App-Store: ‚Gratis‘ heißt jetzt ‚Laden‘

IPhoneBlog de Get Free Software

‚Gratis‘ war eine Preisangabe; ‚Laden‘ ist es nicht. Das Label passt (nach meiner Logik) nicht auf den Download-Button, der auch den Verkaufspreis anzeigt. Trotz der Fußnote über In-App-Käufe, die dort seit März 2013 steht, qualifiziert der Download-Knopf weiterhin nicht die mögliche Investition der Kunden, sondern federt höchstens Erwartungen an ein komplett kostenloses Produkt ab. ‚Free‘, oder wie es jetzt heißt ‚Laden‘, zeichnet eine Software aus die a) komplett kostenlos ist, b) die kostenlos ein paar erste Spielwelten oder Basisfunktionalität bietet sowie c) die ohne In-App-Käufe kaum zu verwenden ist.

Bei Spielen, die als „free“ bzw. „kostenlos“ beworben werden, darf es keine Irreführung der Verbraucher hinsichtlich der wahren Kosten geben.

Europa.eu

Google formulierte im Play Store kürzlich von ‚Free‘ auf ‚Install‘ um. Wie auch Apples Umbenennung dämpft das aber höchstens Annahmen und klingt ein wenig neutraler. Verbraucherschutz, so wie er im Zusammenhang mit In-App-Käufen oft notwendig wäre, bleibt aber aus.

‚Free App of the Week‘: Things 2.5 für iPhone und iPad

In Anschluss an die gestrige Diskussion über ToDo-Apps lässt sich heute Cultured Codes Things für iPhone (8.99 ; App-Store-Link) und iPad (17.99 ; App-Store-Link) – im Rahmen von Apples Werbeaktion ‚App der Woche‘ – erstmals kostenlos laden. Die Mac-Version ist für den Promo-Zeitraum bis Ende nächster Woche obendrein von 45 € auf 31 € reduziert (MAS-Link).

IPhoneBlog de Things

Updates für Things fielen technisch nie schlecht aus (siehe die letzte Aktualisierung mit Handoff- und Extension-Support), taten sich jedoch regelmäßig durch einen sehr ausgedehnten Entwicklungszeitraum hervor, der mehrmals unglücklich mit offiziellen Release-Versprechen einherging. Der Sync dauerte zwei Jahre und das iOS-7-Redesign kam erst mit iOS 8. Things 3, an dem laut eigener Aussage bereits seit 24 Monaten entwickelt wird, hoffte man schon einmal vor 11 Monaten zeigen zu können. Daraus wurde nichts. Nun soll die private Beta Ende November anlaufen.

Taschenrechner trifft Tabellenkalkulation: Soulver

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Soulver (universal; App-Store-Link) hängt bei mir seit drei Jahren herum, fällt innerhalb dieser Zeit nun erstmals von 4.49 € auf 89 Cent, und ist ein treuer Begleiter um mathematische Berechnungen in verständliche Sprache zu übersetzen.

Zuletzt habe ich damit die Übersicht beim T-Shirt-Verkauf behalten, bei der sich ständig Variablen geändert haben (Anzahl der Bestellungen, Shirt-Preis abhängig von Bestellmenge, Kosten für Versand, Zubehör oder PayPal, etc.). Hinzu kommt, dass sich die Soulver-Dokumente über iCloud synchronisieren und man so seine Kalkulationen auf jedem Gerät im Zugriff hat — inklusive Desktop (10.99 €; App-Store-Link).

OmniFocus raus, Reminders rein

Ende April platzte mein OmniFocus aus allen Nähten. ToDos wohin die Augen schauten; überfällige Termine und ein Dutzend unerledigter Aufgaben denen ich nicht nur einige Tage, sondern bereits ganze Wochen, hinterherhinkte. Ich tat also, was jeder verantwortungsbewusste Getting-Things-Done-ler auch getan hätte: Ich löschte OmniFocus und startete mit einer frischen Datenbank in Apples App ‚Erinnerungen‘.

