iOS 9.3 Beta: Apple Pencil navigiert nicht mehr durchs iPad-OS

Mitunter ist die Informationskluft zwischen Blogs und Podcasts interessant. Aktuelles Beispiel: Apples Pencil lässt sich bis iOS 9.2.1 als (nahezu) vollwertiger Fingerersatz benutzen. Mit den ersten vier Betaversionen von iOS 9.3 streicht Apple den Funktionsumfang zusammen und degradiert den Stift zu einem Werkzeug, das nur malt und (PDFs) anmerkt (und nicht mehr über den Homescreen wischt oder durch Webseiten scrollt).

Mit jeder neuen Betaversion wiederholte sich die Podcast-Diskussionen, die (zurecht) fragten was Apple sich von diesem Rückschritt verspricht. In Blogs schlägt das Thema so richtig erst heute, nachdem Serenity Caldwell darüber schrieb, auf.

iPhoneBlog.de_Pencil

This is a plea to the development team at Apple: There’s still time to add these Pencil features back for the final iOS 9.3 release. They’re not only useful for the folks that just draw or sketch with the Pencil — they also provide functionality for video and audio editing, and offer priceless accessibility for those who have trouble with their hands.

Apple, don’t cripple the Pencil’s navigation in iOS 9.3

Eine ausführlichere Problembeschreibung findet sich von CGP Grey und Myke Hurley im (ohnehin hervorragenden) Cortex-Podcast (Episode #23, ab Minute 48:30).

Das überzeugendste Argument aber, und ganz nebenbei ein passender Platz für eine Systemoption, sind hier die Bedienungshilfen. Das Repetitive-Strain-Injury-Syndrom – eine Verletzung durch wiederholte Beanspruchung, umgangssprachlich der Tennisarm – besitzt eine lange Geschichte an Computerarbeitsplätzen. Durch Schmerzen im Handgelenk oder im Unterarm wechseln Computernutzer seit jeher ihre Eingabegeräte – unter anderem auf ergonomische Tastaturen oder Wacom-Tablets mit Stift-Steuerung.

Es gäbe diverse andere Gründe, die für eine systemweite iOS-Navigation über den Apple Pencil sprechen. Ebenso gibt es eine Handvoll Argumente, mit denen man logisch dagegen debattieren kann. Über die gesundheitlichen Vorteile allerdings, lässt sich nicht streiten. Eine Accessibility-Einstellung wäre der richtige Kompromiss.

Der Wunsch nach einem Präzedenzfall

This is a seminal battle between the biggest tech company on the planet and the most powerful government on the planet. This is why it’s important that we don’t get mired down in technicalities. For Apple, and for us, this is not a question of can we, but a question of should we. A question that will have implications for everyone from journalists to heads of state to private citizens of all countries.

Matthew Panzarino | „Why Apple Is Fighting Not To Unlock iPhones For The Government

Die „technicalities“ sind interessant – keine Frage. Schlussendlich sind es aber die Motive, die zeigen worüber hier eigentlich gestritten wird.

Die amerikanische ‚Intelligence Community‘1 hofft auf einen Präzedenzfall, auf den man sich beim nächsten Mal wieder berufen kann, ohne sich dann erneut einer Diskussion über Konsequenzen oder Prinzipien stellen zu müssen. Obwohl das richterliche Gesuch eng formuliert ist (es geht um ein iPhone 5c und um modifizierte Software, die nur auf diesem eindeutig identifizierten Gerät – im RAM – läuft) entspricht das nicht ansatzweise den mitschwingenden Hoffnungen. Das US-Justizministerium zögerte beispielsweise keinen Tag um kundzutun, dass man da doch noch 175 Telefone in einer Schublade hätte, die auf den Ausgang der Gespräche zwischen Apple und dem FBI warten.

Noch deutlicher zeigt sich die Anspruchshaltung im offenen Brief von FBI-Chef James Comey. Sein Schrieb ist eine Beleidigung für alle Beteiligten, die mehr als nur Wahlkampf mit diesem Terroranschlag betreiben. „We Could Not Look the Survivors in the Eye if We Did Not Follow this Lead“ – während man existierenden Beweise, so wie die bestehenden iCloud Backups, durch einen unbedachten Passwortwechsel der Apple ID, den man zwischenzeitlich versuchte dem San Bernardino County Department of Public Health unterzuschieben, fahrlässig verspielte.

