iOS 16: Der „Blockierungsmodus“ reduziert die Angriffsmöglichkeiten von gezielten Cyberangriffen

Zwei Screenshots der neuen iOS-16-Einstellung „Blockierungsmodus“.

Blockierungsmodus bietet ein extremes, optionales Maß an Sicherheit für die wenigen Nutzer:innen, die aufgrund ihrer Person oder ihrer Tätigkeit von einigen der raffiniertesten digitalen Bedrohungen, wie denen der NSO Group und anderer privater Unternehmen, die staatlich geförderte Spionagesoftware mit söldnerischen Absichten entwickeln, persönlich angegriffen werden können. Durch Aktivierung des Blockierungsmodus in iOS 16, iPadOS 16 und macOS Ventura werden die Abwehrvorkehrungen des Gerätes weiter verstärkt und bestimmte Funktionen streng eingeschränkt. Das reduziert die Angriffsfläche, die von hochgradig zielgerichteter Spionagesoftware mit söldnereschen Absichten ausgenutzt werden könnte, drastisch.

Apple.com/Newsroom

Der Blockierungsmodus („Lockdown Mode“) reduziert signifikant die Angriffsfläche von zielgerichteter Spionage gegen „die sehr kleine Anzahl von Nutzer:innen, die mit schwerwiegenden, gezielten Bedrohungen ihrer digitalen Sicherheit konfrontiert sind – Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Dissidenten“.

Eine Herausforderung ist die Bekanntmachung von diesem Feature im betroffenen Personenkreis. Und gleichzeitig gilt es allen anderen Personen zu erklären, dass das keine verhältnismäßigen Schutzmaßnahmen für sie sind.

Randnotiz: Apple nennt erneut die NSO Group bei ihrem Namen.

Warum (noch) iOS?

Am 29. Juni 2022 feierte das iPhone seinen 15. Geburtstag – den Geburtstag zum Erstverkaufstag. Den anderen Jahrestag – den Keynote-Geburtstag – feiern wir immer ein halbes Jahr früher, jeden 9. Januar.

Mir fehlten in der letzten Woche ein paar clevere Worte, mit der ich darauf hätte hinweisen können. Jetzt fiel mir doch noch etwas ein.

Bild zeigt Sperrbildschirm des iPhone Classic.

12 Tage nach dem US-exklusiven Shopping-Start aktivierte ich mein Classic in München1. Zuerst war das Import-Gerät nur ein glorifizierter iPod touch – ohne AT&T-Vertrag gab’s kein Mobilfunk. Natürlich existierte der iPod touch im Sommer 2007 noch nicht; Steve Jobs stellte ihn erst im Herbst des gleichen Jahres vor.

Das Import-Classic surfte für mich deshalb erst Monate später auch außerhalb von Wi-Fi-Netzen – dank eines Mobilfunk-Hacks. anySIM2 – als erster Software-Unlock – ärgerte sich damals mit „iPhone OS“. Apple benannte sein Betriebssystem erst mit Version 4 in iOS um – nachdem sogar das iPad mit iPhone OS (Version 3.2) gestartet war!

Erst neun Jahre später änderte Apple seine Entscheidung: iPadOS entkoppelte sich im Jahr 2019 mit einem eigenen Betriebssystemnamen. Und damit stelle ich mir die rhetorische Frage: „Warum noch iOS?“

Neben tvOS, macOS, watchOS und dem besagten iPadOS könnte sich iOS eigentlich wieder iPhone OS nennen. Die iPods sind nämlich raus; mittlerweile braucht es keine geräteübergreifende Betriebssystembezeichnung mehr. iPhone OS wäre die deutlichere Bezeichnung für Apples Telefon-Betriebssystem; es wäre die verständlichere Umschreibung.

Marketing ist aber natürlich nicht an die (Entstehungs-)Geschichte gebunden; es muss keiner Logik folgen. Apple bewirbt seit 12 Jahren ihr Betriebssystem als iOS, nicht als iPhone OS. Das lässt sich preislich zwar nicht beziffern, ist für Apple aber unbezahlbar.

So eine Marke bläst man nicht in den Wind. Genauso wie das iPhone selbst nie seinen „i-Namen“ ablegen wird.

Deshalb bleibt wohl auch iPhone OS eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern. Es war das Betriebssystem zum Start – von 2007 bis 2010. Es war wackelig, unfertig und eine Revolution.