IPhoneBlog de Reminders

Zugegeben: Ganz unerwartet erreichte mich der Wunsch nach einem Kurswechsel nicht. OmniFocus, eine App, die ich insbesondere auf dem iPhone und iPad (immer noch) sehr schätze, wuchs mir mit ihrer Komplexität über den Kopf. Zu viele Einstellungen, zu viele Drehregler zur Feinjustierung: Ich wollte schlicht den Verwaltungsaufwand abschütteln, da ich ohnehin nicht dem (strengen) GTD-Regelwerk folge.

Betont sei also, bevor wir hier richtig einsteigen, dass ich OmniFocus nicht aus irgendeiner Unzufriedenheit heraus den Rücken kehre. Ganz im Gegenteil: Durch die regelmäßige Produktpflege fühlte ich mich dort immer sehr gut aufgehoben. Und ich weiß bereits jetzt, dass mich zukünftige Software-Update, die neue Funktionen und (Design-)Änderungen versprechen, an meiner Entscheidung zweifeln lassen werden.

„It’s not you, it’s me!“

Durch den Wechsel zu Apples App ‚Reminders‘ (Erinnerungen) setze ich Apples ToDo-Listen-App auf Augenhöhe mit der OmniGroup-Software. Fair ist das nicht; das ist mir klar. Da ich jedoch über die letzten Monate gelernt habe, dass mir Reminders alle Features bietet die ich benötige, erfüllt die simple App meinen Ansprüchen. Dabei lege ich Listen als Projekte an, die mit Einzelaufgaben gefüllt sind. Eine Aufgabe ist primär definiert durch ihre Beschreibung. Separate Notizen, beispielsweise eine URL, sowie Informationen über Zeit und Ort, hinterlege ich durchschnittlich nur bei jedem zweiten Eintrag.

Diese Art von übergeordneten ToDos lassen sich nicht mehr so hübsch in einzelne Unteraufgaben aufbrechen. Die Tätigkeit ‚Garage aufräumen‘ im Projekt-Ordner ‚Haus‘ ist demnach echt unhandlich. Da ich bislang in OmniFocus die kleinen Teilaufgaben, in diesem Beispiel vielleicht der Kauf von Aufbewahrungskisten, ohnehin nicht eingetragen habe (beziehungsweise in der Kategorie ‚Shopping‘ vermerken würde), fällt mir die Umgewöhnung leichter. Oder um nun endlich mit der Gegenüberstellung1 abzuschließen: Ein GTDler findet in Apples Reminders bereits auf einem ganz einfachen Level keine Alternative.

Listen entsprechen Projekten

Ich sortiere Aufgaben in Listen, die ich wie Projekte behandele. Einige finden sich dort dauerhaft (Hardware-Reviews, Lieferungen oder Technik), einige verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder (T-Shirt-Verkauf, München im Herbst, etc.). Seit iOS 8 sortiert sich die Reihenfolge, in der die Listen in der linken Randspalte auftauchen, zu meiner Freude geräteübergreifend zwischen iPhone, iPad und dem Mac (unter iOS 7 war das noch nicht so).

Der Ordner Eingang sammelt alle neuen Aufgaben – erst später schiebe und sortiere ich. Der (Aufgaben-)Eingang ist in den iOS-Systemeinstellungen auch als Standard-Ordner definiert. So landen dort auch alle per (Siri-)Sprachbefehl eingesprochenen Erinnerungen. Siri ist ohnehin einer der wesentlichen Vorteile um ToDos ohne Tastatur festzuhalten. Selbst wenn sie nur die Hälfte richtig versteht, ist die schnelle Spracheingabe bei mir eine tägliche Hilfe.

  • Erinnere mich [Name] eine E-Mail zu schreiben.
  • Erinnere mich am [Tag] um [Uhrzeit]: [Inhalt].
  • Erinnere mich daran [Inhalt], wenn ich an [Ort] ankomme.
  • Erinnere mich daran [Inhalt], wenn ich [Ort] verlasse.

Neben der Sprach- und Text-Eingabe helfen Drafts (8.99 €; universal; App-Store-Link) und Clips dabei Aufgaben festzuhalten.

IPhoneBlog de Reminders Clips

Raus aus dem App-Silo

Zweiter großer Vorteil: Reminders hat eine Datenbank, die von mehreren Apps gelesen und beschrieben werden kann. Fantastical besitzt beispielsweise ein Widget, das auch die Erinnerungen anzeigt und ich Aufgaben direkt aus dem Standby-Screen als erledigt abhaken kann.

