Der Businessplan für Apple TV+

Tim Cook, September 2019:

This summer we released three trailers for a few of our premiere originals. […]

The reaction to these trailers has been incredible. They have been viewed over a hundred million times. In fact, the trailer for the Morning Show is one of the most watched trailers for any new television show ever.

Dieses Statement richtete sich ausschließlich an Hollywood – an Schauspieler, Produzenten und Studios. Niemand sonst interessiert sich für Anzahl der erzielten ‚eyeballs‘. Es demonstriert die schiere Reichweite, die Apple mit seinem Streamingdienst anvisiert.

Apple TV+ ist ein unverkennbarer Push für die Apple TV App, die nicht nur auf den eigenen Geräten läuft, sondern auch auf smarten Fernsehern. Über die Apple TV App lassen sich nämlich nicht nur Apples „Originals” konsumieren, sondern auch an den TV Channels mitverdienen. Wer HBO oder SHOWTIME über die Apple TV App klickt, schiebt auch Apple einen Teil von seinem monatlichen Beitrag zu.

Apple TV+ startet mit einer einjährigen Promotion – „limited time only” heißt es im Support-Dokument. Damit klopft Apple die tatsächliche Nachfrage sowie das Feedback für ihre eigenen Shows ab, und räumt sich allem voran selbst mehr Zeit für die langwierige Produktion neuer TV-Serien ein. Braucht Apple mehr Zeit, folgt eine zweite oder dritte Promotion. Am Geld scheitert dieses Projekt garantiert nicht.

Mit einem größeren Katalog wächst die Attraktivität von einem solchen Dienst, wobei die Produktionskosten natürlich nur einmalig anfallen. Das Geld für eine TV-Show streckt man lediglich ein einziges Mal vor und verdient dann daran mit jedem neuen Abonnenten. Ist die Investition abgefeiert, verbucht man den Monatsbeitrag von jedem weiteren Kunden als reinen Gewinn. Genauso funktioniert übrigens auch Apple Arcade.

Zwei oder drei erste Anmerkungen zur Series 5 und dem iPhone 11 (Pro)

Apple Watch tanzte gestern am lautesten über die Bühne. Auch deshalb weil viele der Gerüchte a) einfach falsch lagen oder b) erst gar nicht vorab existierten. Das „Always-On Retina Display” ist nicht nur technisch beeindruckend, sondern springt auf Augenhöhe mit traditionellen Uhren, deren Reiz mitunter in der Optik ihres Zifferblattes liegt.

Apple Watch Studio‘ ist rückblickend ganz offensichtlich die richtige Art und Weise seine eigene Watch zu konfigurieren. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum Apple im letzten Jahr damit begann die Uhr und das Armband in einer jeweils separaten Schachtel auszuliefern.

Grundsätzlich ist beeindruckend, wie gut Apple darin geworden ist klitzekleine Computer zu bauen.

iPhone 11 ist das neue iPhone für jedermann; das Pro-Modell sitzt als hochwertigere (zusätzliche!) Option obendrüber. Das klingt nach Zahlendreherei, ist aber ein cleverer Schachzug mit dem Apple gestern das Line-up von seinem wichtigsten Produkt umgedreht hat.

Das iPhone XR wurde im letzten Jahr als das „preiswerte Apple-Telefon” wahrgenommen. Es war das iPhone, das du kaufst, wenn du dir kein iPhone XS leisten möchtest. Das XR wurde (vielleicht auch deshalb?) zum meistverkauften iPhone in den letzten zwölf Monaten und nimmt ab sofort die prominente Position als Basismodell ein.

Sprich: Ein iPhone startet nun mit einem Preis von 800 Euro. Wer wirklich mehr will (OLED, HDR, anderes Gehäuse, ein Teleobjektiv oder mehr Akku), kann aufwärts von 1149 Euro für ein Pro-Modell bezahlen.

Apple verbessert wie in jedem Jahr sein Kamerasystem. Die diesjährigen Upgrades, die in der Keynote allesamt substanziell klangen, scheinen jedoch aus einer gesteigerten Motivation gegenüber den Mitbewerbern geboren. Ich glaube, Apple will wirklich den Titel: „Beste Kamera in einem Smartphone.”

Features wie Audiozoom, Deep Fusion, Cinematic Videostabilisierung und Nachtmodus sind entstanden, weil Google, Huawei und Co. in den letzten Jahren ordentlich aufgerüstet haben.

„Bye-bye 3D Touch!” Apple hat es nie geschafft diese Stufe der Interaktion in iOS nachvollziehbar zu integrieren. Schlussendlich flog es aber raus, weil „Haptic Touch‘ nun einerseits auf allen iPhones und iPads funktioniert und auf der anderen Seite das „Super Retina XDR”-Display ermöglicht. So zumindest meine aktuelle Theorie, warum das Pro-Modell eine maximale Helligkeit von absurden 1200 Nits und ein typisches Kontrastverhältnis von 2.000.000:1 erreicht.