Ihr Statement zum Thema zeigt entweder a) Unfähigkeit oder b) Unehrlichkeit:

FBI must clarify which of these two meanings their letter had. Either the FBI has recklessly interfered with the processing of evidence OR FBI has mislead the courts on the amount and the nature of assistance required by Apple under the All Writs Act.

Jonathan Zdziarski

Für mich bleibt das Problem ein fehlgeleitetes Selbstverständnis, mit dem die US-Sicherheitsbehörden hier einen Zugriffsanspruch – no matter what – auf alle Datensätze erheben, ungeachtet der Tatsache, das echte Terroristen dann einfach anders verschlüsseln.

Es steht außer Frage, dass das Thema komplex, vielschichtig und allem voran schwierig zu erklären ist. Mit Trump-Rhetorik, so wie sie Comey an den Tag legt, wird’s plötzlich alles ganz einfach. Deshalb hat das FBI die Diskussion auch in die Öffentlichkeit gezerrt.

Although this case is about the innocents attacked in San Bernardino, it does highlight that we have awesome new technology that creates a serious tension between two values we all treasure: privacy and safety. That tension should not be resolved by corporations that sell stuff for a living.

„Corporations that sell stuff for a living“ – wow. Zwischenzeitlich beschleicht einen das Gefühl, Apple, WhatsApp, Twitter, Google, Facebook und Microsoft tun mehr für Bürgerrechte als Regierungen und deren Organisationen. Es geht nicht darum blind einer Firma und ihrem Verständnis von Sicherheit zu folgen. Wie schwierig es ist einen gemeinsamen Nenner zu definieren, beispielsweise im Vergleich zwischen Europa und den USA, erleben wir regelmäßig bei App-Store-Urteilen, die nicht technisch begründet sind.

Nein, wenn wir (ernsthaft) darüber diskutieren Verschlüsselung aufzuweichen, indem wir standardisierte Methoden etablieren um diese auszuhebeln, hilft das wahrscheinlich nicht bei der Aufklärung von schwerem Verbrechen, führt aber ganz sicher zu mehr Straftaten wie Identitätsdiebstahl und Datenmissbrauch.

Die undankbare PR-Arbeit, die Apple im Moment gezwungen ist stellvertretend für eine ganze Branche anzunehmen, zeigt sich pointiert. Und selbst wenn der Fall am Freitag komplett zugunsten von Apple vom Tisch gewischt wird: Das nächste ‚Hight-Profile-Case‘, die nächste richterliche Anordnung und der nächste Versuch politisches Kapital aus einem Attentat zu schlagen, ist vorhersehbar.

You can’t build a backdoor without weakening security.“ Eine sehr realistische Chance besteht aber Systeme so zu bauen, dass viele der Daten einzig und allein im Zugriff des Besitzers einer Hardware oder der Eigentümerin von einem Onlinekonto bleiben. Daten, die nicht anfallen, lassen sich nicht weitergegeben. Apple hat in den letzten Jahren sukzessive einige seiner Dienste entsprechend umgebaut. Das war vorausschauend, wie sich dieser Tage einmal mehr zeigt.


  1. …um unfair zu verallgemeinern… 

„Answers to your questions about Apple and security“

iPhoneBlog.de_Answers

As the government has confirmed, we’ve handed over all the data we have, including a backup of the iPhone in question. But now they have asked us for information we simply do not have.

We feel the best way forward would be for the government to withdraw its demands under the All Writs Act and, as some in Congress have proposed, form a commission or other panel of experts on intelligence, technology, and civil liberties to discuss the implications for law enforcement, national security, privacy, and personal freedoms. Apple would gladly participate in such an effort.

Apple.com

In Ergänzung dazu: Tim Cooks Memo an die Apple-Belegschaft findet sich bei BuzzFeed.

MightyDeals und BXDCreative [Sponsor]

MightyDeals ist in dieser Woche abermals mein Sponsor. Ihr aktuelles Angebot für Kreativschaffende: ein Grafikdesign-Bundle, bestehend aus acht hochauflösende Prospekt-Vorlagen von BXDCreative.

iPhoneBlog.de_Mighty_BXDCreative

Auf über 70 Seiten erstrecken sich hier clevere Layout-Ideen, die sich direkt in Adobe InDesign öffnen. Die Broschüren sind gestaltet fürs Business, unabhängig davon in welchem Bereich die Firma tätig ist. Die Templates lassen sich als Flyer auf Messen austeilen oder als Flugblätter am Empfang auslegen.