Wenn mir Reminders zu dröge wird oder ich mit mehr terminfokussiert arbeiten möchte, öffne ich GoodTask (4.49 €; universal; App-Store-Link). Die Reminders-Datenbank ist nicht im klassischen Verständnis offen, kann aber von mehreren iOS-Apps beackert werden.

The Bad and the Ugly

Die Liste der Kritik ist nicht besonders lang aber mit fiesen Stolpersteinen gepflastert. Beginnen wir am Desktop: Reminders beendet sich immer komplett wenn alle Fenster geschlossen sind – ein typisches Verhalten von Microsoft-Windows-Software. Mac OS arbeitete in der Vergangenheit vornehmlich dokumentenbasiert und behält auch heute noch Safari oder Mail geöffnet, selbst wenn alle Einzelfenster geschlossen werden. Die Systemeinstellungen verhielten sich immer anders; bei den Kontakten, dem Kalender, den Notizen und auch Reminders wechselte das Verhalten vor ein paar Jahren (und ich mag das nicht). Bei Reminders fällt es mir aber erst jetzt so richtig auf, weil ich die anderen Apple-OS-X-Apps eigentlich nie öffne. Reminders ist neben den Systemeinstellungen die einzige App in meinem Dock, die sich so verhält.

Zweiter Punkt: Spotlight bietet mir keine Möglichkeit Aufgaben in Reminders einzutragen ohne die Finger von der Tastatur zu nehmen. Genau aus diesem Grund bin ich kürzlich zu LaunchBar gewechselt, das Aufgaben flott und ohne die App zu öffnen hinterlegt. Aber es ist nicht nur Spotlight, das diesbezüglich in der Kritik steht: Generell existiert kein Tastatur-Shortcut um Aufgaben einzutragen.

Punkt 3: Am Desktop habe ich klickbare URLs, unter iOS nicht. Diverse meiner Aufgaben/Erinnerungen haben Links. Dass ich diese unter iOS manuell kopieren muss um sie aufzurufen, ist unnötig kompliziert.

Editiere ich eine Notiz, ist es (manchmal!) nicht möglich ein anderes ToDo-Item abzuhaken, der Tastatur-Cursor im Bearbeitungsmode unterbindet meine Toucheingabe. Das ist ähnlich undurchdacht wie die fehlende Geste um in die Listenübersicht von links nach rechts zurückzuwischen oder das am Desktop die Listen in der Randspalte keine Farben besitzen. Außerdem hätte ich gerne das weggekreuzte Aufgaben sofort verschwinden und nicht ausgegraut in einer Liste verweilen bis ich diese neu lade.

Es lässt sich darüber streiten ob mehrzeilige Einträge aus der Zwischenablage, beispielsweise eine Adresse, für jede Zeile ein eigenes ToDo anlegen sollen. Im Beispiel der Adresse, die dann aufgespalten wird in Name, Strasse und Stadt, ist das natürlich sinnlos. Es mag allerdings Situationen geben, da ist diese automatische Hilfe sinnvoll.

Summa Summarum

Die beschriebenen Kleinigkeiten, die Apples Erinnerungen vermasselt, röten mir vor Wut manchmal die Wangen. Für tatsächliche Probleme kann ich einen Fehlerbericht bei Apple eröffnen; für Verbesserungsvorschläge besteht eine Chance auf Umsetzung nicht. Mir ist klar, dass Reminders in seiner jetzigen Form mindestens bis nächsten Herbst unangetastet bleibt. Wer Spaß an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner täglich verwendeten Software hat, und obendrein in einen Dialog mit den zuständigen Entwicklern treten möchte, kann ich Reminders nicht empfehlen.

Reminders setzt auf Apples iCloud-Backend und ist zumindest bei mir einer dieser Dienste, der tadellos läuft. Einträge und Änderungen erscheinen flott, stabil und im vollständigen Sync mit allen Geräte. Einzige Einschränkung: Die Kennzeichnungen (Badges), die überfällige Aufgaben anzeigen, aktualisieren sich teilweise erst dann wenn die Software gestartet wurde.

