Wer zuerst mit der Bezeichnung ‚Single Player Co-op‘ für Brothers – A Tale of Two Sons (universal; 4.99€) aufkam, konnte ich nicht herausfinden. Die Spur verliert sich irgendwo im Internet. Jeder Artikel nämlich, der diesen Überraschungshit aus dem Sommer 2013 beschreibt, führt auch diese Wortwahl irgendwo im Fließtext oder versteckt sie mindestens in einer Bildunterschrift.
Das verwundert aber nicht: Es ist die perfekte Beschreibung für eine tatsächlich ganz eigene Spielart, bei der ihr gleichzeitig beide Hauptdarsteller steuert.
Nach wenigen Spielminuten ist jedoch klar: Es ist nicht nur die Steuerung, die man euch für die Brüder in die Hand legt, es ist in erster Linie die Verantwortung. Wie ich es geschafft habe zwei Jahre lang spoilerfrei zu bleiben, weil ich den Titel erst jetzt – an zwei Nachmittagen, an denen ich eigentlich hätte arbeiten wollen – nachholte, weiß ich wirklich nicht.
Falls es euch ähnlich geht und ihr das mitreißende Abenteuer auch noch nicht kennt, das mit jedem neuen Spielabschnitt an Intensität gewinnt, schätzt euch glücklich. Den aufwühlenden Ausflug der beiden Geschwister, der ohne Sprache, Texttafeln oder Erklärungen auskommt, legt man nicht zwischendrin einfach weg. Die Geschichte ist schlicht zu toll erzählt, wiederholt fast nie die eigenen Rätselmuster und verfeuert Spielidee nach Spielidee.
Ja, auf dem PC oder der Konsole sieht die Welt noch einmal hübscher aus. Und ja, die Unreal Engine 3 saugt selbst den ‚iPad Air 2‘-Akku in Rekordgeschwindigkeit leer. Dafür lässt sich das bewegende Märchen erstmals berühren. Und das packt insbesondere bei einer emotional erzählten Reise wie dieser noch einmal zusätzlich Gewicht hinter das Erlebnis.
Facebook-Entwickler Ari Grant räumt Fehler in der iOS-App ein, die zu erhöhtem Akkuverbrauch beigetragen haben. Sein Facebook-Post bestätigt, was die PR-Abteilung über die letzten zwei Wochen nicht bestätigen wollte.
The first issue we found was a “CPU spin” in our network code. […] This repeated processing causes our app to use more battery than intended. The version released today has some improvements that should start making this better.
The second issue is with how we manage audio sessions. If you leave the Facebook app after watching a video, the audio session sometimes stays open as if the app was playing audio silently.
Version 42 (!) der wohl populärsten App-Store-Anwendung soll „some improvements“ für eine Fehlerserie bereithalten, dessen Auswirkungen sich für jedes Kind unter Einstellungen ➞ Batterie ➞ Batterienutzung einsehen lassen. Facebook selbst hat dort scheinbar noch nicht reingeschaut („We recently heard reports of some people experiencing battery issues with the Facebook iOS app and have been looking into the causes of these problems.“)
Facebook ist natürlich nicht die einzige App, die man über diese Anzeige, die es seit iOS 8 im System gibt, auf solche Missstände aufmerksam machen kann. Und ich maße mir nicht an dem Sozialen Netzwerk hier Vorsatz zu unterstellen. Fehler passieren. Das Zuckerberg-Unternehmen hat es immerhin einmal geschafft seinen Millionen von Nutzern ein Beta-Logo aufzuspielen.
In diesem Zusammenhang wird jedoch abermals deutlich, dass der Verzicht auf Release Notes mittlerweile eine weitverbreitete Unsitte ist. Facebook kopiert für jede Version diesen nichtssagenden Standardtext ins App-Store-Beschreibungsfeld – selbst für (vermeintlich) wichtige Updates wie das von heute.
Thanks for using Facebook! To make our app better for you, we bring updates to the App Store every 2 weeks. You can update the app automatically (without checking back here) by going to Settings > iTunes & App Store > Automatic Downloads and turning on Updates.
Every update of our Facebook app includes improvements for speed and reliability. As other new features become available, we’ll highlight those for you in the app.
Bereits in der nächsten Woche ist uns ein neuer Apple TV beschert. Die Schnittstelle, damit Siri auch App-Store-Apps anspricht, und nicht nur den Netflix- und iTunes-Katalog durchstöbert, wird folgen.
Media-Center-Software Plex ist seit Apples Ankündigung um eine eigene Anwendung für tvOS bemüht. Anvisiert ist eine Veröffentlichung direkt zum Start. Für Plex-Pass-Abonnenten erschien gestern bereit der Plex Media Player, ein komplett umgekrempeltes Desktop-Programm. Nach den ersten fünf Minuten mit der Software ist klar: So wird auch die Apple-TV-Anwendung aussehen.
It’s been almost eight years since we set out on this wild ride, when we originally ported Kodi née XBMC to OS X, and we’ll always be thankful for that. Over the better part of a decade we’ve evolved that original code to align with our Home Theater users’ needs while simultaneously building our vision of a media platform for the future (a centralized server! a cloud component! mobile apps!). And now, finally, it’s time to take the next giant step. With Plex Media Player, we leave all that original code behind and strike out with a new core platform for the living room. We just wanted to take a moment to thank all those behind Kodi. We all cut our teeth on hacked Xboxes running XBMC, and we wouldn’t be here without you!
