-Dienstleister damit einwählt einloggt, sichert an dieser Stelle seine Textdokumente vom iPhone. Auf dem Mac ist der Synchronisationsdienst leider nicht direkt in WriteRoom integriert und muss separat installiert werden. Danach gleichen sich jedoch Heimrechner, iPhone und Online-Datenbank ab. Sogar simples Konfliktmanagment beim gleichzeitigen Bearbeiten eines Dokumentes versteht das Programm.

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-> App Store-Link

Mit TaskPaper weitet Grosjean seine Leidenschaft für eindeutig formatierte Buchstaben auf eine ToDo-Software aus.

Die Bedienung ist sehr eigentümlich; der Screencast empfiehlt sich zum ersten Verständnis. Grundsätzlich arbeitet der Benutzer auch hier nur mit einem einzigen Stück Papier, das mit drei unterschiedlichen Formatierungen Projekte, Aufgaben und Schlagwörter auseinanderhält. Durch SimpleText.ws kommt der einheitliche Abgleich zwischen Web-Service, Mac und iPhone zustande.

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-> App Store-Link

Wie bereits mehrfach betont: das HogBay-Konstrukt weicht komplett aus den Philosophiesträngen der gängigen Text- und Aufgabenprogramme ab, ist nicht gerade günstig (Mac-Software-Bundle: $39.99 US-Dollar), aber ein durchaus frischer, simplifizierter Blick auf Textverarbeitung.

Zum Thema passend soll am Ende noch kurz Simplenote (kostenlos; App Store-Link) (s)eine Erwähnung finden. Die App Store-Software ist werbefinanziert, kommt ebenfalls sehr aufgeräumt daher und gleicht sich mit den unterschiedlichsten Desktop-Programmen ab. Darunter finden sich spendenfinanzierte Programme wie JustNote oder DashNote, preisgünstige Shareware namens Nottingham oder der OpenSource-Vertreter Notational Velocity.

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-> App Store-Link

Insgesamt also genügend Möglichkeiten, das unsägliche Apple-Standardprogramm ‚Notizen‘ auf eine iPhone-Homescreen-Seite ganz weit nach hinten zu verfrachten.

[game] Street Fighter IV im App Store (+ Video)

Capcom zauberte mit Street Fighter IV (hierzulande) Anfang 2009 eines der erfolgreichsten Videospiel-Comebacks, nachdem das Genre der Beat’em-Ups jahrelang für tot erklärt wurde. Jetzt folgt auf kompakten 200 MB die iPhone-Version des Prügel-Hits. Und die gute Nachricht gleich vorweg: Es ist gut!

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Skepsis war durchaus angebracht. Schwer vorstellbar, dass ohne haptisches Tasten-Feedback die unzähligen Spezialangriffe und komplexeren Moves des Gameplays umgesetzt werden konnten. Natürlich darf man den Prügler nicht gegen die Konsolen-Version mit Arcade-Stick antreten lassen, die Rückmeldung, der über das Bildgeschehen gelegten Buttons, fühlt sich jedoch ‚akkurat‘ an. Combo- und Ultra-Attacken lassen sich über ein Menü sowohl vor als auch während eines Kampfes einsehen. ‚Alte‘ Street Fighter-Haudegen feuern ihren Hadouken bereits ohne Eingewöhnungsphase aus der Hüfte – ein optionaler ‚Move Assistent‘ greift hilfsbereit unter eure Schultern.

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Acht Charaktere – Abel, Blanka, Chun-Li, Ryu, M.Bison, Dhalsim, Guile und Ken – lassen sich zu Beginn des Spiels anwählen, die sich sowohl im Einzel- als auch Mehrspieler-Modus duellieren. Beim lokalen Multiplayer-Modus über Bluetooth wählt ‚Spieler 1‘ eine der sieben Kampfarenen und legt die Rundenanzahl sowie das Handicap fest. Trainieren lässt sich im ‚Dojo‘, ‚Free-Sparring‘ oder dem ‚Training Room‘.

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Grafik und Sound sind hervorragend und sollen auch auf einem iPhone 3G mit flüssiger Framerate die Kontrahenten auf einander eindreschen lassen. Lediglich die Ladezeiten zwischen den Fights und der Menü-Navigation gilt es zu optimieren.

