„Behind the Messy, Expensive Split Between Facebook and WhatsApp’s Founders”

Das Wall Street Journal zerlegt die Trennung zwischen den WhatsApp-Gründern Brian Acton und Jan Koum mit Facebook:

Mr. Zuckerberg assured Messrs. Koum and Acton at the time that he wouldn’t place advertising in the messaging service, according to a person familiar with the matter. Messrs. Koum and Acton also negotiated an unusual clause in their contracts that said if Facebook insisted on making any “additional monetization initiatives” such as advertising in the app, it could give the executives “good reason” to leave and cause an acceleration of stock awards that hadn’t vested, according to a nonpublic portion of the companies’ merger agreement reviewed by The Wall Street Journal. The provision only kicks in if a co-founder is still employed by Facebook when the company launches advertising or another moneymaking strategy.

Wall Street Journal | Kirsten Grind | Deepa Seetharaman

Die Details lesen sich vernichtend – in erster Linie für „Mr. Zuckerberg”. Entweder fehlen ihm grundlegende (Lebens‑)Prinzipien oder er hat bei der Übernahme des Chat-Netzwerks, das unter Facebook-Herrschaft von 450 Millionen auf 1.5 Milliarden Nutzer anwuchs, schlicht gelogen. Beides lässt ihn nicht gut aussehen.

Weitaus bedenklicher erscheint mir jedoch die Leichtfertigkeit, mit der Facebook seine 22-Milliarden-Blockbuster-Investition als Ass im Ärmel verspielt. Anstelle WhatsApp, ein bei der Übernahme profitables Unternehmen, die notwendigen Ressourcen für mehr Wachstum zu geben, sabotiert Zuckerberg seine eigene Firma, die sich „respect for your privacy” auf die Fahnen schrieb (und in der anhaltenden Krise ein nützliches Aushängeschild abgeben würde).

Brian Acton resigned in September; Koum stayed on until the end of April. In leaving before November of this year, Acton gave up some $900 million; Koum gave up about $400 million. You need to be really unhappy at work if you’re willing to quit a job that’s effectively paying you some $60 million per month, and from which you basically can’t be fired.

Slate | Felix Salmon

Man muss sicherlich keine Sympathien für Koum und Acton aufbringen, die aus freien Stücken ihren ‚anti-werbung, pro-privacy‘ Messenger an eine der insgesamt zwei großen Werbebuden verkauft hat. Man darf sich allerdings selbst einmal fragen, was mir WhatsApp unter neuer Führung noch wert ist.

Laut den WSJ-Recherchen drängt Facebook für WhatsApp auf das ‚Instagram‘-Monetarisierungsmodell, das mit personalisierter Werbung mehr Geld einspielen soll. Ist das das Ende ihrer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? Vielleicht.

Vielleicht ist das aber auch egal, weil wenn man seinen privaten Text-Messenger (WhatsApp) und seinen öffentlichen Fotoservice (Instagram) in Finanzierungsfragen über einen Kamm schert, demonstriert das bereits wie wenig Stellenwert private Kommunikation hat.

#107 – mein erster Blick auf iOS 12

Es hat ein paar Minuten Stunden gedauert bis ich mich (mit mir selbst) auf 10 Features einigen konnte, die es in mein erstes Video über iOS 12 schaffen sollten. Die Anzahl der Neuerungen ist verdammt groß und im Moment noch nicht ansatzweise zu überschauen (unabhängig der vielen Kleinigkeiten, die sich über den Sommer noch ändern werden). Neue iOS-12-Fundstücke spült es derzeit täglich ins Netz, weshalb ich mir zum Auftakt zehn Kandidaten herausgepickt habe, die ich persönlich schlicht interessant finde. Hier das Intro zur siebenminütigen Episode:
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Podcasts, Walkie-Talkie und Web Content in watchOS 5

WatchOS 5 ist die erste Software-Aktualisierung für Apples Uhr, die ein Modell aufgrund seines Alters aus dem Update-Zyklus kickt. Die allererste Watch bekommt das Update im Herbst nicht mehr. Mit Blick auf die Fähigkeiten der ersten Hardware ist das nicht verwunderlich (und obendrein ein vorzüglicher Grund beim ersten Re-Design des Screens mit neuer Hardware wieder einzusteigen).

Drei Funktionen stechen für mich von watchOS 5 hervor: Podcasts, Walkie-Talkie und Web Content.