Erst zwei Monate ist es her, dass das Team seine iOS-App (universal; kostenlos), die ihre Mediendateien über den Plex Media Server bezieht, der auf einem Computer oder NAS installiert ist, vollständig überarbeitete. Version 4 benutze ich via AirPlay-Streaming an einem alten aktuellen Apple TV täglich.
Technisch, obwohl der Videostream gleich zweimal weitergegeben wird (vom Computer zum iPhone, vom iPhone zum Apple TV), funktioniert dieses Setup reibungslos. Die Bedienung der iOS-App, so wie ich sie verwende, ist jedoch nicht ideal. Die Buttons sind zu klein und zu dicht nebeneinander platziert. Obwohl es in den meisten Fällen oft nur Start, Pause und Stopp bedarf, bin ich in freudiger Erwartung auf die Steuerung dieser Media-Center-Software am Fernseher über die neue Siri Remote.
‚Find My Friends‘ (universal; kostenlos) gehört seit iOS 9 zum mittlerweile erweiterten Kreis der fest vorinstallierten Anwendungen. Der Apple-Service, mit dem man seine Freunde findet, bekam nach dem ‚El Capitan‘-Widget in der Mitteilungszentrale nun auch einen Web-Auftritt unter iCloud.com, vermisst (zu meinem Unverständnis) aber weiterhin eine Apple-Watch-Erweiterung.
The simple truth is, the first Watch campaign was soft and fuzzy — long on emotion and short on lust. Way too many people reacted to those spots by saying “I still don’t get why I’d want one.” […]
So now we’ve moved to a fresher, clearer, more inventive place. Better late than never. As a result, I think there’s a far greater likelihood that more people will be saying “Oh, now I get it.” Instead of “Huh?”
Als am frühen Abend die Push-Nachrichten über die diversen1 Firmware-Updates eintrudelten, saß ich mit den Kids beim Abendessen. Bevor ich sie ins Bett brachte, drückte ich auf allen Geräten in Reichweite den Update-Knopf. Als ich eine halbe Stunde später wieder am Schreibtisch saß, waren iPhone, iPad, Mac und Apple Watch aktualisiert.
Es klingt trivial, aber das ist für mich ein echtes Apple-Alleinstellungsmerkmal (das in dieser Dimension niemand sonst so hinbekommt).
P.S.: Die beste Neuerung ist natürlich jeder einzelne neue Emoji, über den man alles in der Emojipedia nachlesen kann.
Ein offizieller Meilenstein: Die Hälfte aller Google-Suchanfragen findet mittlerweile über mobile Geräte statt. Dabei neu: Androids und iPhones suchen nicht mehr klassisch übers Web, sondern benutzen Apps.
Charles Arthur hat die Summe der Suchanfragen den aktiven Smartphones gegenübergestellt und errechnete daraus die tägliche Anzahl der Google-Websuchen pro Gerät.
Sein Ergebnis:
That’s right – the average (“mean”) person does less than one Google search on mobile per day. The mode (most common number) will be below that too.
Sein Fazit:
Mobile search is a real problem for Google: people don’t do it nearly as much as you suspect it would like. But there’s no obvious way of changing that behaviour while users are so addicted to apps on their phones – and there’s no sign of that changing any time soon.
[…] it turns out that search wasn’t actually the gatekeeper to mobile; having a well-stocked app store is. That’s where the searching really happens.
Ob daraus ein (finanzielles) Problem für Google entsteht, sei dahingestellt. Unvorbereitet stehen sie dem Wandel jedenfalls nicht gegenüber. Die Sprachsuche „OK Google“, alle Anstrengungen für Google+ und die Bemühung jede App zu indexieren sind nur einige von vielen Beispielen das Produktangebot auf mehrere Beine zu stellen. Google verfolgt die Verhaltensänderungen seiner Kunden seit Jahren – akribisch.
Die Trennung von der klassischen Websuche ist jedoch nicht nur ein Thema zwischen Google und seinen Nutzern, sondern allem voran relevant, weil es neue Mitbewerber ermöglicht. Welche Chancen hätte das theoretische Projekt Apple.com/Search gehabt? Wie erfolgreich ist Bing, in das Microsoft wiederholt Milliarden pumpt?
Google.com ist im Web nicht angreifbar; anderenorts jedoch schon. Facebook hat es als Soziales Netzwerk bereits geschafft nicht nur Suchanfragen abzuziehen, sondern auch die (dazugehörigen) Werbedollar. iOS versucht sich über Siri (mittlerweile richtig gut!) und seit iOS 9 mit dem ‚iOS Search‘-Feature, das lokal Inhalte von Apps aufbereitet und dorthin ‚Deep Links‘ erstellt.
Lest Adam Smiths ‚Wot I Think‘, er entblättert die Faszination, die in Downwell (universal; 2.99€). steckt, vorzüglich.
The first time you manage to clear a level without touching the floor once (I’ve only managed it in the first area), you’re juggling all of the game’s systems simultaneously. And that’s the brilliance of Downwell – all of its systems are well-crafted enough to be understood and mastered quickly, and the game itself is lean enough that everything is on display at all times. It’s a perfect arcade game and I only wish there were more to it, even though adding anything else might well tip the beautiful balance of the whole structure.
Mir bleibt nur noch hinzuzufügen: Downwell ist wie geschaffen für den hochkanten iPhone-Bildschirm, der sich mit zwei Daumen in den zwei unteren Display-Ecken wie ein alter GameBoy anfühlt. Auf dem iPad empfiehlt sich ein MFi-Controller.