Ich bin mir sicher, das Capcom bereits weitere Charaktere wie Zangief oder Edmond Honda in der Hinterhand hält und über einen Zusatzverkauf in den nächsten Monaten veröffentlicht. Trotzdem dürfen Fighting-Fans bereits jetzt, tänzelnd das 8 €-Prügelpaket aus dem App Store herunterladen.

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-> App Store-Link

* Alle selbstproduzierten Videos gibt es ‘iPhone-kompatibel’ auch in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.

iPhone SDK 3.2 beta 4 steht im Download-Portal bereit

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Apple hält auch mit der vierten öffentlichen Beta-Version für die iPad-Entwicklungsumgebung seinen zweiwöchigen Veröffentlichungs-Rhythmus ein. Das iPhone SDK 3.2 beta 4 steht im Download-Portal mit gewichtigen 2.5 GB für seine zahlende Kundschaft bereit. Als erste sichtbare Neuerung wird derzeit lediglich ein Lesezeichen-Knopf in MobileSafari gehandelt.

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-> http://developer.apple.com/iphone/

Zwei kurze Randnotizen können wir der wenig bissfesten Meldung über die SDK-Veröffentlichung anfügen: Apple hob bereits in der letzten Woche sein ADC-Entwicklerprogramm inklusive Hardware-Rabatt sowie WWDC-Ticket (ADC Premier) auf, und ersetzte es mit der an das iPhone angelehnten $99 US-Dollar-Mitgliedschaft.

Die Electronic Frontier Foundation, eine Non-Profit-Organisation die sich für digitale Bürgerrechte einsetzt und bereits mehrfach der verschlossenen Apple-Politik auf die Füße getreten war, veröffentlicht am gestrigen Tag das ‚iPhone Developer Program License Agreement‘. Für die Jahrespauschale von $99 US-Dollar handelt es sich bei dem 28-seitigen Dokument, das jeder zahlende iPhone-Entwickler abnicken muss, sicherlich um kein Staatsgeheimnis, unterliegen jedoch trotzdem einer Verschwiegenheitspflicht.

via eff.org

Als nächtliche Leseempfehlung gibt es diesmal ‚Apple’s long history of lousy first reviews‚ mit auf dem Weg (ins Bett).

[KlimBim] Patent-Chart, TabbedOut, App Cubby, Wall Street Journal, Everyday Looper und ‚Books in the age of the iPad‘ plus ‚Countdown to iPad‘

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Philip Elmer-DeWitt stellt eine Grafik der Deutschen Bank von Chris Whitmore für gezeichnete Patente der Firmen Apple, HTC und Google gegenüber. Auslöser für den Blick auf das Patent-Portfolio ist die in der letzten Woche bekannt gewordene Rechtsstreitigkeit zwischen Apple und HTC.

HTC has had comparatively few patent filings leading up to the introduction of the original iPhone in June 2007. Specifically, HTC filed zero patents with the US Patent office between 2004 and 2007 while Apple filed 507 and Google filed 67 over the same period.

Die graphische Darstellung lässt keine Aussagen über eine generelle Zugehörigkeit der Patente für die Mobilfunksparte, dessen Durchsetzbarkeit oder Qualität der Depotzusammensetzung zu.

via businessinsider


Vom 12. bis zum 21.März steht auch dieses Jahr wieder das South by Southwest-Festival (SXSW) in Austin, Texas ins Haus. Apples Mobilfunkpartner AT&T schaffte es im vergangenen Jahr mit grandios schlechter Netzabdeckung in die Technik-Schlagzeilen, und hielt in diesem Jahr eine „man-ist-gerüstet“ Vorankündigung für notwendig.

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Gigaom verweist im Zusammenhang der bevorstehenden Veranstaltung auf die (ausschließlich) im US-Store erhältliche iPhone-Anwendung TabbedOut (iTunes-Link), mit der sich in ausgewählter Gastronomie die Getränke direkt vom eigenen Apple-Telefon bestellen und bezahlen lassen. Die Abrechnung erfolgt durch eine zuvor hinterlegten Kreditkarte.

Schrittweise soll sich der Service mit einer ersten Runde Risikokapital demnächst auch nach New York, New Jersey, L.A. und San Francisco durchfressen.

via gigaom


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David Barnard begründete seine iPhone-Entwicklung im März 2008 mit dem Softwarehaus App Cubby, das derzeit im App Store durch die Anwendungen Gas Cubby (5.49 €; App Store-Link), Trip Cubby (5.49 €; App Store-Link) und Health Cubby (5.49 €; App Store-Link) vertreten ist.

