Ein gesetzliches Rückgaberecht für Apps!?

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Apple änderte die Verkaufsbedingungen für den iTunes Store. Nicht erst heute, sondern bereits am 16. Dezember. In der neuen Fassung, die nur für EU-Stores gilt, ist von einem 14-tägigen Widerrufsrecht für digitale Downloads die Rede. Darin heißt es:

Widerrufsrecht: Wenn Sie Ihre Bestellung rückgängig machen möchten, können Sie sie binnen 14 Tagen nachdem Sie die Quittung erhalten haben ohne Angabe von Gründen widerrufen.

Apple empfiehlt, alle Stornierungen – einschließlich App-Rückgaben – über diese Webseite mit dem Menüpunkt „Problem melden“ abzuwickeln. Eine Option, keinen Grund für die Stornierung anzugeben, wie es das Widerrufsrecht verspricht, existiert dort jedoch (noch) nicht. Update: Für Apps, die etwas kosten, gibt es diese Option. Ich habe das gestern wohl übersehen. /Update

Schon lange konnte man so Apps zurückgeben, die beispielsweise (technisch) nicht funktionierten. Apple zeigte sich bei der vollständigen Rückerstattung (keine Gutschrift!) in allen mir geschilderten Fällen sehr kulant. Ich habe in sechs Jahren App Store eine einzige Anwendung (aus Testgründen) zurückgegeben, konnte sie danach aber weiter verwenden, allerdings keine Updates einspielen und auch nicht noch einmal neu kaufen. Der Entwickler trug bislang die finanzielle Differenz zwischen seiner 70-Prozent-Beteiligung und der 100-Prozent-Rückerstattung an den Käufer.

Knackpunkt der Neuformulierung ist jedoch diese Passage:

Ausnahme zum Widerrufsrecht: Sie können eine Bestellung für digitale Inhalte nicht widerrufen, wenn die Lieferung mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung und Ihrer Kenntnisnahme, dass Sie dadurch Ihr Widerrufsrecht verlieren, begonnen hat.

Was hier als Lieferung bezeichnet wird, ist der Download der App, der (bekanntlich) direkt nach dem App-Einkauf startet. Unter iOS existiert also keine (zeitliche) Unterscheidung zwischen Bestellung und Lieferung.

Laut neuem EU-Widerrufsrecht, das seit Juni 2014 gilt und wahrscheinlich der Auslöser für Apples sprachliche Ergänzung ist, muss eine Ausnahme zum Widerrufsrecht jedoch ausdrücklich bestätigt werden – beispielsweise durch das Setzen eines Häkchens. Ob es dafür ausreicht, einmal generell die neuen Bestimmungen abzunicken und damit auf sein Widerrufsrecht für alle kommenden App-Downloads (der nächsten Monate) zu verzichten, ist mir unklar. Hat überhaupt schon jemand die neuen AGBs im App Store vorgesetzt bekommen? Ich wurde bislang noch nicht danach gefragt.

Verbraucherschutz ist wichtig, ein 14-Tage-Rückgaberecht auf Apps scheint übermotiviert. Das finanzielle Risiko, dass der Nutzer mit dem Kauf einer iOS-Software unter 10 Euro eingeht, steht für mich in keinem Verhältnis zum Aufwand der Rückabwicklung und der juristischen Intransparenz. Fehlerhafte oder inkompatible Software natürlich ausgenommen.

Die pessimistische Annahme, dass eine solche Regelung großflächig ausgenutzt werden würde, teile ich nicht. Wer so vorgeht, greift doch eh zur Piraten-Kopie anstelle sich durch sein App-Store-Profil mit auffällig vielen zurückgegebenen Apps bloßzustellen, oder?

Acht Jahre iPhoneBlog.de

IPhoneBlog de 8 Jahre

Journalismus war nie spannender als heute. 15 Jahre bin ich jetzt auf die eine oder andere Art mit dabei – freiberuflich, fest angestellt oder als fester Freier. Nie wurde mehr umgekrempelt, neu sortiert, umgeworfen und wieder aufgebaut. Publisher und Journalisten scheinen dabei gejagt von der Frage nach einer Finanzierung. Verständlich: Es sind ihre Rechnungen; ihr Preis pro geschriebenes Wort, der diskutiert wird.

Und mir geht es nicht anders. Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht selbst den Wert meines Schaffens beurteile – das ist sicherlich so ein Selbstständigen-Ding. Geld gehört natürlich zu dieser Gleichung. Mit dem Verzicht auf großflächige Bannerwerbung habe ich im Jahr 2014 einen grundlegenden Richtungswechsel eingeschlagen. Ich konnte sie selbst nicht mehr sehen. Die Ads von den mir vermittelten Firmen passten thematisch nur selten. Das war Unfug, weil die Werbefläche auch nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zum Preis stand.