Podcasts

Es bleibt abzuwarten was der „Background audio mode” für Entwickler von Podcast-Apps aus dem App Store beinhaltet (und ob damit ein Download von individuellen Folgen auf die Uhr eingeschlossen ist). Es wäre wünschenswert.

Bislang konnte ich nur Apples offizielle Podcast-App auf der Uhr ausprobieren. Dort lassen sich Audio-Angebote (via Siri) abonnieren und wiedergeben. Es ist (bislang) nicht ersichtlich welche Episoden sich die Uhr vom iPhone für die Offline-Wiedergabe überspielt, aber es findet definitiv eine Übertragung statt (ohne das die Uhr dabei am Strom hängen muss). Die Abspielposition synchronisiert sich wie zu erwarten mit euren anderen Geräten. Sollten Podcast-Feeds gemischt aus Audio- und Videobeiträgen bestehen, zeigt die Uhr lediglich die Audio-Episoden an. Die Podcast-App auf der Uhr besitzt außerdem eine Komplikation fürs Zifferblatt, die jedoch lediglich die App startet.

Podcasts auf der Watch hat das Potenzial zu einer Vorzeigefunktion von Apples Armbanduhr zu werden.

Walkie-Talkie

Ein ‚Walkie-Talkie‘-Feature stand bereits in den Werbebroschüren der allerersten Apple Watch. Nun schaffen es die ‚FaceTime Audio‘-artigen Kurznachrichten zwischen zwei Teilnehmern anscheinend in den Herbst-Release.

Gelegentlich bin ich Fan von Sprachnachrichten – immer dann, wenn man eine gewisse Stimmlage für eine ausgewählte Nachricht transportieren will, die als Text-Message sonst nicht rüberkommt (Diktierte Nachrichten muss man in der Watch-App auf dem iPhone aktivieren). Eine ‚Push-to-talk‘-Funktion ist davon aber noch einmal explizit zu trennen, weil sie eher einem Anruf ohne dauerhafte Verbindung ähnelt.

Auf Events, Demonstrationen oder wenn man in einer Autokolonne versucht sich abzustimmen, hatte ich mit Freunden in den letzten Jahren dafür immer mal wieder dedizierte Funkgeräte in Gebrauch. Richtig umgesetzt könnte die Watch in Zukunft hier einspringen.

Web Content

Der Apple-Watch-Bildschirm ist klein, aber er ist nicht zu klein um ‚Quick-Look‘-artig in einen Weblink reinzuschauen, den man (beispielsweise) über iMessage erhalten hat. Dass dies bislang nicht ging, war erzürnend.

Ich plane zwar nicht komplette Webartikel über die Watch zu lesen, aber ich hätte vor 10 Jahren auch nie vermutet, dass ich inzwischen den Großteil des Internets auf 5,8 Zoll konsumiere.

Ohne eine Anpassung meinerseits klappt die Darstellung von iPhoneBlog-Artikel über watchOS 5 bereits sehr zufriedenstellend.

WWDC Keynote 2018: Schulnote B-

Apples gestrige Keynote verlief diszipliniert. Die Veranstaltung war nicht pompös, sie war nicht übertrieben witzig, sie war teilweise sogar langweilig. Die Bühnenshow sollte man aber nicht mit der Qualität seiner Ankündigungen verwechseln. Ich war „sehr zufrieden“ und würde die Schulnote B- vergeben. Hier meine frühe erste Meinung zu iOS 12.

Ein Blick auf die „Kleinigkeiten”, die uns mit iOS 12 ereilen, deutet an wie hilfreich das Update im Alltag wird. Bereits die erste Entwickler-Beta zeigt einen deutlichen Performance-Sprung – absolut außergewöhnlich im Vergleich zu den letzten Jahren.

Die explizite Berücksichtigung betagter Geräte (iOS 12 läuft noch auf einem fast fünf Jahre alten iPhone 5s) ist nicht sexy, aber ein Schritt in die richtig Richtung. Apple muss sich vorwerfen lassen in den letzten Jahren zu stark nur die aktuellsten Geräte berücksichtigt zu haben während Hundert Millionen alte iPhones beim Großteil ihrer User im Einsatz sind.

