iPhone SDK 3.2 Beta 3 zeigt Foto-App und lädt zu Kamera-Spekulationen ein

sdk.jpg

Apple lässt am gestrigen Mittwoch das iPad SDK 3.2 in Beta 3 von seiner Leine. Darin findet sich erstmals die Foto-Anwendung mit einer Möglichkeit für die Konfiguration von individuellen Bildschirm-Hintergründen sowie Dia-Shows. Die Wallpaper-Tapete soll sich für den Home- und Lockscreen individuell einstellen lassen.

Die ersten ‚Programmcode-Stöberer‘ spürten weitere Verweise auf potenziell anstehende iPhone OS-Neuerungen auf. Dabei bleibt der Videochat mit einer Frontkamera heißer Gesprächskandidat. Diese könnte in einer nächsten iPhone-Generation mit Zoom und Blitz aufwarten. Eine weiterführende Bild-Bearbeitung durch Rotation- und Zuschneide-Werkzeuge erscheint als ein nur logisch nächster Software-Schritt.

cropping.jpg

via 9to5mac.com

Durch zwei Dateibezeichnungen scheint das iPad-SDK auch eine systemweite Drehsperre für die Bildschirminhalte zu verraten. Eine Funktion, die ich bei ausgewählten Drittanbieter-Anwendungen (Read it Later Pro, 3.99 €; App Store-Link, etc.) sehr schätze um sich im höchsten Maße flexibel vor dem Gerät zu positionieren.

drehsperre.jpg

via fscklog

3x neue Werbespots: On Hold, Family Travel und First Steps

Mit drei neuen iPhone-Werbespots, die am Anfang dieser Woche ins Internet trudelten, zügelt Apple ein wenig die Geschwindigkeit der dreißigsekündigen Reklame-Informationen. Man konzentriert sich auf praktische Anwendungsfälle, für die ein Blick auf die Standardfunktionen (Videoaufnahme, E-Mail und iPod) zurück in den Mittelpunkt rücken.

Der Kurswechsel ist definitiv überraschend. Mit rund 140.000 Anwendungen im App Store, finden sich lediglich fünf Programme auf 1.5 Minuten Werbung wieder. Teilweise fanden diese Anwendung bereits in früheren Videospots Erwähnung (z.B. Monopoly).

DirektOnHold


DirektTravel


DirektSteps

via apple.com

Musikalisch wird diese alltägliche ‚iPhone-Praxisbeschreibung‘ untermalt von ‚The Boy Least Likely to‘ mit ‚Stringing Up Conkers‘ aus dem Album ‚The Law of the Playground‘.

Stringinupconkers.jpg

-> iTunes-Link

Final Fantasy I + II erreichen den App Store

Square Enix veröffentlicht am heutigen Tag in der heutigen Nacht Final Fantasy I + II als iPhone-Version.

Die populäre Rollenspielserie mit weltweit über 85 Millionen verkauften Einheiten, die Square Enix (ehemals Squaresoft) im Jahr 1987 von seinem finanziellen Todespass holte, feiert mit den zwei Ursprungs-Versionen sein App Store-Debüt.

Teil eins erschien am 18. Dezember 1987 in Japan für das Nintendo Entertainment System (NES). Teil zwei erblickte das Rollenspiel-Licht im Land der aufgehenden Sonne – fast auf den Tag genau – ein Jahr nach seinem Vorgänger.

Ganze drei Jahre später erzielte Final Fantasy I eine Veröffentlichung in den USA. Dies leitet den weltweiten Siegeszug einer der einfluss- und erfolgreichsten Videospielserien überhaupt ein. Wir Europäer mussten für Teil I + II bis ins Jahr 2003 (!) warten, bis ‚Final Fantasy Origins‘ (Amazon-Link) für die PlayStation (leicht verändert) portiert wurde.

Die beiden iPhone-Versionen präsentieren sich prachtvoll im Grafik-Gewitter der ‚Origins‘-Neuauflage und erzählen ihre mitreißenden Geschichten in japanischer und englischer Sprache. Wer rundenbasierte Kampfsysteme mag, die erste Aufzucht der Chocobo-Reittiere miterleben will, oder einfach Hand und Finger an zwei der ersten Werke eines Hironobu Sakaguchi oder Nobuo Uematsu legen möchte, ist hier genau richtig.

Wer vorher noch ein bisschen die FF-Historie aufarbeiten mag, dem lege ich wärmstensThe Final Fantasy Retrospective‚ auf Gametrailers.com ans Herz. Hier bekommt man nicht nur eine historische Einordnung der unterschiedlichen Serienteile (Stichwort: Bahamut Lagoon), sondern auch viele Insider-Informationen (Stichwort: gravierte Grabsteine) und Hintergrund-Aspekte (Stichwort: Enix) vermittelt.