Auch wir Journalisten sind Leser – fleißige Leser sogar. Teilweise verbringe ich ganze Arbeitstage damit im Netz zu lesen. Wir wissen eigentlich sehr genau was (uns) gefällt und was stört. Oft ist man als Redakteur aber nicht in der Position, sich wie beispielsweise die Macworld, gegen automatisch abspielende Videos auf der Webseite zu wehren. Welche Konsequenz dieses Werbekonzept hatte, zeigte sich spätestens mit der Entlassung aller tragenden Mitarbeiter_innen.

Diese Dilemma, an der Ausrichtung seiner Publikation nichts ändern zu können, habe ich nicht. Das ist eine sehr privilegierte Position. Deshalb fiel die Entscheidung auch nur bedingt schwer, euch, den Lesern und Leserinnen, ein besseres Blog zu bauen. Das zahlte sich seitdem nicht nur optisch aus, sondern gewann im Durchschnitt auch deutlich Besucher. Danke!

Was dagegen überhaupt nicht funktionierte war meine Idee von den zu buchenden Bannerplätzen. Ich hatte einige Gespräche mit potenziellen Werbepartnern, die echtes Interesse zeigten, aber die Aufteilung, die Laufzeit und Platzierung im responsiven Design nicht verstanden. Und ich hatte Probleme, mein über mehrere Monate ausgetüfteltes Konzept zu erklären.

Im November zog ich deshalb zeitnah die Reißleine. Seitdem gibt es den ‚Sponsor der Woche‘. Ein einziger Werbepartner, der mit einem Blogpost, einem Banner und einem Tweet wirbt. Es ist die einzige Möglichkeit hier zu werben. Die ersten sechs Wochen nach der Umstellung sind bereits ausgebucht; das Feedback ist extrem erfreulich. Zwei Kunden sind sogar international: einmal Australien, einmal China. Spätestens wenn du Geld von einer Firma haben möchtest, die deinen Blog nur über Google Translate liest, zeigt sich wie verständlich dein Konzept ist. Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass die Idee gut anläuft.

Deshalb auch mein Angebot noch einmal ganz deutlich: Wenn du Interesse hast hier ein Produkt vorzustellen oder für eine Firma arbeitest, die für einen Sponsorship auf iPhoneBlog.de passt, schreib mir doch eine Mail.

Und damit starten wir ins Jahr 2015. Ich mag meinen Status quo. Viel Arbeit steht noch an, das Resultat ist für alle Beteiligten aber besser, nachhaltiger und schon deshalb den Aufwand wert. Ich könnte kaum aufgeregter sein hier wieder richtig loszulegen.

StilGut [Sponsor]

IPhoneBlog de StilGut Sponsor

StilGut ist mein ‚Sponsor der Woche‘.

Taschen und Hüllen sind das mit Abstand populärste iPhone-Zubehör. Deshalb kann man davon eigentlich nie zu viele Varianten besitzen. StilGut aus Berlin bietet handgefertigte Cases in unterschiedlichen Ausführungen – das ‚UltraSlim‘ mit Sichtfenster oder das Etui ‚Slim‘ in knalligen Farben. Da ausschließlich Naturleder zum Einsatz kommt, bleibt jede Ausführung elegant.

Die Tasche ‚Talis‘ ist beispielsweise aus Qualitäts-Rindsleder und bietet sich mit Fächern für Kredit- und Visitenkarten – neben ihrer Schutzfunktion – auch als Brieftasche an. Der Deckel klappt sich ähnlich einem Portemonnaie seitlich auf und richtet das iPhone für Videos und Filme in eine angewinkelte Breitbild-Position.

StilGut tischt eine breite Auswahl an unterschiedlichen Taschen auf, gibt auf alle Ausführungen eine zweijährige Qualitätsgarantie und überschreitet bei allen ihren Modellen für das iPhone 6 nie den Preisrahmen von 35 Euro. Die meisten Hüllen sind sogar deutlich günstiger und sprechen mit einer hervorragenden Durchschnittsbewertung auf Amazon für sich selbst.

Vielen Dank an die stilvollen Hüllen für das iPhone 6 von StilGut, die das iPhoneBlog.de in dieser Woche unterstützen.

31C3: Fingerabdruck aus Foto einer Digitalkamera rekonstruiert

IPhoneBlog de starbug 31C3

Den bislang coolsten Hack des diesjährigen 31C3 liefert starbug – selbst Kritiker aber auch Nutzer von Apples Touch ID, der aus einer Distanz Fingerkuppen abfotografiert und daraus den passenden Fingerabdruck rekonstruiert. Sein Vortrag ‚Ich sehe, also bin ich … Du‘, lässt sich hier ab Minute 00:17:00 nachschauen.