Standard-Apps

Ein typisches Beispiel für nur mäßig spannende Unterhaltung war die Präsentation der überarbeiteten Standard-Apps. Apple Books, die Aktien-Anwendung, Sprachnotizen und ein neuer Anstrich für die (immer noch nicht internationale) Apple-News-App war ermüdend. Wenn man sich aber vor Augen führt wie viele Leute diese Apps täglich benutzen, ist die Aufmerksamkeit gerechtfertigt. Die AR-Anwendung ‚Measure‘ – neu im Pool der Standard-Apps – löst sicherlich keine Revolution aus, aber ich wette für den „normalen” iPhone-Anwender ist das tatsächlich ein bisschen magisch.

Ohnehin tröpfelt Apple zunehmend mehr Augmented Reality in unseren Alltag. Das bedeutet: Niemand wird mehr geschockt sein wenn Apple in ein paar Jahren all die AR-Software von unseren Telefon- und Tablet-Screens auf den Bildschirm in der Brille bringt. Die Entwicklung dieser Anwendungen in der Öffentlichkeit ist das perfekte ‚Cover-up‘ – kein anderes Produkt der letzten Jahre genoss einen solchen Vorlauf in punkto Softwareentwicklung.

Siri Shortcuts

Es ist derzeit nicht mehr als ein gutes Gefühl, dass ich für Workflow Siri Shortcuts empfinde. Mehr als auf der Keynote-Bühne gibt es derzeit auch noch nicht zu sehen. Wenn die richtigen App-Store-Anwendungen aufspringen, wenn Apple den Balanceakt zwischen simplen Sprachbefehlen für „normale” Anwender und Anwenderinnen sowie verschachtelte Automationen hinbekommt, entkoppelt das die alleinige Weiterentwicklung von Apple, die über Jahre nur einzelne Domänen ausgebaut bekamen. Mit systemweiter Unterstützung haben Siri Shortcuts jetzt das Potenzial zu den Standard-Alexa-Phrasen aufzuschließen.

Kurz: Es freut mich zu sehen, dass der Zukauf des Workflow-Teams in die richtige Richtung läuft.

Grundlagenarbeit

Apples Vorschau-Seite für iOS 12 liefert auch dieses Jahr einen mittlerweile gewohnt weitreichenden Überblick für diverse Features, die ich in die Kategorie Grundlagenarbeit stecke. Screen Time, Kameraeffekte, Memoji, Gruppen-FaceTime-Chats, Foto-Features, die Erweiterung der Nicht-Stören-Funktion oder die neuen Einstellungen für Push-Mitteilungen sind ganz natürliche Evolutionsschritte, die teilweise überfällig waren und teilweise durch die zunehmende Entwicklungszeit sehr durchdacht erscheinen.

Keine dieser einzelnen Funktionen zeichnet iOS 12 aus, aber als Bündel drücken sie dem Software-Update ihren Stempel auf.

Für ein Fazit ist es viel zu früh. Mir scheint es jedoch wichtig zu betonen, wie prominent abwesend eine Zukunftsperspektive für iOS war, obwohl mit Siri Shortcuts, insgesamt den Siri-Suchvorschlägen und dem ganzen Augmented Reality-Part einige nicht zu übersehende Grundsteine gelegt wurden. Apple ist nicht bekannt dafür Zukunftsversionen anzupreisen (die ihnen dann später auf die Füße fallen), aber es war kein Ausblick zu erkennen (anders als bei macOS). iOS 12 riecht auch deshalb nach dem berühmt berüchtigten ‚Snow Leopard‘-Release – eine Konzentration auf Performance und Stabilität.

Diese Art von OS-Upgrades lassen sich gewöhnlich schwer verkaufen. Apple hat es gestern trotzdem hinbekommen – insbesondere wenn man beachtet das iOS für das iPhone und iPad nicht im luftleeren Raum agiert, sondern in einem vernetzten Ökosystem aus watchOS, tvOS und macOS bewegt.

Postfächer in iOS-Mail verwalten

Apples iOS-Mail-App legt Abkürzungen zu einzelnen Postfächern, blendet entbehrliche Ordner aus und klappt nicht benötigte E-Mail-Konten zusammen. Das ist nicht neu, aber ich hatte vergessen, dass das überhaupt geht.

Um die intelligenten Postfächer ein- oder auszublenden, tippen Sie auf „Bearbeiten“ in der oberen rechten Ecke der Liste der Postfächer. Tippen Sie jetzt die intelligenten Postfächer an, die angezeigt werden sollen, und tippen Sie anschließend auf „Fertig“.