In einem aktuellen Blogbeitrag plädiert er für weniger sensationslüsterne „Goldrausch“-Berichterstattung der Technik-Presse:

I wish the tech press would take a more responsible approach to covering the space rather than sensationalizing the “mobile app gold rush.” The distinction between *made* and *is making* may seem subtle, but it’s important.

Grundsätzlich sehr gerne! Das setzt jedoch auch voraus, dass App Store-Entwickler nicht nur ihre finanziellen Wasserstände in Zeiten der Flut an einem (Weblog-)Leuchtturm aufhängen.

via davidbarnard


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Rupert Murdoch bestätigt, dass seine News Corporation die Nachrichten-Anwendung des Wall Street Journal (kostenlos; App Store-Link) vom iPhone auf das iPad konvertiert.

Als spannende Botschaft dieser Meldung lässt sich Murdoch entlocken, dass Apple dem Verlag anscheinend ein Vorserien-Modell seiner iPad-Hardware für Entwicklungszwecke zur Verfügung stellt („under padlock and key turned by Apple every night“). Aus Entwickler-Perspektive ein echter Mehrwert, die eigene Anwendung auf der realen Hardware auszuprobieren.

via macnn

Aus genau diesem Grund sind internationale Entwickler ziemlich unglücklich mit dem vierwöchigen Veröffentlichungs-Versatz der iPad-Geräte. US-Developer dürfen potenziell ihre Software vom Simulator auf das finale Geräte ab dem 03.April werfen. Wer seine Programm zum goldenen Verkaufsstart im App Store haben möchte, darf um eine Import-Maschine wahrscheinlich keinen Bogen machen.

Anzumerken bleibt, das Ende April die iPad-Veröffentlichung lediglich in ausgewählten Ländern (Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien, Kanada, Schweiz und Spanien) stattfindet, so dass der internationale Andrang auf die Vorbestellungen ab diesem Freitag entsprechend hoch sein dürften.


DirektLooper

Die Musikanwendung Everyday Looper (3.99 €; App Store-Link) bekommt durch den Franzosen Edouard Joguet eine virale Werbekampagne spendiert, die bislang auf YouTube über 200.000 Aufrufe erhielt.


Zwei Artikelempfehlungen zum Abschluss dieser News-Übersicht:

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Die einleitenden Worte zu „Books in the age of the iPad“ von Craig Mod sagen eigentlich alles aus:

„Print is dying. Digial is surging. Everyone is confused.“

-> http://craigmod.com/journal/ipad_and_books/

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Trotz schlechter Photoshop-Kompositionen finden sich im Artikel „Countdown to iPad“ einige gute Anregungen für die praktische Nutzung der neuen Apple-Geräte. Nur für den Fall, dass sich jemand seinen ganz persönlichen Kaufgrund noch nicht überlegt hat…

-> http://www.mindingthegaps.com/blog/2010/03/08/countdown-to-ipad

Update-Prozess für App Store-Anwendungen umgestellt – mehr ‚Klicks‘ für die doppelte iTunes-Staatsbürgerschaft

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Apple schraubte in der letzten Woche hinter der großen App Store-Bühne am Prozess der Software-Aktualisierung, unter dem nun vornehmlich Kunden mit zwei iTunes-Accounts zu leiden haben. Wer beispielsweise ein US- und ein DE-Konto sein Eigen nennt, bekam vor der Umstellung in iTunes die Anzahl der insgesamt verfügbaren Updates angezeigt. Die kleine Zahl neben der ‚Programm-Bibliothek‘ bezog sich auf Neuerungen des gesamten Anwendungsverzeichnisses, egal aus welchem Land das Programm geladen wurden.

Mit einer Bestätigung auf „Download All Free Updates“ ließen sich diejenigen Anwendungen aktualisieren, mit dessen Account man eingewählt war. Die Software-Neuerungen aus den anderen Ländern blieben als kleine Nummern-Anzeige erhalten, um diese jedoch herunterzuladen, musste man sich in dem entsprechenden Land einwählen.