Jedes einzelne Element passt sich in Größe, Farbe und Form mit ein paar Klicks dem Erscheinungsbild des eigenen Unternehmens an. Damit liegt die nächste Broschüre im A4-Format quasi druckfertig vor – zur Abwechslung sogar einmal rechtzeitig.

Alle Layouts, Schriften und Vector-Grafiken dürfen ohne Einschränkung geschäftlich verwendet werden.
BXDCreative verkauft diese InDesign-Vorlagen normalerweise für 95 US-Dollar. In den nächsten Tagen ist sie für nur 19 US-Dollar zu laden.

Vielen Dank an MightyDeals, die dieses Rabatt-Angebot von BXDCreative realisieren und das iPhoneBlog.de in dieser Woche unterstützen.

„Error 53“ ausgebügelt

„Error 53“ – ein wirklich blöder Fehler.

Betroffen waren iPhone 6(s) und 6(s) Plus-Kunden_innen, die durch einen Defekt (oder eine unsachgemäße Reparatur) die Koppelung zwischen Touch-ID-Sensor und der ‚Secure Enclave‘ verloren und anschließend versuchten ein Betriebssystem-Update über iTunes (!) einzuspielen.

Verfehlt der Koprozessor in Apples A-Chip nämlich den Sicherheits-Check zum Fingerabdrucksensor, schaltet er Touch ID ab. Soweit, so richtig. Wird nun aber versucht ein iOS-Update über iTunes einzuspielen, endet dies mit einem funktionslosen Telefon (während eine ‚Over the Air‘-Aktualisierung lediglich fehlschlägt).

Ein Funktions-Überbleibsel einer Werksprüfung wie Apple gegenüber TechCrunch zu Protokoll gibt und heute eine neue Version von iOS 9.2.1 bereitstellt.

IPhoneBlog de Fingerprint

This reports as an Error 53 in iTunes and appears when a device fails a security test. This test was designed to check whether Touch ID works properly before the device leaves the factory.

Today, Apple released a software update that allows customers who have encountered this error message to successfully restore their device using iTunes on a Mac or PC.

Apple Apologizes And Updates iOS To Restore iPhones Disabled By Error 53

The Guardian verhalf dem „Error 53“ mit einem Artikel vor rund zwei Wochen für breite Aufmerksamkeit; wenige Tage später folgte eine Sammelklage („don’t get me started“). Nun ist der Fehler im Zusammenhang mit iTunes identifiziert und behoben.

Die Kuriosität aber bleibt bestehen: „Error 53“ wird im Netz seit Ende 2014 diskutiert und seit Mitte 2015 von Apple selbst als Hardware-Defekt gelistet. Darf man aus der stattlichen Verzögerung schließen, dass auch bei Apple niemand mehr iTunes öffnet?

Tim Cook: „A Message to Our Customers“

IPhoneBlog de A Message to Our Customers

The United States government has demanded that Apple take an unprecedented step which threatens the security of our customers. We oppose this order, which has implications far beyond the legal case at hand.

This moment calls for public discussion, and we want our customers and people around the country to understand what is at stake.

Tim Cook

Wer auf der richtigen Seite der Geschichtsschreibung stehen will, entscheidet sich für Verschlüsselung und gegen Hintertüren. Wie unsere Kundendaten trotz Generalschlüssel „sicher“ bleiben sollen, unabhängig davon wie das (technisch) realisiert ist, kann niemand erklären. Das hier ist wirklich keine schwierige Entscheidung.

Tim Cooks schnelle Reaktion zeigt, wie ernst Apple das Thema nimmt. Derart eindeutige Zusagen an ihre Kunden wünsche ich mir auch von Microsoft, Google und Facebook.

„Why A Die-Hard Mechanical Watch Lover Can’t Get The Apple Watch Off His Wrist“

IPhoneBlog de Apple Watch Steel

Jack Forster schreibt seit 20 Jahren über Uhren. Sein Leitartikel für Hodinkee.com zur Apple Watch besitzt ein paar clevere Beobachtungen.

Now, the title of this story poses a question: could the Apple Watch displace a mechanical watch? Right now I think it could.

Conventional wisdom has it that the Apple Watch is only really a threat to quartz and mechanical watches in a comparable price range. I’m not sure that’s true, and there are several reasons. One place the threat is most obvious might surprise you: the bracelet of the black DLC-coated Watch. This is probably the single best designed bracelet I’ve ever seen on any watch, period. […] It’s astonishingly intelligently designed and should have the watch industry really worried, and yet somehow, I’ve read almost nothing about it, either in watch specialist media or elsewhere. […]

I think the Apple Watch is winning the smartwatch wars right now for several reasons: better UI is one (I struggle to find Android Wear compelling, in any form, at least so far) and its ability to keep your phone in your pocket, and your head up, is another. One of its biggest secrets, though, is this: it shows every indication of having been made by people who love and understand watches, and who know that for any kind of wearable to succeed, it has to be love at first sight. And that’s why it’s not only a threat to other smartwatches, but to mechanical watchmaking.