Ein mehr als ausreichender Überblick des Final Fantasy-Universums, um danach die läppischen 7 € mit Genuss auf den App Store-Gabentisch zu legen.

-> App Store-Link

-> App Store-Link

[DIY] iPhone 3GS-Titanium

DirektTitanium

Student Martin Schrotz designt sich seine eigene iPhone 3GS-Rückseite aus wertiger Titanium-Legierung – eine Aluminium-Mischung wollte die Telefonsignale nicht so recht durchlassen.

via engadget

Ngmoco erhält dritte Risikokapitalrunde und kauft Freeverse

ngmocofree.jpg

iPhone-Spieleschmiede Ngmoco erhält die dritte Runde an Risikokapital in Höhe von 25 Millionen US-Dollar und kauft den App Store Games-Publisher Freeverse. Der ehemalige Electronic Arts-Angestellte und Ngmoco-Mitbegründer Neil Young äußert sich zur Akquisition gegenüber Toucharcade in einem Interview.

young.jpg

Freeverse soll nach seinen Aussagen unabhängig unter eigenem Firmenlogo weiterarbeiten; das Vergütungssystem ihrer iPhone-Anwendungen verändert sich. Ähnlich den neueren Ngmoco-Titeln (iTunes-Link) Touch Pets Dogs (kostenlos; App Store-Link) oder Eliminate Pro (kostenlos; App Store-Link) soll eine Basisversion kostenfrei zum Download bereitstehen; Zusatzlevel, neue Gegenstände oder Funktionen werden per ‚In-App-Verkauf‘ kostenpflichtig nachgerüstet. Im Internet-Jargon bezeichnet die Wortschöpfung ‚Freemium‘ (free + premium) diese Art von Geschäftsmodell, wie sie beispielsweise von Skype oder Flickr verfolgt wird.

Freeverse_ About Freeverse.jpg

Freeverse gründete sich als Entwicklerstudio für Macintosh-Software (Comic Life Deluxe, Big Bang Board Games, etc.) im Jahr 1994. App Store-Spiele wie Flick Fishing (0.79 €; App Store-Link), Days of Thunder (2.39 €; App Store-Link), Parachute Ninja (0.79 €; App Store-Link) oder SlotZ Racer (3.99 €; App Store-Link) bescherten ihnen finanziellen Erfolg im App Store.

Ngmoco erlangte im Jahr 2008 eine Startfinanzierung von 5.6 Millionen US-Dollar vom Apple iFund. Damit entstanden Titel wie Rolando (2.39 €; App Store-Link), Rolando 2 (3.99 €; App Store-Link), Topple 2 (0.79 €; App Store-Link) oder Star Defense (0.79 €; App Store-Link).

Der Risikokapitalgeber ‚Kleiner Perkins Caufield & Byers‘ (KPCB), der sich auch für den iFund verantwortlich zeigt, nahm auch teilweise an der Finanzierung für die zwei weiteren Kapitalrunden in Höhe von 10 Millionen (03/09) und den jetzigen 25 Millionen US-Dollar (02/10) teil.

via techcrunch

[update] Auf- und Anregungen im App Store

Erneut sprudeln die App Store-Emotionen über. Der Apple-Genehmigungsprozess biss (anscheinend) in der abgelaufenen Woche kraftvoll zu und verputzte Programme mit angedeuteten, implizierten bis eindeutigen Erotik-Inhalten. Jon Atherton, Entwickler hinter Wobble iBoobs startete am vergangenen Freitag den Meinungs-Diskurs, der daraufhin über das Internet hereinbrach.

Atherton legte bereits am Sonntag nach und spricht von derzeit 5.000 ausgeschlossenen Anwendungen. Des Weiteren veröffentlichte er die (angeblich) von Apple (ihm gegenüber) kommunizierten (neuen) Richtlinien. Weitere Entwickler meldeten sich zu Wort. Sowohl die Store-Disqualifizierungen, als auch die (veränderten) Verordnungen, führen zu allumfassenden Diskussionen.

Gegenüber dem iPhoneBlog meldeten sich am Freitag auch zwei deutsche Entwickler, die aktuell mit dem vierten Ablehnungs-Durchlauf ihrer Programm-Einsendung kämpfen. Die Anwendung ‚Wonderfull‘ erhielt neben einem persönlichen App Store Mitarbeiter-Anruf auch detaillierte Erklärungen über die Zurückweisung. Dabei sollen ‚unzulässige‘ Stichworte im Beschreibungstext und zu ‚obszöne‘ Silhouette-Darstellungen eine Genehmigung verhindert haben.