„After the iPhone launched, CIOs were slow to clear it for business use. And while CEOs usually cede anything IT-related to the CIO, this time the CEOs rose up and demanded change. They loved their iPhones. So did their employees. And they wanted to use them at the office.

It was Apple’s success at creating something for consumers that led to their success in the enterprise. People fell in love with their phones and then wondered why the rest of their life wasn’t that easy. Nobody wanted to deal with garbage corporate tools that required days or weeks of training to use. They wanted an easily understandable interface, fast speeds, and slick hardware.“

Build | Tony Fadell

Der 15. Geburtstag des iPhones erinnert aber nicht nur an das Classic, sondern auch an den 5. Geburtstag des „Top-notch: iPhone X“. Dieses Modell steht heraus, weil es iOS umkrempelte. Das Homebutton-lose und bildschirmfüllende Design änderte fundamental die Bedienung. Es diktierte, wie heute jedes Smartphone aussieht, und stellt die Frage: „Wäre so eine grundlegende Änderung für Smartphones noch einmal möglich?“

Bild zeigt iPhone Classic neben iPhone X.

Ein letzter Gedanke.

iOS ist ein altes Betriebssystem. 15 Jahre sind eine lange Zeit. iOS ist inzwischen älter, als es Mac OS X beim iPhone-Release war.

Doch das war auch eine andere Zeit. Damals lebten nicht eine Milliarde Personen mit einem Apple-Taschencomputer.

Deshalb ist iOS zwar ein altes Betriebssystem, aber noch kein abgehangenes OS. Die Anforderungen an unseren „Personal Computer“ sind so viel größer als an alle Betriebssysteme, die davor kamen. Ein modernes OS muss so viel mehr (unterschiedliche) Aufgaben erfüllen; so viel mehr (Nicht-Computer-)Dienste leisten. Airbnb, Uber, Venmo oder Instagram sind inzwischen lebensbestimmende Services und existierten im Jahr 2007 schlicht noch nicht.

Aus dieser Perspektive sind 15 Jahre sogar noch jung. Das Smartphone hat noch so viel ungenutztes Potenzial.

Bild zeigt iPhone 12 Pro Max kopfüber.

  1. Seitdem lag jedes andere iPhone an seinem ersten Verkaufstag bei mir Zuhause. Es ist eine Tradition, die ich nicht plane zu beenden. 
  2. Für die Geschichte der „TurboSIM“ ist jetzt keine Zeit. 

#312 – Pocket Casts

Pocket Casts testet man in seiner Plus-Version für 14 Tage kostenlos – allerdings nur dann, wenn man sich’s im Netz klickt. Übermorgen läuft meine Testphase aus, aber ich verlängere.

Dieser Podcatcher schnürt mir derzeit das attraktivste Paket für Audiomedien, die ich einfach zu gerne konsumiere.

Hier das Intro zur fünfminütigen Episode:


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NowPlaying – eine Musikerkennung und digitale Anzeigetafel für wechselnde Songs

Ich habe zwar erst kürzlich über NowPlaying geschrieben, will aber trotzdem noch einmal auf die wirklich hübsche Zurschaustellung hinweisen, die verrät, welcher Song gerade über die Lautsprecher (im Kaffeehaus) plärrt – ganz ohne Bastelarbeit.

Die Erkennungsmaschine für Musik setzt auf Apples ShazamKit. Neben der Namensgebung, den Song-Zusatzinfos sowie den Liedtexten, übernimmt die App alle erkannten Titel auch direkt in eine Apple-Musik-Wiedergabeliste. Und wer es diskreter mag, nutzt die Apple-Watch-App.

„How to Temporarily Disable Face ID or Touch ID, and Require a Passcode to Unlock Your iPhone or iPad“

Just press and hold the buttons on both sides. Remember that. Try it now. Don’t just memorize it, internalize it, so that you’ll be able to do it without much thought while under duress, like if you’re confronted by a police officer. Remember to do this every time you’re separated from your phone, like when going through the magnetometer at any security checkpoint, especially airports. As soon as you see a metal detector ahead of you, you should think, “Hard-lock my iPhone”.

John Gruber

Man kann das gar nicht oft genug erwähnen.