Genau wie mit hochauflösenden Fotos von klassischen Schlüsseln oder Displays, die sich während der Passworteingabe im Auge des Bespitzelten spiegeln, ist das natürlich alles eine Frage von Zeit und Aufwand, aber nichtsdestotrotz schlicht beeindruckend.

16 Monate jung und bereits 18 iPad-Lieblings-Apps

Unser Experiment Kind läuft jetzt schon seit 16 Monaten. Neben kurzen Nächten und unzähligen Mahlzeiten war das allem voran ganz viel Unterhaltung – angefangen beim Spielen im Schnee / in der Sandkiste, über das Kochen von Holzbuchstaben in der Mini-Kinderküche bis zur traditionellen Lego-Duplo-Architektur. Seitdem unser Sohn aufrecht sitzt, sind auch Bücher interessant. Das Umblättern von Buchseiten fasziniert.

Omas und Opas hier in Finnland haben den Kleinen dementsprechend begeistert mit Kinderbüchern eingedeckt. Inzwischen vergeht selten eine Woche in der wir keinen neuen Nachschub aus der Bibliothek holen. Unnötig zu erwähnen, dass dabei die Landessprache dominiert. Nur ab und an schleicht sich mal ein Bilderbuch mit englischen Untertiteln ein. Und da es meine Aufgabe ist mit ihm Deutsch zu sprechen, empfahl sich prompt das iPad mit seinem bunten Strauß aus mehrsprachiger Literatur.

Das iPad ist ein fantastisches Spielzeug (im weitesten Sinne) um günstig und zeitnah an Geschichten in unterschiedlichen Sprachen zu gelangen. Das iPad nimmt in Kombination mit dem App Store für dieses Kleinkindalter einen Platz ein, der bislang unbesetzt war. Kein Computer war jemals zuvor so zugänglich; nie so international. Dass, was Kinder seit 2010 haben (können), hatte bislang niemand zuvor. Richtig eingesetzt, öffnet diese Technologie Türen, die jeder Generation davor verschlossen waren.

Was mich begeistert, wird für unsere Kids selbstverständlich sein – Douglas Adams behält Recht. Daher spare ich mir ein noch längeres Intro1 und verweise auf diese 18 Apps, die uns in den ersten Monaten gemeinsam Spaß bereiteten.

IPhoneBlog de Kinder Apps
  • Quietsch HD (3.59 €; App-Store-Link) – hat eine nette Vorleser-Stimme und bildschirmfüllende Handzeichnungen, vermisst aber interaktive Elemente oder Minispiele.
  • Der kleine Eisbär (kostenlos; App-Store-Link) – ist ein Klassiker meiner Jugend und kommt mit einer der wohl besten Lizenz-Stimmen. Die ersten 6 Buchseiten sind zum Ausprobieren kostenlos.
  • Laura’s Star Bundle (8.99 €; universal; App-Store-Link) – ist eine liebevolle Umsetzung; durchgehend interaktiv und mit vielen Kleinigkeiten, die sich anstoßen oder entdecken lassen. Alle Bücher aus dem Bundle werden hier im Haus geliebt und sind bereits einige Hundert Mal über den Bildschirm geflimmert.
  • Der Hase Paul und der Malwettbewerb (1.79 €; universal; App-Store-Link) – verfügbar in Deutsch und Englisch. Wörter färben sich beim Vorlesen rot. So folgen ältere Kinder dem Text. Einzelne Wörter können auch angetippt werden um die Aussprache zu wiederholen. Mehrere Stimmen sprechen eine Geschichte, die nicht nur zu Ostern passt.
  • Luna – Das Supertalentier (2.69; universal; App-Store-Link) – besteht aus cleveren Spielen, die sehr umgangssprachlich eingesprochen wurden. Die Geschichte wird nicht in klassischer Buchform erzählt, sondern erstreckt sich eher als Point-and-Click-Abenteuer. Entwickler ist die Verlagsgruppe Bastei Lübbe, die sich auch für Lauras Stern verantwortlich zeigt.
  • Morgenland (2.99 €; universal; App-Store-Link) – eine Wimmel-Welt von Ravensburger. Keine Geschichte, sondern Suchbild. Detailliert gezeichnet. Eigenwerbung für andere Apps ist versteckt und kann von Kindern deshalb nicht so einfach aufgerufen werden.
  • Even Monsters Are Shy (1.79 €; App-Store-Link) + Even Monsters Get Sick (1.79 €; App-Store-Link) laufen hier in Dauerrotation. Nur englischsprachig; gute Soundeffekte und großer Interaktionsspielraum plus Minispiele.
  • ham ham! (1.99 €; App-Store-Link) – verfügbar in Deutsch und Englisch. Die Zusammenstellung umfasst eine Handvoll Minispiele ohne übergreifende Geschichte. Nett aufgezogen und mit kleinen Musikeinlagen. Ich persönlich kenne mittlerweile jeden Winkel von diesem Werk auswendig.
  • Conni macht das Seepferdchen (1.79 €; App-Store-Link) – hat eine ungeeignete Benutzerführung für Kinder, weil dauerhafte Einblendung zu anderen Büchern aus dem Carlsen Verlag präsentiert werden. Geschichte und Präsentation solide.
  • Träum süß (0.99 €; universal; App-Store-Link) – Streichelanleitung für virtuelle Tiere mit Einschlafmusik. Sehr simpel.
  • Die große Wörterfabrik (1.99 €; App-Store-Link) – gibt es wahlweise auf Deutsch, Englisch und Französisch. In flüssigen Animationen wird eine eher ernste Geschichte erzählt. Mit 15 Seiten ist diese aber eher kurz.
  • Schlaf gut! HD (2.99 €; App-Store-Link) – Kind schaltet per Fingerzeig die Lichter für Tiere auf einem Bauernhof aus. Kurz aber effektiv.
  • Sago Mini Ocean Swimmer (kostenlos; universal; App-Store-Link) – regt zum Entdecken an. Das gesamte Portfolio von Entwickler Sago Sago (iTunes-Link) scheint empfehlenswert.
  • Monsterpark Zoo (0.89 €; universal; App-Store-Link) – nette Comic-Spielerei, mehr aber nicht.
  • Toca Küchenmonster (kostenlos; universal; App-Store-Link) – ist genial, wie die meisten der Toca-Boca-Titel (iTunes-Link).
  • Die Maus (kostenlos; universal; App-Store-Link) – rückt den Videostream der aktuellen TV-Folge in den Fokus.
  • Tatütata – Polizei und Feuerwehr (2.99 €; universal; App-Store-Link) – ist ein weiteres Wunderwimmelbuch. Passend zur Weihnachtszeit mit brennenden Tannenbäumen.