Die anstehende Anwendung lässt – ähnlich wie Wobble – ‚Dinge wackeln‘. Die ‚anregenden‘ Möglichkeiten des Programms, die durch Foto- und Text-Erläuterungen in der App Store-Beschreibung versucht wurden zu implizieren, gelten explizit als Reklamationsursache.

Die zügige sowie unmissverständliche Kommunikation vom App Store-Prüfer gilt nach Aussage der Entwickler als tadellos. Für die letzte Bemängelung (oben im Bildvergleich), gab es bereits nach zirka vierundzwanzig Stunden eine Rückmeldung. Jedoch gestaltet sich der Genehmigungsprozess nicht unkomplizierter, dass beinahe jede Vorlage von anderen Mitarbeiter unter Beobachtung genommen wurde.

Moralvorstellungen

Der Umstand, dem diese Diskussion zugrunde liegt, ist ein alter Hut alles andere als neu. Es geht einmal mehr um die Richtlinie, die Apple den seinen App Store-Programme auferlegt. Als mit Firmware 2.0 der App Store sein Debüt feierte, umriss Steve Jobs das Reglement so:

unforeseen.jpg

Eine transparente Dokumentation, wer welche Chancen für eine Veröffentlichung seines Programms sieht, steht bis heute aus. Während viele Entwickler ‚das Unvorhergesehene‘ (engl. ‚Unforeseen‘) als kritischsten Punkt deklarierten, unterliegen auch die anderen ‚Leitfäden‘ einem breiten Interpretationsspielraum. Die jetzige Debatte um ‚Pornografie‘ genießt in unterschiedlichen Kulturkreisen, Ländern, Kommunen und sogar Altersstufen eine divergente Anschauung. Schon das intendierte Verständnis gestaltet sich teils komplett andersartig: Eine digitale Ausgabe von ‚Mein Kampf‘ (in spanischer Übersetzung) hätte es mit einem deutschen App Store-Prüfer sicherlich nicht durch die Zulassung geschafft, bis es nach einigen Tagen wieder entfernt wurde.

Die Diskussionsteilnehmer vermuten für den jetzigen Apple-Kahlschlag eine Beeinflussung der Interessengruppe ‚Parents Television Council‘, die sich in den USA für ’sehr restriktive‘ Moralvorstellungen in Funk und Fernsehen einsetzt. Ihre Kampagne ‚Stop Apple Providing Porn to Kids‚ soll die unzähligen Bikinianwendungen ins Schuss- und Blickfeld rückten. Apple versucht derzeit alleine mit der Vergabe von Altersangaben für App Store-Anwendungen dem Problem zu begegnen. Leider erfolglos. Viele Anwendungen, die auf das Internet zugreifen (Stichwort: Wikipedia), erhalten eine hohe Alterseinstufung ‚ab 17 Jahren‚. Die Bezeichnung ‚absurd‘ ist dafür eine grobe Untertreibung.

Kennzeichnung-2.jpg

Durch die alleinige Kontrollinstanz Apple, die als börsennotiertes Unternehmen agiert (agieren muss), dürfen wir uns von der Vorstellung verabschieden, jemals Ruhe in den Prozess der Regulierung zu bekommen. Es gibt keine einheitlichen Vorstellungen von Sittlichkeit oder Wertvorstellungen, die mit dem aktuellen System zu bedienen sind. Wer sich anmaßt zu bestimmen, was ‚App Store-Unkraut‘ ist und was nicht, verliert das Recht eine Zensur zu kritisieren.

Trotz 140.000 Anwendungen ist der App Store immer noch jung und (hoffentlich) offen für Veränderungen. Ob ein Wunsch besteht, dieser Öffnung nachzukommen (beispielsweise mit einer Art ‚Altersnachweis‘ für die Kategorie ‚Erwachsenenunterhaltung‘), bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet. Das System kämpf meiner Meinung nach aktuell mit noch viel substanzielleren Problemen wie beispielsweise der komplett kaputten Stichwortsuche. Unter teils skurrilen Schlagworten, findet man im Store ‚die besten Babes in knapper Kleidung‘. Der gegenwärtige Rundumschlag der ‚Aussortierung‘ darf jedoch nicht als simpler Selbstschutz interpretiert werden.

Summa summarum gilt: Es wäre schädlich, wenn die Diskussion um den App Store-Genehmigungsprozess einschläft. Die jetzige (geschlossene) Form verlangt nach einer anhaltenden Debatte, um das breiteste Spektrum an unterschiedlichen Vorstellungen mit einander zu vereinen.