Support.Apple.com

Ich habe es zwar vor einigen Jahren aufgegeben, E-Mails in spezifische Postfächer zu sortieren (und verlasse mich seitdem ausschließlich auf die Suche), schätze jedoch die aufgeräumte Übersicht.

CropSize + 2 Workflows für meine Blog-Fotografie

Ich habe einen Workflow für meine Blog-Fotografie. Da jeder Artikel hier im iPhoneBlog ein individuelles Foto bekommt, ist es sinnvoll diesen täglichen Prozess zu automatisieren.

Die aktuellsten Neuerungen in diesem Workflow betreffen das Ändern der Fotogröße beim Export und die Erstellung von Screenshot-Kompositionen. Dafür habe ich drei neue Werkzeuge – zwei Workflows für Apples zugekaufte Automatisierungs-App (universal; Laden) sowie eine App-Store-Software.

  • Die Entwicklung der App CropSize (universal; 5,49 ) verfolge ich seit Januar 2016. Inzwischen hat die Software eine Form angenommen, die ich vorbehaltlos empfehlen kann wenn man einzelne oder mehrere Fotos zuschneiden (crop) oder in ihrer Größe ändern möchte (resize). In diesem Zusammenhang bin ich außerdem sehr gespannt wie die Mac-App Retrobatch von Gus Mueller angenommen wird und ob er von seiner Foto-Stapelverarbeitung tatsächlich eine iPad-Version plant.
  • Optimizing Images With TinyPNG ist quasi ein ImageOptim für iOS. Es benutzt den Webservice TinyPNG, der eure PNG-Screenshots kleinrechnet. Der Webdienst erlaubt es euch 500 Bilder pro Monat zu optimieren.
  • Der Device Screenshots Workflow von Jordan Merrick klebt einen von euch festgehaltenen Screenshot in den graphischen Gehäuserahmen eines iPhones, iPads oder einer Apple Watch. Die ‚image assets‘ muss man dafür nicht per Hand herunterladen; der Workflow überspielt die Produktfotos bei der ersten Verwendung auf euer iCloud Drive.

(Vimeo)

#106 – Was ist AirPlay 2?

In 18 Tagen ist der HomePod auch hierzulande erhältlich; am Dienstag ließ Apple passend dazu AirPlay 2 von der Leine. Ein guter Zeitpunkt also sich mit Apples verbessertem Streamingprotokoll fürs Heimnetz zu befassen, über das es fast mehr zu sagen gibt als über den HomePod selbst – den ersten AirPlay-2-Lautsprecher.

Hier das Intro zur neunminütigen Episode:


iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Als Abonnent bekommt man jede Woche ein neues Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zur Diskussion in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

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EDGE Issue 320: „Face to face”

A new technology from Apple and the Helsinki-based Next Games may not quite produce results of MotionScan’s fidelity, but it promises to be by far the most affordable and effective way of transposing human expressions onto videogame faces yet produced. Facial motion capture has, for decades, been a luxury afforded to only the most moneyed developers. The process typically requires the hiring of a dedicated studio, bespoke tracking equipment including a $3,000 mo-cap helmet, high resolution cameras and a squadron of specialist engineers. That changed when Apple announced the facial-tracking feature of the iPhone X.

EDGE, Issue 320

Der Untertitel des Artikels fasst die vielversprechenden Aussichten der TrueDepth-Kamera im iPhone X gut zusammen: „How the tech behind Apples’s Animoji could revolutionise motion capture in games”.

Das Team von Next Games programmierte ein Plug-in, das die Gesichtszüge einer Person über die Frontkamera des iPhones aufzeichnet und zu Entwicklungsumgebung Unity übergibt. Dort können diese Grimassen in nur 30 Sekunden auf ein 3D-Modell angewendet werden.

Qualitativ ist das nicht vergleichbar mit den etablierten Motion-Capture-Systemen, erfordert andererseits aber auch kein Aufkleben von Hunderten von Markern auf das Schauspielergesicht, ein separates Team, entsprechend viel Zeit und teures Kamera-Equipment.

Next Games hat ihre Entwicklung zum Aufzeichnen und Überführen der Daten noch nicht veröffentlicht, allerdings wird die Technik bereits dieses Jahr im iOS- und Android-Spiel ‚The Walking Dead: Our World‘ zu sehen sein.