One Year In: Why A Die-Hard Mechanical Watch Lover Can’t Get The Apple Watch Off His Wrist (And Why That Matters)

Der Seitenblick auf die traditionelle Uhrenindustrie, den auch Forster wirft, ist durchaus interessant. Damit Apples Watch aber dauerhaft ein Erfolg bleibt, müssen die Schweizer Hersteller nicht gleichzeitig (Kunden) verlieren. Die ersten elf Millionen Käufer und Käuferinnen, die Apple seit April 2015 für ihre Uhr gewann, sind für mich insgesamt ein positives Zeichen, dass Apples Wahl fürs Handgelenk richtig war.

Der Parrot Zik 3.0

Aller guten Dinge sind eins, zwei oder gar drei…?!

IPhoneBlog de Parrot Zik 3 a

Steigen wir doch einfach gleich mit meinen Fazit ein, oder? Deshalb seid ihr hier; deshalb schreibe ich diesen Artikel.

Der Parrot Zik 3.0 (Affiliate-Link) präsentiert sich knapp ein Jahr nach dem Zik 2.0 als folgerichtige Weiterentwicklung. Das Design blieb (annähernd) gleich; ein paar Funktionen kommen diesmal neu hinzu. Parrot kalkuliert für dieses Kopfhörer-Modell ganz sicher nicht die Bestandskunden als Käufer ein. Für ein Upgrade sind die Unterschiede gegenüber den ersten beiden Modellen nämlich zu klein. Der Zik 3.0 bohrt bestehende Features auf und treibt bereits bekannte Ideen weiter voran. Der Zik 3.0 ist quasi die Version 2.0 vom Zik 2.0 – ein Kopfhörer für alle, die bislang noch keinen Kopfhörer von Parrot besitzen.

Eine dieser aufgemöbelten Funktionen ist ‚Adaptive noise cancelling‘, das sich nun in einer Art ‚Auto-Mode‘ betreiben lässt. Wechseln die Umgebungsgeräusche, fangen acht Mikrofone die Klänge von Außen ein und kompensieren entsprechend. So registriert man das „Guten Morgen“ der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen beim Einstieg in den Flieger, bekommt beim Start der Maschine aber anschließend die volle Geräuschreduzierung auf die Ohren gedrückt – ohne per Hand nachjustieren zu müssen.

Angenehm passt sich der Kopfhörer an regelmäßig wechselnde Umgebungsgeräusche – beispielsweise auf einem Stadtspaziergang – an. Der Zik 3.0 speist Außengeräusche ein um dem unangenehmen Isolationseffekt entgegenzuwirken. Ihr kennt das: Telefonieren mit Kopfhörern, die komplett alle Geräusche von Außen abschirmen, hören sich nicht nur unnatürlich an, sondern anstrengend. Es wirkt so als ob man Druck auf den Ohren hat.

‚Adaptive active noise control‘ stand bereits beim Zik 2.0 auf dem Datenblatt. Neu beim Zik 3.0 ist die automatische Korrektur je nach wechselnden Umgebungsgeräuschen.

IPhoneBlog de Parrot Zik 3 b

Zweite deftige Erweiterung: Steckt man den Kopfhörer über Micro-USB1 an ein MacBook, tröpfelt dort anschließend Surround-Sound über das Kabel auf die Ohren. Das klingt bei unkomprimierter Musik nicht nur besser2, sondern verbraucht auch keinen Kopfhörer-Akku. Das größte Problem, das diese neue Kabelverbindung aber löst, ist der Gerätewechsel.

Ich zitiere einmal mich selbst, weil ich in dieses Probleme bereits mit dem Zik 2.0 gerannt bin:

Der Zik koppelt sich mit mehreren iPhones und iPads, die ihm Musik vorspielen, funktioniert gleichzeitig aber nur mit einer Musikschleuder. Das ist anstrengend wenn ihr häufig zwischen iPhone und iPad wechselt, weil sich der Parrot das zuletzt verbundene Bluetooth-Gerät greift. Um zu wechseln, muss die Bluetooth-Verbindung des vorher verbundenen Gerätes deaktiviert werden.