Reminders ist eine typische Apple-App, die genügend Luft für App-Store-Drittsoftware nach oben lässt, aber die Basisbedürfnisse erfüllt. Ich bin derzeit damit zufrieden (um diverse Anfragen per E-Mail aus den letzten Wochen und Monaten auf einen Schlag zu beantworten), schaue mich aber weiter um.


  1. Alle meine aktiven OmniFocus-Aufgaben trug ich manuell – per Copy & Paste – um. 

WhatsApp bereitet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor

IPhoneBlog de WhatsApp Verschluesselung

On Tuesday, Whatsapp announced that it’s implementing end-to-end encryption, an upgrade to its privacy protections that makes it nearly impossible for anyone to read users’ messages—even the company itself. Whatsapp will integrate the open-source software Textsecure, created by privacy-focused non-profit Open Whisper Systems, which scrambles messages with a cryptographic key that only the user can access and never leaves his or her device. […]

In its initial phase, though, Whatsapp’s messaging encryption is limited to Android, and doesn’t yet apply to group messages, photos or video messages. Marlinspike says that Whatsapp plans to expand its Textsecure rollout into those other features and other platforms, including Apple’s iOS, soon.

Andy Greenberg | Wired.com

Nach Apple und Google sollte nun auch WhatsApp einen herablassenden Kommentar von FBI-Chef James B. Comey bekommen (der eigentlich ein Fürspruch ist).

Startschuss für WatchKit

IPhoneBlog de WatchKit

The iOS 8.2 SDK beta including WatchKit is available immediately for iOS Developer Program members at developer.apple.com/watchkit. The WatchKit site includes programming guides, human interface guidelines, templates and more. Starting later next year, developers will be able to create fully native apps for Apple Watch.

Apple.com/PR

Ohne Übertreibung: Das wird groß.

Wichtiges Bugfix-Update: iOS 8.1.1

IPhoneBlog de iOS 8 1 1

iOS 8.1.1 klingt kleiner, als es tatsächlich ist.

#KW46 – so wie sie hier nicht stattfand

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Android 5.0 Lollipop, thoroughly reviewed

Design is how it works“ – Googles Änderungen an Android erscheinen mir als Zäsur, wie sie auch Apple mit iOS 7 wagte. Ich habe am Freitag das ‚Factory Image‘ auf mein Nexus 7 [2013] gespielt und bereits jetzt schaut KitKat, die Vorgängerversion, überholt aus.

Ein Gefühl für den frischen Look kann man sich als iPhone-Nutzer im kürzlich überarbeiteten Google Maps (kostenlos; universal; App-Store-Link) holen.


iPhone, Galaxy S5, Nexus 5, and Fire Phone fall like dominoes at Pwn2Own

425.000 US-Dollar als Preisgeld klingt anständig, steht aber in keinem Vergleich mit den Prämien für einen Zero-Day-Exploit auf dem Schwarzmarkt. Viel mehr Firmen – inklusive Apple – sollten (finanziell) Ansporn für die Talente dieser jungen White-Hats leisten.


New devices help iOS steal back enterprise share from Android; breakdown is 85% iPhone 6, 15% iPhone 6 Plus

Good Technology betreut weltweit zirka 6000 Unternehmen. Nennt mich altmodisch, aber ich finde jeder Artikel, der Bezug auf eine Statistik wie diese nimmt, sollte die Grundgesamtheit, die Größe der untersuchten Einheiten, gleich am Anfang erwähnen.


Apple A8X’s GPU – GXA6850, Even Better Than I Thought

Daraus hätte ich einen eigenen Artikel gemacht, wenn ich mehr als nur ein Drittel der Recherche verstehen würde.


One Star Reviews Flood ‚Monument Valley‘ Following Paid Expansion Release

In meiner Twitter-Timeline beschwerte sich in dieser Woche ein Entwickler über eine 1-Stern-Bewertung für seine Wander-App, weil der ‚Tester‘ während seines Spaziergangs von einer Biene gestochen wurde. Mehr Sinnbild geht nicht.

Was ich sagen will: Nicht die Meinungsäußerung der Kunden ist ein Problem, sondern dessen elitäre Platzierung im App Store. Insbesondere die Sternchen-Bewertung verfälscht die Balance – nicht nur bei Monument Valley und nicht nur zum negativen.