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Die jetzige Update-Übersicht listet auch ‚ausländische‘ Anwendungen auf, die jedoch mit der oben abgebildeten Fehlermeldung nicht geladen werden können. Beziehungsweise ist der deutsche iTunes-Account nicht über den Erwerb der ‚identischen‘ Anwendung aus dem US-Store im Bilde (oder umgekehrt) und bietet daher einen erneuten Kauf (im jeweiligen Land) an. Bei nur wenigen zu aktualisierenden Anwendung mag das erneute Aus- und Einwählen in den jeweils anderen Store noch problemlos möglich sein. Nervig wird es, wenn mehr als eine Anwendung auf den neusten Stand gebracht werden soll, diese unkonkrete Meldung erscheint und der „Download All Free Updates“-Button nicht mehr funktioniert.

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Wer beispielsweise 25 neue Software-Versionen angezeigt bekommt, drückt im anstrengendsten Fall 24 Mal gesondert auf den Knopf „Get Update“.

Trotz großem Frühlingsputz finden sich in meinem App Store-Ordner immer noch 430 Anwendugnen, dessen Prozess der Aktualisierung zu einem echten Nervenkrieg ausartet. Am gestrigen Sonntag war der App Store für mehrere Stunden nicht verfügbar, brachte bezüglich des hier dokumentieren Problems jedoch keine Besserung.

Auch wenn ich die Einrichtung eines anderssprachigen Kontos aus den genannten Ursachen gerade überhaupt nicht empfehlen kann, gibt es hinreichend gute Gründe auch einen US-Account sein Eigenen zu nennen. Die Promo-Codes, welche als Testmuster für die Presse oder in Verlosungen ausgeteilt werden, können weiterhin nur über den US-Store eingelöst werden. Genauso lassen sich länderspezifische Unterschiede in puncto Jugendschutz feststellen. Bestimmte (Videospiel-)Titel stehen daher im deutschen Store nicht zum Verkauf.

Die nach Land unterschiedlich charakteristische Auslieferung eckt dabei nicht zum ersten Mal an: Als ein hierzulande indiziertes Videospiel aus den 90ern-Jahren im deutschen App Store eintrudelte, und wenige Tage danach wieder entfernt wurde, starb für die frühen Käufer damit auch jegliche Update-Fähigkeit. Beim genannten Titel war die Steuerung in Version 1.0 ordentlich vermurkst, was ein Update (nur für die US-Kunden) wieder behob.

Wer sich – aus welchen Gründen auch immer – in diese interkontinentale App Store-Spirale begeben möchte, bekommt von Apple höchstpersönlich erklärt, wie das Anlegen eines US-Accounts ohne Kreditkarte funktioniert.

NDrive-App mit unzulässigem Auslaufdatum

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Über den Zeitraum der CeBit bot die Firma NDrive ihre ansonsten 25 Euro-teure Navigationslösung kostenlos an. Das Angebot findet sich immer noch im App Store (Link), enthält durch ein ‚Enddatum‘ jedoch eine unzulässige Funktions-Limitierung. Der Beschreibungstext lautet: „The application works until 9th of March“ und basiert auf einer simplen Datumsabfrage. Wer die Anwendung herunterlädt und eine Datierung in der Zukunft einstellt, wird mit dem oben abgebildeten Pop-Up begrüsst, welches lediglich auf die Kaufversion verlinkt. Ein Zeitpunkt in der Vergangenheit lässt die Anwendung ihre Funktionalität entsprechend zurückgewinnen.

Laut den NDAiPhone SDK-Vorschriften sind Anwendung mit Datumseinschränkung nur zulässig, wenn diese per ‚In-App-Purchase‘-Architektur eingebunden wurden. Programme, die nach gewissen Zeit einen komplett funktionslosen Status annehmen, sortiert Apple gewöhnlich aus. NDrive propagierte die ‚Demo-Funktionalität‘ sowohl in einer Pressemitteilung, als auch im englischsprachigen App Store-Beschreibungstext.

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iPad-Werbepause während den Oscars

DirektOscar

Steve Jobs vertreibt sich drei Wochen vor der iPad-Veröffentlichung die Zeit auf dem roten Teppich der Oscar-Verleihung, in dessen Werbepause Apple eine entsprechende iPad-Werbungschaltung gebucht hat.

via apple.com

Der verwendete Song in der Reklame findet sich im iTunes Store unter: „There Goes My Love / The Blue Van / Man Up„.