Ein kurzes Nachwort

Sohnemann benutzt ein eigenes iPad mini, das nur seine Eltern entsperren können und über die Einschränkungen (➞ Einstellungen ➞ Allgemein) so konfiguriert ist, dass er darauf wirklich nur das sieht, was wir ihn sehen lassen wollen. Er kann beispielsweise keine Apps löschen und nichts aus dem App Store laden. Auch Safari öffnet sich beispielsweise nicht. iOS 8 bietet diese Konfigurationen von Haus aus an – ohne Zusatzsoftware, ohne das Fachwissen notwendig ist.

Letzter Mini-Tipp: Alle unsere iPads und iPhones hier im Haus haben den 3x-Homebutton-Klick zur Aktivierung für den ‚Geführten Zugriff‘ eingestellt (➞ Einstellungen ➞ Allgemein ➞ Bedienungshilfen). So beschränkt man den Einblick fürs Kind auf eine explizite App. Ohne Passwort ist diese nicht zu verlassen. So lebt man als Eltern ohne die Angst, das die kleinen Kinderhände den Facebook-(Beziehungs-)Status aktualisieren, eine Mail an den Chef schicken oder einen (Re-)Tweet-Storm lostreten.


  1. …und eine pädagogische Diskussion über Kindererziehung. 

[24-Tage-im-Dezember] Untitled – 24/24

(Vimeo / YouTube)

Absolut professionell, komplett zurückhaltend und mit leisen Tönen beende ich die diesjährige ‚24-Tage-im-Dezember‘-Serie, die mir erneut viel Spaß gemacht hat. Den großen Stapel an iPhone-Zubehör, für den diesmal kein Platz mehr war, verteile ich ausgewogen auf die ersten Wochen und Monate im neuen Jahr.

[24-Tage-im-Dezember] Astro – 23/24

(Vimeo / YouTube)

Nicht vergessen: Alle meine eigenen Videos liefert auch ein Podcast-Feed (iTunes-Link) aus – abwärtskompatibel bis zum iPhone 4.

Emulator für Nintendo-Spiele rutscht in den App Store

IPhoneBlog de Floppy Cloud

Mit Floppy Cloud (1.79 €; universal; App-Store-Link) rutscht erneut ein Emulator für NES- und SNES-Spiele in den App Store. Das ist insbesondere deshalb von Interesse, weil die Software, die Apple zeitnah wieder entfernen wird, mit offiziellen MFi-Controllern – beispielsweise dem kabellosen Stratus XL – zusammenspielt. Tadellos, wie ich anmerken kann.

via TouchArcade