#311 – PDF Expert

Ein Account für drei Apps: PDF Expert für macOS und iOS/iPadOS verschmilzt unter einem gemeinsamen Benutzerkonto. In ihrem Blogpost stehen die finanziellen Details; ich konzentriere mich im Video auf die Fähigkeiten und Anwendungsfälle der Software.

Hier das Intro zur fünfminütigen Episode:


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Miradore [Sponsor]

Mit dem Ende von macOS Server verabschiedete sich auch der Profilmanager. Apple empfiehlt dafür jetzt ein Mobile Device Management (MDM). Miradore bietet genau das als webbasierte Geräteverwaltung im Self-Service an – für iOS, macOS, Android und Windows.

Besonders bequem: Bereits erstellte Konfigurationen lassen sich aus Apples Profilmanager als „.mobileconfig“-Datei exportieren und in Miradore importieren. Und weil ihr Miradore kostenlos und für eine unbegrenzte Anzahl von Geräten ausprobieren könnt, lässt sich direkt loslegen!

Grafik von Miradore.

Konfigurationsprofile oder Richtlinien eurer Firma kann Miradore auf ganze Benutzergruppen anwenden. Entsprechend den eigenen Vorgaben können dabei auch unterschiedliche Personen mit verschiedenen Zugriffsberechtigungen ausstatten – von E-Mail-Konten bis zu Wi-Fi-Netzen.

Diese automatisierte Geräteverwaltung im Unternehmen spart euch nicht nur Zeit, Geld und Nerven, sondern führt auch zu weniger Fehlern. Änderungen erledigt ihr aus der Ferne (Geräte sperren und löschen oder geschäftliche und persönliche Daten trennen); die Aufnahme von neuen Endgeräte in die zentrale Verwaltung kann sogar automatisch erfolgen.

Das komplette und plattformübergreifende Angebot lässt sich unverbindlich für 14 Tage testen. Wenn der Testzeitraum nicht ausreicht, kann man ihn um weitere 7 Tage verlängern. Und falls sich Fragen auftun, vereinbart direkt einen Termin mit  Andreas Handler – eurem persönlichen Ansprechpartner.

So könnt ihr Miradore zuerst einmal privat testen, und dann eure Erfahrungen in die Firma oder das eigene Team mitnehmen.

Vielen Dank an das gesamte Team von Miradore für die Unterstützung von iPhoneBlog.de in dieser Woche.

Outread – schneller lesen.

Ich lasse mir Artikel grundsätzlich vorlesen. Wenn ich das jedoch nebenbei tue, schweifen meine Gedanken ab. Es muss also eine Nebenbei-Tätigkeit sein, bei der ich nicht nachdenken muss – etwa Spazierengehen oder Joggen. Beim Autofahren oder Aufräumen ist mir die Informationsdichte von eingesprochenen Artikeln bereits zu hoch. Dafür empfinde ich Podcasts als wesentlich angenehmer.

4 Screenshots der Outread-App auf iOS.

Meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit bekommt Text, den ich tatsächlich mit den Augen lese. „Speed Reading“ ist eine andere – interessante – Form, sich solche Artikel zuzuführen. Nach zwei Wochen mit Outread ist das zwar nichts für mich, aber mir gefällt die Konzentration, die diese Methode erfordert.

Mein Gehirn kann sich dabei nämlich nicht ausklinken; genauer gesagt merke ich es umgehend, wenn ich nicht mehr bei der Sache bin. Beim normalen Lesen schaffe ich es komplette Absätze durchzulesen und dann zu bemerken, dass ich nicht mehr weiß, was im Text stand.

Outread bietet zwei Formen, um Text zu konsumieren. „Flashing“ zeigt euch die Wörter alleinstehend in der Bildschirmmitte; „Highlighting“ hebt Wörter aus der Textwüste hervor.

„Speed Reading“ – als Idee – ist eure Zeit wert, es einmal auszuprobieren. Ich empfinde es für mich als zu stressig, bin aber sehr froh es wieder probiert zu haben. Und Outread ist eine wirklich exzellente App dafür – mit Pocket-, Instapaper- und Pinboard-Sync. Die Universal-App hat Widgets, eine Integration ins Teilen-Menü sowie Statistiken. Man merkt die kontinuierliche Weiterentwicklung an seinen „Up-to-date“-Features und dem durchdachten Design.