Update

Apples Phil Schiller bezieht in einem New York Times-Interview Stellung zu der großflächigen App Store-Bereinigung, und gibt als Grund für die Programm-Ausschlüsse Kundenbeschwerden an:

It came to the point where we were getting customer complaints from women who found the content getting too degrading and objectionable, as well as parents who were upset with what their kids were able to see.

[app] Autograph

Am 05. Februar 2008 (!) widmete ich mich dem ‚Pogo Stylus‘, einem kleinen Plastikstift, der mit weichem Aufsatz als Eingabegerät für das iPhone verkauft wird. Seitdem habe ich den kleinen Fingerersatz von Ten One Design nicht mehr angeschaut. Bis heute.

Pogo2.jpg

Macworld.com verteilte, auf der gerade beendeten Macworld, einen ‚Best of Show‘-Award an die bereits genannte Firma ‚Ten One Design‘ für ihre Mac-Software ‚inklet‚. Für $25 US-Dollar lassen sich damit die Trackpads der aktuellen Apple MacBooks in eine simple Grafiker-Tafel verwandeln. In Kombination mit den eigenen Finger oder einem Pogo-Stift, zeichnet, schreibt oder malt man damit direkt auf den Computer-Bildschirm (YouTube-Demo 1 und 2). Das trägt sicherlich nicht die Qualitäts- oder Präzisions-Merkmale eines Wacom-Stifttabletts, kann für viele Dinge jedoch eine erheblich preiswertere Alternative darstellen.

Zwei ganze Preissegmente darunter, für gerade einmal $6.95 US-Dollar, bekommt man die Software ‚Autograph‚. Damit lässt sich das Touchpad vom Laptop in eine Signatur-Maschine verwandeln. Die kostenfreie ‚Ausprobier‘-Version hinterlegt eure Unterschrift mit einem Wasserzeichen.

Autograph.jpg

Doch an dieser Stelle hören die Entwickler nicht auf, und denken einen ganzen Schritt weiter. Als ideale (Multitouch-)Eingabemaske eignet sich natürlich auch das iPhone. Mit der gleichnamigen App Store-Anwendung Autograph (2.99 €; App Store-Link) und einer Desktop-Helfer-Software, lassen sich kleine künstlerische Werke oder Autogramme vom 3.5-Zoll Bildschirm auf den eigenen Rechner übertragen.

Wer sich des Öfteren einmal in der Situation befindet, digitale Verträge, Dokumente oder E-Mails mit seiner eigenen Signatur zu unterzeichnen, findet hier ein offenes Ohr und die richtige Software. Der ‚mobile‘ Autograph-Helfer lässt sich sowohl mit Windows- als auch Mac-Computern verwenden und spart in vielen Situationen den Umweg etwas ausdrucken zu müssen, um dann mit einer Unterschrift wieder eingescannt zu werden.

DirektAutograph

Alternativ bieten auch die App Store-Programme Mail Sign (0.79 €; App Store-Link) oder Zosh (2.39 €; App Store-Link) vergleichbare Funktionalität. Wer nicht auf seine Finger vertraut, bestellt optional den Pogo Stylus in schwarz (14.90 €; Amazon-Link), rot (30 €; Amazon-Link oder Nachbauten von Drittanbietern wie Hama (12 €; Amazon-Link)*.

autograph-1.jpg

-> App Store-Link

* Wenn Ihr dieses oder irgendein anderes Produkt über unseren Amazon-Link bestellt, unterstützt ihr (bei unverändertem Kaufpreis) mit einem kleiner Prozentsatz das iPhoneBlog. Herzlichsten Dank dafür.

Apple verdoppelt mobile Download-Begrenzung auf 20MB

Apple verdoppelt das Downloadlimit von 10 auf 20 Megabyte, mit denen digitale Inhalte über eine Mobilfunkverbindung vom iPhone heruntergeladen werden können. Das betrifft sowohl iPhone-Anwendungen aus dem App Store, sowie Musiktitel oder Podcasts vom mobilen iTunes Store.

Passend dazu: Am gestrigen Mittwoch erschien ein ReadWriteWeb-Artikel („Hacking the iPhone App Store’s Ranking Algorithm„), der verschiedenste Verkaufsstrategien für die Anwendung RATP Premium: Subway & Bus in Paris Official (0.79 €; App Store-Link) ausprobierte. Eine Erkenntnis daraus betrifft die bisherige 10 MB-Grenze.

Once the RATP application download was reduced below 10Mb, the company saw its largest sales peak ever as users were able to access the service via their 3G networks (rather than via the web-based App store).