Zwei Sätze noch zum eigentlichen Event. Es war eine kompakte, unterhaltsame und sehr überzeuge Präsentation, in der eindeutig geplante Features und Produkte (kurzfristig) rausgestrichen wurden. Apples wichtigste Veranstaltung im Jahr endet nicht zwanzig Minuten zu früh und auf einem „Retail-Update”.

Aus den Betas wurden zuvor gefundene „Apple Tags”-Referenzen entfernt, aber ziemlich eindeutige Spuren von einem AR-Headset belassen? Apple kündigt einen neuen Ultra-Wideband-Chip an, der lediglich AirDrop aufwertet? Nee, da ist mehr geplant.

Und trotzdem nehmen diese erwarteten Ankündigungen den tatsächlichen Produkten nichts weg. Mit großer Freude sehe ich der Apple Watch Series 5 und dem iPhone 11 (Pro) bereits in der nächsten Woche entgegen.

„Apple Event in a flash”

Video

Für zwei Minuten und drei Sekunden ist das eine ziemlich vollständige Zusammenfassung der Ereignisse. Die komplette Keynote steht als Stream bereits auf Apple.com.

#171 – Trakt.tv

Das VIP-Abo von Trakt.tv wirbt mit vielen kleinen Anreizen, die die Film- und Serien-Verwaltung aufwertet. Individuell betrachtet sind diese Funktionen nur bedingt reizvoll; in ihrer Kombination erweitern sie den alteingesessenen Webdienst jedoch deutlich.

Ich nutzte das werbefinanzierte Angebot von Trakt seit vielen Jahren, habe mir in den letzten Wochen aber einmal den kompletten Service angeschaut.

Alle diese Eindrücke und warum man man genau hier seinen TV-Konsum dokumentieren möchte, versuche ich in sieben Minuten zu erklären.

Hier das Intro zur Episode:


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„A message about iOS security“

Google’s post, issued six months after iOS patches were released, creates the false impression of “mass exploitation” to “monitor the private activities of entire populations in real time,” stoking fear among all iPhone users that their devices had been compromised. This was never the case.

Second, all evidence indicates that these website attacks were only operational for a brief period, roughly two months, not “two years” as Google implies. We fixed the vulnerabilities in question in February — working extremely quickly to resolve the issue just 10 days after we learned about it. When Google approached us, we were already in the process of fixing the exploited bugs.

Apple Newsroom

Das ist eine überraschend unreflektierte Antwort, die in dieser Kürze obendrein viele Tage zu spät kommt. Apple bestätigt mit seinem Statement quasi in allen Aspekten den Blogpost von Googles Sicherheitsteam, stört sich aber an der gewählten Wortwahl.

Natürlich macht die Reichweite („en masse“) und der Zeitraum („mass exploitation“) einen Unterschied: Es sind jedoch nicht die entscheidenen Faktoren wenn wir das Ausmaß von diesem Angriff bedenken. Googles ‚Project Zero‘-Team legte Ende August detailliert eine Kette von Sicherheitslücken offen, die für die letzten iOS-Jahre schlicht beispiellos ist.

Anstelle sich aber auf Konfrontationskurs mit einem Team zu begeben, das konstant in Apples Sicherheitsnotizen eine lobende Erwähnung findet, hätte man sich einfach an deren Seite stellen können. Niemanden wundert sich im Jahr 2019 noch über Spionage-Apps, Schadsoftware oder ganz allgemein Angriffe auf unsere IT-Infrastruktur – egal ob einzelne Täter oder ganze Staaten beteiligt sind. Kunden_innen interessiert, wie man sich in diesem Minenfeld verhält.

Apples Statement wäre tatsächlich stark gewesen, wenn man Schulterschluss gezeigt hätte, anstelle sich über einzelne Formulierungen zu empören.

(Beta.)Music.Apple.com

„iTunes for Windows is probably the best Windows app ever written“ sagte Steve Jobs im Jahr 2003 als er Apples Medienverwaltung zum ersten Mal ankündigte (obwohl er intern lange Zeit gegen die Entwicklung war).

Diese absolute Konzentration auf die eigenen Geräte und die eigenen Plattformen hat Apple bis heute nicht komplett abgeschüttelt. Deswegen startete Apple Card ohne Webportal und deswegen brauchte Apple Music geschlagene drei Jahre um auch über die Amazon Echos zu spielen – nur um zwei Beispiele zu nennen.

Beta.Music.Apple.com leitet auf Android und iOS im Moment zu den nativen Apps weiter; aber auf Betriebssystemen ohne Apple-Music-App oder iTunes kann man sein Abo nun auch über die Webseite konsumieren. Bei jedem anderen (Streaming‑)Service erwartet man sowas; in Apples Ökosystem ist das weiterhin eine Besonderheit.

Einerseits stellt Apple damit die eigene Hardware in eine interne Konkurrenzsituation mit den eigenen Diensten. So konkurriert beispielsweise der HomePod mit einer Apple-Music-Integration in die Amazon Echos. Oder der Apple TV muss sich gegen Fernseher von Samsung behaupten, die mit tvOS ausgestattet werden.