Keine Ahnung warum diese Unzulänglichkeit, die mich bei den ersten beiden Modellen schon wahnsinnig genervt hat, weiterhin existiert. Wer den Parrot nur mit einem einzigen iPhone koppelt (und nie mit einem anderen Klanggeber verbindet), wird das Problem nicht nachvollziehen können. Wer in den Einstellung den automatischen Verbindungsaufbau zum zuletzt verbundenen Gerät deaktiviert, lebt ebenfalls problemfrei. Doch diese Option ist eigentlich verpflichtend anzukreuzen: Man will nicht bei jedem Einschalten des Kopfhörers in den iOS-Einstellungen den Verbindungsaufbau abnicken.

Erfolgt der Verbindungsaufbau jedoch automatisch, muss man für jeden Gerätewechsel im zuletzt verwendeten Abspielgerät die Bluetooth-Verbindung abknipsen, beziehungsweise das Device entkoppeln (und ja, das ist besonders zeitintensiv unter tvOS).

Andere BT-Kopfhörer bekommen den Wechseln zwischen mehreren Geräten hin3. Der Parrot zeigt sich hier unbequem. Nur wenn man es unbedingt positiv sehen will, wertet das die neue USB-Kabelverbindung zum Mac auf.

IPhoneBlog de Parrot Zik 3 c

Der Look.

Mit dem Croco-Bezug in den Farben Schwarz, Rot, Grün und Braun, kann man mich jagen, aber das Steppmuster, erhältlich in Karamell oder Schwarz, mag ich sehr. Die Optik ist weiterhin ein Statement, das sich nicht ins übliche Kopfhörer-Korsett zwängt. Auch Sennheiser, Philips, Sony und Co. dürften meiner Meinung nach mehr Design wagen so wie es Philippe Starck hier vormacht.

Noch vier unzusammenhängende Anmerkungen:

  • Das Touch-Panel am Kopfhörer, das die Wiedergabe pausiert, Anrufe annimmt oder Musiktitel weiterspringt, stört. Ich würde es gerne in den Einstellungen deaktivieren können um nicht ständig aus Versehen dort draufzupatschen. Für diese Shortcuts zur Musik- und Podcast-Wiedergabe, oder der Lautstärke, nimmt man heutzutage ohnehin die Apple Watch.
  • Apropos Watch-App: Parrots Apple-Watch-App um den Zik 3.0 vom Handgelenk aus zu konfigurieren, ist nett gemeint – aber überflüssig. So häufig wechselt man nicht seine Sound-Profile. In meinen Testwochen aktualisierte sich die App auf der Uhr, die beispielsweise den Batteriestand des Kopfhörers anzeigt, außerdem immer nur dann wenn man erst die iPhone-App startet. Ein Bug? Ich schätze schon.
  • Parrot wirbt mit dem kabellosen Aufladen des Kopfhörers, legt aber kein Qi-zertifiziertes Ladegerät bei. Mhhh…
  • Apropos Beilagen: Parrot verkauft ein stabiles Transport-Etui für 40 Euro. Im Lieferumfang liegt nur ein Beutel bei. Eine vernünftige Hardschalen-Tasche hätte beim Preis von rund 350 Euro inbegriffen sein können.
IPhoneBlog de Parrot Zik 3 d

Soweit mein Fazit. Ich hoffe, dass die angesprochene Kritik richtig verstanden wird. Parrots ‚Over-Ears‘ gehörten weiterhin zu meinen Bluetooth-Lieblingskopfhörern (ich benutze immer noch täglich die erste Generation). Es ist ein Kopfhörer, der mit seinem Stil, seiner App als Benutzerschnittstelle und den nachzuladenden Klangprofilen ganz eigene Wege geht, sich aber nicht nur dadurch einen Platz als ernsthafter Mitbewerber in dieser Kopfhörer-Preisklasse sichert.


  1. Das beiliegende Micro-USB-Kabel ist qualitativ eines der besten Kabel dieser Kategorie, die ich jemals in der Hand hatte. Und nein, ein iPhone kann man nicht über USB verkabeln, sondern muss dafür das ebenfalls mitgelieferte Klinkenkabel verwenden. 
  2. USB Audio PCM 16 bits/48 kHz; Digital-to-Analog Converter integrated 192kHz – 24-bit 
  3. …und verbauen mittlerweile auch modernes Bluetooth 4.0 (und nicht das angestaubte Bluetooth 3.0, das hier Verwendung findet).