Auf der anderen Seite muss Apple zukünftig keine Windows-Apps mehr bauen. iTunes wird wahrscheinlich die erste und gleichzeitig letzte große Software sein, die Apple für das Betriebssystem von Microsoft gefertigt hat.

(Versteckte) Produktanspielungen in Apples Event-Einladungen aus den letzten Jahren

Wie viele chiffrierte Informationen versteckt Apple in seinen Event-Einladungen? Ich bin die Liste der letzten acht Jahre für die iPhone-Veranstaltungen durchgegangen, habe die ganz deutlichen Anspielungen einmal fett markiert und (wenn notwendig) ein paar Anmerkungen notiert.

Unterm Strich steht: „Kann Spuren von Nüssen Hinweisen enthalten” – wirklich substanzielle Entdeckungen gibt es dort aber nicht. Das Marketing-Team arbeitet keinesfalls im Dunkeln, lässt aber wenig durchblicken.

  • Einladung: September 27, 2011 — „Let’s talk iPhone“
  • Event: October 4, 2011 — iPhone 4S + iOS 5 ➝ Siri
  • Einladung: September 4, 2012 — „It’s almost here.“
  • Event: September 12, 2012 — iPhone 5
  • Einladung: September 3, 2013 — „This should brighten everyone’s day.“
  • Event: September 10, 2013 — iOS 7 + iPhone 5s + iPhone 5c
  • Einladung: August 28, 2014 — „Wish we could say more.“
  • Event: September 9, 2014 — iPhone 6 + iPhone 6 Plus + Apple Pay + Apple Watch
  • Einladung: August 27, 2015 — „Hey Siri, give us a hint“
  • Event: September 9, 2015 — iPhone 6s + iPhone 6s Plus + iPad Pro + Apple Pencil + Apple Watch OS 2 + Apple TV
  • Einladung: March 10, 2016 — „Let us loop you in.“
  • Event: March 21, 2016 — Watch Bands + iPhone SE + iPad Pro 9.7″
  • Einladung: August 29, 2016 — „See you on the 7th.“
  • Event: September 7, 2016 — iPhone 7 & 7 Plus (+ erstes iPhone mit Porträtmodus)
  • Einladung: August 31, 2017 — „Let’s meet at our place“
  • Event: September 12, 2017 — Apple Watch Series 3 + Apple TV 4K, iPhone 8 + iPhone 8 Plus + iPhone X (erstes iPhone-Event im ‚Steve Jobs Theater‘)
  • Einladung: August 30, 2018 — „Gather round.”
  • Event: September 12, 2018 — iPhone XS Max + XS + XR + Apple Watch Series 4 (Neu: iPhones in der Farbe „Gold”)
  • Einladung: August 29, 2019 — „By innovation only.“
  • Event: September 10, 2019 — …

Blickt man über die iPhone-Events hinaus, spielt Apple für seine anderen Veranstaltungen manchmal richtig auf. „There’s something in the air“ kündigte das erste MacBook Air im Jahr 2008 an. „1000 songs in your pocket changed everything. Here we go again.” zeigte die Mini-Hosentasche, aus der Steve Jobs im Jahr 2005 dann den ersten iPod nano zog.

Die „Let’s take a field trip“-Einladung deutete mehr als offensichtlich den Apple Pencil fürs Edu-iPad an. Und das iPad 2, das im März 2011 vorgestellt wurde, war bereits direkt auf der Einladung zu sehen.

#170 – das Electrified X2 von VanMoof

Egal ob Scooter, Skateboard oder Segway: Für ‚Micromobility‘ kann ich mich einfach begeistern. In den Sommermonaten, in denen Helsinki tatsächlich keine festgefahrene Schneedecke hat, fahre ich täglich mit dem WowGo ins Büro. Manchmal schlage ich dabei einen deutlichen Umweg ein, nur um ein paar Minuten länger auf dem Board zu stehen.

Im Juli bin ich über die Fahrräder von VanMoof gestolpert; drei Wochen später hat mir das Start-up aus Amsterdam ein Testmuster geschickt1. Ich habe auf dem Electrified X2 nun einige hundert Kilometer abgerissen und einen recht vollständigen Einblick bekommen.

Unterm Strich hat das Wetter in meinen Testwochen genauso wenig enttäuscht wie das smarte Bike. Ich liebe das Design, aber nicht nur den ‚Look and Feel‘. Insbesondere das Produktdesign – von den Setup-Videos bis zur „Sorgenfrei-Garantie“ – empfinde ich als zukunftsgerichtet. Die Philosophie des Unternehmens kommt auch in diesem Podcast-Interview gut rüber.

  1. Wie für alle Produktvorstellungen im iPhoneBlog gilt: Meine Berichterstattung ist nie gesponsort und wird nie vergütet. Niemand außer mir hat Einfluß auf den Inhalt der Artikel und ob ich überhaupt darüber berichte ↩︎

Hier das Intro zur achtminütigen Episode:


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